Es hätte mich ja wirklich gewundert, wenn unser Forumsmitglied "Jock" nicht schon wieder "ein Haar in der Suppe" gefunden hätte. Obwohl er sich wieder zu einem Thema äußert, mit dem ich mich im Gegensatz zu ihm seit geraumer Zeit beschäftige und folgedessen auch sehr gut auskenne. Im übrigen beziehen sich die Zahlen in allen Beiträgen von mir auf das Jahr 2013 - das Jahr 2014 habe ich nie genannt.
Nun mit Jocks Unterstellung, ich hätte nicht genügend Sachkenntnisse, kann ich durchaus leben. Immerhin schrieb der Verfasser des ZEIT-Beitrags, Dieter Wermuth, im Anschluss an meinen Leser-Kommentar: "@Expat Charly - vielen Dank für diesen ausführlichen und sehr kompetenten Beitrag."
Vermutlich hat Jock den Begriff "Übergangsbereich" erst durch meinen Beitrag kennengelernt und meint dennoch, mich belehren zu müssen. Deshalb nachstehend eine Erläuterung des Begriffs von BiBB, BWP 2/2013: "Überbrückung der Ausbildungslosigkeit: Junge Menschen ohne Erfolg bei der Ausbildungsstellensuche münden in eine Überbrückungsmaßnahme ein."
Während dieser Überbrückungsphase erfolgt keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und auch keine finanzielle Unterstützung, so dass die Beschäftigten faktisch Arbeitslose sind, die aber nicht in der Arbeitslosenstatistik erscheinen.
Im Frontal 21-Beitrag wird gezeigt, dass beispielsweise der Jugendliche Sipan Ibrahim schon seit einem Jahr in der Orientierungsmaßnahme Metallbereich beschäftigt ist, obwohl er gar kein Interesse daran hat und dies auch äußert - also eine sinnlose Beschäftigungsmaßnahme, nur um die Arbeitslosenstatistik zu schoenen.
In meinem Leser-Kommentar zum Beitrag von Dieter Wermuth erwähnte ich Klaus Klemm, Bertelsmann Stiftung, mit folgendem Kommentar: "Im vergangenen Jahr begannen nahezu 300.000 Jugendliche eine berufsvorbereitende Übergangsmaßnahme, die jedoch nicht zu einem Berufsabschluss führt."
Dagegen weiß ich sehr wohl, dass in Oesterreich der Arbeitsmarktservice Oesterreich, AMS, "überbetriebliche Lehrausbildung" anbietet (im ersten und zweiten Lehrjahr Ausbildungsbeihilfe von 270 Euro/Monat, ab dem dritten Lehrjahr 600 Euro/Monat), die zum Berufsabschluss führen kann.
Allerdings gibt es diese "überbetriebliche Lehrausbildung mit Ausbildungsbeihilfe" nicht in Deutschland. Deshalb ist der deutsche "Übergangsbereich ohne Ausbildungsbeihilfe" und dem Endergebnis Berufsabschluss nicht mit der "überbetrieblichen Lehrausbildung" in Oesterreich gleichzusetzen.
Im übrigen bleibe ich dabei, dass die erfolglosen 257.600 Ausbildungswilligen (siehe:
www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php), die ihre Zeit mehr oder weniger sinnlos in der Warteschleife verbringen, arbeitslose Jugendliche sind, die in der Arbeitslosenstatistik aufgeführt werden müssen (kein Einspruch von Dieter Wermuth!).
Dass die veroeffentlichten Arbeitslosenzahlen von der Regierung geschoent werden, sollte jederman wissen (siehe Beitrag in der Süddeutschen vom 17.05.2010: "Geschoente Arbeitslosenzahlen - Seit Kohl wurde getrickst"). Insofern sollte man nicht überrascht sein, dass auch die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen in Deutschland geschoent ist.
Eine letzte Bitte an das Forumsmitglied Jock: Künftig bitte erst ausführlich informieren, bevor übereilt ein abwertender Kommentar grundlos abgegeben wird. Wenn in allen Dokumenten das Jahr 2013 vermerkt ist, dann ist eine Gleichsetzung mit Zahlen aus dem Jahr 2014 nicht zulässig, sondern vermutlich bewusst irrefühend.