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Autor Thema: Ist Kambodscha eine Alternative?  (Gelesen 107997 mal)

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rio0815

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #225 am: 20. März 2011, 10:33:43 »

@ ruio

 [-]   ;}

Danke.

Ich fühle mich als Passagier auf einem Mototaxi extrem unsicher, weil die fahren wie die Blöden: Zickzack um die Autos, bei Rot über die Kreuzung, biegen nach rechts in die Hauptstrasse ab ohne zu gucken was da kommt. machen sie alle hier, rechts vor links ohne Rücksicht auf Verluste.

Jeden Morgen ab 5 Uhr kracht es hier an der grossen Kreuzung mehrfach, weil sie schlaftrunken einfach drüberbrettern.
Nur ein Bruchteil der Unfälle wandert in die Unfallstatistik, weil keiner auch noch an die Police zahlen will, solange er noch kriechen und weiterfahren kann, auch mit offenen Brüchen.
Habe ich selbst schon zigfach gesehen...

Ich komme als MotoTaxi-Fahrgast meist schweissgebadet an, da kann ich auch gleich selber strampeln und einfach an den roten Ampeln anhalten.
Weil mit dem Alter nimmt die Notwendigkeit der Verschnaufpausen ja zu.  :-)

Mein Freund aus Snookyville liegt mit 4 Rippen und Schulterblatt gebrochen hier in der Rattanak Klinik (Bangkok Pattaya-Ableger), eine Rippe steckt in der Lunge.
Wie passiert: Motorbike des Nachts gefahren, schnell natürlich, von Auto abgedrängt, erst im Krankenhaus aufgewacht.
Der wäre fast hops gegangen.

In Kambodscha muss man absolut defensiv fahren, vor allem während der Stosszeiten in Phnom Penh.
Es ist selbst verglichen mit Thailand ein brutales Chaos hier, das Recht des Stärkeren regiert, ein Spiegelbild der Gesellschaft hierzulande.

Das "Banana Kingdom of Wonder", wie es die Opposition nennt, lässt seine armen Bürger hier ohne jegliche Skrupel krepieren.
No money, no doctor, no medical treatment.

DAS ist Kambodscha ohne rosarote Brille:

Die Mutter meiner "Fast-Frau" hat nur für die Untersuchung und Medikamentierung ihrer Unterleibserkrankung im Bezirkskrankenahus von Takeo 150$ bezahlt. Dorthin ist sie extra angereist, 300 km, weil die dort recht gut ausgestattet sind. Spenden des Auslands.


Die 150$ haben ihre 6 Kinder noch gemeinsam aufbringen können.
Der Arzt hat sie dann aber nach Untersuchung und erfolgloser Medikamentation nach 10 Tagen nach Hause geschickt: Operation notwendig, 1500 $.
Was nun?

Hier greift der Buddhismus: Ertrage dein Schicksal, verhalte dich ruhig, stirb.
Du bist arm, weil du in einem vorherigen Leben schlechte Dinge getan hast.
Begehre jetzt nicht gegen deine Armut auf, dann wirst du im nächsten Leben besser gestellt werden.

Und schwupps haben wir die Religion als das erkannt was sie ist: Als ein Beherrschungsinstrument der Mächtigen über die Massen.

Und nein, ich werde das nicht bezahlen, weil es ein fass ohne Boden ist.
Klingt hart, ist aber so.

Ich kümmere mich um die Ausbildung der 6-jährigen Tochter, gute englische Schule, und um alles was sie zum Leben braucht mehr geht nicht.
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quaychang

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #226 am: 21. März 2011, 13:43:04 »

@rio0815
na das sind aber keine guten Nachrichten...

Aber leider ist das ein grosses Problem in Kambodscha. Sowohl die (inzwischen) aufkommende Fahrweise kombiniert mit der nicht vorhandenen Fahrpraxis in Verbindung mit geradezu kindlicher Zuversicht das nicht passiert (und wenn, dann schon nichts schlimmes). In PP gibts aber zumindest schon mal einen Exerzierplatz fuer aufgefallene Verkehrsraudis  :]

Aber in Kambodscha faehrt man auch nicht selbst - da laesst man fahren  ;]
Das ist in allen Faellen gesuender und besser fuer die Psyche. Es sei denn man MUSS fahren weil es der entsprechende Job verlangt. Aber ansonst sehe ich eigentlich keinen plausiblen Grund. Ist eigentlich auch preiswerter wenn man die ganzen Kosten inkl. Unfaelle und Pannen zusammenrechnet. Fahrer inkl. Limousine gibts ab 250,- pro Monat (Tanken exclusive), TukTuks ab 80 US$, Laufen ist KOSTENLOS  ;}

