Liest man die Pressemeldungen zur Aufgabe der South Stream Pipeline,
stellt man fest,dass die Meinungen dazu nicht einheitlich sind.
Bruessel und Washington freuen sich darueber,dass die Aufgabe des Projektes
eine Folge der Sanktionen ist.
Belgrad und Sofia sehen es ganz anders.Die beweinen den zukuenftigen Verlust
der Einnahmen aus dem Gastransit,der immerhin alleine fuer Bulgarien 400 Mio
pro Jahr ausgemacht haette.
Die gut gefuellten Gasspeicher in den wirtschaftlich starken EU- Laendern,lassen
den kommenden Winter ruhig ins Auge schauen.Auch wenn, urploetzlich Liefer-
engpaesse,auftreten sollten,etwa durch Reparaturarbeiten bei Befuellungsstationen,
die sofort Rumaenien und Bulgarien,sowie die Ukraine in ihrer Gaszufuhr beeintraechtigen,
steht das europaeische Haus noch keinesfalls lichterlohbrennend da.
Man wird in diesem Fall,eben "eigenes" Gas an diese Laender abtreten.
Mittelfristig,koennten sich allerdings schon ein paar Sorgenfalten bilden,wenn man be-
denkt,dass nachdem Nabuco und Southstream nicht in Betrieb genommen werden,es
vielleicht mit der Versorgungssicherheit mit russischem Gas,doch nicht zum Besten
bestellt ist.
Die Pipelines in der Ukraine beduerfen in den naechsten Jahren einer Generalsanierung.
Da stellt sich die Frage,wer bezahlt ? Die Ukraine sicherlich nicht,da sie ja nicht einmal die
laufenden Gasrechnungen zahlen koennen und auf finanzielle Unterstuetzung der EU und
anderer Institutionen angewiesen sind.
Fallen diese Pipelines aus,so sind die anderen bestehenden Pipes nicht in der Lage,den
vollen Bedarf transportieren zu koennen.
Und bis die Versorgungsluecke aus billigem Schiefergas aus den USA Abhilfe schaffen kann,
vergehen noch Jahre.Die dazu noetigen Transportkapazitaten muessen erst auf Kiel gelegt
werden und fuer die Entlade- und Aufbereitungseinrichtungen sind nicht einmal Plaene vor-
handen.
Russland scheint mit seinem strategischen Plaenen weiter zu sein als Europa. Der Gas-
deal mit der Tuerkei kompensiert etwaige Ausfaelle in Europa (zumindest auf einige Sicht)
Die vorgesehenen Gaslieferungen nach China sind vertraglich unterzeichnet.Allerdings fehlen
die zwei noetigen Versorgungsleitungen und die Gaslager muessen erst "geoeffnet " werden.
Auf dieser Front des Wirtschaftskrieges EU vs. Russland wird es jedenfalls keinen Gewinner
geben.Bestenfalls ein Patt - und das hilft keiner Seite weiter.
Jock