@Benno
Die Krim-Bewohner haben mehrheitlich für einen Anschluss an Russland gestimmt.
Gilt das Argument auch für andere Weltregionen wie z.B. Südthailand?
Im Prinzip Ja ! - denn in vielen Dingen aehnelt sich die Lage der malaysischen Moslems in Sued-Thailand und denen der unterdrueckten Russen in der Ost-Ukraine.
Lediglich der Islam als Religion gibt der Befreiungsbewegung im Sueden Thailands eine besondere Brutalitaet so wie es die Welt in vielen Staaten der Erde gerade aktuell erlebt.

Zur Begruendung reicht es in die Historie Suedthailands zu schauen:

"Zum islamischen Staat erklärte sich Patani am 15. Juni 1457. Bis zur Annektierung durch Thailand im Jahr 1902 war Patani ein unabhängiger Staat, das Patani Muslimische Malaiische Sultanat. Jahrzehnte lang widersetzten sich Südthailands Muslime der Assimilations-Politik Bangkoks.
Rund 9 Millionen Muslime leben heute in dem überwiegend buddhistischen Land, viele von ihnen leben in den fünf im Süden des Landes gelegenen Grenzprovinzen zu Malaysia (Yala, Patani, Satun, Songkhla, Narathiwat). Noch immer stellen die 3 Millionen muslimischen Malaien rund 80 Prozent der Bevölkerung im Süden Thailands. ...
...Thailands Muslime empfinden sich als Bürger zweiter Klasse und beklagen die Vernachlässigung ihrer Region. Sowohl in den Schulen, als auch im gesellschaftlichen Leben, in der Verwaltung und Politik wird auf die Minderheit keine Rücksicht genommen. So entstanden in den 60er-Jahren bewaffnete Bewegungen, die für das Selbstbestimmungsrecht Patanis kämpfen."
Quelle:
http://www.gfbv.de/regionalgrp.php?id=100In den folgenden Artikeln erfolgt meiner Meinung nach eine ausgezeichnete Analyse zum Selbstbestimmungsrecht der Voelker,Sezession,der Lage auf der Krim und der Ost-Ukraine, mit Abstrichen auch auf Sued-Thailand und andere Gebiete der Erde anwendbar:
"Das Völkerrecht sieht nach herrschender Meinung kein Recht auf Sezession vor, das Selbstbestimmungsrecht der Völker hat hinter dem Recht der bestehenden Staaten auf Integrität ihres Staatsgebietes zurückzustehen. Deswegen ist es Staaten erlaubt, separatistische Landesteile und deren Bevölkerung mit militärischer Gewalt, auch mittels Bürgerkrieg, gegen den erklärten Willen dieser Bevölkerung wieder in den ursprünglichen Staatsverband zurück zu zwingen.
Ohne Zustimmung der anderen - evtl. verfeindeten - Volksgruppe eines Staates gibt es für die Bevölkerung separatistischer Landesteile nur eine Art von "Recht" auf Sezession, nämlich das "Recht" desjenigen, der den militärischen Kampf um die Unabhängigkeit seiner Region gewinnt. Das wird dann auch - nach einer gewissen Karenzzeit - von den anderen Staaten der UN akzeptiert.
Unmittelbar nach dem Kiewer Maidan-Umsturz im Februar 2014 durch ein Bündnis von rechtsradikalen Milizen des "Rechten Sektors" und der Neonazipartei "Svoboda" sowie reichen neoliberalen Politikern holte sich das Parlament der Autonomen Republik Krim unter dem Schutz russischer Truppen ihr nach der Verfassung von 1992 verbrieftes, mit der Verfassung von 1994 entzogenes Recht, über den zukünftigen Verbleib der Krim zu entscheiden, umgehend zurück und setzte eine neue Regierung ein. Die neue Krim-Regierung ließ ein Referendum über die Abspaltung der Krim von der Ukraine durchführen, das mit großer Mehrheit von der überwiegend russischen Bevölkerung der Krim angenommen wurde. Die demokratische Willensbekundung der Krim-Bevölkerung wurde von EU, NATO und USA als illegal bezeichnet, als ob eine Volksabstimmung nicht selbst verfassungssetzendes Recht hervorbringen könne, in einer Situation, in der die bis dahin gültige Verfassung der Ukraine von keine Seite mehr beachtet wurde. Die Sezession der Krim ging friedlich und ohne Blutvergießen vonstatten, weil russische Truppen das Eindringen rechtsradikaler Milizen auf die Krim verhinderten und die auf der Krim stationierten ukrainischen Truppen kampflos entwaffneten.
