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Autor Thema: Sanktionen gegen Russland  (Gelesen 214261 mal)

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Suksabai

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #330 am: 29. Januar 2015, 10:25:19 »

Ich muss vorausschicken, das ich gegenüber Russland eher neutral bis desinteressiert bin - ABER:

WER gewährleistet seit Jahren die Versorgung der Weltraumstation?

WER erzeugt die besten und grössten Schwerlast-Hubschrauber?

WER erzeugt das weltweit zuverlässigste Gewehr für militärische Zwecke? (ok, nicht unbedingt positiv)

WER hat den Schleudersitz erfunden und damit unzähligen Piloten das Leben gerettet?

und, und, und...........

Ich meine aus den Postings einiger Member hier herauszulesen, dass Russland so mehr oder weniger als Dritte-Welt-Land angesehen wird.

Diese Präpotenz wird noch so manchem auf den Kopf fallen, wenn auch vielleicht nicht persönlich!

Auf jeden Fall, wenn der Schwachsinn mit den Sanktionen nicht baldigst aufhört, fällt es auf jeden Fall den EU-Ländern auf den Kopf!

Frage: Wer hat's angezettelt und ist der lachende Dritte >:

lg
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Ich kann, wenn ich will. Und wer will, dass ich muss, der kann mich mal !

Alex

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #331 am: 29. Januar 2015, 10:47:31 »

Kleine KORREKTUR ZUR ERFINDUNG DES SCHLEUDERSITZES .

Der erste Schleudersitz war eine deutsche Entwicklung aus dem Jahr 1938.


DIE Russen haben den ersten Schleudersitz für Helikopter entwickelt .

Hersteller Martin Baker (GB) hat wohl die D Patente zum Kriegsende geklaut

Auch die Martin Baker MK xxx Sitze aus Deutscher Fertigung fliegen mit

modernen russischen Sensoren ( FOG`s) von Fitzoptika Moscow.

« Letzte Änderung: 29. Januar 2015, 11:09:13 von Alex »
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Wir sind nicht auf der Welt , um so zu sein, wie andere uns haben wollen !

Suksabai

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #332 am: 29. Januar 2015, 11:14:05 »

@Alex

Sorry, da bin ich wieder mal einer russischen Eigenart aufgesessen ( Wir in A machten in meiner Jugend uns darüber lustig, dass sie prinzipiell ALLES erfunden haben wollen).

ABER:
Zitat
K-36 ein Schleudersitz der sowjetischen Kampfflugzeuge. Zwei Teleskopstangen mit Bremsschirm werden nach dem Ausschuss ausgefahren, stabilisieren den Sitz und ziehen ihn bei der Fallschirmöffnung vom Piloten weg. Ausschuss bis zu Mach 3 möglich.

    Der K-36RB (für die russische Raumfähre Buran angepasste Version) lässt Einsatzhöhen bis zu 30.000 m und Geschwindigkeiten bis Mach 4 zu.
    Zitat:[9] „Die Version K-36DM gilt unangefochten als der beste Schleudersitz der Welt, was auch Tests der US Air Force gezeigt haben.“



und

Zitat
Der erste Hubschrauber, der mit einem Schleudersitz ausgerüstet wurde, ist der ab 1980 entwickelte russische Kamow Ka-50 „Hokum“. Zusammen mit seiner Weiterentwicklung, dem Kamow Ka-52 Alligator, ist er der einzige Hubschrauber, der bisher mit einem Schleudersitz ausgerüstet wurde. Die Rotorblätter werden bei Aktivierung des Schleudersitzes automatisch abgesprengt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schleudersitz

Ich weiss, in dieser Beziehung stosse ich in das gleiche Horn wie @Alex, ich wollte damit nur aufzeigen, dass auch in Russland gescheite Leute am Werk sind.

