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Autor Thema: Deutschland kauft Lockheed Martin F - 35 , eine fragwürdige Entscheidung !  (Gelesen 5033 mal)

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Sumi

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Der russische Angriff und Invasion der Ukraine, wird von der Nato und der Regierung Deutschland mit Sorge betrachtet und verurteilt.

Die gegenwärtige " Angst ", der Krieg könnte auch übergreifend in Nato Länder eskalieren, ( siehe 20 km nahe der Grenze zu Polen ), führte die Bundesregierung zu der Entscheidung und Entschluß ihre " maroden " Verteidigungskräfte mittels eines 100 Mrd. Progammes zu erneuern.

Dabei stehen Überlegungen der letzte Tage an, daß die Luftwaffe von Lockheed Martin ( USA ), den Kampfjet F 35, der gegenwärtig als das weltweit beste Kampfflugzeug angesehen wird, sich mit 35 Stck einzudecken.

Ich bezweifle diese Annahme und Aussage, auch Fachleute und Kritiker sehen da ihre Zweifel und geben ihre Bedenken zum Ausdruck.
Begründungen dazu werde ich anschließend erklären.

Macht Deutschland wieder, wie schon einmal in der Vergangenheit, mit den Kauf des Starfighters F - 104 ( ebenfalls Lockheed ), und dessen Verwendung, den gleichen Fehler.
Aus Fehlern sollte man eigentlich lernen, ich spüre aber davon nichts.

Der Starfighter war übrigens kein schlechtes Flugzeug, entgegen der allgemeinen Meinung die darüber herrscht, wenn, ja wenn er für seine ursprüngliche Aufgabe, hergenommen worden wäre.

Diese war das Abfangen von unidentifizierten Flugzeugen, die widerrechtlich in den Luftraum eines Landes eingedrungen sind, diese zu identifizieren und zur Umkehr, bzw. Landung zu zwingen.
Die F-104 war dazu prädestiniert, zur damaligen Zeit schnell 2.650 kmh, um diese " Eindringlinge " rechtzeitig zu erreichen und Maßnahmen gegebenenfalls dann auszuführen.

Aber, unsere damalige Regierung wollte mit diesen Flugzeugtyp sich den Kauf weiterer Flugzeuge einsparen und die F-104 entgegen ihrer Bauart und Einsatzmöglichkeiten auch als, Aufklärungsflugzeug, Jagdbomber, Luftunterstützung, Abfangjäger und Luftkampf Fighter hernehmen.

Dazu wurden einige verschiedene bauliche Änderungen/ Modifikationen vorgenommen, um vermeintlich diese zusätzlichen Aufgaben zu erfüllen.

Wenn man sich einen Formel 1 Boliden betrachtet, dann hält dieser 2 Stunden mit irren Drehzahlen und G- Kräften auf Material und Fahrer, die rd. 250 km lange Rennstrecke meist ohne Probleme durch. ( wenn kein Crash oder Fahrfehler passierte ).

Laß diesen " Boliden " aber 5.000 km weit fahren, mit dieser enormen Belastung, auf schlechten Straßenbelag, dann wird er vermutlich über kurz oder lang den Geist aufgeben und liegenbleiben, dazu ist er nicht konzipiert.

Ein Geländewagen, SUV, oder Lkw, der wird diese 5.000 km ohne Probleme bewältigen, aber auf einer Rennstrecke wird er kläglich versagen.

Diese unterschiedlichen Einsatzbedingungen, genau das beeieinträchtigte die Flugeigenschaften der F-104, die Ermüdung des Materials, dadurch daß der Starfighter für verschiedene Zwecke verwendet wurde und nicht nur dem Abfangen eines anderen Flugzeuges angedacht wurde.

Alleine schon von der aerodynamischen Bauart, kurze Stummelflügel, ( eigentlich nur Stabilisatoren ), denn der Rumpf trug zu 65 % seines Auftriebes bei.
Eine Eignung zum Air to Air Fight, also Luftkampf, war sehr fragwürdig. Außerdem war der Starfighter fast jeden anderen Flugzeugtyp darin unterlegen, da er sich mit min. 400 kmh in der Luft halten mußte, sonst fiel er wie ein Stein vom Himmel, es fehlte die Wendigkeit.

