Mal objektiv gesehen:
Ein/e jede/r Thailänder/Thailänderin, der/die nur einen Urlaub in DACH verbringen will, muss bei der Visums Applikation den Nachweis einer ausreichend deckenden Reiseversicherung erbringen.
Sollten sie/er sich z. Bsp. in der CH niederlassen wollen, ist er/sie von Gesetzes wegen verpflichtet, eine KV-Grundversicherung bei einer einheimischen Kasse abzuschliessen. In dem Punkt von Diskriminierung gegenüber Farangs zu sprechen, erübrigt sich also. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch, dass in der CH eine jede Kasse verpflichtet ist, Applikanten mit korrekten Niederlassungspapieren aufzunehmen. Aber auch hier zur Erinnerung: 99% der Langzeitexpats sind unter einem NON-IMMIGRANT** Status hier.
Meine subjektive Meinung:
Sollte es einmal zu so einer Visumsregelung kommen, was meiner Meinung nach durchaus denkbar ist, sollte es wenigstens eine "und/oder Lösung" geben. Heisst für mich. Kann jemand genügend Eigenmittel nachweisen, sollte es ihm überlassen sein, ob er in Thailand versichert ist oder nicht. Nun, wie hoch sollten solche Eigenmittel sein ? Hier scheiden sich die Geister. Ein siebenstelliger Baht Betrag sollte es meiner Meinung nach schon sein.
Dass sich die Auslandsvetretungen stark machen für einen verbesserten Versicherungsschutz von Expats, kann ihnen niemand verwehren. Es wäre allerdings begrüssenswert, wenn man sich auch in die Richtung stark machen würde, für in Thailand mittlerweile verwurzelte Ausländer einen besseren Status als das momentane NICHT IMMIGRANT** Niveau zu erreichen.
Mir sind etliche Fälle bekannt, wo Farangs vom Alter her oder wegen diverser Vorerkrankungen keine Chance auf eine Aufnahme in eine einigermassen zahlbare KV haben. Selbst wenn sie über 100'000 Baht Jahres Prämie bezahlen. Ihnen bleibt nur die Lösung der im Versicherungsthread schon geposteten Angebote von z.Bsp. dänischen Versicherern. Für ein Ehepaar im Rentenalter sind das Kosten von 6-10000 Euro/Jahr, je nach Alter. Diesselbe Zahl wird übrigens auch von diversen Auslandsvertretern genannt.
Wie ich im vorgängigen Post bereits erwähnte, habe ich den deutschen Konsul diesbezüglich gesprochen. Grund meines Besuches (als CH) bei der deutschen Botschaft war die Begleitung eines befreundeten deutschen Rentnerpaares, das genau in dieser Situation steckt. Ich war selber dabei und habe mitbekommen, wie sie selbst von reinen Unfallversicherern abgelehnt wurden, weil eben sonst keine Reserven da sind. Bis anhin war es kein Problem, nur eine reine UV abzuschliessen. Auch hier werden die Zügel gespannt. Die Aufnahmekriterien variieren von Anbieter zu Anbieter. Die Allianz zum Beispiel lehnte das Paar ab, weil sie anscheinend über zuwenig Rücklagen in Thailand verfügen.
Die Allianz (Anmerk.: die thailändische) versichert selbst reine Unfallrisiken für "Neu-Farangs" nur noch mit Condobesitz, Workpermit und/oder ausreichend Rente. Dies war die offizielle Begründung. Persönlich glaube ich jedoch zu wissen, dass sich die an und für sich günstigen UV Prämien für die Versicherer schlichtweg als Minus-Geschäft erweisen. Hohes Alter = höheres Unfallrisiko. Der deutsche Konsul meinte, hätte das Paar auch eine KV, wären sie seiner Meinung nach aufgenommen worden. Es sei in der Vergangenheit genug Schindluder getrieben worden mit der Vermischung von krankheitsbedingten Altlasten zu Ungunsten der Unfallversicherer.
Nochmals, ich gebe hier reine Fakten weiter und es wäre absolut kontraproduktiv, jetzt den deutschen Konsul in irgendeiner Weise zu kritisieren. Er ist der Uebermittler der Informationen. Seine persönliche Haltung diesbzüglich spielt absolut keine Rolle. Die Initiative, dass sich Expats besser schützen sollten, wird von dutzenden Auslandsvertretungen in Thailand gestützt.
By the way: Wer den deutschen Botschafter, Herrn Dr. Hans Heinrich Schumacher auf Phuket treffen will, kann ihn am 23. August 2010 vormittags auf dem deutschen Konsulat treffen.