Lieber Malakor,
Bei der Untersuchung "mit dem Stinkefinger" (rektale digitale Untersuchung) wirst Du erst fündig, wenn bereits ein relativ großer Tumor im Enddarm oder der Prostata vorhanden ist, sehr, sehr spät also!

Diese alte Untersuchung hält sich hartnäckig, ist aber
als Vorsorgeuntersuchung eigentlich völlig
überholt.Sie ist halt billig.

Diese Untersuchung stammt aus alten Zeiten, als es einfach nichts besseres gab. Sie wird heute noch durchgeführt, aber im Idealfdall nicht mehr als Vorsorgeuntersuchung, sondern um sich ein Bild vom Sphinktertonus zu machen, Hämorrhoiden zu tasten, nachzuschauen, ob der Enddarm leer ist, etc.
Ozone beschreibt anschaulich die Untersuchungmethoden längst vergangener Jahre, als man mit einem starren Gerät nur einen kleinen Teil des Dickdarms einsehen konnte und dadurch oft höher liegende Tumoren, die klinisch ohnehin erst später auffällig werden, übersah. Diesem Umstand "verdankten" viele Menschen ihr unnötig vorzeitiges Ableben!
Starre Geräte verwenden wir heute nur noch zur Untersuchung des Enddarms (Rektums) zum Tumorausschluss, Hämorrhoidendiagnostik, Analfisteldiagnostik.
Darmspiegelungen in Vollnarkose sollten nur ausnahmsweise erfolgen, nicht wegen desNarkoserisikos, sondern weil die Schutzreflexe des Darmes durch die Vollnarkose ausgeschaltet werden, wodurch das Untersuchungsrisiko (Verletzung der Darmwand) unnötig gesteigert wird.
Gegen eine "Leck mich am Ar...spritze" aus Ketanest und Dormicum bestehen keine Einwände. Der Patient darf allerdings nach der Untersuchung für mindestens 12 Stunden nicht ans Steuer.
Wolfram