http://de.wikipedia.org/wiki/Phleng_Chat
Der Text widerspiegelt die nationalistische und militaristische Ideologie der damaligen Regierung von Plaek Phibunsongkhram
Das stimmt nur teilweise. Dem Phibun kann man nicht alles Diesbezügliche in die Schuhe schieben.
Der im Grunde hohle und meist auch nur vorgeschobene Nationalismus der Thais ist jedenfalls keine Erfindung des anti-monarchistischen "Kriegskünstlers", sondern vielmehr seiner Vorgänger, der selbsternannten gottgleichen Beherrscher des Landes. Das geht mindestens bis in die Zeit zurück, seit der Massenmörder und Massenvergewaltiger "Phra" Phetracha im 17. Jahrhundert den Herrschersitz usurpierte (von Narai, der sich selbst durch Brudermord an den Töpfen der Macht festgesetzt hatte). Mit der "Nation" konnte man in Thailand schon immer z. B. Raubzüge bei den Nachbarn, die Verachtung anderer Völker und Rassen und den eigenen Dünkel gut begründen.
Anmerkung:
Thais im Wortsinne, also wirklich "Freie", das waren noch um 1900 nicht viel mehr als die männlichen Mitglieder von etwa 2000 Familien, alle anderen waren Bürger zweiter Klasse, bestenfalls. Es sind die Vorfahren der noch heute durch ein Schulsystem mit teilweise geradezu grotesken L
eerinhalten absichtlich dummgehaltenen Menschen, die immer noch von vielen Mitgliedern der selbsternannten "Elite" verachtet werden und die heute immer noch um ihre wenigen demokratischen Rechte kämpfen müssen.
Einen besonderen Aufschwung nahm der Nationalismus in Siam unter dem homosexuellen, uniformliebenden, verschwenderisch lebenden König Wachirawut und seiner Entourage, der 1925 starb, während sein Nachfolger, Prachathipok, in vielerlei Beziehung gemäßigter, vor allem als ganz normaler fehlbarer
Mensch auftrat, wenn er auch genauso vom Amt und von den Herausforderungen der Zeit überfordert war wie sein Vorgänger.
Es ist aber richtig, daß Plaek Mussolini, Franco und Hitler nacheiferte, und unter anderem auch den Gruß Sawatdi ("Heil") und den Jubelruf "Chaiyo" nach faschistischem Vorbild in Thailand einführte. Aber auch sein direkter Vorgänger, der ebenso deutschfreundliche wie korrupte Putschgeneral
Phot Pahonyothin, ein Klassenkamerad von Hermann Göring in Lichterfelde, war auch schon alles andere als ein Demokrat gewesen.
Andererseits hatte Plaek auch positive Seiten, die heute oft vergessen werden. Unter anderem setzte er erstmals lange überfällige hygienische Maßnahmen im Lande durch, und er war einer der wenigen Politiker in Thailand, die nicht vor der allerhöchsten Familie krochen und diese zu seinem eigenen Vorteil zu instrumentalisieren suchte. Es ist zwar kein Zufall, daß er das sogenannte "Demokratiedenkmal" (von Corrado Ferroci im faschistischen Stil der Zeit entworfen...) der Herrscherfamilie auf der Ratchadamnoen-Prachtstraße von Chulalongkon direkt vor die Nase setzen ließ,

aber andererseits hat er ab 1955 selbst erste Schritte zu einer Demokratisierung eingeleitet.
Genau das wurde ihm dann zum Verhängnis, da andere Militärs damit ganz und gar nicht einverstanden waren (man munkelt, auch die USA sei damals aus praktischen und pragmatischen Gründen eher... aber lassen wir das...)
Er wurde jedenfalls kurz nach Einleitung der Reformen selbst weggeputscht. Sein Nachfolger, Sarit Thanarat, ein Säufer und Frauenheld, der standesgemäß an Leberzirrhose starb und angeblich der korrupteste Politiker war, den Thailand je hatte, drehte den Spieß wieder um und verstand sich bestens mit der eigentlich schon abgeschriebenen alten Herrscherfamilie. Die bekam unter Sarit wieder Zugriff auf "ihr" 1932 eigentlich verstaatlichtes riesiges Vermögen, während Sarit gleichzeitig selbst steinreich wurde, und zwar so reich, daß sich nach seinem Tod 50 legal angetraute Ehefrauen erbittert um das in nur 6 Jahren zusammengeraffte Vermögen stritten: märchenhafter Grundbesitz und unter anderem 50 Millionen Dollar in bar.

Der Nationalismus und die lauthals besungene kulturelle Einzigartigkeit sind in Thailand vor allem
Alltagsmythen, die schon oft in der Geschichte, wie auch in anderen Ländern, mißbraucht worden sind: Mit einigen dieser Mythen hat die Wissenschaft längst aufgeräumt, so etwa voriges Jahr
Prof. Rüdiger Korff (Passau) in einem Vortrag in Berlin mit dem Titel „Globale Muster als nationale Realitätsmythen: Die Spezifität thailändischer Kultur.“
So besonders eigen sei diese Kultur nämlich gar nicht, ... Gerade die in ganz Südostasien gepflegten sogenannten „asiatischen Werte“ zum Beispiel seien in Wirklichkeit viktorianische Werte, während auch der Nationalstaat ein europäisches Modell sei, wie es etwa auf den Westfälischen Frieden und die Französische Revolution zurückgehe.
Als nationale „Realitätsmythen“ nannte Korff unter anderem die "erfundenen Traditionen" der Thai-Geschichte, wie zum Beispiel die offizielle Darstellung des sagenhaften Königs Ramkhamhaeng von Sukhothai in der thailändischen Geschichtsschreibung.
Ebenso hält die offiziell buddhistische Tradition des Landes der wissenschaftlichen Betrachtung offenbar nicht immer stand. Sicher nicht nur für Korff passen jedenfalls die als Beispiel genannten brahmanischen Zeremonien der Oberschicht, der tief verehrte Erawan Schrein an der Ratchaprasong Kreuzung in Bangkok oder der in Thailand sehr stark verbreitete Glaube an Geister (Stadtgeister: Thewada und Dorfgeister: Phi) nicht so recht zu einem echten Buddhismus.
Selbst mit dem Mythos des angeblich nie kolonialisierten Thailands [deren Herrscher aber jahrhundertelang Tribute nach China entrichteten] räumte der Passauer Professor schmunzelnd auf: Eine Kolonisation Siams sei gar nicht erforderlich gewesen, da das Land bereits jahrhundertelang von der jeweils herrschenden einheimischen Elite abhängig gemacht und kolonialisiert worden sei...
http://www.thailand-tip.com/nachrichten/news/wie-sich-thais-und-deutsche-sehen-1/