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Autor Thema: Bangkok sinkt  (Gelesen 66410 mal)

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Grüner

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #30 am: 04. August 2008, 19:10:40 »

Ganz Venedig steht auf Eichenholzpfählen, San Marco alleine auf hunderttausenden (hab das mal wo gelesen, aber möchte die Zahl auch nicht beschwören) also im Prinzip müßte es schon gehen. Ich vermute aber mal, daß diese Pfähle auch bis zu einer tragenden Schicht durchgehen müssen.

Ich könnte mir aber schon vorstellen, daß z. B. eine in sich stabile Betonplatte, mit einigen quadratischen Absenkungen an den Ecken, zum Beispiel ein leichtes Einfamilienhaus trägt, ohne gleich im Sumpf zu versinken ... na ja, jedenfalls eine oder zwei Generationen wird es dann wohl schon "schwimmen", nehm ich mal an...
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Xeno

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #31 am: 04. August 2008, 19:14:30 »

Ich bin kein Bauingenieur, aber habe in einer Studie von "differentiellen" Absinken gelesen, dh. das nicht gleichmaessig absinkt - sondern evtl. auf der einen Seite mehr, auf der anderen weniger.

Folglich koennte ich mir vorstellen, das eine schwimmende Konstruktion da schon auf einmal schief dastehen kann.

Bzgl. den Tempeln wurde mir einmal gesagt, das da Holz im Untergrund verbaut ist - um das Sinken zu vermeiden ?!
Irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen, Holz verfault doch ...

Vielleicht weiss ja jemand mehr.

Das Holz sollte eigentlich nicht verfaulen solange da kein Sauerstoff ist, wenn Du lange genug wartest wird
es wohl versteinern.
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otto-bkk

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #32 am: 04. August 2008, 19:16:57 »

Das geht nur wenn das Holz die ganze Zeit im Wasser ist. Holz verfault in diesem Falle nicht!

So ist das der Fall bei Venedig und auch Amsterdam!

Was Bkk betrifft, habe ich keine Info's.  
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karl

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #33 am: 04. August 2008, 21:28:52 »

bei Venedig und Amsterdam ist das Salzwasser, und Salzwasser konserviert Holz
da wo ich jagen gegangen bin, der Bauer hat riesige Eichenwälder, kamen immer Holzaufkäufer aus Venedig und haben die besten Stämme (Bäume) herausgesucht, zur Erneuerung von beschädigten oder verfaulten Stämmen,
Also ewig halten wohl auch Eichenholzstämme nicht.
Teakholz soll noch wiederstandsfähiger sein.
In so ein Bohrloch von 18 Metern, bei ca. 35 cm Durchmesser passt ein ganzer Betonwagen voll Beton rein.
Nur mal zur Info
In Bangkok ist das kein Salzwasser sondern ein Morast aus Flüssigkeit und Bakterien oder was weis ich sonst noch.
Also Holzstämme überleben da nicht viel.
Mein Bauingenieuer hat was erzählt von ca. 300 Jahren, wo die Holzpfähle (Teak) kaputt sind.
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tom_bkk

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #34 am: 04. August 2008, 23:16:34 »

@karl

Ich erinnere mich wieder, Teakwood war das was die bei der alten Tempelkonstruktion verwendet hatten.
Hat zumindest der Thai damals bei der Fuehrung in Ayuthaya gesagt.

Auch glaube ich, das bei dem Morast hier Holz schnell verfault.
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namtok

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #35 am: 05. August 2008, 22:53:11 »

Als ich vor ein paar Jahren in Rangsit gewohnt habe, waren die Standardpfeiler, die für die max 3 Stöckigen Townhouses in den Boden gerammt wurden 12 m lang

für 4- 5 Stöckige Apartmentblocks warens 18 m



da hats heute wieder ein paar Häuser erwischt, die 2004 schon durchs Absinken beschädigt wurde:



13 townhouses in Nonthaburi subside



http://www.nationmultimedia.com/2008/08/05/national/national_30079829.php


und auf deutsch isses hier, mit einer besseren Erklärung


http://www.schoenes-thailand.de/news/wirtschaft/13-reihenhaeuser-in-nonthaburi-abgesunken.html
« Letzte Änderung: 05. August 2008, 22:57:03 von namtok »
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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #36 am: 06. August 2008, 00:35:38 »

Standardpfeiler, die für die max 3 Stöckigen Townhouses in den Boden gerammt wurden 12 m
Das war bestimmt die Firma Thai Micky Maus Ltd. ...

Ich kenne einen (Thai) Baumeister, der in unserer Nähe sein eigenes Haus gebaut hat (einstöckig, Serithai Soi zwischen Soi 36 und 38, hinter dem Cementhai Home Mart). Der ist mindestens 20 Meter runter. Ich hab mich länger mit dem unterhalten, der meinte, überall in Bangkok wären es zwischen 20 und 28 Meter, wenn man die feste Schicht erreichen will.