Ebenso wurden auch die Piloten damit überfordert und durch techn. Mängel die dann aufgetreten sind, und schwierig zu händeln waren, abgestürzt.

Jetzt machen wir also diesen Fehler erneut, und kaufen ein sehr teures, nicht ausgereiftes, mit etlichen Problemen behaftetes Kampfflugzeug wieder von den Amis.

Sind wir Europäer, insbesonders Deutschland denn so damlich, daß wir mit unserer Technologie, die weltweit führend ist, auf die USA angewiesen sind ?

Derzeit haben wir doch hervorragende Flugzeuge, ich erwähne nur den franz. Rafale, die schwedische Gripen, den deutschen Eurofighter, alles hervorragende Kampfjets.
Auch den in Aussicht gestellten Stealth Fighter, der demnächst von Frankreich und Deutschland gebaut werden soll.

Wir sollten mal bei unseren hervorragenden technologischen Möglichkeiten und " Know how "  bleiben, das Geld in unsere Betriebe und Ingenieure stecken und unsere Wirtschaft und Betriebe damit fördern.

Im nächsten Teil/ Abschnitt werde ich anschließend mehr darüber berichten, insbesonders den F - 35 und den Eurofighter vergleichen.

Gruß Sumi

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Sumi

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Hier mal der Vergleich der techn. Daten von der Lockheed F - 35 und dem Eurofighter ( Typhoon ), zwecks Information und besseren Verständnis.


                                                                               Lockheed F - 35                                                           Eurofighter, Typhoon   


Leergewicht                                                               rd. 14 .000 kg                                                                 rd.  11.000 kg                                                                                           

G - Kräfte                                                                    max + 5 g                                                                    max  + 9 g,  - 3 g

Triebwerksschub                                                          1 x 190 KN                                                                2 x 90 KN  kpl.  180 KN
                                                                                                                     
Einsatzradius                                                               1.000 km                                                                         1.400 km

Bewaffnung, Zuladung                                                  8.000 kg                                                                          7.500 kg

V - Max                                                               1,6 Mach /  1.900 kmh                                                        2,35 Mach /  2.900 kmh

Dienstgipfelhöhe                                                       15.000 m                                                                    17.000 m  / max  20.000 m

Steigrate                                                                nicht angegeben                                                                    315 m/sec

Stückzahl                                                                        750                                                                                   572

Erstflug und Indienststellung                                       2006 /  2014                                                                  1993  /  2003

Stückpreis                                                            80 Mio  jetzt 140 Mio                                                                90 Mio


Der Lockheed Martin F - 35 ist ein sog. Joint Strike Fighter, und ist das teuerste Projekt der USA, Expertenmeinungen, " genial aber voller Pannen ".

Die Hauptdisziplinen und Kernpunkte eines Kampfjets, sind  Geschwindigkeit, Wendigkeit, Steigrate, Luftkampf, G - Belastung und Bewaffnung.

In allen Punkten zieht die F - 35 gegenüber den Eurofighter den Kürzeren, und ist diesem weit unterlegen, siehe techn. Daten, das sagen auch etliche Konstrukteure und Ingenieure, außer Zuladung an Bewaffnung, hier kann die F - 35  500 kg mehr mitführen.

Über Qualitätseigenschaften gehen hier die Experten Meinungen weit auseinander.

Die  F - 35 ist sehr teuer, die laufenden Kosten ebenfalls, ist anfällig was Triebwerksprobleme anbelangt, ( angeblich wegen Hitzestau ), auch sonst sehr Fehler anfällig, Kritiker sagen das Modell ist noch nicht ausgereift, und damit noch nicht serienreif.

Bei längerer nicht Inbetriebnahme, der Standplatz am Boden voller Ölflecke durch Hydraulikölflüssigkeitsverlust.

Außerdem ist die F - 35 zu lahm für den Luftkampf laut Aussagen der Piloten, kein Kampfflugzeug für den Luftkampf, keine guten Flugeigenschaften, wir ziehen dabei immer den " Kürzeren ", die Flugeigenschaften sind zu bescheiden, keine Steigrate, keine Wendigkeit, kein gutes aerodynamisches Flugverhalten.

