In balinesischen RestaurantsSchon in meinem ersten Beitrag habe ich geschrieben, wer balinesisch isst, isst mit den Fingern und nur mit der rechten Hand. Löffel und Gabel liegen meist nur in Restaurants auf, in denen auch Touristen verkehren.
Ganz schlimm tritt jemand ins Fettnäpfchen, wenn in einem balinesischen Restaurants nach Chopsticks gefragt wird, denn die sind verpöhnt und damit tabu.
Es war einmal vor langer Zeit, da wurde Bali von Chinesen als Insel der Barbaren genannt, so steht es heute noch in chinesischen Geschichtsbüchern. Viele Jahrzehnte war daraufhin die Einfuhr von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und anderen Schriftstücken, auf denen chinesische Schriftzeichen zu finden waren, streng verboten. Heute ist das lockerer, aber die Stäbchen sind immer noch verpöhnt.
Meine Freunde Mayang, I Made Kardita und sein Sohn Amon mit seiner lieben Freundin Koming, alle führen mich zum Essen meist in Bali-Restaurants in denen auch (fast) nur Balinesen als Gäste anzutreffen sind. Manchmal auch Javanesen, die ich nicht als solche gleich erkennen kann.
Hindus essen kein Rindfleisch, doch die Strenge gilt nur in Indien oder Nepal. Da wird sogar das Wort "Beefeater" als äußerst übles Schimpfwort benutzt, um andere zu beleidigen.
Auf Bali ist es nicht so streng, Mayang oder Anom essen auch mal Beef, aber es sollte aus Australien stammen.
Ich esse alles und genieße es, Landsleute zu schockieren, wenn ich mal an Heuschrecken oder Wasserkäfer knabbere.

Balinesische Traditions-Gerichte sind
Babi guling, gegrillter Spanferkel,
Bebek betutu, geröstete Ente mit Chilipasten,
Satee mit Schweinefleisch oder Huhn und
Rujak, ein Fruchtsalat aus unreifen Früchten - vor allem von speziellen Mangos - oder Gemüse, angerichtet mit einer für europäische Zungen sehr ungewohnten Sauce aus Chili, Palmzucker, gerösteter Krabbenpaste (Trasi) und Fischsoße, abgeschmeckt mit Lemo und Salz. Sehr schmackhaft ist
Soto Ayam, eine Hühnersuppe. Die Küche auf Bali lässt nichts zu Wünschen übrig und jeder findet etwas nach seinem Geschmack.
Jetzt könnte ich endlos weiterschreiben, aber eins will ich noch erzählen:
Ich kam nach Bali mit allen Zutaten für eine
Tom Yam Goong, die ich bei Mayang zubereitet habe. Ich kochte für sechs Personen und das war hinten und vorne nicht genug. Nur der Chili war zuviel, die Thais essen meist viel schärfer. Auf Bali mag man gerne auch thailändisch essen.
Die wichtigste Regel der balinesischen Küche ist die Andacht. Täglich werden Speisen symbolisch den Göttern geopfert, bevor die Menschen davon essen. Viele Gerichte werden speziell zu rituellen Zwecken zubereitet und nach der Zeremonie verspeist – Essen ist Gebet.
Geselligkeit ist die nächste Regel beim Essen auf Bali, sei es im Kreis der Familie auf dem Gehöft oder auf der Straße in den
Warungs, den offenen Straßenrestaurants oder den
Rumah makans, die üblichen Restaurantbetriebe, wo man ein wenig feiner, aber nicht unbedingt besser isst.
Wie in Thailand auf den Nachtmärkten, wo man oft total preiswert und vorzüglich isst, sitze ich gerne in einem
Warung. Diese Garküchen sind überall in den Straßen Bali’s zu finden. Dort bekommt man auch Süßigkeiten und andere Leckereien. Es gibt den
Warung makan, der ortsgebunden ist oder Garküchen, die auf einen Wagen montiert und somit mobil sind. Als Fremder kommt man dort mit den Einheimischen gut in Kontakt und kann sich im vergnüglichen Smalltalk üben.
Warung Makan Be Bebek TulikupEin reines Balirestaurant, das sich auf die Zubereitung von Ente in allen verschiedenen Arten spezialisiert hat.

Das Ambiente ist rein balinesisch, die Atmosphäre auch. Ein Tipp bei dem es sich lohnt, die lange Fahrt dorhin auf sich zu nehmen.
Bebek bengil, geröstete Ente mit Reis und diversen Sambal Soßen, dazu pfannengerührtes Gemüse.
Schalen mit Wasser und Limone werden für das notwendige ständige Finger- und Händewaschen mitserviert.

Ein Restaurant-Kette der feinen Klasse heißt
Warung Mina. Jeder Balinese kennt es, die Touris aber selten.
Wir sind in Ubud und essen ein
Paket Ultah für drei(einhalb) Personen, eine balinesische Reistafel.
Die Zeit ist vorbei, wo man auch auf Bali Schildkrötensteaks und Froschschenkel serviert bekam. Die Ächtung hat sich durchgesetzt, zum Wohle aller geschützten und gefährdeten Tiere.
Der letzte Tag auf Bali wird mir lange in Erinnerung bleiben. Wir entkommen noch rechtzeitig einem gewaltigen, zerstörerischen Wirbelsturm.

edit: Korrektur durchgefuehrt, den Korrekturhinweis habe ich geloescht