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Autor Thema: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?  (Gelesen 4625 mal)

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Expat Charly

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Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« am: 21. März 2015, 18:27:29 »

Am 17.03.2015 wurde die TV-Doku "Mythos Aspirin" bei 3sat erneut gezeigt, wobei auf die Gefahr von Magenblutungen bei regelmäßiger "Low Dose-Prophylaxe" mit 100 mg Aspirin verwiesen wurde. Bei der Schmerzbehandlung mit 500 mg Aspirin ist die Gefahr noch groeßer, sofern nicht gleichzeitig das Magenschutzmittel Omeprazol 20 mg verwendet wird.

1) Doku "Mythos Aspirin" - www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/180973/index.html
2) Video "Mythos Aspirin" - (44:00)
3) NDR Ratgeber Gesundheit vom 11.11.2011: Aspirin - Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/mythosaspirin109.html
 
Inzwischen empfiehlt die US-Gesundheitsbehoerde FDA gesunden Menschen nicht mehr die tägliche Verwendung von Aspirin zur Prophylaxe von Herzinfarkt und Schlaganfall, während es Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, weiterhin empfohlen wird:

FDA Reverses Its Position on Daily Aspirin Use:
http://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2014/08/04/daily-aspirin-side-effects.aspx

Allerdings gibt es inzwischen einen bewährten Wirkstoff ohne die Gefahr von Magenblutungen anstelle Low Dose-Aspirin: Clopidogrel, "Plavix 75 mg" von Aventis-Sanofi oder "Iscover 75 mg" von BMS.

Im Jahr 2009 wurden 147 Mio. Tagesdosen Clopidogrel (2,34 Euro/Tagesdosis) und 550 Mio. Tagesdosen Aspirin Low Dose 100 mg (0,04 Euro/Tagesdosis) in Deutschland verordnet (Quelle: AVR 2010).

Da die Verwendung von Aspirin Low Dose im Jahr 2009 erheblich kostengünstiger war als Clopidogrel, wurde der neue Wirkstoff trotz des wesentlichen Vorteils sehr zurückhaltend von den Ärzten verordnet. Allerdings ist der Patentschutz für Clopidogrel inzwischen erloschen, und der Wirkstoff ist weltweit zu günstigeren Preisen erhältlich.

Meine thailändische Provinz-Apotheke bietet Clopidogrel wie folgt an:
Original "Plavix" 14 x 75 mg: 1.250 Baht -- Generikum von Apolets: 14 x 75 mg: 240 Baht

Weitere Informationen zu Aspirin und anderen Schmerzmitteln siehe "Youtube- und 3sat-Videos" vom 21.03.2015.

Auch ich habe einige Jahre die Thai-Version ASS 81 mg (Aspirin 100 mg von Bayer war mir zu teuer) täglich eingenommen. Seitdem ich über ein Laufband in meinem Haus in Thailand verfüge, auf dem ich mich täglich morgens und abends betätige, nehme ich ASS 81 mg nicht mehr ein. Bewegung ist die beste Prophylaxe gegen Krankheiten!
« Letzte Änderung: 21. März 2015, 18:52:17 von Expat Charly »
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karl

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Re: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« Antwort #1 am: 21. März 2015, 18:42:08 »

da gab es doch vor ca. 4 bis 8 Wochen irgend eine Presse Mitteilung oder ein Bericht, wo sogar gesagt wurde, eine tägliche Aspirin sei gesundheitsfördernd und überhaupt nicht gefährlich, auch keinerlei Blutungen.
Es ist wie bei den Funkstrahlen, da behaupten welche man falle gleich tot um und andere sagen, passiert überhaupt nichts.
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Burianer

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Re: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« Antwort #2 am: 21. März 2015, 20:05:54 »

 ???  Karl ? und ist schon einer umgefallen  :] Ich kenne zumindest keinen, der wegen einer Aspirintablette  Kopfschmerzen bekommen hat  }}
Heute rappelt es in Buriram,  Motorbikes   ohne Ende.  {+
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dart

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Re: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« Antwort #3 am: 21. März 2015, 20:21:40 »

Ich hatte früher oft Kopfschmerzen (möglicherweise durch meinen Job), meine Erfahrung mit Aspirin....wenn man es selten einnimmt, wirkt es schnell und effizient.