Auf Grund dieser Aussagen und einigen Abstürzen der F - 35, läßt gegenwärtig Süd Korea seine sämtlichen F - 35 Maschinen am Boden, auch in den USA stehen bis zu 50 % am Boden, da durch Überhitzung Triebwerke überholt oder ausgetauscht werden müssen.
Mehrere Naschinen stürzten ebenfalls auch in Japan ab.

Kanada zog seine Kaufbestellung von 65 bestellten F - 35 Maschinen zurück.

Wie man folgedessen sieht ist berechtigte Kritik angesagt.

Die Pluspunkte der F - 35 sind, keine zu benötigende Startbahn, da senkrecht gestartet werden kann und seine Tarnkappen Fähigkeit.

Aber, die Russen haben angeblich schon ein System, genannt " Sunflower ", das diese Stealth Fähigkeit erkennt, und diese dann abschießen kann.

Schon die Harrier, ein uraltes Modell konnte und kann senkrecht starten, wenn dann noch die Tarnkappenfähigkeit nicht mehr gegeben ist, was bleibt dann von dem " Super Fighter " übrig, ....nicht mehr sehr viel.

Meiner Meinung nach wäre ein Kauf der F - 35 , von der Bundesregierung wieder einmal ein sehr teurer Fehlkauf, wir sollten uns auf unsere eigenen techn. Qualitäten besinnen, und brauchen uns in keinster Weise verstecken.

Mag es auch Makaber klingen, man muß nur in der Geschichte zurückblicken. gefürchtet waren weltweit, unsere U - Boote, Kriegsschiffe, Gewehre, Pistolen, Flugzeuge, Flugabwehr Raketen und Panzer.

Keineswegs möchte ich damit den Krieg verherrlichen, aber wir sollten, wenn wir schon milit. Kriegsgerät benötigen, dann wenigstens unsere eigenen Technologien verwenden und unsere eigene  Wirtschaft damit stärken, und nicht schon wieder auf Andere angewiesen sind und uns davon erneut abhängig machen.

Gruß Sumi





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atm

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Ja das sind wir !
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Sumi

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Hier ein Paar Bilder der beiden Kampfjets, die ersten 3 zeigen die F-35 und Cockpit, die anderen den Eurofighter.
















Gruß Sumi
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Rangwahn

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Scholz bei Biden: Biden befehl - wir folgen!   {+ {+ {+ {+
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Patthama

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Der einzige Gewinner dieses Russland/Ukrainekriegs,wird wie schon so oft in der Geschichte,die Amerikanische Ruestungsindustrie sein. C--
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Zentrum

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Na und, es wird wie auch immer geartet, ein jew. Winner und Loser geben. Die Thais, kaufen ja auch ihre Rüstungsgüter überwiegend in China und den USA. Wobei hier sowohl bei der – BRD – als auch den Thai,s von einer wi win Situation auszugehen ist. Die einen bekommen den schnöden Mammon, die anderen ( einmal abgesehen von den abgehalfterten U – Booten der Chinesen ) modernes Kriegsgerät.

Wer wird denn partizipieren von dem 100 Milliarden angedachten Geldsegen für die Deutsche Bundeswehr – nicht nur die – USA – sondern auch die Deutsche Volkswirtschaft.

Der Bäcker um die Ecke backt ja sein Brot und Brötchen auch nicht ausschließlich für den Eigenbedarf.

Traurig genug angesichts dieser Zahlen, wenn auf diesem Globus täglich ~ 15000 Kinder den Hungertod sterben.
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namtok

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Der Hauptgrund dürfte sein, dass die F 35 als "atomwaffenfähig" zertifiziert ist, denn bei einen europäischen Flieger als Tornado - Nachfolger dürften sich die Amis damit viiieeel Zeit lassen.

(Das nennt sich dann "Nukleare Teilhabe")
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Sumi

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@namtok

korrekt, das wird mit als Grund angegeben, um den Ami Mist, sage ich mal, zu kaufen.

Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es nicht technisch möglich wäre eine Nuklearbombe auch an einen Rafale oder Eurofighter anzubringen, denn vom Gewicht, wäre das ohne weiteres möglich.

Ich frage mich sowie so, wo doch in der heutigen Zeit nur ein Knopfdruck genügt atomwaffenfähige Raketen über 1000 de km genau abzufeuern, und ihre Fracht auf 10 m genau das gewünschte Ziel vernichten.

