Hallo Arthur
Mein Szenario lautet, Mechanisierung des Reisanbaus ist nicht möglich. Arbeitskräfte können nicht bezahlt werden.
Da sehe ich einige Gedankenfehler. Auch bei uns im tiefsten Isan schreitet die Mechanisierung sogar für kleine Felder voran.
Zum Pflügen werden so gut wie gar keine Wasserbüffel mehr eingesetzt, sondern (wie namtok schon umschrieb) mindestens die kleinen einachsigen Mitlauf-Traktoren mit abnehmbaren Pflug.

Aber das Setzen der Reispflanzen geschieht noch fast ausschliesslich von Hand. Solche Pflanz-Maschinen (wie hier >>
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=9709.msg1135854#msg1135854<< von farang gezeigt) sieht man bei uns selten.
Bei der Reisernte wird immer noch sehr vieles mit der Hand geschnitten (in kleinen Feldern sowieso). Solche kleinen Mähdrescher (und gute Fahrer dafür

) ...

... sind
noch die Ausnahme.
Aber nach meiner Schätzung werden weniger als 2 % des Reises mit der Hand gedroschen.
Also nicht so...

... sondern mit solchen (oft antiquierten) Maschinen.
Zum Thema "Bezahlung"Der Isan ist sehr ländlich, und große Teile der Bevölkerung sind traditionell darauf eingestellt, zu Pflanz-Zeiten und zu Ernte-Zeiten tagelang und etliche Stunden pro Tag die Finger fliegen zu lassen.
Es gibt viele einheimische Tagelöhner, die teils 300 Baht bekommen (manche sind auch mit 250 Baht zufrieden) und teils mit Reis oder anderen Lebensmitteln bezahlt werden.
Außerdem gibt es viele Handwerker usw., die genau zur Erntezeit ihrem Betrieb kurzzeitig den Rücken kehren, um ihren Verwandten, Freunden etc. zu helfen.
Zusätzlich gibt es bei der Landbevölkerung oft den großen Zusammenhalt, dass man sich untereinander ohne Bezahlung hilft. Nach dem Motto: heute helfe ich dem Nachbarn, und der hilft morgen mir.
Ferner haben die verschieden Reissorten teils verschiedene Pflanz- und auch Ernte-Zeiten. Gute Bauern bedenken das vorher und sind dadurch zeitlich flexibler.
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Zum Schluss noch 2 GedankenDas Reis-Verpfändungs-Programm war und ist ganz großer Mist. Aber grundsätzlich ist es schon wichtig, dass die Regierungen dafür sorgen, dass der wichtige Reisanbau rentabel bleibt.
Und wie überall auf der Welt haben natürlich auch die thailändischen Bauern das Grund-Problem, dass sie sich selber gut vermehren, aber ihre Felder nicht.

Und dass auch im tiefen Isan die Landpreise explodieren, ist für viele Bauern ein Desaster.