Die russischsprachige Bevölkerungsmehrheit der Ostukraine dagegen muss bis heute einen hohen Blutzoll bezahlen für ihren ebenfalls über ein Referendum ausgedrückten Willen, sich von der Mehrheitsbevölkerung der "ukrainischen Ukrainer" der West- und Zentralukraine zu trennen. Gezielte Angriffe der ukrainischen Armee und der Milizen auf die Wasserversorgung ostukrainischer Städte, Granatbeschuss von Wohngebieten, einschließlich der Tötung von Frauen und Kindern, und sogar der Beschuss von Krankenhäusern sind bewährte Mittel der die westlichen Werte repräsentierenden Truppen der ukrainischen Regierung und der diversen rechten Milizen verschiedener ukrainischer Oligarchen.
Dass es im ukrainischen Bürgerkrieg bisher nicht zu einer Entscheidung gekommen ist, ist nur darauf zurückzuführen, dass nicht nur die USA und die EU die ukrainische Regierung mit Waffen und Geld aufrüsten, sondern Russland die "russischen Ostukrainer" ebenfalls mit Waffen und (freiwilligen) Kämpfern aus Russland unterstützt.
Quelle:
http://www.heise.de/tp/artikel/43/43549/1.htmlDie Krim hatte und hat als autonome Republik, vornehmlich von ethnischen Russen bewohnt, Jahrhunderte lang russisch, jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Der Ukrainer Nikita Chruschtschow hat die Krim 1954 der Ukraine in der Annahme zugeordnet, daß die Sowjetunion von Ewigkeit sein werde. 1993 hat das russische Parlament Sewastopol zur russischen Stadt auf fremdem Territorium, als eine Art Enklave, erklärt. Die Verträge zwischen Rußland und der Ukraine von 1997 und 2010 haben den Status verändert, nicht um den Einfluß Rußlands zu mindern. Erst die neue Politik der Ukraine unter westlichem Einfluß hat versucht, Sewastopol zum Staatsgebiet der Ukraine unter uneingeschränkter ukrainischer Hoheit zu machen.
Das Referendum ist das richtige Verfahren, um den Status der Krim zu bestimmen. ...
...Die Sezession der Krim sichert den Frieden in der Region, wenn die Ukraine sich dem Westen zuwendet und die Mitgliedschaft in der EU anstrebt. Diese wird ihr geradezu aufgedrängt. Zu deren Vertragsordnung gehört bekanntlich auch die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ganz unabhängig von der NATO-Mitgliedschaft. Jeder Mitgliedstaat der EU ist in diese Verteidigungsgemeinschaft eingebunden, nenne er sich neutral oder nicht.
3. Wirtschaftliche Sanktionen gegen die die Russische Föderation wären nicht nur ungerechtfertigt, weil die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim nicht illegal war, sie wären auch unergiebig. Sie würden nicht nur Rußland, sondern auch der EU und insbesondere Deutschland schaden. Insbesondere würden sie das nach dem Kalten Krieg mühsam gewonnene gegenseitige Vertrauen beschädigen. Es ist geradezu lächerlich, wenn Deutschland den russischen Bären warnt und ihm gar droht, der hochgerüsteten Atommacht. Auf den Schutz der USA sollte sich Deutschland nicht verlassen, wenn es existentiell wird. Der Weg zu einem guten Miteinander mit Rußland wäre die Einbindung dieses europäischen Staates in die europäische Integration. Das würde die EU grundlegend verändern, so wie das dem Grundgesetz entspricht. Das vereinte Europa könnte ein Verbund souveräner Staaten werden, der mit Demokratie und Rechtsstaat."
Quelle:
http://www.wissensmanufaktur.net/krim-zeitfragen