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Autor Thema: Sanktionen gegen Russland  (Gelesen 220741 mal)

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jock

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #210 am: 04. Dezember 2014, 10:23:39 »

Liest man die Pressemeldungen zur Aufgabe der South Stream Pipeline,
stellt man fest,dass die Meinungen dazu nicht einheitlich sind.

Bruessel und Washington freuen sich darueber,dass die Aufgabe des Projektes
eine Folge der Sanktionen ist.

Belgrad und Sofia sehen es ganz anders.Die beweinen den zukuenftigen Verlust
der Einnahmen aus dem Gastransit,der immerhin alleine fuer Bulgarien 400 Mio
pro Jahr ausgemacht haette.

Die gut gefuellten Gasspeicher in den wirtschaftlich starken EU- Laendern,lassen
den kommenden Winter ruhig ins Auge schauen.Auch wenn, urploetzlich Liefer-
engpaesse,auftreten sollten,etwa durch Reparaturarbeiten bei Befuellungsstationen,
die sofort Rumaenien und Bulgarien,sowie die Ukraine in ihrer Gaszufuhr beeintraechtigen,
steht das europaeische Haus noch keinesfalls lichterlohbrennend da.

Man wird in diesem Fall,eben "eigenes" Gas an diese Laender abtreten.

Mittelfristig,koennten sich allerdings schon ein paar Sorgenfalten bilden,wenn man be-
denkt,dass nachdem Nabuco und Southstream nicht in Betrieb genommen werden,es
vielleicht mit der Versorgungssicherheit mit russischem Gas,doch nicht zum Besten
bestellt ist.

Die Pipelines in der Ukraine beduerfen in den naechsten Jahren einer Generalsanierung.
Da stellt sich die Frage,wer bezahlt ? Die Ukraine sicherlich nicht,da sie ja nicht einmal die
laufenden Gasrechnungen zahlen koennen und auf finanzielle Unterstuetzung der EU  und
anderer Institutionen angewiesen sind.

Fallen diese Pipelines aus,so sind die anderen bestehenden Pipes nicht in der Lage,den
vollen Bedarf transportieren zu koennen.

Und bis die Versorgungsluecke aus billigem Schiefergas aus den USA Abhilfe schaffen kann,
vergehen noch Jahre.Die dazu noetigen Transportkapazitaten muessen erst auf Kiel gelegt
werden und fuer die Entlade- und Aufbereitungseinrichtungen sind nicht einmal Plaene vor-
handen.

Russland scheint mit seinem strategischen Plaenen weiter zu sein als Europa. Der Gas-
deal mit der Tuerkei kompensiert etwaige Ausfaelle in Europa (zumindest auf einige Sicht)

Die vorgesehenen Gaslieferungen nach China sind vertraglich unterzeichnet.Allerdings fehlen
die zwei noetigen Versorgungsleitungen und die Gaslager muessen erst "geoeffnet " werden.

Auf dieser Front des Wirtschaftskrieges EU vs. Russland wird es jedenfalls keinen Gewinner
geben.Bestenfalls ein Patt -  und das hilft keiner Seite weiter.

Jock






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franzi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #211 am: 04. Dezember 2014, 11:11:48 »

Fraglich, ob sich Bruessel darueber freut.
Zitat
Eine Belehrung für Russland
Dass Moskau seinerseits auf South Stream verzichten könnte, ist in Berlin und Brüssel offenkundig nicht ernsthaft in Betracht gezogen worden. Er gehe davon aus, "dass South Stream am Ende gebaut wird", erklärte Anfang Oktober etwa der bulgarische Staatspräsident Rossen Plewneliew; allerdings müsse Russland zuvor noch "lernen, dass es in Europa eine starke Europäische Kommission ... gibt". Die Belehrung wurde triumphierend von einer der einflussreichsten deutschen Tageszeitungen gedruckt.[3] Putins Entscheidung, das South Stream-Projekt zu beenden, ist denn auch Berichten zufolge für die westeuropäischen Beteiligten "vollkommen überraschend" gekommen. Wie es heißt, sei "die BASF-Tochter Wintershall, die zu 15 Prozent an der Pipeline beteiligt ist, von der Entscheidung ebenso überfahren" worden "wie der italienische Eni-Konzern und Frankreichs Versorger EDF".[4]
Zitat
Entsprechend zeichnet sich eine gewisse Besorgnis im EU-Establishment ab. Hatten deutsche Kommentatoren, nachdem Moskau die Einstellung des Pipeline-Projekts bekanntgegeben hatte, zunächst in plattem Propagandastil über eine angebliche "persönliche Niederlage für Putin" triumphieren zu können gemeint [9], so werden nun vorsichtige Fragen laut, ob die Ankündigung nicht womöglich revidiert werden könne.
;D
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59011

Oesterreich ist von der "Putinentscheidung" auch betroffen.

fr
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Rangwahn

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #212 am: 04. Dezember 2014, 12:05:12 »


Auf dieser Front des Wirtschaftskrieges EU vs. Russland wird es jedenfalls keinen Gewinner
geben.Bestenfalls ein Patt -  und das hilft keiner Seite weiter.