Wozu bracht man da Kampfflugzeuge, die mit Atomwaffen bestückt sein sollen, wenn dann doch nur Langstreckenbomber wegen der Entfernung mit ihrer Reichweite.

Kampfjets braucht man als konventionelle Einsatzsatzmöglichkeiten, zur Verteidigung, oder Offensive, siehe jetzt den Krieg in der Ukraine, man wird und will ja nicht gleich mit dem 5 kg Hammer auf ne Ameise hauen.

Und wenn Nuklearwaffen jemals eingesetzt werden, dazu braucht man keine Flugzeuge heute, dann ist eh schon alles zu spät.

Also, wozu braucht man einen Kampfjet bestückt mit atomwaffenfähigen Bomben, Blödsinn.

Wird schon so sein wie betont, Scholz bei Biden, der befahl diese zu kaufen, um seinen Schrott loszuwerden, und mir Deppen machen das auch noch, derzeit hätten wir weitaus bessere Waffensysteme.

Gruß Sumi





« Letzte Änderung: 15. März 2022, 20:53:09 von Sumi »
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Rangwahn

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Also, wozu braucht man einen Kampfjet bestückt mit atomwaffenfähigen Bomben, Blödsinn.

Wird schon so sein wie betont, Scholz bei Biden, der befahl diese zu kaufen, um seinen Schrott loszuwerden, und mir Deppen machen das auch noch, derzeit hätten wir weitaus bessere Waffensysteme.

Danke für deinen Beitrag @Sumi -  ich sehe es genauso.  ;} ;}
« Letzte Änderung: 15. März 2022, 21:24:53 von Rangwahn »
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Kommt so daher wie - Führer befiehl wir folgen Dir ,,, wird schon so sein wie betont, Scholz bei Biden, der befahl diese zu kaufen, um seinen Schrott loszuwerden ,,,

Das aber auch Italien, Belgien, Niederlande, Dänemark, Norwegen, Polen und das ehemals der – EU – zugehörige Britische Empire nebst diverser anderer Länder außerhalb der – EU - diesen Schrott auch gekauft haben bleibt hier unerwähnt.

Und selbstverständlich haben diese obig gen. Länder durch den jeweiligen präsidialen Amtsinhaber der – USA – den Befehl erhalten, gefälligst ein paar F-35 bei Lockheed Martin zu ordern. 
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namtok

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https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/f-35-tarnung-spezialsensoren-atombomben-faehigkeit-die-faehigkeiten-im-ueberblick-a-82b81beb-0cde-4442-8a51-65709ef644b9 :

Plötzlich geht alles ganz schnell. Wie so vieles in diesen Tagen. Debatten, die teils jahrelang schwelten, werden innerhalb von Tagen beendet. So auch die um die Anschaffung eines neuen Kampffliegers für die Bundeswehr. Die Bundesregierung, so wurde am Montag bekannt, plant die Anschaffung von Tarnkappenfliegern des US-amerikanischen Modells F-35. Sie sollen jenen Teil der Flotte von insgesamt 93 Tornado-Flugzeugen ersetzen, die amerikanische Nuklearwaffen transportieren.

Das Flugzeug der US-amerikanischen Firma Lockheed Martin gilt als einer der besten Kampfjets der Welt. »Das Mehrzweckflugzeug der neuesten Generation«, heißt es stolz in einer Bekanntmachung des Bundesministeriums der Verteidigung: »Im Vergleich zu älteren, konventionellen Kampfjets wie dem Tornado oder auch dem Eurofighter verfügt die F-35 über ausgeprägte Tarnkappeneigenschaften.«

Durch eine spezielle Beschichtung und eine besondere Formgebung ist der Bomber nur schwer für feindliches Radar zu erkennen. Das einsitzige Flugzeug verfügt über ein Triebwerk mit einem maximalen Schub von 128.000 Newton und kann mit Nachbrenner eine Geschwindigkeit von Mach 1,6 erreichen, das entspricht fast 2000 Kilometern pro Stunde. Die Reichweite liegt bei 2200 Kilometern.

