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Autor Thema: Landreform - mehr als überfällig  (Gelesen 3383 mal)

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TiT

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Landreform - mehr als überfällig
« am: 10. Februar 2011, 19:04:35 »

Hier habe ich mal einen Kommentar zum Thema "Landreform" aus der heutigen Bangkok Post übersetzt:

Eine Landreform ist dringend erforderlich

Sind Bemühungen, Landbesitz auf 50 Rai pro Haushalt zu beschränken, in einem Land, in dem bereits 90% des gesamten Grund und Bodens den reichsten 10% der Bevölkerung gehören, nicht von vorneherein schon dazu verurteilt, ein frommer Wunsch zu bleiben? Ist es überhaupt möglich, eine Deckelung für und eine progressive Steuer auf Landbesitz einzuführen, wenn die Mitglieder sowohl des Repräsentantenhauses als auch des Senates im Durchschnitt pro Person bereits über 100 Rai Land besitzen?

Als ich meine diesbezüglichen Bedenken gegenüber dem Landreform-Befürworter Permsak Makarapirom äußerte, erwiderte dieser: „Wenn nicht, dann stellen Sie sich schon mal darauf ein, daß es in Thailand zu einem Flächenbrand kommen wird!“

Das sei keine leere Drohung, fuhr er fort. Die gegenwärtigen politischen Unruhen im Lande hätten ihre Wurzeln in einer strukturellen Ungerechtigkeit, die im ganzen Land zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung führe. Und das Kernproblem davon sei das skandalöse System, wie der Landbesitz geregelt sei. „Das müssen wir ändern, solange uns noch Zeit dafür bleibt. Andernfalls geht hier alles den Bach runter.“

Eine Deckelung des Landbesitzes ist nur eine von zahlreichen Maßnahmen für eine Landreform, die der Nationale Reform-Ausschuß Anfang dieser Woche vorgeschlagen hat. Herr Permsak leitet die Arbeitsgruppe für Landreform in diesem Ausschuß.

Zu den übrigen Maßnahmen gehört eine progressive Besteuerung des Landbesitzes für diejenigen, deren Besitz über der 50-Rai-Schwelle liegt, die Einrichtung einer Online-Datenbank, die transparent und landesweit die Landbesitzverhältnisse aufzeigt sowie die Gründung einer Landbank, die ungenutztes Land von Privateigentümern aufkaufen und die riesigen Flächen an ungenutztem Land in Staatsbesitz verwalten und an landlose Bauern verteilen soll. Herr Permsak übertreibt keineswegs, wenn er die Grundbesitz-Strukturen im Land als skandalös bezeichnet.

Nach Angaben der Landinstitut-Stiftung gehören etwa 6 Millionen Personen oder 10% der Bevölkerung 90% des Grund und Bodens im Lande. Von diesen Grundstücken liegen immerhin 70% brach und dienen nur spekulativen Zwecken oder werden kaum genutzt, da der Besitzer selbst nicht vor Ort ist. Der wirtschaftliche Schaden, der aus dieser Nichtnutzung resultiert, wird auf jährlich 127 Milliarden Baht geschätzt.

Ist es nicht skandalös, wenn auf der einen Seite wenige Privilegierte über Land in solchem Überfluß verfügen und gleichzeitig 40% der Bauern überhaupt kein eigenes Land oder nicht genug Land besitzen, um davon leben zu können?

Ist es kein Skandal, wenn 4,8 Millionen Bauern zu wenig Land haben, das sie bestellen können, gleichzeitig aber 30 Millionen Rai Ackerland nicht genutzt werden können, weil sie durch anhängige Insolvenzverfahren blockiert werden?

Die nationale Politik, offizielle Waldgebiete zu erweitern, indem man Ackerland von Dorfbewohnern beschlagnahmt, hat ebenfalls zu Landlosigkeit und einer landesweiten Massenempörung über diese staatliche Ungerechtigkeit geführt. Während die Land- und Forstbehörden bei den Reichen, die sich große Flächen malerischen Waldlandes gesetzeswidrig unter den Nagel reißen, wegschauen, sind durch die Nationalpark-Gesetze gleichzeitig 2.700 Siedlungen, in denen 1,2 Millionen Dorfbewohner seit Generationen gelebt haben, illegal geworden.

Alleine 2007/8 wurden fast 10.000 Dorfbewohner verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Viele dieser Siedler in Waldgebieten wurden direkt von dem Land weg verhaftet, das sie von ihren Vorfahren geerbt hatten.

Im aufständischen Süden gehören Konflikte der dort ansässigen Moslems (ethnische Malaien) mit dem buddhistischen Thai-Staat wegen Landrechten zu den Haupt-Reibungspunkten. Wie also kann man die drohende politische Explosion abwenden – nicht nur im tiefen Süden, sondern im ganzen Land?