Wenn man allerdings eine Phase hat, das man regelmäßig Pillen gegen Kopfschmerzen brauch, ist Aspirin richtiges Gift für die Magenschleimhäute. >:

Die Kopfschmerzen waren weg, dafür hatte ich Magenkrämpfe die deutlich schlimmer waren als die Kopfschmerzen.

Heute habe ich keinen großen Bedarf mehr, und wenn ich überhaupt mal Kopfschmerzen habe, bevorzuge ich eher Paracetamol.
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Burianer

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Re: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« Antwort #4 am: 21. März 2015, 20:30:33 »

dart, das eine Uebel  mit dem anderen ausgetrieben  ???
Aspirin verursacht  im Uebermass oder taeglich eingenommen Mangenprobleme, Paracetamol  geht auf die Leber, was bei staendigem Gebrauch auch zu Schaeden in der Leber fuehren kann.
Jedes Medikament, taeglich oder oefters, wird zur Droge  und hilft dann nichtmehr.
Nur wenn ich Kopfschmerzen habe, dann nehme ich sie.
Da ich Bluthochdruck habe, was leider bei uns im Alter vorkommt, muss ich auch jeden Tag diese Tabletten Anaril nehmen.
Eins ist nur gut, die Lebenserwartung wird nichtmer ueber die naechsten 20zig Jahre sein, somit kann ich damit leben  :]
Mein Vater starb mit 80zig , meine Mutter mit 90zig. Somit plane ich mal mit 80zig plus ?     :]    [-]
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Non2011

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Re: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« Antwort #5 am: 22. März 2015, 23:26:59 »

Das es überhaupt - ASS - in Th zu kaufen gibt erstaunt mich. Wegen der möglichen Erkrankung - Denguefieber sollte ASS nicht eingenommen werden - so die Thai Mediziner. Ich selbst hatte vor ca drei Jahren meine ASS in der BRD vergessen. Bin von Pontius zu Pilatus gelaufen - um in der Ecke von Korat überhaupt ein ASS - Präperat mit moderaten 100mg zu finden. Letzlich in einem Krankenhaus - XY - in Korat wurde ich fündig.

Diese Magenblutungsgeschichte ist mal wieder weit überzogen. Ja ok, es gibt zwischenzeitlich bessere Schmerzmiittel ( verträglicher ? ) auf dem Markt, gegen dieverse Kopfschmerzen etc. etc. Hier jedoch liegt die Dosis in aller Regel bei 500mg für 1 Tabl. Wenn man sich hiervon natürlich ( fast ) tälich 3 - 4 Stück reinhaut, dann kann das mit den Magenblutungen ja angehen.

Ich selbst nehme seit ca. 20 Jahren täglich eine ASS - 100 / zur Blutverdünnung. Was ja eigentlich auch nicht ganz korrekt, lediglich die Klebrigkeit der roten Blutplättchen wird damit aufgehoben. Also etwas für Personen mit hohem allgem. Colesterinspiegel, Fettstoffwechselstörung, Durchblutungsstörungen im Allgemeinen etc.

Und mein Magen - nun, nehme diese moderate Dosis nur 1 x am Tag - das Wichtigste aber / Magensaftresistente ASS - Tabletten. Somit lösen sich die Tabletten erst im Darm auf und der Magen hat seine Ruhe.


 
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Expat Charly

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Re: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« Antwort #6 am: 23. März 2015, 02:20:28 »

@ Non2011 - Solche Verbraucher wünschen sich die Pharma-Unternehmen!

Vermutlich hast Du nicht den folgenden Beitrag gelesen: "FDA Reverses Its Position on Daily Aspirin Use - http://articles.mercola.com ...

