Der Tod des Thronfolgers löste in Österreich-Ungarn keine allgemeine Trauer aus. Der Gesandte in Bukarest und spätere Außenminister Ottokar Graf Czernin erinnerte sich später, in Wien und Budapest habe es mehr Erfreute als Trauernde gegeben. Franz Ferdinand und seine Vertrauten, die in konservativen Wiener Kreisen vielfach als „Belvedere-Bagage“ bezeichnet wurden, hatten nicht nur dort Feinde.
Der serbischen Regierung war die abwartende Haltung des Wiener Hofes bekannt, und sie war sich der möglichen Folgen bewusst. Sie bedauerte den Vorfall, bestritt eine Verbindung mit dem Attentat und wies darauf hin, dass alle Täter aus dem annektierten Bosnien stammten und formell Österreicher seien
In seiner Unentschlossenheit suchte Österreich-Ungarn Rückendeckung bei Deutschland. So fiel die Entscheidung für den Schlag gegen Serbien am 5. Juli 1914 im Laufe der „Mission Hoyos“ in Potsdam, und zwar ausdrücklich auch für den Fall, dass sich daraus „ernste europäische Komplikationen“ ergeben sollten. Am 6. Juli 1914 sicherte Deutschland per Telegramm Österreich-Ungarn seine volle Unterstützung beim Vorgehen gegen Serbien zu und erteilte damit einen „Blankoscheck“.
Dies nur bevor wir hier auch noch das historische Geschehen vergewaltigen ...