
Ei, ei, ei: So schwul ist Spandaus Rathaus - 6. JULI 2017
SPD-Bürgermeister hisst 2017 als erster die Regenbogenfahne. Eine Beleidigung für alle Spandauer – insbesondere für die Homosexuellen.
Bald hängen sie wieder schlaff im Wind: Pünktlich zum Christopher Street Day und den sogenannten Respect Gaymes überbieten sich Berlins Behörden im Zeichen Setzen und flaggen das Regenbogenbanner der sexuellen Mini-Minderheit. Ob Rathäuser, Feuerwachen oder Polizeiautos: Für öffentliche Einrichtungen erteilte Innensenator Andreas Geisel (SPD) gerne eine entsprechende Genehmigung ab 15. Juli. Doch der Häuptling des Bezirks Spandau, Helmut Kleebank (SPD), konnte es gar nicht abwarten. Gemeinsam mit der Vize-Geschäftsführerin des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD), Constanze Körner, und einer Transe namens Miss Mandy zog er als Erster den Lappen bereits am 30. Juni vor seinem Rathaus auf. Apropos Christopher Street Day: An diesem Tag feiert die Homolobby Ausschreitungen in einem von der Mafia betriebenen New Yorker Club im Jahre 1969.
Kleebanks originelle Begründung: „Mit dem Hissen der Regenbogenfahne haben wir wieder ein deutliches Zeichen gegen die Diskriminierung von homosexuellen Menschen gesetzt.“
Da putzen sich die Spandauer aber verdutzt die Ohren. Hat der Bürgermeister – monatliches Grundgehalt 8.465,63 Euro – zu lange im Amtssessel geschlafen? Tatsächlich wurden Homosexuelle in Deutschland lange Zeit massiv diskriminiert. Ab 1871 stand Liebe zwischen Männern nach Paragraf 175 unter Strafe, im Nazireich drohte Schwulen das Konzentrationslager. Die DDR schaffte das Homo-Verbot 1957 praktisch ab. In der freiheitlich-demokratischen Bundesrepublik wurden 50.000 Schwule verurteilt, erst 1968 erfolgte die weitgehende Legalisierung, Ende vergangener Woche die Einführung der Homoehe. Inzwischen werden Schwule Außenminister (Guido Westerwelle), Bürgermeister (Klaus Wowereit, Ole von Beust) oder Mode-Ikone (Harald Glöckler). Als Westerwelle 2016 starb, kondolierte Kanzlerin Angela Merkel ganz selbstverständlich „seinem Mann Michael Mronz“.
Dennoch halluziniert die staatstragende Homolobby weiterhin über angebliche Diskriminierungen. In Berlin ist die Regenbogenfahne an öffentlichen Gebäuden inzwischen de facto Pflicht. Seit 2008 hängt die Flagge vor allen Rathäusern – damals hatte Reinickendorfs Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) auf Befehl des Senats ihren Widerstand aufgegeben. „An allen Dienststellen der Polizei und Feuerwehr sowie des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten werden am 22. Juli 2017 Regenbogenfahnen wehen“, teilte aktuell die Innenverwaltung apodiktisch mit. Über den Grund für das Ritual schweigen sich die Verantwortlichen aus, ergehen sich stattdessen in Worthülsen à la „Respekt“ und „deutliches Zeichen gegen die Diskriminierung“. Geht es ihnen darum, die individuellen Neigungen einer Minderheit zum gesellschaftlichen Maßstab zu erheben? Schwul sein ist bunt, Hetero reaktionär – so anscheinend die krude Logik. Wer das nicht einsieht, soll sich was schämen – das ist dann ganz doll Diskriminierung. So vereinnahmen die Eliten Schwule für ihren Krieg gegen Volk und Familien – gefragt haben sie Homo Normalverbraucher natürlich nicht.
Der Regenbogenlappen sei „wichtig in Zeiten, in denen Gewalt, Hass und Homophobie immer offener um sich greifen“, schwafelte Innensenator Geisel. Aha. Tatsächlich hat Gewalt gegen Schwule in den ersten drei Quartalen 2016 um 15 Prozent zugenommen. Eine der No-go-Areas für Homosexuelle ist mittlerweile der Berliner Multikulti-Bezirk Kreuzberg. „Schwule werden dort – zumeist von jungen Männern mit Migrationshintergrund – mit Fäusten ins Gesicht geschlagen, als vermeintlich leichte, weil feminine Beute ausgeraubt oder auch schon mal mit Gürtelschlägen quer über den Platz gejagt“, schrieb der Homoaktivist David Berger. Und wie reagiert die staatstragende Homo-Lobby? „Im Notfall eher für Migrationsromantik als für die Unversehrtheit und Freiheit ihrer eigenen Leute“, so Berger.
Doch eins ist sicher: Vor den Heimen der „schutzsuchenden“ Testosteronbomben werden Kleebank & Co die Regenbogenfahnen auf keinen Fall hissen.
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