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Autor Thema: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java  (Gelesen 11171 mal)

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wufgaeng

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Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« am: 13. Dezember 2013, 17:13:22 »

Ich hatte es schon angekündigt, und jetzt bin ich soweit.

Gestern zurück aus Bali arbeite ich wieder fieberhaft an mehreren hundert Fotos, die ich die letzten drei Wochen geschossen hatte. Heute setze ich die ersten.

Diesmal lebte ich die ganze Zeit mit meiner befreundeten balinesischen Familie zusammen, bescheiden mit kalter Dusche, Hockklo, null Aircon aber ein Ventilator im Zimmer, das mit 12 qm für mich vollkommen ausreichte. Ich bin nicht Tourist, ich bin Besucher und teile den Alltag mit einer balinesischen Kommune.

An die Bescheidenheit gewöhnt man sich schnell, fix lernt man - wenn man es noch nicht kann - mit den Fingern zu essen, nur mit der rechten Hand, denn die Linke wird ja auf der Toilette benutzt. Mit der Rechten bohrt man höchstens in der Nase (auch in Indonesien) und das wird toleriert.

Linkshänder habe da wohl ein Problem. Meine Schwägerin Armina, eine thailändische Muslima, ist Linkshänderin, hat seit ihrer Geburt das Problem, dass sich ihr Gehirn nie umschaltete. Die Mullahs hatten schon alles versucht, das hat bisher nie funktioniert. {[ {[ {[

Wir fahren alle für einen Ausflug von Denpasar nach Java zu den großen Vulkanen, dem Gunung  Bromo und dem Gunung Ijen, das ist unser spontanes Programm.

Von Denpasar nach Gilimanok, dem Ort, wo man in einer Stunde nach Java übersetzt, sind es 130 km sehr anstrengende Fahrt, man braucht vier bis fünf Stunden.

Rostige Seelenverkäufer bringen uns rüber nach Banyuwangi in Ost-Java, und schon geht die Zeit eine Stunde zurück, sie ist dieselbe wie in Bangkok.

Wir sind eine Gesellschaft von fünf Leuten, zwei Bali-Hindus, zwei Bali-Moslems und ich als (seit meiner Heirat 1981 muslimischer) Gast auf Bali.

Weiter gehts in den nächsten Beiträgen.



Ich sitze zwischen Mayang und ihrer Mutter Ni Ketut Mukra,
gegenüber die muslimischen Freunde, der Fahrer Soni und ein Freund der Familie namens Arif.


Der Hafen von Gilimanuk in West-Bali


So ein Seelenverkäufer bringt uns auf die andere Seite nach Ost-Java


Am Hafen von Banyuwangi in Ost-Java


Gunggus sagt tschüss, aber bald geht es weiter
« Letzte Änderung: 22. Dezember 2013, 13:22:33 von Kern »
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wufgaeng

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #1 am: 15. Dezember 2013, 15:56:45 »

Watu Ulo Beach

Das erste Ziel nach der Überfahrt nach Ost-Java ist Jember, eine "kleine" Provinz-Hauptstadt mit einer Universität und 332.600 Einwohnern, in der ganzen Regentschaft Jember Regency aber leben 2,35 Millionen Menschen. Die Stadt wirkt tatsächlich klein, aber bei den Menschen, die man überall antrifft, kann man die relativ hohe Einwohnerzahl durchaus verstehen.
Die Insel Java ist eines der am dichtesten bevölkerten Gebiete der Welt, mit mehr als 114 Millionen Menschen auf einer Fläche des US-Bundesstaates New York.

