Ich habe das Buch von Sarrazin nicht gelesen. Andererseits habe ich als Schweizer
eine lebendige sozialen und wirtschaftlichen Verflechtung mit Menschen in Deutschland,
das seit einem halben Menschenleben- von München bis hoch nach Hamburg.
Meine Meinung beruht auf eigenen Beobachtungen während der o.e. Zeitspanne- und die lautet:
Haltet das Ohr ganz nahe an die Bürger heran, die vorweg in wohl salopper Weise geäussert haben,
sie würden einer neuen Partei von Herr Sarrazin beitreten.
Eine Wut geht rum, die Verzweiflung, weil sich zwischen dem Volk und den einmal gewählten
Repräsentanten, der Politischen Klasse, ein riesiger Spalt, ein Abgrund geöffnet hat, der von offizieller
Seite geflissentlich totgeschwiegen wird. Die Politiker sind ihrerseits und untereinander dermassen
verfilzt, dass sie selber weder ein Motiv haben noch den Mut aufbringen, den Kreis ihrer kollektiven
Tagesordnung jemals zu sprengen.
Wir Eidgenossen leiden unter exakt demselben Problem der Überfremdung. Unsere Einbürgerungs- Turbos
sahen im "vor- Sarrazin- Zeitalter" des Deutschen Vorbilds mit der Einbürgerungspraxis, das einladende
Trittbrett.
Aus den wenigen Texten die ich kenne, ist eine neue Unerschrockenheit zu erkennen, meine ich.
Diese Unerschrockenheit darf niemals mit der Unverschämtheit in der Geschichte verwechselt werden.
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Cee