In unserer eigenen Soi gibt es Leute, die Anbauten gemacht haben und auch nur die üblichen 10 odtr 12 Meter runter sind. Die haben alle Probleme, der Anbau sinkt mit dem Boden ab, während die Townhäuser stabil stehen. Alle anderen sinken, wandern teilweise auch jedes Jahr ein paar Zentimeter in Richtung Kambodscha ab. Wir haben selbst ein Haus mit Anbau dazugekauft. In den letzten Jahren hab ich einige tausend Baht für Silikon verbraucht. Jetzt legen wir die Häuser zusammen und das erste was wir machen, ist der Abriß aller Anbauten... Wiederaufgebaut wird da garantiert nichts mehr.

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Profuuu

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #37 am: 06. August 2008, 00:43:48 »


Alle anderen sinken, wandern teilweise auch jedes Jahr ein paar Zentimeter in Richtung Kambodscha ab.


Wird da der nächste Grenzstreit für deine Ur-Ur-...Enkel schon eingeläutet? ::)  :D
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hmh.

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #38 am: 06. August 2008, 01:03:54 »

Ich bin mir mit der holden Gattin einig, keinen Tempel zu bauen, noch nicht mal ein Geisterhäuschen. Also sollte da eigentlich nix schiefgehen.
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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #39 am: 06. August 2008, 01:30:38 »

Wie ich sehe, denkst du weise voraus, hmh. Vergrab bloss keine Khmer Bücher im Garten.

Möchte nochmal auf diese Grafik zurückkommen.



Weiss man, auf Grund welcher geologischen Begebenheit dort, wo's rot ist, ein Loch entsteht? Mal abgesehen von einer Absenkung des Grundwasserspiegels. Oder hat der alleine schon diesen Effekt?
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dii

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #40 am: 06. August 2008, 01:55:20 »

...fast jede Firma hat ne Pumpe  >:    legal,  illegal, scheissegal   :-\
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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #41 am: 06. August 2008, 01:59:17 »

Auf dieser Seite gibt es was auf Deutsch zu diesem Thema.

http://www.bgr.bund.de/nn_324952/DE/Themen/GG__Fernerkundung/Projektbeitraege/thailand.html

Eine der Grafiken weiter unten zeigt, wie es den Anbauten geht, die nicht auf in den Grund gerammten Trägern stehen. Die sinken einfach schräg weg. Da ist dann Silikon zum Rissekitten angesagt. :P

Demnach wird die Oberfläche von einer 15 - 20 dicken weichen Tonschicht gebildet. Kann auch dünner sein. Diese ruht auf einer festen Tonschicht (nicht etwa Felsen).

Und hier noch was erbauendes zum Thema. Sind gute Grafiken dabei.

http://www.bgr.bund.de/cln_006/nn_322956/DE/Themen/Georisiko/Projekte/Landabsenkungen/P-B-Kuehn-SAR-Interferometry.html
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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #42 am: 06. August 2008, 04:59:23 »

Danke für den interessanten Fachartikel.

Die Absenkungen bis zu 2 Meter kann man in Bangkapi an der NIDA Universität besonders gut sehen. Einfach bei einem Besuch bei HMH den U-Turn unter der Klongbrücke (Sri Burapha Road zwischen Serithai und Ramkhamhaeng) machen.

An den Brückenpfeilern kann man noch die alte Straßenhöhe erkennen (läßt sich da auch gut fotografieren). Es wird einem Angst und Bange, wie die Brücke "gewachsen" ist. Die sechs- oder achtspurige Brücke über den Klong ist erst ungefähr 12 oder 14 Jahre alt.

Im Gegensatz zu Frau Phakinees angebauter Küche hilft da ganz bestimmt auch kein Silikon mehr...
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namtok

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #43 am: 07. August 2008, 13:00:27 »

Zitat
Der ist mindestens 20 Meter runter. Ich hab mich länger mit dem unterhalten, der meinte, überall in Bangkok wären es zwischen 20 und 28 Meter, wenn man die feste Schicht erreichen will

Rangsit ist ja auch nicht mehr in Bangkok, da ist nach der Karte die Absinkgeschwindigkeit nicht mal halb so hoch wie in Bangkapi, und weiter am Flussoberlauf mag die Sedimentschicht auch dünner sein. Das das ganze schon ein paar Jahre her ist, mag es sich lohnen, da mal wieder vorbeizuschauen, wie es jetzt aussieht.


Die  eingerammten 12 Meter- Pfeiler  ( Thai: Sao Khem เสาเข็ม )sehen  genauso aus wie die Strommasten, die man landesweit bewundern kann, ob das die gleichen sind?
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hmh.

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Re: Bangkok sinkt
« Antwort #44 am: 07. August 2008, 20:38:26 »

Ich habe den Eindruck, bei den 12 Meter Pfeilern handelt es sich um reine Augenwischerei.

Überall in Bangkok, wo die im Boden sind, gibt es Probleme, jedenfalls soweit ich da Einblick habe.

Ich kann mir übrigens auch vorstellen, daß "Leichtbauweise, einstöckig" auch "schwimmend" geht, wenn nur das Fundament in sich stabil ist. Jedenfalls solange man nur das Problem "Sumpf- Untergrund" im Auge hat.

Was aber dann bei einem Erdbeben passiert, hat man in Kobe in Japan gesehen. Rund um die Bucht blieben nur die Häuser stehen, die mit sehr langen Pfeilern auf der festen Schicht ruhten.
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