Von überall ruft der Mullah abends zum Salat Maghrib (das Gebet nach dem Sonnenuntergang). Ich wurde von meinen islamischen Begleitern gleich in die nächste Moschee eingeladen, mitzumachen. Seit 33 Jahren kenne ich die Gepflogenheiten, denn ich habe mich schließlich in eine thailändisch islamische Familie eingeheiratet. Doch so streng, wie es sonst immer dargestellt wird, nimmt man es in Ost-Java nicht. Mayang und ihre Mutter mussten draußen nicht lange warten, bis wir gemeinsam zum vergnüglichen Abendessen gingen. Ich habe immer erlebt, auf Bali leben Moslems (etwa 4,3 %) und Hindus Jahrhunderte friedlich zusammen, beide besuchen gegenseitig ihre heiligen Stätte. Bei unserer Tour durch Java waren wir alle Fünf miteinander immer "gut drauf".

Arif, unser moslemischer Begleiter, kommt von Ost-Java und kennt sich natürlich in seiner Heimat sehr gut aus. Am ersten Tag führte er uns an einen Strand mit einer legendären Geschichte, zum Watu Ulo Strand.
Watu Ulo  wird von den Eingeborenen und Ansässigen sehr verehrt, weil sie glauben, dass es in der Vergangenheit eine Schlange gab, die sich an dieser Stelle versteinerte und jetzt als Geist weiterlebt. Der Kopf liegt im Meer und sein Körper ragt auf das Land hinaus.
Geisterglauben ist auch bei Moslems nicht wegzudenken, das musste ich bereits im Iran (mein mehrmaliger Aufenthalt 1971-1976) und Thailand wiederholt feststellen. {--


Der Strand von Watu Ulo


Ein Warnschild, das man unbedingt beachten sollte, wenn man den Körper der versteinerten Schlange betritt.
Plötzlich auftretende Brandungswellen haben an dieser Stelle schon mehrere Todesfälle gefordert.
Daneben Arif, Mayang und ihre Mutter, für sie war die Reise nach Java das erste Mal in ihrem Leben.


Der versteinerte Körper der Schlange der auf das Land hinausragt


Heftige Brandungswellen, die auf den versteinerten Körper der Schlange schlagen und bereits Todesopfer forderte


Eine mir bisher unbekannte Gruppe von jugendlichen Strandbesuchern aus Java, die sich sofort gerne für ein Foto präsentieren
(Eine übertriebene Paranoia wegen möglicher Persönlichkeitsverletzung gibt es weder auf Bali, noch auf Java)

Ich erlebe immer wieder aufs Neue: das Reisen mit Einheimischen, gemeinsame Unternehmungen und mit ihnen zusammen Spaß zu haben, das ist für mich die schönste Art zu reisen.
(Gruppenreisen, bei denen fast immer ein Querdenker meint, NUR seine Meinung und Wissen den anderen aufdrängen zu müssen, und die immer meinen, nur sie hätten die Rechte, die Anderen die Pflichten, solche haben mir schon öfters die Stimmung verdorben.)
--C
« Letzte Änderung: 14. Februar 2014, 14:04:50 von Kern »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #2 am: 16. Dezember 2013, 15:32:53 »

Papuma Beach

Nur wenige Kilometer nach dem mystischen Strand von Watu Ulo kommen wir zu einem weiteren, bei dem wir gerne mehrere Tage verbracht hätten, doch unser Zeitplan zwingt uns für einen - leider - zu kurzen Aufenthalt an diesem malerischen Strand, der fast ausschließlich nur von Einheimischen besucht wird. Ich war der einzige Langnasen-Besucher und wurde sogleich von allen Seiten eingeladen, mich zu einem Picknick dazu zusetzen. Der Strand heißt Papuma Beach und ist bei den javanesischen Touristen sehr beliebt.
Ein schöner weißer Sand wird gerne zum Sonnenbaden von Einheimischen und ein paar ausländischen Touristen genutzt. Neben seiner natürlichen landschaftlichen Schönheit, ist die ganze Gegend auch reich an Tieren, wie viele Eidechsen, den Wald-Hahn, viele verschiedene Vögel, Wildschweine (nicht so ganz halal) {;, Hirsche, Stachelschweine (auch nicht halal) ???, den schuppigen Ameisenbär und natürlich die frechen Makaken, auf die man immer besonders achten sollte, denn die klauen wie die Raben.
Ein paar einfache Strandrestaurants bieten köstliche indonesische, javanesische Leckereien, wie z.B. eine Vielzahl von gebackenem Fisch und gegrillten Huhn, natürlich alles streng halal.
 ;D
(Zwischen halal, dem Reinen und haram, dem Unreinen gibt es eine Grauzone, die nennt man makruh.
Alle herumlaufenden Schweine leben allen Anschein nach in dieser Grauzone.) {+

