Shogun
Shogun Broschiert – Dezember 1999
von James Clavell (Autor)
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Atemberaubend, spannend und zugleich auch abstoßend, so empfinde ich das Buch nun am Schluss. Der Roman hat mich während des Lesens total beschäftigt, so dass ich auch in der übrigen Zeit gedanklich ständig im Japan des frühen 17.Jh.gefangen war und mich mit den manchmal unglaublich erscheinenden Gegebenheiten auseinandersetzte. Eine Erfahrung , die ich nicht missen möchte. Eigentlich bin ich eine sehr "Spät-Berufene", da der Roman schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts auf dem Markt kam und auch sehr erfolgreich verfilmt wurde. Beides hat mich zur damaligen Zeit nicht interessiert. Den Film möchte ich nach dem Buch jetzt nicht mehr sehen, da er all die Vielschichtigkeiten der Protagonisten, die oft sehr feinen Intrigen und die feinen kleinen Boshaftigkeiten, die ein jeder dem anderen unter dem Deckmantel der absoluten Freundlichkeit und Geduld angedeihen lässt, so im Film nicht gezeigt werden können.
Brillant erzählt!
John Blackthorne,in Japan "Anjin-san" genannt, da man seinen Namen nicht aussprechen konnte, landete nach einem großen Sturm bei dem er mit seinem angeschlagen Schiff im Pazifischen Ozean umher irrte, mit "Schiffbruch" an der japanischen Küste. Seine Mannschaft war durch den Orkan erheblich dezimiert und das Schiff praktisch manövrierunfähig. Sogleich erlebten sie die Grausamkeit der Japaner, die sie jedem Eindringling in ihre Welt angedeihen ließen, allen voran aber den südlichen Babaren, zu denen zählten sie Blackthorne und seine Mannschaft. Sie wurden in eine stinkende Jauchegrube geworfen und harrten hier, der Sprache und den Gepflogenheiten nicht mächtig, auf ihren Tod. Jedes vermeintlich falsche Minenspiel genügte schon um im großen Kessel bei lebendigem Leib und unter unsäglichen Schmerzen gekocht zu werden. Für uns unvorstellbar, dass ein Mensch der den Kopf zur Verbeugung nicht tiefgenug hält, diesen mit einem einzigen Schwerthieb auf der Stelle verliert.
Dies ist nur der Anfang dessen was dem Anjin-san auf seiner Reise durch den südlichen Teil Honshus (Hauptinsel Japan) widerfährt. Auf seiner "Erasmus" die den Hölländern gehörte war der Engländer Blackthorne nicht der Kapitän sondern der Navigator, der zur damaligen Zeit wichtiger und höher angesehen war als der Kapitän. An ihm hatten sie plötzlich großes Interesse. Bis zum mächtigsten Daimyo von Kwanto Toranaga wurde der Anjin-san weitergereicht. Hier traf er auf einen japanischen Fürsten der es bestens verstand sein wahres Gesicht, seine wirklichen Gefühle und Bestrebungen aufs Beste hinter der Gleichmütigkeit und Geduld zu verstecken. Sein Interesse am Anjin war aus mehreren Gründen belegt. 1.war er eine gute Waffe gegen die Jesuiten die seit 50 Jahren das Land christianisierten und so ganz nebenbei den lebenswichtigen Handel für Japan mit China monopolisierten, 2.war er ein sehr kluger und intelligenter Mann von dem der Daimyo sich versprach viel zu lernen über die Seefahrt zu forderst, Menschen und Kultur anderer Völker bevorzugt natürlich über Engländer, Holländer und auch über die verhassten Jesuiten die aus Portugal und Spanien kamen.
Als Dolmetscherin fungierte die Dame Toda, Mariko-san, die Christin war und die Sprache der Jesuiten, Portugiesisch und Latein beherrschte, die der Anji-san ebenfalls sprach. Mariko wurde schnell zur Freundin und letztlich auch zur Geliebten, was ihnen aber nicht zum Segen, sondern zum Fluch gereichen sollte. Aber über Mariko lernte er die Sitten und Gebräuche Japans, die gute und auch weniger guten kennen und wird dadurch im Denken und Handeln immer mehr zu einem Japaner.
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Produktinformation
Broschiert: 958 Seiten
Verlag: Droemer Knaur; Auflage: Vollständige Taschenbuchausgabe (Dezember 1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426006537
ISBN-13: 978-3426006535
Verpackungsabmessungen: 18,4 x 12 x 4,4 cm
Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen
