Analysten drängen die kambodschanische Regierung, dringend Beschwerde gegen Thailand beim Internationalen Gerichtshof einzureichenKambodschanische Beobachter fordern die Regierung auf, nach Bangkoks Entscheidung, aus dem kürzlich unterzeichneten Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarn auszusteigen, eine dringende Beschwerde gegen Thailand beim Internationalen Gerichtshof (IGH) einzureichen.
Men Nat, Leiter des Cambodia Watch Council, schrieb auf Facebook, Kambodscha müsse unverzüglich diplomatische und rechtliche Schritte einleiten, nachdem Thailand das unter der Aufsicht der USA und Malaysias unterzeichnete Friedensabkommen aufgekündigt hatte. Er forderte die Regierung auf, beim Internationalen Gerichtshof (IGH) eine offizielle Beschwerde einzureichen und dabei wichtige historische Dokumente beizufügen, darunter den französisch-siamesischen Vertrag und die beigefügten französischen Grenzkarten sowie das Friedensabkommen von Kuala Lumpur und Berichte des Internationalen Beobachterteams (IOT) und des ASEAN-Beobachterteams (AOT).
Men Nat rief die kambodschanische Regierung außerdem dazu auf, mit den Vereinigten Staaten und Malaysia, deren Premierminister dem Friedensabkommen beiwohnten, in Kontakt zu treten und Thailand über hochrangige diplomatische Kanäle unter Druck zu setzen, damit es zur Einhaltung des Abkommens zurückkehrt.
Dieser Schritt folgt einer Erklärung des thailändischen Premierministers Anutin Charnvirakul, über die die Zeitung „The Nation“ am 11. November berichtete. Darin kündigte er an, dass Thailand alle vier Kernbestimmungen der gemeinsamen Erklärung von Kuala Lumpur mit Kambodscha widerrufen habe und seine Regierung nun „militärische Operationen zur nationalen Sicherheit uneingeschränkt unterstützen“ werde.
Der Sozialentwicklungsforscher Meas Nee schrieb auf Facebook, Kambodscha müsse seine Verteidigung angesichts der von ihm als „provokativ und unberechenbar“ bezeichneten Aktionen Thailands verstärken. Er warnte, die Situation berge nun eine größere Gefahr als während der fünftägigen Grenzzusammenstöße Ende Juli.
Unterdessen erklärte der ehemalige Anwalt des Rote-Khmer-Tribunals, Kang Rithkiry, Thailand nutze Kambodschas Friedensaufrufe seit der Unterzeichnung des Kuala-Lumpur-Abkommens Ende Oktober als politisches Druckmittel. Er merkte an, die Spannungen an der Grenze hätten sich nach dem jüngsten Besuch des thailändischen Premierministers in China deutlich verschärft, was darauf hindeute, dass Pekings stillschweigende Zustimmung Bangkoks jüngste Schritte möglicherweise bestärkt habe.
Beobachter sagen, die fragile Ruhe an der Grenze zwischen Kambodscha und Thailand habe sich nun in eine gefährliche neue Phase verwandelt, in der Diplomatie und Zurückhaltung darüber entscheiden werden, ob die beiden Länder eine erneute Konfrontation vermeiden können.
https://english.cambodiadaily.com/2025/11/12/analysts-urge-cambodian-government-to-file-urgent-complaint-against-thailand-at-international-court-of-justice/