Patt?? Es gibt mindestens einen Verlieher und das ist D. Viele der über Jahre hinweg mühsam erarbeitete Wirtschaftsbeziehungen sind auf Eis gelegt, ein herber Rückschlag für die Industrie. Der aktuelle Rückzieher der Pipeline trifft direkt Europipe (Mannesmann, Dillinger - 700 Mitarbeiter betroffen). Weiterhin ist der Warenexport von D nach Russland stark eingeschränkt - andere Länder ausserhalb der EU freuen sich in die Presche springen zu dürfen und reiben sich die Hände. Und das alles auf Befehl der USA - die kommen ihrem Ziel die EU wirtschaftlich zu schwächen immer näher. Und keiner merkts....
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Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte - Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.

Suksabai

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #213 am: 04. Dezember 2014, 12:21:45 »

Zitat
Und das alles auf Befehl der USA - die kommen ihrem Ziel die EU wirtschaftlich zu schwächen immer näher. Und keiner merkts....

Es wird schön langsam an der Zeit, unsere Weichbirnen-Politiker mit nassen Ausreibtüchern aus ihrem Amt zu jagen {[

Das Problem, zumindest in A, in vielen Familien ist Parteizugehörigkeit bzw. Wahlverhalten "Tradition".

Originalzitat: "Natürlich bin ich mit der Regierung nicht zufrieden, aber was soll ich machen, ich komme nun mal aus einem "roten" Elternhaus, ich wähle rot!" (Farbe beliebig austauschbar)

Das ist die Krux mit der in unseren Heimatländern gelebten Demokratie, man muss sich einer bescheuerten Mehrheit beugen und wider besseres Wissen leiden {/

lg
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Ich kann, wenn ich will. Und wer will, dass ich muss, der kann mich mal !

jock

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #214 am: 04. Dezember 2014, 12:41:51 »

Heiliger Abend 2014 (als Oesterreicher faellt es mir schwer "Heilig Abend" zu schreiben )

Also am Heiligen Abend 2014 rund um Mitternacht,wenn alle bei ihren Familien sind,verlaesst
ein Schiff den Hafen von St. Nazaire.

Der Hafenkommandant ist gerade auf dem Klo,die Wachesoldaten haben nur Augen fuer
den Nachthimmel und im Elysee-Palast wartet ein nervoeser Praesident auf den er-
loesenden Anruf,dass das Schiff internationale Gewaesser erreicht hat.

Unvorstellbar ?

Nein,bereits 1969 hat eine aehnliche Aktion die "Grande Nation" aus einer Verlegenheit ge-
holfen.

Warum diesmal nicht auch ? 1,20 Mrd. Euro sind ein Batzen Geld !

Jock
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Helli

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #215 am: 04. Dezember 2014, 13:14:51 »

Also am Heiligen Abend 2014 rund um Mitternacht,wenn alle bei ihren Familien sind, verlässt ein Schiff den Hafen von St. Nazaire. Nein,bereits 1969 hat eine aehnliche Aktion die "Grande Nation" aus einer Verlegenheit geholfen. Warum diesmal nicht auch ? 1,20 Mrd. Euro sind ein Batzen Geld
Besonders, wenn man die Kohle schon hat!
http://www.berliner-zeitung.de/politik/mistral-hubschraubertraeger-aus-frankreich-russland-fordert-seine-kriegsschiffe,10808018,29139472.html
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Ein Moselaner regt sich nicht über Dinge auf, die er nicht ändern kann.

Alex

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #216 am: 05. Dezember 2014, 08:30:34 »



NATO-Osterweiterung in den letzten 65 Jahren
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Wir sind nicht auf der Welt , um so zu sein, wie andere uns haben wollen !

