Vor einigen Tagen machten wir unsere Jahresverlängerung. Nach 1,5 Std. Taxifahrt, mit den üblichen Staus bei uns und in der Chaeng Watthana, erreichten wir gegen 10 Uhr das Gebäude, wo sich vor dem Eingang eine lange Schlange gebildet hatte. Ein Ordner führte uns aber an den Wartenden und den Kontrollen vorbei und ich durfte den Rollstuhlservice in Anspruch nehmen.
Zunächst schob mich meine Frau ins Untergeschoss zur Kasikorn, wo ich auch sofort drankam. Same procedure as every year. Ich legte gleich 400 Baht hin für Letter, Statement und Update und nach ein paar Unterschriften, Kopien und der Gesichtskontrolle durch die Kollegin erhielt ich den Umschlag. Ich muss gestehen, dass ich keinen Blick auf die Papiere warf, sondern sie gleich meinen Unterlagen hinzufügte.
Das Geld liegt ja seit Jahren unberührt auf dem Konto, jedes halbe Jahr kommen Zinsen hinzu und ein kleiner Betrag wird gleich abgezogen, wohl als Steuer. Ich muss jemand finden, der mir hilft, das zu klären. Jedenfalls habe ich mir eine ATM-Karte geben lassen, damit ich und im Notfall meine Gattin Geld abheben kann.
Meine Hoffnung mit dem Rollstuhl Nummern für den Behinderten-/Privilege-Schalter zu bekommen, wurde nicht erfüllt. Zunächst mussten wir vor dem ersten Schalter warten, wo eine Beamtin die Unterlagen prüfen sollte. Meine Frau ging derweil zum Rauchen und schaute sich auf dem zentralen Platz um, wo eine OTOP-Veranstaltung stattfand. Es ging zäh voran, die Beamtin machte mal eine Pause und laufend kamen Leute dazwischen, die wohl ihre Nummer verpasst hatten oder einfach Fragen hatten. Sie verwies uns, nachdem sie die Papiere durchgesehen hatte (ich hatte auch die Papiere kopiert dabei, die einem sonst hektisch untergeschoben werden), an zwei andere Schalter, nachdem sie deren Nummern und unsere Wartenummern mit Bleistift auf das Deckblatt geschrieben hatte.
Es wurden dort noch ein paar Nummern vor uns angezeigt, aber der Wartebereich und die Schreibtische waren leer, während drei Beamtinnen und ein junger Beamter zusammenstanden und sich unterhielten. Es war bereits Viertel vor Zwölf und wir rechneten damit, erst nach der Mittagspause dranzukommen. Als uns die Beamtinnen aber bemerkten, baten sie uns schnell heran und an zwei Tischen wurden nun die Papiere neu geordnet - da wurde gestempelt, dort unterstrichen, da mussten wir unterschreiben und dort die Telefonnummer angeben. Ein Laufmädchen musste unsere Wartenummern holen, während draußen die Leute aufgefordert wurden, den Saal zu verlassen. Ich sollte eine Skizze von der Lage des Hauses machen, aber die hatte ich noch vom letzten Mal dabei. Die Beamtin machte eine Kopie davon und gab mir mein Blatt zurück. "Fürs nächste Mal!", fügte sie hinzu.
Stempel in die Pässe, 2000 Baht hingelegt, die Quittungen mit den daran angehefteten 100 Baht zurückerhalten, Fotos gemacht, wobei man ein Blatt Papier vor sich halten muss, nochmal Kontrolle durch die Vorgesetzte und dann deren Unterschrift. Wir bekamen unsere Pässe zurück, meiner wie üblich mit dem mit einem Gummiband eingehefteten Bankbuch. Als mir beim Umsteigen in den Rollstuhl einer meiner Stöcke zu Boden fiel, wurde mir auch da geholfen, wie generell alle Thais ausgesprochen hilfsbereit sind.
Ich hoffe, ich habe niemand gelangweilt. Wir waren jedenfalls froh, den Stempel im Pass zu haben, nachdem uns die Sache schon seit Tagen Magenschmerzen und Schlaflosigkeit beschert hatte. Dabei war das erst der erste Akt. Wir mussten ja noch die 90-Tage Meldung machen, bei der uns das letzte Mal ein roter Stempel verpasst worden war, mit der Aufforderung beim nächsten Mal unsere TM 30 Meldung neu vorzulegen. Aber davon berichte ich dann in der anderen Abteilung.
Wir gingen also zum Essen in einen der Food Courts. Es fand irgendeine Veranstaltung statt und es waren viele Leute in Uniformen und gelben Hemden unterwegs. Meine Gattin musste sich anstellen, aber als sie die Essen brachte, konnten wir uns entspannen und es war gar nicht mal schlecht.
Nach der 90-Tage Meldung fuhren wir mit dem Taxi nachhause, und zwar in einem neuen E-Taxi. Die Fahrt war rasant, aber recht geräuschlos und angenehm.