Ich beziehe mich beim nachstehendem Beitrag auf eine Anfrage von "@pfeifenhorst, die irgendwie im Saloon gelandet ist, wo sie denn auch entsprechend "gewürdigt" wurde.
"Hat von euch schon einmal jemand etwas gehört oder gespürt, von sogenannten "Bettläusen" die es hauptsächlich im Isaan geben soll?"
Läuse
"Bettläuse" als eigene Untergruppe der Läusefamilie gibt es nicht.
Wir unterscheiden im wesentlichen drei Läusegruppen, nämlich die Kopfläuse, Kleiderläuse und Filzläuse.
Die Kopfläuse
Die Kopfläuse - Pediculus humanis capitis - sind Insekten, die überwiegend Menschen befallen. Sie treten gehäuft dort auf, wo viele Menschen eng zusammenleben, wobei grundsätzlich keine allgemeinen Hygienemängel vorausgesetzt werden dürfen. Es werden gerade auch in DACH häufig Menschen betroffen, denen in Punkto Hygiene generell nichts vorzuwerfen ist.
Kopfläuse leben auf stark behaarten Körperoberflächen, wo sie in etwa dreistündigen Abständen Blut saugen. Der läusebiss selbst ist schmerzfrei, die Bissstellen können allerdings stark jucken, durch das daher verursachte Aufkratzen der Bisswunden können sich Entzündungen bilden, bei Kindern (besonders häufig betroffen) führt der Juckreiz auch zu Schlafstörungen und bei anhaltender Erkrankung zu Gedeihstörungen.
Auch Kopfläuse, die von Mensch zu Mensch springen, können beim Übergang von einem zum nächsten "Wirt" alle möglichen Krankheiten übertragen.
Filzläuse
Die Filzläuse gehören zur Gruppe der "Phtiridiae", sind damit eigentlich "andere Tiere".
Sie sind wesentlich kleiner als die Kopfläuse, leben in Schamhaarregionen, aber auch auf Wippern und Augenbrauen und werden nur bei sehr engem direktem Körperkontakt von Wirt zu Wirt übertragen.
Ihre Bisswunden erzeugen einen enormen Juckreiz, was üblicherweise ausgedehnete Kratzwunden nach sich zieht, die sich häufig massiv entzünden und die Betroffenen dadurch erheblich beeinträchtigen können.
Bei den Filzläusen lässt sich am ehesten ein Mangel an allgemeinen und persönlichen Hygienemassnahmen vermuten.
Kleiderläuse
Die Kleiderläuse gehören wieder zur Familie der Pediculae. Sie bewohnen bevorzugt eng am Körper liegende Kleidungsstücke (Kleidernähte), sie werden zum Beispiel durch nah beieinander liegende Kleidungsstücke von Wirt zu Wirt übertragen. Auch der Biss dieser größten Läuseart (bis zu einem halben Zentimeter Größe) erzeugt ebenfalls einen ausgeprägten Juckreiz, der im günstigsten fall zu entzündeten Kratzwunden führen kann.
Gerade aber die Kleiderläuse - vielleicht sind das die oben angeführten "Bettläuse" - sind aber auch wegen der Erkrankungen gefürchtet, die sie gelegentlich übertragen.
(Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Soldaten nach derartigen Erkrankungen für längere Zeit krank und damit kampfunfähig, was dem einen oder anderen das Leben gerettet haben mag.)
Mit Recht gefürchtet sind dabei das Fleckfieber und das Rückfallfieber, beides potentiell lebensbedrohende Erkrankungen!
Die Frage nach dem Risiko eines Läusebefalls ist also keineswegs dämlich oder witzig, wenn damit nicht von vornherein zweibeinuge Schmarotzer gemeint waren.
Bei jedem Läusefall ist nicht allein der Befall an sich höchst ärgerlich, sondern auch die Tatsache, dass die oben genannten Untermieter nur aufwändig wieder loszuwerden sind. Die am besten wirksamen Mittel sind ihrerseits keineswegs harmlose Substanzen!!
Einfaches oder auch mehrfaches Waschen reicht auf gar keinen Fall aus.
Das wirksamste Mittel gegen Läuse enthält den Wirkstoff PERMETRIN (ein Pyrethroid wie in allen anderen wirksamen Läusbekämpfungsmitteln), eine recht giftige Substanz. Kleiderläuse lassen sich durch Kochen der Wäsche - welches moderne Gewebe übersteht eine solche Prozedur unbeschadet? - oder durch Tiefgefrieren der Wäsche - wer wünscht sich von Schmarotzern verseuchte Wäsche in seiner Tiefkühltruhe?? - über zwei Wochen sicher abtöten.
Wie vermeidet man Läuse?
Bei den Kleiderläusen, denen man durchaus schon einmal in hygienisch bedenklichen Guesthouses oder auch sonstwo begegnen kann, empfielt es sich, etwas mehr Geld für seine gewählte Unterkunft zu investieren und beim geringsten Verdacht die Unterkunft zu wechseln.
Backpacker empfehlen, die Beine der Betten im Guesthouse mit doppelseitig klebendem Klebeband zu umwickeln, um so den höchst flott wandernden Läusen den Weg ins warme Bett und damit zum Körper zu verbauen. Am nächste Morgen ist gegebenfalls der Läuseverdacht klar bewiesen.
Kopfläuse kann man bewusst nicht vermeiden. Wenn man pech hat, bekommt man sie von seinen Kindern (Kindergarten, Schule) oder zum Beispiel auch beim Busfahren.
Filzläuse vermeidet man dadurch, dass man bei der Auswahl seiner einem sehr nahekommenden Mitmenschen besonders wählerisch ist.
Läusebefall ist aber in jedem Fall ernst zu nehmen.
Zum Kapitel "ERKRANKUNGEN DURCH PARASITEN" habe ich mich in mehreren Artikeln in unserer TIP-Zeitung ausfürlich geäußert.
Bei Interesse sollt die Möglichkeit bestehen, diese hier auszugsweise zu veröffentlichen.
Wolfram