Der Ort ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Mietwagen in einer knappen dreiviertel Stunde von Jember zu erreichen.
Meine Empfehlung für Individual-Reisende, die sich einmal was besonders Schönes gönnen und sich von den allgemeinen Remidemi-Hochburgen absetzen wollen.
Luxus jedoch sucht man dort vergeblich.
 :P {:}

Der Eingang zum Nationalpark,
auch hier zahlen Langnasen mehr als Stupsnasen, das Dreifache (und NICHT das Zehnfache!!!)


Am Strand entlang einige einfache Restaurants, die sehr leckere Spezialitäten zubereiten.
(Ein WALLS Eiscreme-Verkäufer nervt mit der selben Werbe-Melodie, wie in Thailand.)


Ein wunderschöner Sandstrand läd zum längeren Badeaufenthalt ein.


Überall werden wir aber von Makaken beobachtet, die darauf aus sind, irgendeine Leckerei zu ergattern.
Bloß keine Angst zeigen, sondern mit einer Rute zeigen, wo es lang geht, dann bekommen diese Lästertiere Respekt.


Schwarze Vulkansteine im weißen Sand vom Papuma Strand.


… und wieder, sobald ich meine Kamera herausholte, postierte sich sofort eine ganze Gruppe von Jugendlichen für ein Schnappschuss.
Die Fotografierfreudigkeit der Leute ist immens!

Ähh … übrigens: schaut Euch mal die Nasen an! Zwischen Lang- und Stupsnasen ist gar kein großer Unterschied! Trotzdem zahlen wir noch das Dreifache?

Leider ruft uns der Zeitplan zum frühzeitigen Aufbruch auf, denn wir haben am nächsten Tag noch einiges vor.
Wir fahren und steigen auf den Vulkan, den Gunung Bromo.
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2013, 15:49:27 von wufgaeng »
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schiene

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #3 am: 18. Dezember 2013, 22:30:28 »

@wufgaeng

auf diesem Wege mal ein fettes Dankeschön für deine interessanten Reiseberichte.  ;}
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #4 am: 19. Dezember 2013, 11:46:50 »

danke @schiene
 :)
nach meiner Rückkehr arbeite ich immer noch am Selektieren und Editieren von über 900 Bildern die ich über und unter Wasser geschossen habe, nicht nur von Java.
Hinzu kommt, allen meinen Freunden, Bekannten und Verwandten im In- und Ausland meine besten Wünsche zu übermitteln, was ich hiermit auch mit Freude den TIP-Freunden ausdrücken will:



Noch heute setze ich weitere Fotos von unsere Tour auf den Gunung Bromo.
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2013, 12:40:14 von wufgaeng »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #5 am: 19. Dezember 2013, 12:38:29 »

Vom Papuma Strand zum Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark sind es nur wenige Kilometer. Uns verblieb noch der ganze Vormittag für ein genussvolles Strandvergnügen bis wir schließlich bei nieselnden Regen in Richtung Vulkan aufbrachen. Wie immer um diese Jahreszeit, ist das Wetter auf Java sehr wechselhaft, das sollten wir am Kawa Ijen, bei der zweiten Vulkan-Tour,  noch klatschnass zu spüren bekommen. Unsere Reisezeit war nicht gut gewählt, aber wir hatte keine ander Wahl. Besser sind die Monate zwischen März und Mai.
 {:} ??? :(

Der Park trägt seinen Namen auch nach dem Volk der Tengger, ein Hinduvolk aus dem 15. Jahrhundert, das sich in der Umgebung bei den Vulkanen Bromo und Semeru ansiedelte. Heute leben noch etwa 600.000 Tengger in diesem Gebiet.