Inwieweit meine Beispiele weltwirtschaftlich relevant sind kann ich nicht beurteilen.

lg
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fidelio

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #333 am: 29. Januar 2015, 11:24:56 »

@Suksabai
Nicht nur gescheite Leute sondern auch hervorragende Wissenschaftler.
Musiker sowieso. Was mich eigentlich laenger schon sehr interessiert:
wo kann man konkret erfahren, inwieweit sich A (als Mitschreier und
Mitlaeufer der EU-gezwungenermassen) am Boykott gegen die SU
beteiligt? Presse ist hier nicht sehr auskunftsfreudig. Meine
Meinung ist es auch, dass der Schnellschuss gegen die SU bald
nach hinten losgeht.
lg. fidelio
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arthurschmidt2000

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #334 am: 29. Januar 2015, 11:26:18 »

@Alex

Benno schrieb als Erwiderung auf Vicko:

Richtig ist : "Volksabstimmung - Krim-Bewohner wollen zu Russland gehören. Die Krim-Bewohner haben mehrheitlich für einen Anschluss an Russland gestimmt.

Nach meinem Sprachverständnis ist das dann die Meinung von Benno.  So aus meiner Erinnerung heraus, dieses Argument wurde auch von anderen gebracht. Aber das „von wem“ ist  letztlich unerheblich, wesentlich interessanter ist eine Antwort auf die Frage.

Zitat
Aufzählung russischer Erfolge

Ja, ich habe vergessen, dass Weltmarkt für Raumfahrt und Schleudersitze riesig ist.

Bei einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ist allein Umsatz und Gewinn entscheidend. Das erinnert ein wenig an dieses Forum, hier wird dem Reisexport Thailands ein ganzer Thread gewidmet. Schaut man auf die Zahlen, beträgt der Reisexport Thailands wertmäßig dann so 2 – 3% der Gesamtexporte dieses Landes.

Zitat
hier zwar kein Thema sind

Die VSA (Verarmten Staaten von Amerika) dagegen wohl?

Wir beide wissen, dass weder die Griechen noch die Amerikaner ihre Schulden jemals werden begleichen können. Ich vermute mal, die Chinesen wissen das auch. Deshalb noch einmal meine einfache Frage, warum liefern die weiterhin?

Zitat
wenn diese erst mal alle US Staatsanleihen kündigen würden

Wie soll das in der Praxis funktionieren? Meinst Du, dann sind alle Gerichtsvollzieher der USA unterwegs und kleben Kuckucks auf das Eigentum der Regierung wie z.B. Panzer und Regierungsgebäude?

Zitat
Das in der Erde ruhende schwarze Gold der Russen !

Die Ukraine besitzt die größten  Flächen der fruchtbarsten Böden der Welt. Viele Menschen hungern dort. Japan dagegen besitzt keine eigenen  Bodenschätze.

Zitat
1 % von Allem Besitzer

Bei einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ist zwischen Vermögen und den Erträgen des Vermögens zu unterscheiden. Wenn schon umverteilen, dann nur die Erträge aus Vermögen.

Aber vielleicht erklärt das ja auch, warum sich viele Menschen aus der westlichen Welt einen Urlaub in Thailand leisten können und nur wenige Thai in Europa.
« Letzte Änderung: 29. Januar 2015, 11:38:25 von arthurschmidt2000 »
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fidelio

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #335 am: 29. Januar 2015, 11:58:44 »

AS 2000
Ich lese deine Wirtschaftsbeitraege gerne, gebe zu, dass ich nicht Alles
verstehe und schaeme mich auch nicht dafuer, weil mir das Grundwissen fehlt..
Mit deinemj letzten Satz kann ich aber schon gar nichts anfangen: warum
koennen Thai nicht in Europa urlauben?
1. Weil sie gar nicht wollen
2. Weil sie ganz andere Wuensche und Ziele haben
Ich wohne in einem kleinen Dorf. Weit und breit keine grossartige Industrie usw.
Aber fast bei jedem 2. Haus steht ein Pickup. Mit allem drum und dran.
Auch wenn er nur auf Raten gekauft wurde, koennte ja der Thai das Geld
anderweitig verwenden.
Vorgestern war hier in der Nachbarschaft eine Hochzeit. Was da herangekarrt wurde
ist unvorstellbar. Wie die Leute tun, weiss ich nicht.
lg. fidelio
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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #336 am: 29. Januar 2015, 12:05:00 »

Der Spass des Tages:
Ein "Freund" Putins wirft der Ukraine Korruption vor ... :D :]
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jock

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #337 am: 29. Januar 2015, 12:10:25 »

@fidelio

Oesterreich beteiligt sich an den Sanktionen voll und ganz,wenn
auch nicht mit vollem Herzen und ganzer Ueberzeugung.