"New England Journal of Medicine 2005: Ten-year study at Harvard involving nearly 40,000 women found no fewer heart attacks or cardiovascular deaths among woman receiving aspirin therapy."

Das magensaftresistente "Aspirin protect 100 mg" (100 Stück 11,80 Euro) gibt es übrigens erst seit 2004, nachdem es mit dem alten Aspirin 100 mg beachtliche Magenprobleme gab. 100 Stück "ASS 100 mg ratiopharm protect" kosten übrigens nur 4,05 Euro - in einer Versandapotheke nur 1,69 Euro.

Bekanntlich wird empfohlen, das Medikament mit reichlich Wasser einzunehmen, damit es sich leicht im Magen aufloest und nicht an der Innenwand des Magens mit dem unverdünnten aggressiven Inhalt kleben bleibt. Hat Bayer die Darmwände von Aspirin protect-Versuchspersonen untersucht, wo dieser hohe Verdünnungseffekt nicht besteht? Derartige Untersuchungen sollten erfolgen, bevor das Präparat eingeführt wird.

Mit einer Anwendungsbeobachtung (AWB) von 577 Allgemeinmedizinern an 2.739 Patienten wurde das neue Präparat in den Markt gedrückt (www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1741). Die willfährigen Ärzte, die sich an einer solchen fragwürdigen AWB beteiligen, erhalten im allgemeinen 100 Euro pro Patient für eine solche "Beobachtung" eines neuen Arzneimittels.

Das bedeutet, dass diese AWB die Firma Bayer 273.900 Euro gekostet hat, womit sie sich ständige Verordner ihres Präparates gesichert hat. 2009 wurden trotz des hohen Aspirin-Preises 60 Mio. Tagesdosen Aspirin N/-protect für 0,11 Euro pro Tagesdosis verordnet = 6,6 Mio. Umsatz. Somit hat sich der kostspielige AWB-Aufwand für Bayer gelohnt - allein 2009 und auch in den folgenden Jahren.

Ärzte, die nicht an dieser AWB teilnahmen, verordneten 2009 "ASS 100 ratiopharm protect" (175 Mio. Tagesdosen für 0,04 Euro pro Dosis) oder "ASS 100 HEXAL" (127 Mio. Tagesdosen für 0,04 Euro pro Dosis) - Quelle: Anwendungs-Report 2010.

Zu den fragwürdigen AWBs der Kommentar von Prof. Karl Lauterbach im Tagesspiegel:

"Legale Form der Korruption" - www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/gesundheitspolitik-legale-form-der-korruption/1609088.html

Der Aufwand für eine AWB ist sehr gering: Meist ein einseitiger Fragebogen mit leicht zu beantwortenden Fragen (es müssen Fragen bzw. Antworten nur angekreuzt werden) - also leicht verdientes Geld für den Arzt.

Was sagt denn unser Bayer-Freund "Non2011" dazu, dass Aspirin auch als Brause-Tablette in den oeffentlichen Medien beworben wird (im Video wird gezeigt, wie sich der Bayer-Mitarbeiter das Aspirin-Pulver in ein Glas Wasser schüttet)? Bei dieser Aspirin-Zubereitung wird der Magen aber nicht geschützt.

« Letzte Änderung: 23. März 2015, 02:57:54 von Expat Charly »
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Non2011

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Re: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« Antwort #7 am: 23. März 2015, 15:19:22 »

,,,, Was sagt denn unser Bayer-Freund "Non2011" dazu ,,,,
 
Nun, ich nehme kein - Bayer Produkt ASS - !   {;  Dennoch wäre es fatal, dieses Medikament aufgrund diverser neuer Studien zu verteufeln. Ein jedes Medikament hat Nebenwirkungen, das ist allgemein bekannt. Es versteht aich auch von selbst, das eine mit Magengeschwüren, Allergien etc. behaftete Person ASS - meiden sollte.

Denke aber der Nutzen - was auch andere Studien beweisen - selbst für Personen die mit keinen Grunderkrankungen einhergehen lässt sich signifikant das Herz - u. Schlaganfallrisiko reduzieren. 