Ein Kampfflieger, vollgepackt mit Sensoren

Diverse Sensoren sollen dem Piloten einen besonders guten Überblick über mögliche Bedrohungen erlauben, so ein Werbevideo des Zulieferers Northrop Grumman. Die Elektronik soll mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen können, sowohl in der Luft als auch am Boden. Hochauflösende SAR-Radarbilder könnten auch nachts oder bei Regen klare Bilder von Zielen am Boden generieren, die Bordcomputer automatisch diverse Ziele lokalisieren und markieren: »Der Pilot kann einfach einen interessanten Bereich auswählen und die Details heranzoomen«, so die Werbung.

Vor allem aber: Die F-35 kann diverse gelenkte und ungelenkte Waffen tragen – darunter auch Atombomben. Dieser letzte Punkt könnte entscheidend sein für eine gemeinsame Abschreckungsstrategie des Nato-Bündnisses – und dürfte ein wichtiges Argument bei dem Beschluss zur Anschaffung gewesen sein.

»Mögliche Einsätze im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung müssen wir dabei immer im Blick behalten, das haben uns die Ereignisse der letzten Wochen ganz deutlich vor Augen geführt«, hieß es unumwunden am Montag in einem vertraulichen Schreiben des Verteidigungsministeriums an Mitglieder des Verteidigungsausschusses des Bundestages, das dem SPIEGEL vorliegt: »Die F-35A ist das richtige System für glaubwürdige Bündnisfähigkeit und Abschreckung.«

Folgen für die europäische Verteidigungsstrategie
Die Entscheidung für die F-35 hat indes heftige Diskussionen ausgelöst, was eine solche Entscheidung für die europäische Verteidigungsstrategie bedeuten würde.

Wäre die F-35 den russischen Kampfjets ebenbürtig oder überlegen? »Das ist eine Frage für Flugzeug-Nerds, aber für den Ernstfall nicht entscheidend«, sagt Claudia Major, Leiterin der Forschungsgruppe Sicherheit bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Ihre Begründung: »Im Ernstfall würde ohnehin eine ganze Rotte gemeinsam fliegen, da kommt es eher auf das Zusammenspiel mit Luftabwehr, Aufklärung, Satellitenunterstützung an, nicht auf einzelne Flugzeugtypen.«

Entscheidend sei vielmehr, ob ein Kampfjet sich ins strategische Gesamtkonzept der Nato einfügt. Das sei für die F-35 der Fall, so Major. Wichtigster Vorteil: »Viele Bündnispartner in der Nato nutzen ebenfalls die F-35: die USA natürlich, dazu sieben europäische Länder. Die F-35 ist das Flugzeug, das in Zukunft für den europäischen Beitrag zur atomaren Abschreckung genutzt wird.«

Deutschland hat sich mit dem Thema bislang schwergetan. Klar ist, dass die Tornados veraltet sind, das System ist nicht mehr zeitgemäß, auch bei der Ersatzteillieferung gibt es immer wieder Probleme, so Major: »Allerspätestens 2030 muss Deutschland die Tornados daher ersetzt haben. Diese Debatte dreht sich nun schon seit 2016 immer wieder im Kreis. Das geht aber nicht von heute auf morgen, die Piloten müssen umschulen auf den Nachfolger, die Techniker müssen ausgebildet werden. Mit einer Entscheidung für die F-35 könnte rasch Klarheit geschaffen werden.«

Beim Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hatte man sich in den vergangenen Wochen bereits an den Gedanken gewöhnt, die Tornado-Nachfolger für die nukleare Teilhabe nicht zu liefern. Ursprünglich hatte man dem Verteidigungsministerium genau das angeboten: Das eigene Modell, der Eurofighter, sollte so umgerüstet werden, dass er Atomwaffen transportieren könnte.

Doch das hätte die Mitwirkung der amerikanischen Seite erfordert, unter anderem für die Systeme, die für das Andocken und das Ausklinken der Nuklearwaffen notwendig gewesen wären. Für Airbus hätte es auch bedeutet, dass man große Teile der Eurofighter-Technologie den Amerikaner hätte offenlegen müssen. Das hätten die Amerikaner gefordert.

Der neue Chef von Airbus Defence and Space, der Deutsche Michael Schöllhorn, räumt ein, dass die F-35 für die Bundeswehr den einfacheren und schnelleren Weg darstellt, um ihre Aufgaben für die nukleare Teilhabe zu erfüllen. Dies geschehe »nicht zuletzt aus politischen, transatlantischen Überlegungen«, sagt er dem SPIEGEL.

