doch das Krankenhaus sitzt noch immer auf einer offenen Rechnung von 54.000 Baht
So tragisch der Fall deines Freundes auch ist: Mein Mitleid mit dem Budgetverantwortlichen des Krankenhauses hält sich dann doch in Grenzen, wenn ich in deinem Artikel lese dass Ausländer dort 15% Aufschlag auf die Behandlungskosten zahlen. Damit sollte sich auch der eine oder eine Zahlungsausfall eines Ausländers finanzieren lassen.
und der thailändische Staat keine Veranlassung sieht, die Krankenhäuser heraus zu pauken, bleiben die staatlichen Krankenhäuser auf den Behandlungskosten sitzen
Was die Frage auf wirft: Wer trägt letztlich die Forderungsausfälle? Die Ärzte selbst? Bei staatlichen Krankenhäusern sollte man doch davon ausgehen dass der Staat Eigentümer ist...
Nach allem, was ich aus dem Krankenhaus hörte, ist dies kein Einzelfall. So kann man die Wut der staatlichen Krankenhäuser verstehen.
Es mag kein Einzelfall sein, und gerade in Orten wie Phuket, Hua Hin und Pattaya mit ihrem hohen Anteil an Urlaubern und ausländischer Bevölkerung werden sich die Fälle häufen, aber ich bezweifle dass Forderungsausfälle durch zahlungsunfähige Ausländer insgesamt gesehen ein ernsthaftes Problem für das thailändische Gesundheitswesen darstellen. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen wenn es da verlässliche Zahlen geben sollte, aber ich kann mir nicht vorstellen dass die Ausfallquote höher ist als der 15%-Farang-Aufschlag bei den Behandlungskosten.
Auch finde ich es – insbesondere nach dem oben Gesagten - schwer nachzuvollziehen wie aus einer Versicherungsregel keine Vorteile zu ziehen sein sollen.
An einer Versicherung verdient grundsätzlich der Versicherer, denn der erhobene Beitrag ist immer höher als das statistische Risiko. Ansonsten würde sich das Produkt nicht rechnen.
Ob eine Versicherung für mich persönlich sinnvoll ist hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wer zum Beispiel genug Geld hat um Behandlungen im Bereich bis zu einer Million Baht aus eigener Tasche zu bezahlen, für den macht es keinen Sinn eine Versicherung abzuschließen deren Leistungen nach oben bei einer Million Baht limitiert sind. Wer sowieso damit rechnen muss den Vertrag alters- oder krankheitsbedingt gekündigt zu bekommen, der fährt möglicherweise besser wenn er sein Geld aufs Sparbuch packt anstatt es der Versicherung zu überweisen.
Ich bin sehr für Krankenversicherungen. Aber ich kann nur jedem raten von den thailändischen privaten Versicherungsangeboten mit ihren Höchstgrenzen, Ausschlussklauseln und versicherungsseitigen Kündigungsmöglichkeiten die Finger zu lassen. Denn in diesem Land hat man im Konfliktfall als Ausländer immer die schlechteren Karten. Wenn ich mal in die Situation kommen sollte meine Krankenversicherung auf Leistungen verklagen zu müssen, dann möchte ich das in einem Land mit einem vernünftigen Rechtssystem tun.
Und ich befürchte dass eine Versicherungspflicht dazu führt dass man eine solche thailändische Alibi-Versicherung abschließen muss, deshalb bin ich dagegen.
Aber an dem momentanen Umstand, dass sich einige Expats einen Aufenthalt in Thailand im Grunde genommen nicht leisten können, dafür kann er nichts.
Aber gerade diesem Personenkreis hilft der Vorschlag auch nicht, denn die 'Problemfälle' können sich in der Regel eine vernünftige Versicherung gar nicht leisten. Dazu kommt: Wer sowieso schon budgetbedingt auf eine Krankenversicherung verzichtet, der wird im Zweifel gar nicht zurück nach Deutschland gehen, sondern auf Touristenvisum mit Visarun umstellen, oder einfach per Overstay in Thailand bleiben wenn er kein Visum für Thailand mehr bekommt.