Kommentar: Diktaturen sind hartnäckig
Seit einem Jahr herrscht in Thailand eine Militärjunta. Die Diktatur hat das Land immer fester im Griff. Es wird höchste Zeit, sich zu wehren, meint Rodion Ebbighausen.
Der vom Militär einberufene und dominierte Nationale Rat für Frieden und Ordnung (NCPO) soll eine neue Verfassung schreiben. Doch die Gesetze des Rates untergraben systematisch die bis zum Putsch erzielten demokratischen Errungenschaften des Landes. Das System war nicht perfekt, ermöglichte aber dem ganzen Volk am politischen Prozess teilzuhaben.
Thailand galt deshalb einst als Vorreiter der Demokratie in Südostasien. Das ist jetzt nicht mehr so.
http://www.dw.de/kommentar-diktaturen-sind-hartn%C3%A4ckig/a-18462892Auszug von Lesermeinungen:
Also dass Sonnenschirme und Liegen an Thailands Stränden verboten wurden, hat mich wirklich schockiert! Was für ein Land! Das geht ja wohl gar nicht! Wo kommen wir denn hin, wenn sich der beleibte Westler aufs schnöde Handtuch legen muss. Unvorstellbar! Da zeigt die Diktatur ihr wahres Gesicht!
Nein, wenn nur hübsch Ruhe herrscht, lässt es sich als Ausländer doch prima bei den freundlichen Thais leben. Was brauchen die schon Meinungs- oder Pressefreiheit. Die sollen lecker kochen, freundlich grinsen und bloß nicht wieder demonstrieren. Denn wenn es den Westler mal zu heikel wird, ja dann geht´s eben mit dem Flieger zurück in die Heimat, ist doch deren Problem!
Es geht doch nicht darum, dem korrupten Shinawatra-Clan nachzuheulen, sondern einer der wenigen Demokratien in der Region eine Zukunft ohne Militärherrschaft zu ermöglichen. Freiheit statt Klientelpolitik. Ist zwar mühsam, lohnt sich aber!