Eurofighter bildet bis 2060 das Hauptkampfsystem der Luftwaffe

Umso beharrlicher ist der Airbus-Mann, wenn es um den Ersatz der beiden anderen Rollen geht, die die insgesamt 93 alten Tornados derzeit in der Bundeswehr erfüllen: die elektronische Kampfführung und die konventionelle Jagdbomber-Rolle. »Für die immer wichtiger werdende Rolle der elektronischen Kampfführung plant die Bundesregierung den Kauf von Eurofighter-Flugzeugen«, sagt er: »Eine solche Entscheidung ist für die technische Weiterentwicklung des Eurofighter, der bis 2060 das Hauptwaffensystem der Luftwaffe bildet, von hoher Bedeutung.« In dieser Funktion, so bewirbt es zumindest Airbus, würde der Eurofighter eine Brückentechnologie darstellen, ehe das Future Combat Aircraft System (FCAS) einsatzbereit wäre.

Hintergrund: Ab 2040 soll das neue Lufttverteidigungssystem FCAS verfügbar sein, unter Beteiligung von Deutschland, Frankreich und Spanien. Doch das FCAS soll ganz andere Dinge leisten, als es die F-35 tut: FCAS (Sprich: »Eff-Cas«) soll ein integriertes Luftkampfsystem sein, das weit über einen einzelnen Flugzeugtyp hinausgeht und Drohnen, Satelliten und Kampfflugzeuge vernetzt.

»Wir erwarten, dass die überwiegende Mehrheit der Tornado-Flotte, die derzeit hauptsächlich als Jagdbomber eingesetzt wird, ebenfalls mit technologisch weiterentwickelten Eurofightern ersetzt wird«, sagt Airbus-Chef Schöllhorn und erklärt: »Aus operationeller, technologischer und finanzieller Perspektive wäre eine solche Entscheidung langfristig die beste Wahl für die Wahrung deutscher Interessen.« Letztlich geht es auch um die militärstrategische Frage, ob Deutschland zusammen mit Frankreich und anderen europäischen Ländern weiter in der Lage ist, ein Kampfflugzeug zu bauen.

Auch die F-35 hat ihre Schwächen
Die Einigung auf einen Tornado-Nachfolger hat auch deshalb so lange gedauert, weil die deutsche Politik die Quadratur des Kreises versuchte: Einerseits wollte man ein guter Nato-Bündnispartner mit amerikanischen Flugzeugen sein, andererseits ein guter Partner für Frankreich mit der gemeinsamen Entwicklung von FCAS, so Major: »So ist man dann auf die Idee verfallen, für die Zeit zwischen 2030 und 2040 auf die veraltete F-18 zu setzen, damit man nicht dem europäischen FCAS-System Konkurrenz macht.« Nun scheint die F-18 aus dem Rennen zu sein, zugunsten der F-35.

Allerdings ist auch die nun vom Verteidigungsministerium gepriesene F-35 nicht frei von Fehlern. Immer wieder wurde in Fachkreisen über Probleme der F-35 spekuliert. Immerhin sieben kritische Schwächen seien im Lastenheft, meldete das Portal »Defense News« noch im Juli 2021.

Vor allem in Frankreich wird nach SPIEGEL-Informationen spekuliert, ob mit der Wahl des amerikanischen Tarnkappenbombers das europäische Luftverteidigungssystem FCAS gestorben ist, hinter dem neben Frankreich und Deutschland auch Spanien steht. Frühestens im Jahr 2040 sollte FCAS zur Verfügung stehen. Doch sogar an diesem späten Termin zweifeln Experten, so auch Ulrike Franke, Militärexpertin beim Thinktank European Council on Foreign Relations schon letztes Jahr gegenüber dem SPIEGEL: »Ob FCAS tatsächlich bis 2040 fertig sein wird, ist fraglich.«

Angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine ist nun offenbar die Überzeugung gereift, dass Deutschland nicht noch 18 Jahre mit der Indienstnahme eines Tornado-Nachfolgers warten kann. Die F-35 wäre also eine mögliche Zwischenlösung, bis (und falls) FCAS irgendwann einmal einsatzbereit ist.
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Sumi

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@namtok

Gut, fair und einleuchtend die Situation beschrieben.

