@DissidentGestern kaufte ich mir das Buch „Lügen im Heiligen Land“ von Peter Scholl-Latour. Das ärgert mich jetzt, denn eigentlich bräuchte man gar keine Sachbücher mehr und könnte sich das Geld sparen. Es würde ja genügen Deine Forenbeiträge zu lesen. Ebenso im Beispiel des Vortrags von Professor Hans Werner Sinn.
Es gibt bestimmt Menschen die Deine Ausführungen als eine Art „alternative Kompetenz“ betrachten, dagegen würden andere sagen, dass Deine Thesen von Sachkenntnis völlig ungetrübt sind.
Fröhliches drauflos Dilettieren scheint im Trend zu liegen, wie der Erfolg der Piratenpartei zeigt. Als man den Chef der Berliner Piraten kürzlich nach dem Wahlsieg fragte, wie viel Schulden Berlin denn hat, stammelte er nach längerem Nachhaken „viele Millionen“.

Unser neuer Bundespräsident meint dagegen, die Kapitalismuskritik unter anderem der Occupy-Bewegung sei „unsäglich albern“.
Hierin stimme ich ihm teilweise zu.
Dass gravierende Fehler gemacht wurden und werden steht außer Frage, ebenso, dass Änderungen notwendig sind. Dagegen steht aber auch, dass es „den Kapitalismus“ nicht gibt, sondern, dass verschiedene Formen des Kapitalismus existieren. Und kein anderes System reagiert prinzipiell so schnell und flexibel auf neue Anforderungen wie der Kapitalismus.
Wobei es derzeit im Westen durchaus wieder zu einem Zusammenbruch kommen kann. Solche Zusammenbrüche gab es regelmäßig in der Geschichte.
Die Menschen haben im Laufe ihres Bestehens eine Entwicklung durchgemacht, an wissenschaftlichem Wissen ständig dazugelernt, entsprechend hat sich der technische Fortschritt erweitert, der es dem Menschen ermöglicht, immer angenehmer zu leben.
Es ist jedoch absoluter Nonsens, das dem derzeit bestehenden Finanzsystem zugute zu schreiben. Es hat in der Geschichte verschiedene Bezahlsysteme gegeben - jeweils mit einer Weiterentwicklung. Die entspringt dem Geist und nicht der Geldbörse!
Ökonomische Interessen und Gewinnstreben stellen bei weitem den größten Antrieb für technologische und auch soziale Entwicklungen dar. Vom Buchdruck über die Dampfmaschine bis hin zu modernen Medikamenten und Computern. Es gibt kaum Gegenbeispiele. Es kann vorkommen, dass Erfindungen von irgendwelchen Wissenschaftlern oder Tüftlern im stillen Kämmerlein gemacht werden, aber zur Marktreife gebracht und weiter entwickelt, werden sie immer durch finanzielle Interessen.
Wer diese Tatsache ernsthaft bestreitet disqualifiziert sich selbst in dieser Diskussion.
Die Ökonomie war auch immer eine Triebfeder für politische und soziale Entwicklungen, von der Deutschen Hanse, über die Französische Revolution bis zum Sturz der Kommunistischen Regime 1989.
Diese Information scheint jedoch neu für Dich zu sein. Wir hatten von 1917 bis 1990 einen Wettkampf der Systeme. Wer diesen Wettkampf wirtschaftlich und vor allem technologisch gewonnen hat, sollte bekannt sein.
Vielleicht sollten wir einen Austausch vereinbaren. Wir tauschen Dich gegen einen Kubaner. Der Kubaner kommt in die BRD und Du gehst nach Kuba. Dann bekommt jeder das System, das er sich wünscht und Du obendrein einen Crashkurs in Realität und Volkswirtschaft.
Wirtschaft bezeichnet Herstellung, Verbrauch, Umlauf und Verteilung von Gütern.
Rohstoffe und Konsumgüter kann man sich entweder durch Geld oder durch Gewalt aneignen. Wobei spätestens seit der Bronzezeit die Kriegsführung zu den kostspieligsten Unternehmungen zählt, womit wir wieder beim Geld wären.
Für selbstgemalte Hosenknöpfe bekommst Du nichts und aus dem heimischen Kleingarten lassen sich keine 7 Milliarden Menschen ernähren. Im heimischen Kleingarten wächst auch kein PC, um in Internetforen zu schreiben, und auf einem selbstgebundenen Reisigbesen kann man auch nicht nach Thailand fliegen.
Allein um allen 7 Milliarden Menschen auf der Welt gleichmäßig zu einem Lebensstandard eines deutschen Hartz4 Empfängers zu verhelfen, bräuchte man übrigens einen Planeten Erde in 2,5-facher Ausführung.
Wogegen sich meine Kritik richtet, ist das derzeit bestehende System, was sich im 18. Jhd. in England etablierte und sich seitdem - einem Krebsgeschwür gleich - auf der Welt verbreitet hat.
Das stimmt so nicht. Zumindest Italien, Deutschland und Holland waren früher dran, Griechen, Chinesen und Araber noch früher. Bereits in der Steinzeit vermarkteten Stämme, die auf Salz- oder Feuersteinvorkommen saßen, ihre Ressourcen in Gewinnsabsicht.
@illuminatiDies also ist ein Gesetz der Natur: Für uns selbst nur zu nehmen, was wir benötigen und zu versuchen , etwas zusätzlich zum Wohle der Gesellschaft insgesamt anzusammeln oder zu produzieren - und das auf globaler Ebene. Das wäre dann so etwas wie Sozialismus gemäss den Naturgesetzen. Das Ziel wäre das voranbringen der Gesellschaft und nicht die Egoentwicklung des Individiums.
Illuminati, ich stimme Dir teilweise zu.
Das erinnert mich ein wenig an die Bodhisattvas im Buddhismus, die sich, obschon bereits erleuchtet, so lange selbst im Lebenskreislauf manifestieren, bis alle Wesen vom Leiden erlöst sind.
Die haben sich etwas vorgenommen.

Viele Grüße
Ferdinand