Schön, wie sachlich hier bisher diskutiert worden ist, obwohl man die Meinungen nicht unter einen Hut bringen kann.
Mir fällt auf, dass sich der Honorarkonsul in Phuket für die zwangsweise Versicherung einsetzt, während von seinem Kollegen in CNX und erst recht von der Deutschen Botschaft noch nichts in dieser Richtung zu hören war. (Der in Pattaya ist ja gerade erst eingesetzt). Es ist offen, ob er seine Idee wegen Arbeitsüberlastung oder auch aus Sorge um die staatlichen DACH Finanzen entwickelt hat. Dass derartige Fälle für ihn selbst sehr zeit- und arbeitsaufwendig sind und vermutlich keinen einzigen Euro/Baht abwerfen, sollte nicht verschwiegen werden. Warum sich diese Armutsfälle gerade in Phuket häufen, müsste noch erklärt werden.
Dieses neue
Bürokratie-Monster, zu dem es sich zweifellos entwickeln würde, lehne ich uneingeschränkt ab. Ich möchte mal Fragen aufwerfen oder auf reale Probleme hinweisen, die zweifellos gegen eine Zwangs-Krankenversicherung sprechen:
Die bürokratische AbwicklungZur Klarstellung, wir reden von Versicherungen für die Langzeit-Expats.
1) in DACH@blackmicha schrieb schon mal, die Versicherung müsse schon bei der Ausreise in DACH vorgewiesen werden.
- Dagegen steht: wenn der betreffende nun aber mit dem 3-Monatsvisum startet und erst während dieser Zeit in Thailand das Jahresvisum angeht? Schlupfloch!

- Das Gleiche gilt dann für die folgenden Jahre, wenn er nicht mal zwischendurch nach DACH zurückkehrt.
- Gegen was muss man versichert sein und in welcher Höhe?
- wie steht es mit den (ausgeschlossenen) Vorerkrankungen, deren Behandlung so teuer werden kann?
- Ist es zulässig, aus diesem Grund die Ausreise/den Abflug aus DACH zu verweigern?
- BM würde es genau so wie ich verfluchen, wegen der daraus folgenden längeren Abfertigungszeit im DACH-Flughafen schon 5 Stunden vor dem Abflug erscheinen zu müssen.
2) In ThailandHier ist erst recht das
Chaos oder die Abzocke vorprogrammiert, wenn es um die erste Aufenthaltsgenehmigung/Visum oder um deren Verlängerung geht.
- die Uneinheitlichkeit bis hin zur Willkür bei der Anwendung eventueller (neuer) Visa-Vorschriften durch die Immi-Behörden
- die unterschiedliche Korruptionsbereitschaft in den Immi-Behörden
- das materielle Verständnis derartiger Versicherungsdokumente mit den medizinischen Fachbegriffen.
- Werden in DACH abgeschlossene Versicherungen anerkannt?
- Wie ist die Versicherung für die Thai-Behörde nachzuweisen? Ist wieder eine beglaubigte Übersetzung für die Immi erforderlich (über die sich der Konsul wegen der anfallenden Gebühr natürlich nicht ärgern würde) ?
- Wie soll der Nachweis einer Versicherung nach Ablauf des 1.Versicherungsjahres erbracht werden? Durch Kontoauszüge? Die können die jetzt schon nicht interpretieren.
- Wie müssen die Immi-Behörden gewisse Versicherungsausschlüsse behandeln, die besonders im fortgeschrittenen Alter anfallen und meist zu hohen Kosten führen?
Durch Versicherungsausschlüsse würde das Zwangssystem eh zur Farce 
- Was soll man denn bitte schön tun, wenn einen keine Versicherung aufnimmt? Anstelle von 800.000 THB dann 5 Mio. THB hier zinslos auf dem Konto stehen haben???
- Kann der Immi-Beamte überhaupt abschätzen, ob die komplizierten Versicherungsformeln einen ausreichenden Schutz bieten?
- Auch wenn die Thai-Immi meint, der Versicherungsschutz sei ausreichend, weil das Tea-Money auch ausreichend war, ist das für den Konsul noch lange keine Garantie dafür, nicht mit dem Fall belästigt zu werden.
- Da bisher schon verschiedene Aktionen -wie z.B. Visa-Run - die thailändische Aufenthaltsgenehmigung bzw. das Visum für 1 Jahr entbehrlich machten, wie soll denn auch mit neuen Vorschriften so etwas vermieden werden? Wieder ein Schlupfloch

. Der Nachweis von ausreichendem Jahreseinkommen oder einer ausreichenden Geldanlage von 400k bzw. 800k jährlich unterbleibt somit. Die könnten ja zumindest teilweise für den finanziellen Notfall herhalten.
- Gerade die Armutsfälle sind diejenigen, in denen die bürokratischen Klippen umschifft worden sind. Änderung kaum zu erwarten, deshalb status quo.
In einem Punkt habe ich meine Meinung geändert.. Die DACH-Bürokraten sollten mal darüber nachdenken und es anhand der eignen Daten prüfen, ob eine Kostenübernahme/-Beteiligung am Ende nicht billiger käme. Mir stinkt es zwar gewaltig, wenn die Allgemeinheit in DACH von den wenig Sorglosen in Anspruch genommen wird. Da aber hier die Behandlungskosten entschieden niedriger sind als in DACH, wäre die Kostenübernahme durch DACH deutlich günstiger, als wenn jemand extra zur (kostenlosen) Behandlung nach DACH reisen würde. Es müssen ja nicht ausgerechnet die Kosten vom Bumrungrad-Hospital sein In D. würde man zu Lasten der Sozialkassen auch nicht vom Nobelpreisträger oder Uni-Professor ohne finanzielle Sondervereinbarung operiert.
Das wäre ein Überdenken wert, wenn damit Missbrauch nahezu ausgeschlossen werden könnte.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Konsul ernsthaft glaubt, damit seine Belastungsfälle los zu werden. Wenn er sich da mal nicht in den Finger geschnitten hat und am Ende genau so dasteht wie derzeit auch. Und das mit dem typischen Ergebnis, dass wegen einiger Missbrauchfälle (Visum) die große Mehrheit der soliden Expats zwangsweise neuen Unsinn erdulden muss. Die Missbrauchsfälle wird er keineswegs durch eine Zwangsversicherung beseitigen. Das haben die gewieften oder sorglosen Falangs sowie die Thai Bürokratie bisher bestens verhindert. Mit einer deutschen Regelungswut bis ins letzte Detail mag das zwar annähernd erreichbar sein, aber dem wäre die Thai Bürokratie wahrscheinlich nicht gewachsen, sondern würde nur neues Unheil produzieren.
Wenn der Konsul die thailändische Regierung für seine Absichten einspannen will, dann sollte er den Mut haben, die Thai Behörden um genaue Anwendung der eignen Visa-Vorschriften zu bitten.
Damit wäre sein Problem nämlich gelöst, nicht jedoch durch eine neue Plage. MfG
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