Krankenvorsorge ist ebenfalls noch ein Problem. Die staatlichen Krankenhaeuser sind in der Regel nicht sehr gut. Das ist auch immer wieder das, was man ueberall hoert und es stimmt leider. Auch das Calmette in PP. Die tun zwar ihr bestes aber zaubern koennens auch nicht. Man sollte diese staatlichen oder kleinen Kliniken, aber nicht mit den inzwischen zahlreichen modernen privaten Kliniken verwechseln. Die sind schon recht gut - aber halt teuer. Speziell eben fuer Kambodschaner. Es gibt allerdings auch eine kambodschanische Krankenversicherung. Zumeist Mitarbeiter von Firmen werden dort versichert. Fuer den Grossteil der Normal-Bevoelkerung allerdings sind die Beitraege unerreichbar.

Zitat
"...Banana Kingdom of Wonder" ...lässt seine armen Bürger hier ohne jegliche Skrupel krepieren
ja in der tat, aber da wuerde ich die Vorwuerfe in erster Linie diesen NGOs machen. Denn die koennten LOCKER wenn SIE WOLLTEN helfen. Das waeren fuer die Peanuts, mehrere Krankenhaeuser einzurichten in denen man Beduerftigen KOSTENLOS und auf vernueftigen technischen Level helfen koennte. In Afrika funktioniert das ja auch komischerweise. Aber dort kann man nicht so gut Party machen wie hier.

Kambodscha ist relativ klein und hat "nur" knapp 15 mio. Einwohner. Relativ wenig Staedte obendrein. Es waere leicht in jeder Stadt ein Krankenhaus zu bauen. Aber die "Herren und Damen"  {/ sitzen lieber in Phnom Penh in ihren Style-Lounges und Villen und zahlen sich pro Jahr und Nase soviel wie ein Provinzkrankenhaus zum Betreiben aufwenden wuerde - wenn es denn ein solches gaebe.
« Letzte Änderung: 21. März 2011, 13:46:43 von quaychang »
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Frueher dachte ich immer die Geschichten ueber Schilda und die "Streiche" ihrer Buerger sind erfunden... heute weiss ich: Schilda = Thailand

rio0815

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #227 am: 21. März 2011, 14:45:35 »

Die Rolle der NGO sehe auch ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Klar machen sie viel, klar könnten sie noch viel mehr machen, und die Effizienz erst!

Das Hauptproblem mit den NGO ist jedoch IMO: Sie verschaffen den Mächtigen hierzulande ein Alibi, damit der Staat selber nichts zu tun braucht.
Es gibt für alles NGO, wo der Staat versagt: AIDS, Waisen, Verkrüppelte, Landminenberäumung, um nur einiges zu nennen.

Es ist völlig normal, dass in einem der ärmsten Länder weltweit kein Sozialstaat besteht wie in Europa, ist leider so, nicht zu bezahlen.
Die Ignoranz der Reichen/Mächtigen ist jedoch ausgesprochen krass: Tausende Luxusschlitten als surrealer, geradezu grotesker Kontrast zu unübersehbarer Armut.

OT: Komm mal wieder nach PNH und melde Dich  [-]
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TiT

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #228 am: 21. März 2011, 15:42:58 »

Ich weiß ja nicht, ob das da jetzt immer noch so ist, aber als ich 2004 in Kambodscha war, fuhr dort (Siem Reap/Angkor Wat) eine Unmenge Autos ohne Nummernschild, dafür aber dem Lenker auf der "falschen" Seite rum. Auch unser nagelneuer Tour-Minivan war so einer. Klar, wo die herkamen. Auf die Frage, warum das Teil ohne Nummer unterwegs sei, erklärte unser Führer nur, das liege an den fehlenden Papieren. Logisch - war wohl frisch geklaut worden... Möchte nicht wissen, was allein an diesem Geschäft die Obrigkeit und die Ordnungshüter da an (Mit)kasse machen...
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drwkempf

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #229 am: 21. März 2011, 20:07:23 »

Inzwischen gibt es sowohl Nummernschilder als auch Autopapiere.
Das Anfertigen der Nummernschilder kann allerdings etwas dauern (besonders auf dem Land),man darf daher eine Zeitlang auch ohne fahren.

Das Verkehrschaos in Cambo ist immer noch als fast sprichwörtlich zu bezeichen, allerdings beobachte ich (zuletzt im Februar und Anfang März diesen Jahres), dass es gaaaanz langsam besser wird.
Man hat mich doch glatt in Sihanoukville gestoppt, weil ich in der falschen Richtung einer Einbahnstrasse unterwegs war!! Das wäre früher nie passiert. Auch Ampeln werden nicht mehr grundsätzlich ignoriert, sondern mehr und mehr gewürdigt.