Mitgefangen ist Mitgehangen.Haette sich Oesterreich nicht an den EU-
Sanktionen beteiligt,ware die Reaktion der uebrigen 27 Partner dieselbe
gewesen,wie seinerzeit,als die FPOE in die Regierung eintrat.

Sie haette in die Hosen gemacht und sofort Sanktionen gegen Oesterreich
beschlossen.Da aber volle Hosen einen ueblen Geruch verbreiten,mussten
wir mitmachen.

Oesterreich wuerde im Jahr 700 Mio Euro Exporterloese verlieren- uebers
Jahr gerechnet .(die Sanktionen sind noch kein ganzes Jahr in kraft).

Hier an dieser Stelle ist anzumerken,dass es von Russland auch Gegensanktionen
verhaengt wurden,die in diese Summe eingerechnet sind.

Besonders betroffen sind die Exporte auf dem Gebiet der Nahrungsmittelindustrie.
Hier verliert Oesterreich 107 Mio.Auch auf dem Hochtechnologiesektor (soweit
Oesterreich da mithalten kann) werden Exportverluste erwartet,allerdings ist in
dieser Erwartung die Verunmoeglichung von zukuenftigen (Anschluss) Vertraegen
die Rede.

Weniger betroffen ist der direkte Gasrohrexport,wo die Umsaetze mit Russland
nur wenige Prozente ausmachen.

Es trifft also keinen Wirtschaftssektor massiv.Bisserl was da,bisserl was dort.

Die Oesterreicher sind den Russen wegen der Gegensanktionen nicht sehr boese
und machen auch freundliche Nasenloecher den EU-Partner gegenueber.

Wenn Herr Putin auf Besuch in Wien ist,wird er mit dem ganzen Charme der Wiener
empfangen und das wird dereinst auch honoriert werden,sobald die Sanktionen auf-
gehoben sind.

Jock

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arthurschmidt2000

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #338 am: 29. Januar 2015, 13:11:36 »

@fiedelio

Mein Beispiel sollte lediglich aussagen, dass die Einkommen, auch unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Preisniveaus, in DACH höher sind als in Thailand. Dies vielleicht auch deshalb, weil eben dort Erträge dieses Vermögens mit einfließen.

Die Zahl 1% mag durchaus richtig sein, entscheidend ist allein, wie die Erträge eines Vermögens verwendet werden.

Jedoch, sie wird auch gern als Kampfbegriff genutzt, um damit zu erklären, dass die reichen Länder deshalb reich sind, weil sie die armen Länder ausbeuten. Genau so gern wird sie als Kampfbegriff benutzt, die unterschiedliche Einkommensverteilung zu erklären.

Ich erinnere dabei dann gern an die Geschichte, die vom Bankier Rothschild erzählt wird. Den besuchte ein armer Jude und bat um Unterstützung. Wie hoch schätzt Du mein Vermögen? So 100 Millionen. Wie viele arme Juden gibt es wohl? So 10 Millionen. Herr Rothschild griff in seine Tasche und gab ihm 10 mit den Worten, hier, das ist Dein Anteil.

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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #339 am: 29. Januar 2015, 13:53:19 »

Wenn Herr Putin auf Besuch in Wien ist,wird er mit dem ganzen Charme der Wiener empfangen und das wird dereinst auch honoriert werden,sobald die Sanktionen aufgehoben sind.

Ach Gottchen, die Österreicher spielen mal wieder die Unschuld vom Lande?
Nicht aus vollem Herzen? Eventuell gar mit vorgehaltener Waffe gezwungen?
Verstehe, das war mir bis eben nicht ganz klar, nun bin ich im Bilde, danke!

Ich habe daher keine Zweifel, dass Diktator Putin freundlichst empfangen wird.





« Letzte Änderung: 29. Januar 2015, 14:00:36 von Tommi »
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Benno

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #340 am: 29. Januar 2015, 14:36:48 »

@Benno

Zitat
Die Krim-Bewohner haben mehrheitlich für einen Anschluss an Russland gestimmt.
Gilt das Argument auch für andere Weltregionen wie z.B. Südthailand?

