Die Aussage im obenstehenden Bild ist falsch und basiert auf massiv verzerrten, unbelegten Zahlen aus Kettenbriefen und Beiträgen aus Social Media.
Zwar führten die Regierungen unter Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama zahlreiche militärische Interventionen durch, doch die genannten Zahlen zu den angeblichen Invasionen und Todesopfern halten keiner statistischen oder historischen Überprüfung stand.
Diese Behauptung kursiert seit Jahren im Internet als politisches Meme. Sie vermischt tatsächliche Militäreinsätze, Luftangriffe und Drohneneinsätze mit dem Begriff „Überfall“ (Invasion) und erfindet eine Opferzahl, die selbst die weltweit höchsten Schätzungen von Kriegsopfern weit übersteigt.
Die Behauptung spricht von 9 „überfallenen“ Ländern. Ein echter militärischer Überfall (Bodeninvasion zum Sturz einer Regierung oder Besetzung eines Landes) fand in diesem Zeitraum nur in zwei Ländern statt: Afghanistan (2001 unter George W. Bush, nach den Anschlägen vom 11. September) und Irak (2003, ebenfalls unter George W. Bush).
Andere Länder wie Pakistan, Jemen, Somalia, Libyen oder Syrien wurden in den Amtszeiten von Bush und Obama zwar mit Luftschlägen oder Drohnenangriffen im Rahmen der Terrorismusbekämpfung bombardiert, aber nicht im klassischen Sinne „überfallen“ oder besetzt. Unter Clinton gab es zudem völkerrechtliche Interventionen (z. B. im Kosovo/Jugoslawien oder in Somalia), jedoch keine imperialen Eroberungsfeldzüge.
Die Zahl von 11 Millionen Toten ist völlig frei erfunden und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Renommierte, unabhängige Forschungsprojekte wie das Costs of War Project der Brown University untersuchen die menschlichen Kosten der US-Kriege nach dem 11. September 2001 akribisch. Die Ergebnisse zeigen ein verheerendes, aber deutlich anderes Bild:
Durch direkte Gewalt (Waffen, Bomben) starben in den Kriegen nach dem 11. September 2001 (inklusive Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen und Pakistan) schätzungsweise 900'000 bis 940'000 Menschen. Darunter fallen Zivilisten, lokale Sicherheitskräfte, Aufständische sowie US-Soldaten.
Rechnet man alle indirekten Folgen der Kriege hinzu – wie den Zusammenbruch der Infrastruktur, Mangelernährung, Krankheiten und Zerstörung des Gesundheitssystems – schätzen Forscher die Gesamtzahl der Todesopfer auf etwa 4,5 bis 4,7 Millionen Menschen.
Selbst unter Einbeziehung aller indirekten Faktoren über den gesamten Zeitraum von über zwei Jahrzehnten liegt die wissenschaftlich fundierte Opferzahl bei weniger als der Hälfte der in der Behauptung genannten 11 Millionen.
Leider wird das hier niemanden interessieren. Ich möchte diese Behauptung aber nicht unwidersprochen lassen. Zudem herrscht hier (noch) Meinungsfreiheit.
Gruss, wasi-cnx