1985 wurde ASS in den USA für die Notfallmedizin bei akutem Herzinfarkt zugelassen. 1988 sorgte eine amerikanischen Studie mit 22.000 Personen für Schlagzeilen: die tägliche Einnahme von Aspirin bei gesunden Menschen solle das Herzinfarktrisiko um 44% senken, hieß es in einer Studie der American Heart Association. Das war der Einstieg für Aspirin als "Vorbeuge-Medikament", dessen Einsatz allerdings individuell abgestimmt werden muss.

Und selbstverständlich sollte auch bei der Einnahme des Präparates bedacht werden, das ein Mag- Res. Tablette / ob nun ASS oder ,,,, immer auf nüchternen Magen eingenommen werden sollte. Denn zum oder kurz nach dem Essen wäre die Verweildauer im Magen zu lange - mithin der gewünschte Effekt d. Mag. Res. im Eimer.
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Expat Charly

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Re: Aspirin: Segensreiches Prophylaxe-Mittel?
« Antwort #8 am: 23. März 2015, 20:34:41 »

@ Non2011 - Ein letzter Versuch, ihn zu überzeugen!

Nun bitte ich Dich, einmal den Beitrag "FDA Reverses Its Position on Daily Aspirin Use" auf folgender Webseite zu lesen:

http://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2014/08/04/daily-aspirin-side-effects.aspx

Dort findest Du sieben Studien, die belegen, dass die "Low Dose Therapie Aspirin 100 mg" langfristig - wohlgemerkt langfristig, kurzfristig verhindert Aspirin die Thrombozyten-Aggregation - keinen Nutzen bringt, allerdings mit der Gefahr von Magenblutungen verbunden ist.

Dagegen beziehst Du Dich auf eine (fragwürdige) Studie aus dem Jahr 1985, in der eine Senkung des Herzinfarktrisikos um 44% (ein wirklich verblüffender Wert) behauptet wird.

Nachstehend will ich einmal erläutern, wie solche verblüffenden Prozentsätze von Pharma-Unternehmen ermittelt bzw. manipuliert werden:

Der Pharmakologe Prof. Frank P. Meyer berichtet zu diesem Thema am 24.01.1997 im Deutschen Ärzteblatt wie folgt:

"Die Quintessenz aller Veroeffentlichungen ist die sogenannte Risikoreduktion, die sowohl in hochrangigen Zeitschriften als auch in Firmenprospekten usw. dominiert und oft erstaunlich hohe Werte zwischen 10 und 60 Prozent ergibt. Bei diesen Zahlen muss man aber im Hinterkopf behalten, dass es sich um ein sehr merkwürdiges Konstrukt handelt, nämlich um den Prozentwert eines Prozentwertes."

"Am Beispiel der 4 S-Studie sei das erläutert. Deren Ergebnis war, dass eine fünfjährige Behandlung mit dem HMG-CoA-Hemmer Simvastatin eine Sterblichkeit von 3,3% reduziert. Gemeint ist damit die Mortalität zwischen den Patientengruppen unter Wirkstoff und unter Placebo (scheinbares Medikament ohne Wirkstoff)."

"Während der fünfjährigen Studie starben in der Placebo-Gruppe nämlich 11,5% der Patienten, in der Simvastatin-Gruppe nur 8,2%. Diese Differenz von 3,3% wird aber dann zu einer "Risikoreduktion" von 28,7% hochstilisiert, wenn man die Mortalität der Placebo-Gruppe gleich 100% setzt."

In seinem ausgezeichneten Buch "Das Einmaleins der Skepsis" informiert Prof. Gerd Gigerenzer über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken in medizinischen Publikationen, insbesondere über die teils fragwürdigen Ergebnisse von Vorsorge- bzw. Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen, angegeben in irreführenden Prozentwerten.

Vermutlich findet ihr bei Google und Youtube entsprechende Stellungnahmen von Gigerenzer zu diesem Thema.

« Letzte Änderung: 23. März 2015, 20:51:33 von Expat Charly »
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