Ich bin aus Davao zurueck und habe anschlagslos und genauso muehelos ueberlebt.

Bei meinen Ausfluegen in die weitere Umgebung Davaos habe ich einige interessante Entdeckungen gemacht.
Anders als im noerdlichen Mindanao sind die Verkehrswege bereits recht gut ausgebaut, bisweilen trifft man schon auf ordentlichen Thaistandard (und Porschefahrer, die das dann auch mal eben nutzen

).
Ein interessantes Staedtchen ist Tagum City, liegt etwa 50km nordoestlich von Davao. Tagum ist die Bananenhauptstadt der Philippinen, offensichtlich erzielt mandamit ein ausreichendes Einkommen.
Im grossen modernen Shoppingcenter der Stadt war ich ueber das umfangreiche und trotzdem preiswerte Sortiment ueberrascht. Es gibt dort bereits westliche Kuechengeraete in einer Auswahl, die man auf den Philippinen sonst selten antrifft.
Zu Davao muss noch ergaenzt werden, dass die Stadt flaechenmaessig sogar groesser ist als der Moloch Metromanila bei allerdings wesentlich besser organisiertem Strassensystem. Da aos Flughafen darf auch nachts angeflogen werden, er koennteder zweite echte internationale Flughafen werden.
Die Drogenhaendler und -abhaengigen machen eine schwere Zeit durch, der Praesident haelt sich ungewoehnlicherweise an seine Wahlversprechen.
Das bringt natuerlich einige Zeitgenossen, zu denen auch Parlamentarier und Polizeibosse gehoehren, in erhebliche Schwierigkeiten.
Es ist ja nicht nur das hohe (Neben-) Einkommen, das wegbricht, es droht auch noch der Verlust des Lebens oder der Freiheit und zumindestens der Verlust der bisherigen Macht. Durch den Missbrauch dieser Macht hat man sich in der Vergangenheit Feinde gemacht, die sich jetzt die Haende reiben und schon mal den eigenen Waffenbestand ueberpruefen.
Es soll aber nicht beim Kampf gegen die Drogencamerilla bleiben, auch das Hauptproblem Korruption steht auf der to do Liste. Das kann noch vanz spannend werden, viele Filipinos setzen gerade auch hier grosse Hoffnungen in deen neuen Boss.
Sollte gar auch noch das ueberteuerte Ausbildungssystem spuerbar reformiert werden, droht Duterte die Heiligsprechung durch die begeisterte Bevoelkerung.
Duterte wuenscht sich bessere Beziehungen zur Europaeischen Union. Bisher ist der Handel durch hohe Importzoelle behindert, nur Importe aus den Asean Laendern duerfen sich ueber den niedrigenEinfuhrzoll von 1% freuen.
Bisher sind die Preise etwa in den Einkaufszentren oft massiv ueberteuert, viele Waren sind fuer philippinische Normalverdiener schlicht unerschwinglich. Die Besitzer der Einkaufszentren pluendern ihre Landsleute regelrecht aus und sind stinkreich.
Es fehlt einfach die Konkurrenz.
Wuerden etwa Lidl und Aldi hier aufmachen - der Markt ist bei Gott wirklich interessant - dann kaeme fuer viele Geschaeftsleute hier das grosse und wohl auch bittere Erwachen.
Die Mehrwertsteuer betraegt hier nur 12%, Personal ist billig und willig, spricht meist recht gut bis perfekt englisch, Lohnnebenkosten sind praktisch nicht existent.
Mal sehen, ob wir Europaeer gescheit genug sind, uns auf einen verstaerkten Handel mit den Philippinen einzulassen.
Anders als viele andere asiatischen Voelker sind die meisten Philippinos bereit, etwas dazuzulernen. Die uebliche Sturheit der Thais, die jede auch noch so konstruktive Kritik als Beleidigung aufnehmen, gibt es hier kaum.
Gerade aus diesem Grund fuegen sich Filipinos auch ohne groessere Muehen in auslaendische Arbeitsmaerkte ein.
Die meisten Filippinos sind Christen, davon die Mehrheit katolisch. Die Moslems unter den Filipinos suchen sich ihre auslaendischen Arbeitsstellen bevorzugt in Laendern mit moslemischer Kultur. Der grosse Rest ist uns kulturell viel verwandter als etwa unsere derzeitigen Fluechtlinge in Deutschland. Durch die verbreitete Englischsprachigkeit verstaendigt man sich im Lande leicht.
Die Philippinen haben jede Menge Potential.
Sollten hier tatsaechlich geregeltere Verhaeltnisse eintreten, dann ist der Weg zurueck in die Spitzennationen Suedostasiens moeglich.
Allerdings ist der Weg dorthin weit.
Singapur, Korea, Japan, Thailand, Malaysia, Indonesien und natuerlich auch das reiche Brunei haben einen deutlichen Vorsprung, auch Vietnam hat die Philippinen laengst deutlich hinter sich gelassen, es besteht allenfalls Augenhoehe mit Kambodscha, lediglich Laos und Myanmar stehen im Ranking hinter den Philippinen.
Ohne Duterte waere das Land in Absehbarer Zeit ganz ans Ende durchgereicht worden.
Es ist also spannend, wies hier weitergehen wird.