Im Prinzip Ja ! - denn in vielen Dingen aehnelt sich die Lage der malaysischen Moslems in Sued-Thailand und denen der unterdrueckten Russen in der Ost-Ukraine.
Lediglich der Islam als Religion gibt der Befreiungsbewegung im Sueden Thailands eine besondere Brutalitaet so wie es die Welt in vielen Staaten der Erde gerade aktuell  erlebt.



Zur Begruendung  reicht es in die Historie Suedthailands zu schauen:




"Zum islamischen Staat erklärte sich Patani am 15. Juni 1457. Bis zur Annektierung durch Thailand im Jahr 1902 war Patani ein unabhängiger Staat, das Patani Muslimische Malaiische Sultanat. Jahrzehnte lang widersetzten sich Südthailands Muslime der Assimilations-Politik Bangkoks.

Rund 9 Millionen Muslime leben heute in dem überwiegend buddhistischen Land, viele von ihnen leben in den fünf im Süden des Landes gelegenen Grenzprovinzen zu Malaysia (Yala, Patani, Satun, Songkhla, Narathiwat). Noch immer stellen die 3 Millionen muslimischen Malaien rund 80 Prozent der Bevölkerung im Süden Thailands. ...

...Thailands Muslime empfinden sich als Bürger zweiter Klasse und beklagen die Vernachlässigung ihrer Region. Sowohl in den Schulen, als auch im gesellschaftlichen Leben, in der Verwaltung und Politik wird auf die Minderheit keine Rücksicht genommen. So entstanden in den 60er-Jahren bewaffnete Bewegungen, die für das Selbstbestimmungsrecht Patanis kämpfen."

Quelle: http://www.gfbv.de/regionalgrp.php?id=100

In den folgenden Artikeln erfolgt meiner Meinung nach eine ausgezeichnete Analyse zum Selbstbestimmungsrecht der Voelker,Sezession,der Lage auf der Krim und der  Ost-Ukraine, mit Abstrichen auch auf Sued-Thailand und andere Gebiete der Erde anwendbar:

"Das Völkerrecht sieht nach herrschender Meinung kein Recht auf Sezession vor, das Selbstbestimmungsrecht der Völker hat hinter dem Recht der bestehenden Staaten auf Integrität ihres Staatsgebietes zurückzustehen. Deswegen ist es Staaten erlaubt, separatistische Landesteile und deren Bevölkerung mit militärischer Gewalt, auch mittels Bürgerkrieg, gegen den erklärten Willen dieser Bevölkerung wieder in den ursprünglichen Staatsverband zurück zu zwingen.
Ohne Zustimmung der anderen - evtl. verfeindeten - Volksgruppe eines Staates gibt es für die Bevölkerung separatistischer Landesteile nur eine Art von "Recht" auf Sezession, nämlich das "Recht" desjenigen, der den militärischen Kampf um die Unabhängigkeit seiner Region gewinnt. Das wird dann auch - nach einer gewissen Karenzzeit - von den anderen Staaten der UN akzeptiert.

Unmittelbar nach dem Kiewer Maidan-Umsturz im Februar 2014 durch ein Bündnis von rechtsradikalen Milizen des "Rechten Sektors" und der Neonazipartei "Svoboda" sowie reichen neoliberalen Politikern holte sich das Parlament der Autonomen Republik Krim unter dem Schutz russischer Truppen ihr nach der Verfassung von 1992 verbrieftes, mit der Verfassung von 1994 entzogenes Recht, über den zukünftigen Verbleib der Krim zu entscheiden, umgehend zurück und setzte eine neue Regierung ein. Die neue Krim-Regierung ließ ein Referendum über die Abspaltung der Krim von der Ukraine durchführen, das mit großer Mehrheit von der überwiegend russischen Bevölkerung der Krim angenommen wurde. Die demokratische Willensbekundung der Krim-Bevölkerung wurde von EU, NATO und USA als illegal bezeichnet, als ob eine Volksabstimmung nicht selbst verfassungssetzendes Recht hervorbringen könne, in einer Situation, in der die bis dahin gültige Verfassung der Ukraine von keine Seite mehr beachtet wurde. Die Sezession der Krim ging friedlich und ohne Blutvergießen vonstatten, weil russische Truppen das Eindringen rechtsradikaler Milizen auf die Krim verhinderten und die auf der Krim stationierten ukrainischen Truppen kampflos entwaffneten.
Die russischsprachige Bevölkerungsmehrheit der Ostukraine dagegen muss bis heute einen hohen Blutzoll bezahlen für ihren ebenfalls über ein Referendum ausgedrückten Willen, sich von der Mehrheitsbevölkerung der "ukrainischen Ukrainer" der West- und Zentralukraine zu trennen. Gezielte Angriffe der ukrainischen Armee und der Milizen auf die Wasserversorgung ostukrainischer Städte, Granatbeschuss von Wohngebieten, einschließlich der Tötung von Frauen und Kindern, und sogar der Beschuss von Krankenhäusern sind bewährte Mittel der die westlichen Werte repräsentierenden Truppen der ukrainischen Regierung und der diversen rechten Milizen verschiedener ukrainischer Oligarchen.
Dass es im ukrainischen Bürgerkrieg bisher nicht zu einer Entscheidung gekommen ist, ist nur darauf zurückzuführen, dass nicht nur die USA und die EU die ukrainische Regierung mit Waffen und Geld aufrüsten, sondern Russland die "russischen Ostukrainer" ebenfalls mit Waffen und (freiwilligen) Kämpfern aus Russland unterstützt.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/43/43549/1.html