Ganz klar: Kambodscha ist nicht DACH, auch nicht Thailand, wobei ich auf dem Land in Thailand durchaus oft noch sehr kambodschanische Fahrweisen antreffe - besonders nachts.
Kambodscha ist in vielem noch weit zurück, aber eben auch bei vielen Preisen.
Bei der Durchsicht einiger Urlaubsbilder gabe ich ein paar nette Beweisstücke gefunden; In Phnom Penh z.B. in der 172.Strasse (also nur wenige Meter vom Sisowath-Kay entfernt) ein Restaurantschild, in dem man immer noch in der Happy Hour das Bier vom Fass (0,4l) für sagenhafte 15Baht (umgerechnet) serviert bekommt. Auch mein Hotel - neu, sehr ordentliche Qualität - hat in der selben Straße mal eben sagenhafte 750 Baht incl Frühstück gekostet.

Es gibt noch viel zu verbessern in Kambodscha, keine Frage. Aber man sollte neben den schlechten Seiten auch die guten Seiten in diesem Land würdigen.

Wolfram

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rio0815

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #230 am: 23. März 2011, 10:19:55 »

Zum Thema "Keine Braut mehr für Ausländer über 50, darunter nur für Wohlhabende" : Eric at his best:



 --C
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rio0815

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #231 am: 25. März 2011, 09:46:15 »

http://www.phnompenhpost.com/index.php/2011032448139/National-news/more-than-80-detained-in-siem-reap-sex-raid.html

79 Frauen in Karaoke-Bar verhaftet, 12 under age, 3 Vietchicks.
Nächstes Mal wird der Betreiber sicher die Zahlungen an die Polizei pünktlich leisten  C--
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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #232 am: 25. März 2011, 11:53:30 »

ach das  waren doch die  leasing  frauen !
ist das aber dumm!!
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rio0815

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #233 am: 25. März 2011, 18:16:47 »

Keine Angst, die kommen alle wieder, die Leasingfrauen

Der Unicef-Beauftragte für Kambodscha wird mit einer geradezu unglaublichen Äusserung zitiert:

72% der Waisenkinder in Kambodscha haben Eltern.
Nur 28% haben Vater UND Mutter verloren.

http://kambodscha-pnh.blogspot.com/2011/03/72-der-waisenkinder-in-kambodscha-haben.html

"Big business" Waisenkinder  :-)
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Eckie

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #234 am: 25. März 2011, 18:22:21 »

Mal was anderes, nicht über Verkehr (Autos oder Weiber).

In Deutschland sind ja die ersten Radio- Nukleide aus Fukushima aufgetaucht. Nix Ernstes, aber immerhin messbar.
Wie sieht das in Cambo aus, wird da überhaupt gemessen und wenn veröffentlicht?
Ist Japan da überhaupt ein Thema?  :-X

Mein Umsiedel Datum rückt immer näher und ich möchte nicht gerade "strahlend" empfangen werden.  ???

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hmh.

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #235 am: 25. März 2011, 20:03:19 »

"Big business" Waisenkinder  :-)

Ist doch in Thailand genauso. Für echte Waisen, die es in den traditionellen Großfamilien hier so gut wie nicht gibt, sorgt eigentlich traditionell das Königshaus, dem das außerdem auch überhaupt nichts ausmacht. Finanziell in Thailand ein Klacks.

Was unsereinem im typischen Farang-Ghetto gelegentlich als "Waisenkind" vorgestellt wird, sind die Abkömmlinge von sitzengelassene Müttern, die dann wiederum ihre Balgen bei einer Oma oder Tante abgeliefert haben und untergetaucht sind bzw. anschaffen gehen.

Aber Waisen sind es keine. Die Väter sind oft Tagediebe und Nichtsnutze, saufen o. ä. und die Mütter kennen ihre sogenannten Thai-"Ehemänner" sehr oft auch nach vielen Jahren noch nicht mal beim echten Vornamen, geschweige denn daß sie wissen, wo die eigentlich genau herkommen.
So läuft das hier. Man nennt das auch "Common Law Marriage"   --C  Im Khmerland dürfte es nicht viel anders sein.