Die wahrscheinlichen Gründe, warum man sich für die F - 35 entschieden hat sind:

1. Die angesprochene Bündnisverpflichtungen, gegenüber den USA, und europäischen Partnern, die teilweise schon mit diesen Maschinen ausgerüstet sind, um
   somit eine schnellere, einfachere und logistische Integrität zu erlangen und zu bewerkstelligen.

2. Das beabsichtigte in gemeinsamer Kooperation zu bauende europäische Tarnkappensystem ( FCAS ), wird wie schon treffend bemerkt, nicht vor Ende 2040 in
    Dienst gestellt werden können, wenn überhaupt.
    Diese Zeit müßte mit anderen Flugzeugsystemen und Typen überbrückt werden, was nicht gerade einfach wäre, in Anbetracht der Situation und den
    Ereignissen.

Es ist also ein Kompromiß der uns dazu zwingt die, wenn auch sehr zu bemängelnden und kritisierenden Punkte, bezüglich der Flugsicherheit, und der technischen Mängel, Experten von Lockheed sprechen das selbst sogar aus, daß die F-35 noch nicht ausgereift und somit als Serienprodukt noch nicht reif ist, den wir da eingehen müssen, sollen, werden.

Was meine Meinung dazu angeht, die wird den Herren da oben mit ihrer getroffenen Entscheidung, vollkommen egal sein, die zählt sowie so nicht, obgleich die Argumente und Überlegungen nicht falsch wären.

Was mich aber stört ist, man spricht immer über ein gemeinsames Europa, mit eigenen Ideen, Verantwortung und Abnabelungen Anderer.

Wenn wir das nicht bald auf die Reihe bekommen, wird Europa nur ein Hirngespinst bleiben, bleiben immer der Stiefellecker Anderer, und werden weltpolitisch gesehen nur ein bedeutungsloses Konstrukt sein, und immer bleiben.

Eigentlich paradox, wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten wir haben und hätten, ein gemeinsames Europa, das mit 1 Stimme reden, sprechen und handeln würde, würde alle Anderen weit hinter sich lassen, egal ob, Amerika, Rußland oder China, und das wirtschaftlich, technologisch und sogar militärisch.

Wir müssen endlich mal erwachsen werden und auf eigene Füße stehen, sonst werden wir immer unglaubwürdig wirken und nur belächelt werden, sowie als die gutmütigen Dummen verängstigenden, nach Mama schreienden zahnlosen Europäer bleiben, und werden nie eine bedeutende Rolle weltpolitisch spielen.

Es Einem jeden Recht zu machen, ist eine Kunst die niemand kann, auch gegenüber unseren Bündnispartnern.

Aber auch, es Einem jeden recht zu machen, hilft zum Schluß niemanden, nicht mal einem selbst.

Gruß Sumi



 
« Letzte Änderung: 16. März 2022, 01:29:48 von Sumi »
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namtok

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Falls die F 35 die Erwartungen nicht erfüllen könnten sie  nach Thailand weiterverscherbelt werden. Die interessieren sich nämlich auch dafür...  :-)

Wobei mir erst jetzt aufgefallen ist, dass die F 35 nur 1 Triebwerk hat was ich anhand des breiten Rumpfes und der getrennten Lufteinlassschächte in der Vorderansicht nicht vermutet hätte.
Das gibt natürlich ein dickes Minus, weil jeder Triebwerksausfall dann zwangsläufig zum sofortigen Absturz führt, man erinnere sich nur an die "Starfighter", die vor 50 Jahren reihenweise vom Himmel gefallen sind.

Als die Luftwaffe daraufhin auf Maschinen mit 2 Triebwerken "Phantom F4" und Tornados gesetzt hatte, beide auch noch mit einem "Backseater" als 2. Besatzungsmitglied wurden Abstürze dann sehr selten.
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Mit ein Grund warum ich immer nur mit – 4 Triebwerken – nach – TH – unterwegs bin. Betr. d. F-35 für Thailand frage ich mich, gegen welche Bedrohungen von außen  ( analog der U – Boote ) diese hochgezüchteten Kisten gut sein sollen. Im Ernstfall kommt allenfalls der Chinese, wenn Thailand seinen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber dem Reich der Mitte nicht mehr nachkommt.     
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