Die Krim hatte und hat als autonome Republik, vornehmlich von ethnischen Russen bewohnt, Jahrhunderte lang russisch, jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Der Ukrainer Nikita Chruschtschow hat die Krim 1954 der Ukraine in der Annahme zugeordnet, daß die Sowjetunion von Ewigkeit sein werde. 1993 hat das russische Parlament Sewastopol zur russischen Stadt auf fremdem Territorium, als eine Art Enklave, erklärt. Die Verträge zwischen Rußland und der Ukraine von 1997 und 2010 haben den Status verändert, nicht um den Einfluß Rußlands zu mindern. Erst die neue Politik der Ukraine unter westlichem Einfluß hat versucht, Sewastopol zum Staatsgebiet der Ukraine unter uneingeschränkter ukrainischer Hoheit zu machen.
Das Referendum ist das richtige Verfahren, um den Status der Krim zu bestimmen. ...

...Die Sezession der Krim sichert den Frieden in der Region, wenn die Ukraine sich dem Westen zuwendet und die Mitgliedschaft in der EU anstrebt. Diese wird ihr geradezu aufgedrängt. Zu deren Vertragsordnung gehört bekanntlich auch die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ganz unabhängig von der NATO-Mitgliedschaft. Jeder Mitgliedstaat der EU ist in diese Verteidigungsgemeinschaft eingebunden, nenne er sich neutral oder nicht.

3. Wirtschaftliche Sanktionen gegen die die Russische Föderation wären nicht nur ungerechtfertigt, weil die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim nicht illegal war, sie wären auch unergiebig. Sie würden nicht nur Rußland, sondern auch der EU und insbesondere Deutschland schaden. Insbesondere würden sie das nach dem Kalten Krieg mühsam gewonnene gegenseitige Vertrauen beschädigen. Es ist geradezu lächerlich, wenn Deutschland den russischen Bären warnt und ihm gar droht, der hochgerüsteten Atommacht. Auf den Schutz der USA sollte sich Deutschland nicht verlassen, wenn es existentiell wird. Der Weg zu einem guten Miteinander mit Rußland wäre die Einbindung dieses europäischen Staates in die europäische Integration. Das würde die EU grundlegend verändern, so wie das dem Grundgesetz entspricht. Das vereinte Europa könnte ein Verbund souveräner Staaten werden, der mit Demokratie und Rechtsstaat."

