Besonders faellt auf,dass du ueber die Beamten ein vernichtendes Urteil gefaellt hast.
Natürlich wird es den einen oder anderen Beamten (= Staatsangestellten) geben, der seinen Job mit einer gewissen Daseinsberechtigung erfüllt.
Ich kann aus persönlichen Erfahrungen eine Episode aus meinem unsteten Leben erzählen:
Nach Beendigung der Lehre (übrigens drei Herrenjahre) verliess ich jugendlich ungestüm fluchtartig den Lehrbetrieb, ohne zu bedenken, dass ein neuer Job ohne abgeleistetem Präsenzdienst (Militär) schwer zu bekommen war.
So entschloss ich mich bei der Österreichischen Post, damals ein reiner Staatsbetrieb, für den Schalterdienst zu bewerben – und wurde zu meiner Überraschung sofort eingestellt.
Ich startete meinen Dienst in einem kleinen Postamt in Wien 10, Gellertgasse.
Nun gut, reich konnte ich nicht werden, aber überarbeiten konnte man sich auch nicht.
Und da war ja noch der Anton, das Hausfaktotum! Tapfer schleppte der Invalidenrentner täglich vier Doppelliter vergorenen Rebensaft „ins Amt“, verrechnete mit dem „Herrn Vorstand“ und konsumierte dann im Kreise der Belegschaft den edlen Saft.
Ach ja, ich vergass zu erwähnen: die Belegschaft setzte sich aus dem „Herrn Vorstand“, zwei Schalter“beamten“ (ja wirklich!) und uns zwei „Vertragsbediensteten“ vom Paketschalter zusammen. Also leerten inklusive Anton fünfeinhalb Personen täglich 8 Liter Wein (der „Halbe“ war ich, weil jung und des Trinkens ungeübt).
Einmal waren beide „Beamte“ verhindert (besoffen), so dass ich mich genötigt fühlte, einer „Partei“ (= Kunde) Briefmarken zu verkaufen – hätte ich lieber bleiben lassen sollen!
Der Aufschrei war gewaltig!
Wie konnte ich mich erdreisten, etwas zu machen, was eine „höhere Qualifikation“ erforderte!
Zur Erklärung: die „Beamten“ hatten Matura, die „Vertragsbediensteten“ nicht.
Mein Fazit nach vier Monaten als „Staatsbediensteter“ (danach war ich „Staatseigentum“):
Strenge Hierarchien und eine wackere Leber halten das Österreichische Beamtentum aufrecht!
lg
PS: eigentlich OT in diesem Fred, sorry!