Ist ein gefährliches Leben der richtige Weg für Pheu Thai?Das Lager von Thaksin Shinawatra sah zwar noch nie so verwundbar aus wie heute, doch verlor es immer wieder politische Macht aus scheinbar unbesiegbaren Positionen. Im Jahr 2005 gewann die Thai Rak Thai-Partei 376 von 500 Sitzen im Repräsentantenhaus, nur um im darauffolgenden Jahr durch einen Staatsstreich ausgelöscht zu werden. Ihre Reinkarnation, die People's Power Party, eroberte die Kontrolle über den Staat zurück und schien sich wohl zu fühlen, bis eine Kochshow und Parteiauflösungen alles veränderten.
Kurz gesagt, die Pheu Thai bewegt sich auf sehr dünnem Eis. Damit soll jedoch nicht die Feindseligkeit der Vergangenheit gegenüber dem Lager heruntergespielt werden. Es geht darum, dass die Feinde von gestern sich engagierten, als diese politische Kraft in einer solideren Position war. Und dies soll die Tatsache unterstreichen, dass jedes Mal, wenn die Partei Thailand politisch zu dominieren schien, das Spiel auf ihre eigenen Kosten zurückgesetzt wurde.
Je nach den künftigen Umständen kann die derzeitige Schwäche entweder real oder trügerisch sein. Nehmen wir als Beispiel das System der digitalen Brieftasche. Die Thai-Rak-Thai-Regierung müsste sich nicht um die parlamentarische Unterstützung für die Finanzierung sorgen, ebenso wenig wie die People's Power Party oder Yinglucks Truppen. Srettha hingegen sieht das Schicksal der Politik in den Händen genau derjenigen, die den Methoden des Lagers, Geld zu beschaffen und auszugeben, immer sehr kritisch gegenüberstanden.
In Anbetracht dessen ist die Zerbrechlichkeit real. Aber werden die widerstrebenden Verbündeten das Gesetz zur Kreditaufnahme, das die digitale Geldbörse in Gang bringen soll, kippen? Wahrscheinlich, aber nicht definitiv. Eine Ablehnung des Gesetzentwurfs könnte zu großen Unruhen führen, die Move Forward durch die Tür schlüpfen lassen könnten. Die Verbündeten werden das sicherlich gegen die Verabschiedung des Kreditgesetzes abwägen müssen, das ein wirtschaftliches Risiko darstellt.
Eine merkwürdige Theorie gewinnt jedoch zunehmend an Boden. Nach dieser Theorie zieht Srettha nur eine große Show ab. Die Pheu Thai ist nämlich zu der Überzeugung gelangt, dass die digitale Brieftasche mehr monetäre Probleme als politische Vorteile mit sich bringt, und will daher ihr eigenes Wahlversprechen durch die Hand des Parlaments sterben lassen, um allen Problemen zuvorzukommen und das Gesicht der Partei zu wahren.
Selbst diese seltsame Theorie scheint zur Idee des gefährlichen Lebens zu passen. Es müssen noch viele "schlimme Dinge" passieren, damit die digitale Brieftasche abgebrochen wird, aber was Pheu Thai bekommen wird, ist eine längere Ruhe. Schließlich geht es für Pheu Thai letztlich ums Überleben. Und mit "überleben" ist die Partei gemeint, nicht ihre Politik der digitalen Brieftasche.
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