Aber nach der Flutwellenkatastrophe Ende 2004 zum Beispiel mußten natürlich ruck-zuck jede Menge "Waisenkinder" aufgetrieben werden, um den vielen von keinerlei Landeskenntnis beleckten Geldkofferträgern immerhin ein gutes Gefühl zu vermitteln...  {:}
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drwkempf

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #236 am: 25. März 2011, 23:53:53 »

Ich kenne bisher nur ein einziges Waisenhaus in Kambodscha genauer.
In diesem von einem Deutschen (Wolfgang Kutzek; www.tani.at) gemanagten Waisenhaus gibt es tatsächlich auch einige wenige Kinder, bei denen eventuell noch ein Elternteil lebt. Meistens sind aber doch beide Eltern gestorben, AIDS und andere Malessen sorgen auf dem flachen Land immer noch dafür, dass viele Menschen vergleichsweise jung sterben.
Für die (Waisen-) Kinder ist es allerdings ohne Bedeutung, warum sie eines Tages ohne Eltern (und ohne Verwandte, die sich angemessen kümmern könnten) dastehen.
In Kambodscha kümmern meist private Organisationen um die Kinder, die irgendwie übrig geblieben sind. Sie sorgen dabei meist nicht nur für Unterkunft und Essen, sondernkümmern sich auch um eine Schulbildung und alles, was dazugehört.
Das hat dann gar nicht selten zur Folge, dass die Waisenkinder besser und intensiver betreut werden als die Kinder armer Eltern, die sich einen solch hohen Standard nicht leisten können.
Die Tani-Kinder werden, wenn sie intelligent und fleißig genug sind, nicht nur eine abgeschlossene Schulausbildung aufweisen können, die dafür geeigneten Kinder dürfen auf eine Universitätsausbildung hoffen (in Kamnbodscha, in Österreich oder Deutschland). Eine Universitätsausbildung ist derzeit in Kambodscha Kindern vorbehalten, die überdurchschnittlich wohlhabende (und einsichtige) Eltern haben.

Mein persönliches Fazit ist, dass lieber ein Kind zuviel in den Genuss einer liebevollen Betreuuung mit ordentlicher Ausbildung und Versorgung kommt.
Wer Zweifel hat, dem empfehle ich in Kambodscha das Tani Kinderdorf zu besuchen. Er kann sich dort mit den Kindern unterhalten - nicht selten bereits auf deutsch!! - und sich so selbst ein Bild machen.

Auch in Thailand haben nur wenige minderversorgte Kinder das Glück, auf ein Ersatzeltenpaar zu treffen, das ihnen das fehlende gute Eltenhaus ersetzt. Eine solche echt familiäre Versorgung wäre sicher die Königslösung, aber diese "best solution" ist halt die Ausnahme.

Wolfram
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hmh.

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #237 am: 26. März 2011, 01:07:55 »

Hallo Wolfram, du hast natürlich recht, bei Kindern im Zweifel lieber mal was zuviel reinschieben. Es zählt der Einzelfall. Und selbst anschauen ist immer das beste.

In Kambodscha kenne ich mich überhaupt nicht aus, das heißt, jedenfalls nicht aus erster Hand.

Balgen haben wir aber auch aufgenommen, keine Waisen, und es nicht bereut. Und einer der beiden inzwischen vorhandenen Enkel kommt in den Ferien demnächst wieder zu uns.

Suspekt ist mir allerdings aufgrund gewisser Erfahrungen vor allem in Thailand ein gewisses fromm-gutmenschelndes Umfeld, das leider in diesem "Waisen"-Bereich zu oft sein Unwesen treibt.  >:

Gibt es übrigens wirklich Kinder, die in einem kambodschanischen Weisenhaus sinnvolles Deutsch lernen? Ich meine, abgesehen davon, daß das immerhin eine aussterbende Sprache ist, die kaum noch eine Handvoll Deutsche ordentlich beherrschen  :-X  ...
erschienen mir die Sprachen der Nachbarländer, oder Englisch, Französisch, Japanisch oder Mandarin sinnvoller für die Zukunftsplanung der Kinder.
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drwkempf

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #238 am: 26. März 2011, 05:14:51 »

Lieber hmh,

deutsch lernen macht Sinn, wenn die Sponsoren in Österreich und in Deutschland sitzen und durchaus bereit zu sein scheinen, auch ein Studium in Österreich oder Deutschland zu finanzieren.
Auch eine Ausbildung in einem Handwerk nach mitteleuropäischer Machart dürfte Menschen aus Südostasien weiterbringen.
Ziel des Ausbildungsweges soll aber in jedem Fall sein, dass die Kinder des Tani Kinderheims später einmal keine billigen Lohnarbeiter werden müssen, sondern auch in Kambodscha mit einer soliden Ausbildung ordentlich bezahlte Arbeitsplätze finden können, mirt denen man mit einer Familie auskömmlich leben kann.

