Volkswagen muss Kurzarbeiten!
Die Produktion bestimmter Typen eingestellt !
So und so aehnlich lauten die Schlagzeilen in den Wirt-
schaftnachrichten und stellen die Frage hinterher ,was
soll das ?
Es ist ungewoehnlich,dass ein Zulieferer,seinem maechtigen
Kunden gegenueber den Aufstand wagt und die Lieferung ein-
stellt.
Gewohnt ist man es umgekehrt.Im Allgemeinen ist es der staerkere
Handelspartner,der versucht seine Lieferanten zu nerven und ihnen
zusaetzliche Zugestaendnisse oder Preisreduktionen aufzuzwingen
und damit auch meistens durchkommt.
Aber bei VW steht die Welt kopf.
Der Aktienkurs sank seit Montag um fast 8 %. Von 127,20 auf 118,75
(jeweils Hoechst und Tiefstkurse).Und die Talsohle scheint noch nicht
erreicht zu sein.
VW hat eine einstweilige Verfuegung erreicht,die besagt,dass die Zu-
lieferer VW beliefern muessen,da ansonsten Ordnungsmassnahmen
eingeleitet werden koennen.Neben Strafzahlungen ist auch Haft fuer
den oder die Geschaeftsfuehrer moeglich.
Statt jedoch den Schwanz einzuziehen und untertaenigst die Belieferung
wieder aufzunehmen,huellen sich die zwei Zulieferwerke in Schweigen
und spielen auf Zeit.
Das ist ein Poker mit hoechstem Einsatz,wo im Endeffekt die Hinter-
maenner der Zulieferfirmen als Gewinner aussteigen koennen.
Vor allem dann,wenn sie auf fallende Kurse bei VW gesetzt haben
und entsprechende Terminkaeufe platzierten.
Der Vorstand von VW hat nun ein zusaetzliches Problem,neben
dem Abgasskandal.
Aktionaere haben gar nicht gerne,wenn ihre Aktienpakete an Wert
verlieren und der Gewinn broeckelt.
Aber auch das Prinzip "Just in Sequence"ist neu zu bewerten und
eine Risikoanalyse vorzunehmen und eventuell abzuaendern.
Jede Zuruecknahme oder Abaenderung des "Just in Time"-Ver-
fahrens kostet im Endeffekt Geld und staerkt ein bisschen die Zuliefer-
betriebe,da sich die Wuergehand an der Kehle etwas lockert.
Jock