Spruch und Widerspruch bei den Meldungen der letzten Tage.
Bruessel und Berlin bauen Huerden fuer Tsipras,Griechenland muss im Euro
bleiben und weiterhin Mitglied der EU sein.
Die Hand bleibt ausgestreckt,zu Verhandeln gibt es derzeit nichts.
Die EZB haelt die Kreditline ELA noch offen,deckelt sie aber.
Dem griechischen Staat und den Banken dort,droht das Geld auszugehen.
Die Mitglieder der EU sind aufgerufen Humanaktionen bereit zu halten,wenn
der Grexit eintritt u.s.w.
Alle Fernsehdiskussionsrunden beschaeftigten sich mit Griechenland,dem
Referendum und der ungebuehrlichen Art des zurueckgetretenen Finanz-
ministers. Schuldzuweisungen an die griechische Regierung an der Situation
zuhauf,edle politische Mandatare,die darauf hinweisen,dass das eigene Volk
vor dem raeuberischen Zugriffen auf das Geldvermoegen der Deutschen und
Oesterreicher zu schuetzen ist,auch um den Preis,dass der griechische Bruder
sein Recht auf Verelendung wahrnehmen muss.
Und da ist noch Prof.Sinn,der aus einer amishhaften Einstellung den Grexit und
die Einfuehrung der Drachme befuerwortet,wobei er einraeumt,dass damit
schwierige Jahre auf die griechische Bevoelkerung zukommen werden.
Diese schwierigen Jahre druecken sich dadurch aus,dass weite Teile der Be-
voelkerung zunaechst verarmen und sich die Gefahr von sozial bedingten Un-
ruhen vermehrt.
Kurz,die innenpolitische Lage wird instabil und damit erhoeht sich die Gefahr
eines aussenpolitischen Brandfalles,wie das Beispiel Krim gezeigt hat.
Die Tuerkei,welche Gebietsansprueche in der Aegaeis erhebt,koennte die In-
stabilitaet ausnuetzen und Tatsachen schaffen.
So ein Fall schuefe arge Verlegenheit im Westen.
Ein NATO - Staat nimmt einem anderen NATO-Staat oel-und gasreiches Ge-
biet weg und Frau Merkel wird betonen,dass dieser Konflikt keinesfalls mili-
taerisch bereinigt werden kann.
Ein Freibrief fuer die tuerkische Aussenpolitik,sich daran zu erinnern,dass
Makedonien,Bosnien,Herzegowina u.s.w. eigentlich tuerkische Gebiete sind und
sich bemuehen wird dort Einfluesse zu gewinnen,mit all den sympathischen Be-
gleiterscheinungen,die der Islam mit sich bringt.
Dieser geopolitische Aspekt wurde noch nicht oeffentlich diskutiert,es ist nur
zu hoffen,dass er zumindest bei den handelnden Personen in der EU praesent ist.
Jock