Lieber charly,
Jock hat meiner Meinung nach fast schon alles gesagt, was man zu der Möglichkeit, in Deutschland arbeiten zu dürfen, sagen muss.
Ich möchte noch ergaenzen, dass Philippinos gewohnt sind, Fremdsprachen zu erlernen, und das mit grosser Perfektion.
Die philippinischen Krankenschwestern früherer Jahre lernten meist innerhalb weniger Monate deutsch zu reden, zu lesen und zu schreiben, bei ihrer Ankunft in Deutschland sprachen sie kaum ein Wort deutsch.
Ich erinnere mich daran, dass in der Kitteltasche einer durchschnittlichen philippinischen Krankenschwester nicht nur ein Wörterbuch, sondern auch noch eine deutsche Grammatik zu finden war. Ich musste oft Probleme klären, die dadurch entstanden waren, dass meine deutschen Krankenschwestern Dialekt sprachen und es mit der Grammatik nicht so genau nahmen.

Heute werden hohe Hürden aufgebaut, Deutschkurse hier sind sauteuer und nur in wenigen grossenStädten überhaupt verfügbar.
Merkwürdigerweise kümmern sich die deutschen Behörden sehr wohl um die deutschen Sprachkenntnisse, sehr wenig aber um die berufliche Qualifikation der Bewerber, obwwohl die doch an erster Stelle stehen sollte.
Man macht sich auch meist gar nicht klar, dass der Wechsel in eine deutsche Stelle für einen hervorragend (an der Universität) ausgebildete Krankenschwester ein berufliches downgrading bedeutet.
Krankenschwester in den Philippinen dürfen viel mehr als ihre deutschen Kolleginnen, und das zu recht. Ihr Ausbildungsnjveau gibt das her.
Aus diesem Grund und nicht wegen der Sprachprobleme werden hiesige Krankenschwestern allemal eine Stelle in den USA vorziehen!
Zu den care takern:
Jemand brachte die Idee mit den Harzt 4 Empfängern auf, die doch als Altenpfleger einspringen könnten.

Da ist nun wirklich der Triumpf der Hoffnung über die Erfahrung.
Wer weiss, wie speziell Alten- und Behindertenpflege sein kann, wird von dieser Idee schnell Abstand nehmen.
Die Pflegedienste kommen gern auch ehrmals am Tag vorbei, wobei jeder Handschlag extra zu bezahlen ist.
Eine durchgehende persönliche Pflege sollte man da besser micht erwarten.
Ein care taker sieht das völlig anders. Er lebt mit dem Betreuten zusammen und arbeitet strenggenommen nur, wenn das auch erforderlich ist, also viel Stunden am Tag überhaupt nicht.
Bei freier Kost und Unterkunft und einer Sechstagewoche sowie einem Entgelt von um die 1000 Euro sieht es sich keineswegs schlecht behandelt. Sei Einkommen ist immerhin ehr als doppelt so hoch wie das eines Schulleiters in einer grossen Schule in den Philippinen.
1000 Euro sind derzeit etwa 52 000 Pesos. Das ist hier ein fürstliches Gehalt und normalerweise ohne Korruption gar nicht zu realisieren.
Selbst auf dem Strich sind monatlich kaum mehr als 30 000 Pesos realistisch.
Ich kenne hier Legionen von Leuten, die für die oben genannten Bedingungen liebend gern arbeiten würden.
Die erreichbaren Einkommen in den arabischen Staaten, in Japan, Korea und Malaysia sind übrigens bedeutend niedriger. Auch auf den Kreuzfahrtschiffen wird nicht besser bezahlt.
Trotzdem ist für solches Geld und solche Arbeitsbedingungen keinHartz 4ler zu gewinnen.
Und die nette Polin meiner Nachbarn, die nur höchst gebrochen deutsch spricht und keine spezifische Ausbildung besitzt, ist schon ein Glücksfall.
Sie arbeitet im Wechsel mit einer Kollegin jeweils 6 Monate für 1200 Euro plus Krankenversicherung und ist damit hochzufrieden. Sie kann praktisch das gesamte Gehalt sparen und kommt damit gut übers Jahr.
Zu Anfang hatte es eine deutsche Kraft sein sollen.
Dieses Vorhaben musste wegen erwiesener Unmöglichkeit aufgegeben werden.
namdock hat a,so gar nicht so unrecht.
Nicht selten wird die "Hartz 4 Hölle" eben doch einer geregelten Arbeit vorgezogen.
Und Empathie kann nun einmal nicht angeordnet werden...
Viele Fernsehbeiträge sind mir zu tendenziös und reisserisch. Ich höhre mich in meiner Nachbarschaft um, da lerne ich meist mehr.
Die dort genannten 900 Euro und eine 24/7 Woche ist uumindestens in Baden Württemberg und in Rheinland Pfalz völlig unrealistisch.
Heute sind neben einem höheren Gehalt auch alle möglichen Versicherungen sowie ein Weihnachtsgeld gar keine Ausnahme mehr.
Wolfram