Ein interessanter Klimabericht aus dem Jahr 1911 ![Megagrin ;]](https://forum.thailandtip.info/Smileys/t3net/icon_megagrin.gif)
„Unterzieht man die Temperaturverhältnisse der letzten Monate einer kritischen Betrachtung, so waren diese absolut betrachtet, nicht in dem Sinne abnorm, daß neue Hitzerekorde in Deutschland, überhaupt in Mitteleuropa erreicht worden waren. Wohl hat die Temperatur an einer Reihe von deutschen Orten während der verflossenen Hundstage 35 – 37½° im Schatten erreicht, aber das ist auch in früheren Jahren schon dagewesen, ja, diese hohen Temperaturwerte sind innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches vor noch nicht allzulanger Zeit, im heißen August des Jahres 1892, schon überschritten worden, und selbst die absolute Maximaltemperatur dieses Sommers, die am 28. Juli 1911 zu Chemnitz mit 40° im Schatten erreicht wurde, stellt noch keinen Rekord dar, da am 18. August 1892 zu Reichenhall das Thermometer sogar bis auf 41½° gestiegen war.
Auffälliger und bemerkenswerter, als die immerhin ungemein hohen Maximaltemperaturen des letzten Sommers waren, erscheint neben der langen Dauer der fast vierwöchigen Hitzeperiode der Hundstage die Tendenz zu heiterem, trockenem und daher auch warmem Wetter, die seit dem Beginn des Frühjahrs bereits bestand und die nach kurzen Rückschlägen zu Regen und Kühle immer von neuem zum Durchbruch kam. Diese Tendenz zu trockenem und heißem Hochdruckwetter, die auch nach Beendigung der Haupthitzeperiode noch andauerte, hat sich bis an die Schwelle des Herbstes, tief in den September hinein, erhalten; kamen doch am 8. September zu Frankfurt a.M. und Dresden noch 35°, am 8. zu Aachen und Kleve 34° zur Registrierung, und sogar am 13. brachten es zahlreiche Orte noch auf 30-31° Wärme, eine Temperatur, die während der vier verflossenen kühlen Jahre an manchen Orten während des ganzen Sommers nicht erreicht worden ist. Hand in Hand damit ging eine ungemein große Trockenheit in den meisten Teilen des Landes.“
https://norberthaering.de/oekologie/hitzesommer-1911/