Davon einmal abgesehen ist deutsch doch eine wunderbare Sprache, die auch viele Japaner und Chinesen erlernen, weil deutsches Kulturgut durchaus etwas außergewöhnliches zu bieten hat. Ich meine, dass man dümmeres im Leben machen kann als deutsch zu lernen.
Ich bin persönlich allerdings auch der Ansicht, dass Mandarin etwa eine ganz vorzügliche weitere Sprachoption ist.

Dass es etwas gutes ist, wenn man sich auch um die Kinder anderer Leute kümmert, weißt Du selbst am allerbesten: Du hast doch auch nicht zu allererst über mögliche Kosten nachgedacht, sondern zusammen mit Deiner Frau das gemacht, was einfach richtig war und richtig ist - und wohl auch richtig bleiben wird. ;) Ich glaube, dass Du eine ganz wunderbare Familie zusammenbekommen hast, auch ohne dass ihr euer persönliches Erbgut weiterverbreitet habt! Eure "Kinder" sind wohlgeraten, aber wäre es denn nicht auch der Mühe wert gewesen, wenn sich ein Kind nicht ganz wunschgemäß entwickelt hätte?
Sich um Kinder zu sorgen darf doch am Ende nie eine kaufmännische Berechnung sein.

Wir investieren im Laufe unseres Lebens so viel Geld in unsinniges Zeug, da ist mir ein Euro mehr oder weniger für ein bedürftiges Kind nicht zuviel, wenn es da ankommt, wo es sinngemäß hingehört.

Dass die Sorge um Kinder auch von sektiererischen Gemeinschaften mitbesetzt wird, ist leider kaum zu vermeiden. Meist sind es aber Menschen wie Du und ich, die auf ihre Weise einfach etwas Richtiges und Gutes machen wollen. Also sollten wir darauf achten ,dass wir auch die Mehrheit bleiben.


Wolfram

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rio0815

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Re: Ist Kambodscha eine Alternative?
« Antwort #239 am: 26. März 2011, 10:34:35 »

Es ist sicher gut Deutsch zu lernen, wenn die (berechtigt in Tani) bestehende Chance besteht, eine ordentliche Ausbildung in Mitteleuropa zu bekommen, und zugleich eine Chance, sich durch einen Auslandsaufenthalt zu einem kritischen Menschen zu entwickeln, der "sein" Kambodscha danach mit ganz anderen Augen sehen wird.

Tani IST ein prima Projekt, das ist mal klar.

Kein Posting ohne "aber"...

Aber das Problem ist dabei, dass gut ausgebildete Leute mit zig Jahren in Übersee hierzulande eben keine adäquaten Jobs finden können.

Auch Wolfram kennt den TukTuk Fahrer am "On the corner", der fliessend Deutsch spricht. 13 jahre Germany: Tuk Tuk Fahrer.
Dann gibt es den Chemieingenieur, der gebrauchte jap. Waschmaschinen verkauft (hab eine von ihm).
Gestern lernte ich einen Deutsch-Kambo mit 2 Pässen kennen, der als German speaking Guide arbeitet, und der aus einer der führenden Familien Kambodschas stammt.
Der kann Geschichten von Investoren in Kambodscha erzählen, die reihenweise wieder gegangen sind, weil jeder Beamte erst mal "private Money" wollte, selbst für ein NGO-Projekt über Kleinbiogasanlagen wurden erstmal 10.000 $ entrance fee verlangt.

Eine Frau kenne ich, die 5 Jahre an der international business school (oder so) in Weimar studiert hat, und die 500$ im Monat verdient, bei einer Bank hier.
Junges Mädel, Mitte 20, wohnt bei ihrer Cousine, die mit GTZ-Ingenieur hier verheiratet ist, und beklagt sich weil sie ihr Zimmer in der Luxuswohnung Miete 1400 $ selbst bezahlen muss mit 100$.

Jeder dieser auslandsausgebildeten Leute sagt Dir hier dasselbe: Solange hier nicht gründlich mit der Korruption aufgeräumt wird, ist alle Anstrengung vergeblich:
Kambodscha wird arm bleiben mit oberreichen top 10.000, und weiter auf anderer Leute Kosten leben.

EDIT: Falls man es nicht gelesen hat: Kambodscha ist das korrupteste Land der Welt:
http://kambodscha-pnh.blogspot.com/2011/03/gluckwunsch-kambodscha-endlich-mal.html
« Letzte Änderung: 26. März 2011, 10:39:08 von rio0815 »
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