Auf dem Weg zum Nationalpark deckten wir uns nochmal mit sehr wohlschmeckenden Früchten ein, die man zwar meist auch in Thailand findet, aber die trotzdem aus Java ein klein bisschen anders schmecken, oft süßer und noch mehr aromatischer.


Erntetransport auf javanesische Art.
Im Verkehr trifft man alle Augenblicke auf Überraschungen, man fährt nicht nur vorsichtig, sondern unbedingt auch mit Voraussicht, im dem man die Rechte auf der Straße dem Anderen überlässt.


Früchte- und Gemüse-Angebot auf einem Markt in der Provinz Lumajang, in der auch der Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark liegt.


Das Portal zum Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark.


Fahrt bergauf im wechselhaften dichten Nebel.
Die bizarren Baumformationen wirken als Silhouette äußerst gespenstisch.

Wir befürchteten schon einen nassen und regenreichen Vormittag auf dem Gunung Bromo, doch das Wetter wechselt oft in Minutenschnelle, wir hatten Glück.
Im nächsten Beitrag gehts immer noch bergauf.
 :-) ;)
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2013, 13:04:01 von wufgaeng »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #6 am: 19. Dezember 2013, 14:36:59 »

Der Gunung Bromo ist vielleicht der am besten zugängliche aktive Vulkan auf Java. Aus diesem Grund befinden sich dort eine große Anzahl von inländischen Touristen, die oft in Gruppen anreisen. Er ist auch ein beliebtes Ziel für Studentengruppen, die ihre Zelte und ihr Lager in der Gegend aufschlagen. Aus diesem Grund sollte man als Besucher einen ruhigen Wochentag wählen und eine Tour während der großen inländischen Ferienzeiten meiden.
Es ist jedoch ein riesengroßer Park und bietet jedem Besucher, abseits von den üblichen touristischen "Watchpoints", einen absoluten Hochgenuss (so lang der Tenggar Caldera auf dem Bromo Vulkan-Komplex nicht ausbricht. Im Jahr 2004, später 2010 und Anfang 2011 gab es die letzten Eruptionen. Eine gewisse Vorsicht ist immer erforderlich.

Der Park umfasst auch große Bereiche, die sehr üppig und grün sind und Flüsse, die aus den hohen Gipfeln der Berge kommen. Die mittlere Erhebung ist dünner bewaldet bevor die Landschaft schließlich in eine karge Hochebene wechselt.

Am Ende der Nationalstraße befindet sich ein luxuriöses Resort mit gut ausgestatteten Zimmern und Bungalows. Für uns jedoch kam dies nicht in Betracht, denn warum sollte man viel Geld für eine Übernachtung ausgeben, wenn diese schon um 3 Uhr früh enden sollte.
Besucher, die mehrere Tage am Bromo verweilen, mögen dort ihre gewohnten Annehmlichkeiten finden.


Kurvenreise Auffahrt zum Gunung Bromo. 600.000 hinduistische Tengger-Menschen haben sich in etwa 30 Dörfern in der Umgebung des Bromo Komplexes angesiedelt.


Eine Skulpturen-Verkäuferin am Straßenrand der Highway.
Die gemeiselten Sandstein-Handarbeiten sind beliebte Mitbringsel aus dem Nationalpark.


Dünne Bewaldung kurz vor der Caldera.


Das Bromo Cottages Hotel zum Übernachtungspreis von 60 €, und aufwärts.
(Als Alternative gibt es einige Kilometer weiter unten deutlich preiswertere Unterbringungsmöglichkeiten.)