Quelle: http://www.wissensmanufaktur.net/krim-zeitfragen
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In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

Alex

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #341 am: 29. Januar 2015, 15:06:36 »

Nicht der Quantitative sondern der Qualitative Unterschied der letzten

beiden Beiträge lässt aufhorchen ..... Bravo Benno für diese Fleißarbeit !
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fidelio

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #342 am: 29. Januar 2015, 16:02:39 »

In dem von Member @tommi bezeichneten Video sieht man wieder
einmal eindeutig, welch herzliche und freundliche Leut die Oesterreicher sind.
Mir ist nur nicht bekannt, dass man noerdlich von A den Groefatz
mit Tomaten und faulen Eiern beworfen haette - auch nasse
Ausreibfetzten haetten es getan.
fidelio
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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #343 am: 29. Januar 2015, 16:31:08 »

@fidelio, ganz deiner Meinung. Heute wissen wir, es wäre angebracht gewesen.
Dass das nicht geschah, könnte eventuell daran liegen, dass der Mann mit Taten
zu überzeugen wusste, bevor es zum Unbeschreiblichen kam. Gib Menschen Arbeit,
Brot und Spiele ... sie werden dir zujubeln und liebend gern nur Gutes hoffen.

Kann es sein, dass sich die Österreicher einfach nur ein Stück vom Kuchen
abschneiden wollten? Ich bin fest davon überzeugt, dass es Gründe gab -
zwischen "nicht wehren" und "heller Begeisterung" steckt sehr viel Luft.

Um den Kreis zu Putin zu schliessen. Damals wie heute - SMS ist oft dabei. :-)
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arthurschmidt2000

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #344 am: 29. Januar 2015, 17:28:05 »

@Benno,

Ja, ich kenne diese Rechtsauffassung.

In Europa hat die sich nicht bewährt.
 
War man sich auf dem Balkan mal nicht wieder so ganz einig, trat die typische Konstellation ein, die orthodoxen Russen auf Seiten der orthodoxen Serben, der katholische Westen auf Seiten der katholischen Kroaten und die muslemische Türkei auf Seiten der moslemischen Bosniaken. Zu erwähnen wären dann auch noch die überwiegend moslemischen Albaner und wen weiß ich noch.
 
Obwohl der Balkan nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert war, die Geschichte des Ausbruchs des 1. Weltkrieges ist bekannt.

In Gebieten mit einer Mischbevölkerung wird das Prinzip der ethnischen Selbstbestimmung versagen, mit welcher Begründung will man den dann entstehenden Minderheiten eben dieses Recht verweigern? Vollends unübersichtlich wird es dann, wenn die Frage, ob eine Gruppe Minderheit oder Mehrheit ist, nur von der Größe des Wahlkreises abhängt.

Konsequenterweise sollte der, der für ethnische Selbstbestimmung eintritt auch für ethnische Säuberungen eintreten.

Aber das ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich verweise da auf die Situation in Palästina.

Die UNO ist in ihrer Charta widersprüchlich. Auf der einen Seite fordert sie die Unverletzlichkeit der Grenzen, auf der anderen dagegen das Recht der Voelker auf Selbstbestimmung. Beides zusammen geht nicht. 

Im Wissen um diese Problematik wurde am 1. August 1975 die KSZE-Schlussakte in Helsinki unterschrieben. Die unterzeichnenden Staaten verpflichteten sich in dieser Absichtserklärung zur Unverletzlichkeit der Grenzen.

Ich weiß natürlich auch, dass ein Beharren auf Prinzipien nur das Einkommen von Rechtsanwälten generiert und ganz selten einen Konflikt löst, insofern habe ich dann schon Verständnis dafür, so etwas per Referendum zu entscheiden. Meinem Wissen nach hat schliesslich die damalige Sowjetunion auch nicht dagegen protestiert, als die Sudetendeutschen sogar ganz ohne Referendum heim ins Reich kehrten.

Und selbstverstaendlich wurde auch damals versprochen, dass dies allein dem Frieden diene.

Nur wüsste ich schon gern, wie dann mit der neuen Minderheit verfahren wird.

In Tschetschenien kann man dagegen Russland nicht vorwerfen, sich nicht an das geltende Recht gehalten zu haben.

Zitat
Deswegen ist es Staaten erlaubt, separatistische Landesteile und deren Bevölkerung mit militärischer Gewalt, auch mittels Bürgerkrieg, gegen den erklärten Willen dieser Bevölkerung wieder in den ursprünglichen Staatsverband zurück zu zwingen.

Der Roten Armee ist es gelungen, das Land weitestgehend platt zu machen. Aber wie gesagt, zum Glück hatte die ja (im Gegensatz zu den Israelis?) das Völkerrecht auf ihrer Seite.


« Letzte Änderung: 29. Januar 2015, 17:53:39 von arthurschmidt2000 »
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