Da der thailändische Autor im Westen studierte, stellt er Ansprüche an seine Landsleute, die diese aber nicht vermissen - und sie sind damit auch nicht unzufriedener als die Westler. Obwohl sie im Allgemeinen weniger belesen sind als die Bevoelkerung in den westlichen Ländern, sind sie erstaunlicherweise recht zufrieden mit ihrem Dasein.
Die Thailänder haben gar nicht den Ehrgeiz, den Vietnamesen den Titel "Preußen Asiens" streitig zu machen. Dies kann derjenige bestätigen, der in Deutschland beide Bevoelkerungsgruppen kennenlernte. Auch die Inder haben nicht den Ehrgeiz, mit den Chinesen gleichzuziehen - sie vermissen keine Medaillen bei den Olympischen Spielen.
Aber auch viele Deutsche haben nicht den Ehrgeiz, eine Führungsaufgabe zu übernehmen - sie bleiben lieber im zweiten Glied, wo sie weniger Verantwortung tragen, allerdings auch geringer entlohnt werden. Und die meisten Thais arbeiten auch gerne für einen Thai-Chinesen oder als Beamte und denken nicht daran, sich selbständig zu machen.
Im übrigen gibt es auch bei den Thais solche und solche. Wenn ich Thais treffe mit guten Englisch-Kenntnissen, sind es zumeist Thais chinesischen Ursprungs. Es müssen gar nicht einmal vermoegende Chinesen sein, sondern auch weniger vermoegende chinesische Thais sind einfach ehrgeiziger und fleißiger. Ob sie glücklicher sind als die weniger begueterten, ist nicht immer zu bejahen.
Wer glückliche Thais kennenlernen moechte (die moeglicherweise auch "nur" 85er sind), sollte folgendes Buch lesen: Ursula Spraul-Doring: "Glücklich in Thailand" - Der Farang /de/pages/gluecklich-in-thailand. Wer seiner Familie in Deutschland eine Freude bereiten moechte, sollte ihnen dieses Buch bei entsprechender Gelegenheit schenken.