Alex

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #217 am: 05. Dezember 2014, 08:33:31 »

Putin, der Pipeline-Stopp und die Dummheit der EU



F. William Engdahl

South Stream, das geplante, 45 Milliarden Dollar teure Projekt, russisches Erdgas über eine Unterwasser-Pipeline durch das Schwarze Meer an Bulgarien und weiter an andere Länder auf dem Balkan und in Südeuropa zu liefern, ist begraben. Russlands Präsident Putin verkündete das Todesurteil am 1. Dezember während eines Türkei-Besuchs, bei dem er mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu Gesprächen zusammentraf. Für die EU hat diese Entscheidung erhebliche geopolitische und wirtschaftliche Folgen.

Putin erklärte: »Wenn Europa es nicht realisieren will, dann wird es eben nicht realisiert. Wir werden unsere Energieressourcen in andere Regionen der Welt umleiten. Es ist uns nicht gelungen, von Bulgarien die nötige Erlaubnis zu erhalten, also können wir das Projekt nicht weiterführen. Wir können keine hohen Investitionen vornehmen, nur um an der bulgarischen Grenze gestoppt zu werden. … Natürlich ist es die Entscheidung unserer Freunde in Europa.«
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franzi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #218 am: 11. Dezember 2014, 09:15:27 »

Irgendwie befriedigend, lesen zu koennen, wie die Bruesseler Knilche ihren Schwanz einziehen (muessen). Mit der Ukraine hat sich dieser korrupte Verein einen noch groesseren stinkenden Fisch an Land gezogen wie Griechenland {+

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/10/ukraine-vor-der-insolvenz-schaeuble-bittet-russen-um-kredit-aufschub/

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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #219 am: 11. Dezember 2014, 09:26:15 »

@franzi, der Fall ist klar - die Ukraine muss aus der EU und zwar schnell und
der Westen orientiert sich rasch an Russlands Erfolgsmodell. Damit es den
Menschen in DACH auch endlich so wunderbar geht, wie denen in Putins Reich.

 C--




PS: Ich kenne die Mitglieder der EU.
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franzi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #220 am: 11. Dezember 2014, 09:44:47 »

Du kennst das sicher: Wer zuletzt lacht...
Der russsische Staatshaushalt ist durch die Rubelabwertung nicht wahnsinnig stark betroffen. Die Oel und Gaslieferungen an den Westen werden (noch) in Dollar abgerechnet. daher ist der Oelpreiseinbruch (40 Prozent so wie der Rubelkurseinbruch) faktisch aufgehoben (vereinfacht gesagt)

Und was hat der Dollar oder Euro an wirklichen Werten zu bieten, im Vergleich zu den riesigen russischen Rohstoffwerten: Die Spielkasinofinanzindustrie!

fr


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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #221 am: 11. Dezember 2014, 10:01:03 »

Ich sprach von der Wirklichkeit des Lebens. Und wer zuletzt lacht, könnte
durchaus der sein, der eben nicht am Ende ist, wenn Öl und Gas versiegen.

18 Millionen Russen leben offiziell in Armut. Allerdings beachte man die Grundlage
der Berechnung: Offiziell liegt das Existenzminimum bei ganzen 170 Euro für einen
Menschen im arbeitsfähigen Alter ... bei Rentnern beträgt der Wert 125 Euro.

Quelle: Wikipedia

Mögen die Rohstoffquellen unendlich sein...
« Letzte Änderung: 11. Dezember 2014, 10:18:52 von Tommi »
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malakor

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #222 am: 11. Dezember 2014, 10:02:18 »

die Ukraine muss aus der EU und zwar schnell und Griechenland, Frankreich, Italien und England auch

 C--






Ergaenzungen von mir, in blau.
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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #223 am: 11. Dezember 2014, 10:11:02 »


Deutschland raus aus der EU und dann wird  es nicht mehr lange dauern bis dieses Kartenhaus zusammenfaellt. Warum soll ich mich mit der Ukraine und anderen Laendern rumaergern. Sie danken es einem eh nicht.


Oder ist das Alternativlos?

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #224 am: 11. Dezember 2014, 10:15:14 »

Ja, das stimmt schon. Ohne die Abwertung des Rubels wäre z.B. Gazprom bilanztechnisch wahrscheinlich pleite.

Aber wie so oft, die Halbwahrheit ist der größte Feind der Wahrheit.

Durch die Rubelabwertung werden natürlich die Importe in Rubel gerechnet teurer. Die dicksten Posten sind dabei Maschinen, Ausrüstung und Fahrzeuge, Einzelhandels- und landwirtschaftliche Güter sowie chemische Güter. Das schlägt direkt auf das Binnenpreisniveau durch.

Die Sparer und diejenigen, die ihre Einkommen nicht entsprechend erhöhen können, bezahlen die Zeche.
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