Aufbruch am nächsten Frühmorgen um 3 Uhr, bis dahin ein kurzer Schnarch.
 :-[
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wufgaeng

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #7 am: 20. Dezember 2013, 13:44:14 »

Der Tag zum Gunung Bromo und zu der Aussichtsplattform fängt sehr früh an. Schon um 3 Uhr morgens weckt uns der Tourführer bei noch vollkommener Dunkelheit. Wir sollten das phänomenale Naturspektakel eines märchenhaften Sonnenaufganges nicht verpassen.
Ein von uns gemieteter Jeep fährt uns über eine Stunde zu einer kleinen Siedlung namens Jemplang. Viele fliegende Händler und Einheimische bieten die unbedingt erforderlichen Pullover, Jacken und Anoraks zum Ausleihen an, denn die Temperatur dort oben ist empfindlich kalt, sie geht einem in die Knochen. Zu all dem weht ein kalter Wind.

Von der kleinen Siedlung Jemplang sind es nur 20 Minuten Aufstieg zu einer Plattform, wo mehr als hundert in- und einige ausländische Touristen bibbernd auf den Sonnenaufgang warten. Viele mit Stativ und dem draufgesetzten Profigerät. Ein guter Platz ist nicht schwer zu ergattern, denn der Ansturm der Besucher hält sich in Grenzen.

Warten, zittern, frieren, sich gegenseitig wärmen. Und schließlich das erste farbige Licht, die von der aufgehenden Sonne angestrahlten Wolken, das Tal liegt noch dunkel im Vordergrund. Der Vulkan, der sich nun abzeichnet, ist nicht der Gunung Bromo, sondern der 3676 m hohe Gunung Semeru einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane dieser Welt. Nach und nach im Vordergrund kommt der Kegel des Kawah Batok Tengger zu Vorschein, den Gunung Bromo erkennt man dann leicht auf der linken Bildseite. Aus seinem Krater zieht sich eine Schwefeldampfwolke empor.

Gunung (veraltet auch Goenoeng) ist in der indonesischen und malaiischen Sprache die Bezeichnung für einen Berg oder Vulkan.
Kawah ist die indonesische Bezeichnung für einen Krater.


Frühmorgens um 4 Uhr ein heißer Tee in einem der Aufwärmstuben in Jemplang.


Der Sonnenaufgang am Horizont, das Tal liegt noch ganz im Dunkeln


Der Kegel des Gunung Semeru über der Wolkendecke.
Im Vordergrund zeichnet sich der erloschene Vulkan Gunung Batok Tengger ab,
links davon erkennbar der Gunung Bromo mit seinem schwefelhaltigen Wasserdampf, der aus seinem Krater zischt.


Eingelullt in dicke Jacken und Anoraks warten wir auf das grandiose Naturspektakel.

Wir verweilen fast zwei Stunden auf der Plattform, denn von dem fantastischen Schauspiel der Natur kann man sich nur schwer trennen.
 {{
« Letzte Änderung: 21. Februar 2014, 21:10:55 von Kern »
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crazyandy

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #8 am: 20. Dezember 2013, 15:21:36 »

danke schön Wolfgang, mit Sicherheit ist Bali eine Reise wert, nur ob ich jemals dieses Land bereisen kann bezweifle und bedauere ich  {[ :'( :'(
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wufgaeng

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #9 am: 20. Dezember 2013, 15:35:55 »

Ich muss zugeben, dass ich eine Vorliebe für Touren auf Vulkane habe. Bereits 1978 war ich auf dem Batur in Bali und im Jahre 1986 startete ich mit meiner Frau schöne Treckingtouren am Vulkan Aso auf der japanischen Insel Kyushu.
Durch die Insel, Java, zieht sich eine ganze Kette von vielen interessanten Vulkanen. Nicht immer kann man sie ersteigen. Manche von ihnen sind gesperrt, weil ein Ausbruch knapp bevor steht. Andere sind nicht wirklich touristisch erschlossen und ihre Besteigung nimmt eher den Charakter einer kleineren Expedition an.
Dies trifft aber auf den Gunung Bromo, nicht zu. Man kann den Berg relativ einfach erreichen.

Beim Anblick auf den Gunung Semeru kommt eine Sehsucht auf, auch zu diesen Vulkan zu trecken. Hierfür sollte man über eine gute Kondition verfügen und sich vier Tage Zeit nehmen.
Der Semeru ist mit 3.676 m der höchste Vulkan auf Java und gleichzeitig, wie ich schon erwähnte, einer der aktivsten. Durchschnittlich alle 10 bis 30 min steigt von seinem Gipfelkrater eine Aschesäule in den Himmel.
Der Tourführer erklärt uns, dass eine Besteigung des Semeru trotz seiner starken Aktivität meist möglich ist. Sein Krater befindet sich etwas unterhalb des Gipfelplateaus auf der Südostseite. Zudem weht in den Morgenstunden oft ein konstanter Wind, der die Aschewolke von der Aufstiegsroute im Norden wegtreibt. Zur Sicherheit sollte man den Gipfel jedoch spätestens kurz vor Mittag wieder verlassen haben. Vielleicht schaff ich dies das nächste Mal.


Besucher aus dem In- und Ausland betrachten das Natur-Schauspiel.


Gunung Semeru, auch bekannt als Mahameru („Großer Meru“).


Gunung Semeru über einer Wolkendecke.
Er gilt als einer der schönsten, aber auch als einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane dieser Welt.


Aussicht auf die Ebene des Bromo-Tengger-Semeru Nationalparks.

Wir fahren zurück in die Ebene vor dem Gunung Bromo wo wir noch den ganzen Tag verbringen. Demnächst in diesen (Natur)-Theater.
 :]
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2013, 15:45:39 von wufgaeng »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #10 am: 21. Dezember 2013, 14:06:46 »

Eine Wanderung in der Caldera am Gunung Bromo.

Die Caldera liegt auf einer Höhe von ca. 2.000 Metern über dem Meeresspiegel und vollkommen mit vulkanischem Sand bedeckt. Deshalb wird sie auch von der Bevölkerung das Sandmeer genannt.
Für uns wird es Zeit, den Bromo zu besteigen. Vom unserem Ausgangspunkt, wo wir den Jeep und seinen Fahrer verließen, geht es über schwarzen Sand an einem kleinen Hindutempel, namens Pura Luhur Poten, vorbei zum Kegel (Kawah) des Bromo. Pferdeführer bringen Besucher, die nicht gut zu Fuß sind, auch auf dem Rücken ihrer Reittiere zum Krateraufstieg. Für die 200 bis 250 Höhenmeter lohnt sich das für uns nicht, besser ist zu Fuss, als einen wunden Hintern und drei Tage Muskelkater.
Nicht nur die Höhe, sondern auch schlechte Schuhe machen uns hier schon sehr zu schaffen. Wir sind nur mit einfachen Badelatschen unterwegs, die sich immer wieder mit Sand füllen.
Es ist ein beeindruckender Vulkan und immer wieder eine grandiose Sicht auf die sureale Landschaft. So stelle ich mir einen Spaziergang auf der Marsobefläche vor.
Mit "Hati-Hati" (indonesisch Achtung, Vorsicht) zwängen wir uns an auf- und absteigenden Wanderern vorbei, verlassen dann den Hauptweg und gehen durch die Lavalandschaft langsam zum Ausgangspunkt und zu unseren Jeep zurück.


Der Gunung Batok am Kawah Bromo und die umliegende Lavalandschaft.


Ein Vorwärtskommen ist nur mit einen Jeep möglich, für alle anderen Fahrzeuge sind die Wege nicht zugänglich.


Dünn mit Gras bewachsener Lavasand. Ein mühsames Vorwärtskommen in der Tengger Caldera.


