@ Alfred, wenn man sich hauptsächlich auf dem (nicht Stau-geplagten) Land bewegt, ist ein Schaltwagen wohl genauso gut wie einer mit Automatikgetriebe. Wenn die Mietkosten deutlich geringer sind, würde ich auch einen Schaltwagen vorziehen, doch gerade im Stadtverkehr ist ein "Automatik" nun mal um Klassen besser.
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4. Was hat dass Nicht Automatikfahren mit Mann sein zu tun?
Ist Ansichtssache, aber wenn es nicht wirklich vornehmlich Stadtverkehr ist in dem ich mich bewege,
dann bin ich ein Weichei, wenn ich Automatik brauche. Sorry, eben Ansichtssache. ...
Das ist eine typisch (alt-)deutsche Ansicht. - Inwiefern ist man eine echter Mann wenn man beherrscht einen Schaltknüppel zu betätigen, oder umgekehrt gefragt, was ist daran "unmännlich" wenn man die Vorzüge der modernen Technik zu schätzen weiß?
Deine dies bezügliche Ansicht ist offensichtlich in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stehen geblieben. Damals waren Automatikgetriebe grottenschlecht. Schaltwagen mit gleicher Motorisierung waren damals wesentlich agiler als solche mit Dreigang-Automatik und
vorgeschaltetem Drehmomentwandler.
Damals war ein deutsches Fahrzeug mit Automatikgetriebe eigentlich nur für körperlich Behinderte gedacht. - Unsere Freunde in den USA sahen es eher praktisch: Wenn der Achtzylinder genügend Leitung hatte, konnte er selbst mit grottenschlechter Automatik bei der (damals) erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 88 Km/h die Räder zum Durchdrehen bringen. 30 Liter Spritverbrauch auf 100 Km - Egal, das Zeugs kostet nix und der Tank fasst 200 Liter!
Dabei hatte es, gerade bei europäischen Herstellern immer wieder bahnbrechende Erfindungen gegeben.
- Die voll hydraulische Schaltung von Bugatti.
- Das "Sachs-Ziehkeil-Getriebe", womit Gänge unter Last gewechselt werden konnten.
- Die elektronische Kupplung im NSU Ro80
- die stufenlose Automatik bei DAF
- Die (erbärmliche) Halbautomatik beim VW Käfer
- Die erste effektive Halbautomatik im Simca 1000 (1966)
- Das britische "Fuller-Getriebe", das mittels Pneumatik einen Gang rauf oder runter schalten konnte.
- Der "Override" von Volvo, der hydraulisch ausschließlich den 5ten Gang schaltete.
- Die "Gleason Hypoid Verzahnung" durch Jerry Gleason, die erstmals ermöglichte, Gänge ohne Ruckeln zu wechseln.
All diese Getriebe waren zu ihrer Zeit gute Alternativen, für Leute die mit manuellen Getrieben nicht allzu gut umgehen konnten.
Der Umbruch kam erst Mitte der 80er.
- Damals brachte Porsche als erster Hersteller ein Automatikgetriebe unter dem Namen "Tiptronik" heraus, das
meist besser war als ein (von Experten) von Hand geschaltetes Getriebe.
- Kurz darauf brachte BMW ein Automatikgetriebe auf den Markt das fasst so gut wie das von Porsche war, jedoch weit weniger aufwendig und kostspielig.
- Als 1988 der Japaner "Fuji Heavy Industries" mit der
ACT-4 das erste Automatikgetriebe auf den Markt brachte, das manuell geschalteten in jeder Hinsicht überlegen war, waren sämtliche Autohersteller die Automatikgetriebe als Hilfsmittel für Behinderte abtaten, im Erklärungsnotstand.
Heutige Automatikgetriebe, es sei denn der Hersteller agiert im untersten Preissegment, sind inzwischen durchweg besser und sparsamer als Schaltgetriebe.
Selbst das automobile Urgestein, Mercedes, hat es inzwischen geschafft ein Automatikgetriebe auf den Markt zu bringen das sich vor der ACT-4 von FHI nicht verstecken muss.
Resümee: wer heutzutage noch glaubt das ein Schaltgetriebe besser ist als ein Automatisches, ist vor über 20 Jahren in seinem technischen Wissen stehen geblieben. - Wer sich zwar bewusst ist das moderne Automatikgetriebe besser sind als Schaltgetriebe, doch von Hand schalten als "männlich" ansieht, sollte um sich selbst ehrlich zu bleiben auch die schwul-gelben Blinklichter von seinem Fahrzeug abbauen. - In Deutschland sind Blinklichter keine Pflicht. Den Arm beim Abbiegen aus dem Fenster heraus zu halten zeigt echte Männlichkeit; gelle, @ Alfred.