So geht es vielleicht besser? ;]


Der Weg zum dampfenden Krater des Kawah Bromo

(Aus dem Wikipedia:)
Nach einer Geschichte hat am Ende des 15. Jahrhunderts eine Prinzessin namens Roro Anteng des Majapahit-Imperiums zusammen mit ihrem Ehemann Joko Seger ein eigenes Fürstentum gegründet. Sie nannten es Tengger nach den Endsilben ihrer Namen Anteng und Seger.
Das Fürstentum florierte, aber dem herrschenden Paar war es nicht möglich Nachkommen zu zeugen. So kletterten sie in ihrer Verzweiflung auf den Bromo und beteten zu den Göttern, sie mögen ihnen beistehen. Diese versprachen ihnen zu helfen, unter der Bedingung, ihr letztgeborenes Kind den Göttern zu opfern. Die beiden hatten 24 Kinder und als das 25. und letzte Kind Kesuma geboren wurde, weigerte sich Roro Anteng ihr Kind wie versprochen zu opfern. Die Götter drohten mit Feuer und Schwefel, bis sie schließlich das Kind doch opferte.
 {+ --C
Nachdem es in den Krater geworfen wurde, befahl die Stimme des Kindes den Einheimischen, jährlich eine Feier am Vulkan abzuhalten. Dieses Kassada genannte Fest wird auch heute noch abgehalten. Es besteht hauptsächlich aus einer nächtlichen Prozession zum Gipfel, wo dann Tiere, Früchte und Reis geopfert werden.
 {+ ???
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2013, 14:11:50 von wufgaeng »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #11 am: 21. Dezember 2013, 15:57:49 »

Die weite Vulkan-Landschaft aus Lavasand wurde bereits 1982 zum Nationalpark erklärt und ist das Relikt uralter Vulkane. Die Gegend erinnert mich immer wieder an eine Marslandschaft, obwohl ich bisher den Mars noch nicht betreten habe und nur von her Bildern kenne.
 {-- ;D
Der Bromo-Krater ist für uns ein hochinteressanter Ort. Tatsächlich ist es offenbar kein Rauch, sondern Wasserdampf der dort aufsteigt. Unten im Krater ist ein kreisförmiges Loch, aus dem dieser Wasserdampf aufsteigt. Man kann nicht sehen was dort unten lauert. Vielleicht ein Drache, der gerade kocht?
Der Bromo ist ein Stratovulkan. Der Berg besteht also aus Schichten von Lava, die immer wieder übereinander erstarrt sind. Wenn es gerade ruhig ist und keine Touris Lärm machen kann man den Vulkan hören. Es ist ein Rauschen, … wie Wasser.
Seit dem Ausbruch des Bromo im Oktober 2010 spuckt der Vulkan noch immer vereinzelt Aschewolken, daher ist der Aufstieg nicht immer erlaubt.


Tiefe Spalten am Aufstieg zum Kawah Bromo.


Der Gunung Batok.
Der etwa 2.400 Meter hohe ruhende Vulkan befindet sich in der Tengger Caldera neben dem aktiven Vulkan Bromo.
Die Caldera ist etwa vor 80.000 Jahren entstanden und seit den letzten 10.000 Jahren lebte die vulkanische Tätigkeit wieder auf. Es entstanden neue Vulkane in der Caldera, darunter auch der Batok.
Der Vulkan ist ein Aschekegel und seine Flanken sind durch Runsen geprägt, die durch die Erosion des Regenwassers entstehen. Sein Krater ist mit der Asche des aktiven Nachbarn Bromo fast vollständig gefüllt.


Einige Besucher sind mit dem Pferd zum Kawah Bromo unterwegs.
(Ich liebe Pferde, aber ich reite nur sehr ungern. Ein sehr übles Erlebnis auf dem Rücken eines Pferdes hängt mir immer noch nach.)


Der Hindutempel Pura Luhur Poten in der Caldera

Der Hindutempel Pura Luhur Poten hält einen ganz besonderen Wert für den Tenggerese Stamm, die in den Bergdörfern mit den Namen Ngadisari, Wonokitri, Ngadas, Argosari, Ranu Prani, Ledok Ombo und Wonokerso, am Bromo leben. Nach dem Niedergang des Majapahit Königreiches drängte es diese Menschen an den Rand der Vulkane. Die Unzugänglichkeit des Geländes war dann ihr größter Vorteil, sich gegen fremde Eindringlinge, vor allem gegen die Muslime und die Christen zu verteidigen.

Bis heute werden die Tenggerese Menschen vom Rest der Welt isoliert. Während die Mehrheit der Javaner sich dem Islam bekennen, lebt dieser einzigartige Stamm immer noch mit ihrem Hinduglauben in der alten Zeit des Majapahit Königreiches.
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2013, 16:08:31 von wufgaeng »
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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #12 am: 22. Dezember 2013, 11:54:23 »

Sehr schoene Aufnahmen  ;}
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Wenn du dich gesund ernaehrst, ausreichend schlaefst, genug trinkst und Sport treibst, stirbst du trotzdem.

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #13 am: 22. Dezember 2013, 14:46:51 »

Nachdem wir das Plateau direkt unterhalb des Vulkans erreichen, beginnt für mich der schwerste Teil. Über 300 Stufen, die zum Teil unbefestigt und schon beschädigt sind geht es steil hinauf. Als Normaltourist soll man sich nicht überschätzen. Ich gehe es langsam und ruhig an und lege lieber eine Pause zu viel als zu wenig ein. Ich bin nicht mehr so gut in Form, wie ich es noch vor ein paar Jahren in Tibet, Bhutan oder Nepal gewesen bin. Oben angelangt erwartet mich dafür ein unvergessliches Erlebnis.
Dann der Abstieg und der Weg zurück zum Jeep. Für einige Augenblicke habe ich noch mal farbige Aufnahmen geschossen, einschließlich ein frisch vermähltes Brautpaar, das eigens für die Hochzeitsfotos zum Bromo angereist kam.
 ??? :-*

Am Nachmittag verlassen wir den “Sea of Sand”, denn der Tag ist noch nicht abgeschlossen. Die moslemische Familie unseres Freundes Arif erwartet uns zum Abend und wir müssen noch viele Kilometer fahren.


Der “Sea of Sand” mit dem Kawah Bromo (rauchender Krater links) und dem Gunung Batok (rechts).


Mit einer Höhe von 2.330 Metern über dem Meeresspiegel ist der Bromo-Vulkan nicht der höchste des Massivs, aber er ist der bekannteste und spektakulärste.
Sein Name ist abgeleitet vom hinduistischen Wort Brahma.


Am Schlund des Vulkans.


Der Gunung Batok in seiner vollen Pracht.
Der Vulkan ist die einzige inaktive oder schlafende Berg im Nationalpark des Bromo-Tengger-Semeru.
In der Java-Sprache bedeutet das Wort Batok "Kokosnuss-Schale". Die Bewohner glauben, dass der Vulkan Batok Tengger dem Aussehen einer Kokosnuss-Schale entspricht.


Ein frisch vermähltes Pärchen zum Photoshooting im "Sea of Sand".
Ein sehr aufwendiges Photoshooting am Hochzeitstag.
 {+

Muslimische Touristen-Führer rufen nach ihren Gästen.
Die Betonpfosten dienen als Sperre für die Jeeps zum Weiterfahren. Der Weg 2 km lange Weg zum Krater ist nur zu Fuß oder auf dem Pferd erreichbar, die Jeeps müssen draußen warten. (Wahrscheinlich wegen der immensen Staubwolken den die Fahrzeuge sonst anrichten würden. Ein Tuch vor dem Mund zum Schutz ist auf jeden Fall sinnvoll.)
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drwkempf

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Re: Bali und ein Ausflug nach Ost-Java
« Antwort #14 am: 22. Dezember 2013, 16:24:18 »

Sehr schoen unfdinteressant, Wolfgang!
Da lese ich doch gern weiter mit....
Schoene Weihnachten fuer Dich, Salama und den ganzen Rest der Familie.

Wolfram
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint
 

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