Neben der Neustrukturierung des Landbesitzes beinhaltet der Maßnahmenkatalog des Nationalen Reform-Ausschusses auch noch strenge Regeln für Agrarzonen und den Besitz von Gemeinschaftsland, um sicherzustellen, daß das Ackerland in der Hand der Bauern bleibt. Allerdings ist ihnen untersagt, ihr Land zu verpachten oder brach liegen zu lassen, um zu gewährleisten, daß das Land auch produktiv genutzt wird.

Ebenso müssten die Dorfbewohner, die aufgrund des ungerechten Fortwirtschafts-Gesetzes verhaftet worden seien, wieder freigelassen werden, meinte Herr Permsak.

Alles leichter gesagt, als getan, könnten Sie jetzt einwerfen. Aber Herr Permsak ist der festen Überzeugung, daß dies möglich ist – die Leute müssten nur endlich begreifen, welche Katastrophe ohne eine Landreform drohe.

Das fängt schon damit an, daß die gegenwärtige Bauerngeneration, die im Durchschnitt 50 Jahre alt ist, wohl die letzte des Landes sein dürfte. Deren Kinder werden keine Bauern mehr werden, da das Bewirtschaften gepachteter Flächen kaum noch etwas abwirft. Außerdem können sich neue Farmer inzwischen gar kein Land mehr leisten wegen der hohen Preise. Von all dem profitieren letztlich die großen Agro-Konzerne, aber auf Kosten eines landesweiten Niedergangs der ländlichen Gemeinschaften. Stellen Sie sich nur den Frust und die Wut vor, wenn arme Leute vom Lande in großer Zahl in ein unausgewogenes System gepresst werden, das sie von vornherein auf die Verliererschiene zwingt, während die Reichen den nationalen Wohlstand in vollen Zügen genießen können. Die Wut der Massen hat sich ja bereits entladen, was zu einer gesellschaftlichen Spaltung und endlosen politischen Unruhen führte.

Eine Landreform ist daher trotz aller Hindernisse der Schlüssel zu einer strukturellen Umgestaltung, durch die der Brand gelöscht werden kann, der droht, ganz Thailand zu verschlingen. Solltet Ihr das versäumen, werden Euch die Konsequenzen einholen!.

Sanitsuda Ekachai, Mitherausgeberin der Bangkok Post.

Quelle: http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/220766/urgent-need-for-land-reform

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Kern

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #1 am: 10. Februar 2011, 20:10:04 »

Danke, TiT, fuer die Uebersetzung dieses brisanten Kommentars.

Zitat
   Die nationale Politik, offizielle Waldgebiete zu erweitern, indem man Ackerland von Dorfbewohnern beschlagnahmt, hat ebenfalls zu Landlosigkeit und einer landesweiten Massenempörung über diese staatliche Ungerechtigkeit geführt. Während die Land- und Forstbehörden bei den Reichen, die sich große Flächen malerischen Waldlandes gesetzeswidrig unter den Nagel reißen, wegschauen, sind durch die Nationalpark-Gesetze gleichzeitig 2.700 Siedlungen, in denen 1,2 Millionen Dorfbewohner seit Generationen gelebt haben, illegal geworden.

Alleine 2007/8 wurden fast 10.000 Dorfbewohner verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Viele dieser Siedler in Waldgebieten wurden direkt von dem Land weg verhaftet, das sie von ihren Vorfahren geerbt hatten.
 

Das ist ja ungeheuerlich und wirft ein schlimmes Licht auf den thailaendischen Staat.

Da die Autorin Sanitsuda Ekachai Mitherausgeberin der Bangkok Post ist, muss man davon ausgehen, dass diese groben Missstaende der Realitaet entsprechen.
Interessant waere zu wissen, ob die durch Beschlagnahmung Betroffenen eine angemessene Entschaedigung erhalten.
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hmh.

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #2 am: 10. Februar 2011, 21:27:55 »

Das Problem kann man auch unter anderen Gesichtspunkten angehen: Das damals sehr dünn besiedelte Ko Tao zum Beispiel war schon immer Nationalpark bzw. das Land gehörte auf jeden Fall dem Staat, als ich 1983 oder 1984 das erste mal dort war.

Schon damals war zu beobachten, daß die Landbesetzer aus allen Landesteilen einschließlich der ersten Farangs sich auf Staatsland breit machten. Das winzige Ko Nang Yuan zum Beispiel war bereits ziemlich verdreckt und von irgendwelchen kiffenden Althippies und zeitweise auch von Nudisten heimgesucht.

Dort hätte eigentlich kein einziger Mensch was verloren, außer als Besucher in einer kleinen geführten Gruppe und unter Kontrolle, maximal 50 Leute pro Tag.

Oder man denke an das 1984 schon vollkommen versiffte Ko Samet. Die romantische Sunthon Phu Insel für die Thai Studenten war ein einziger Müllplatz, als ich Ende April 1984 das erste und einzige Mal dort war. Das war 1983 hundertprozentig schon Nationalpark. Mich hat dieser hoffnungslos überlaufene Platz damals schon angewidert, heute reichen die Bilder in den Hochglanzmagazinen zum  :'(

Überall, wo es irgendwas zu gewinnen gibt, machen sich hier sofort die Landbesetzer breit, wenn man nicht einen zwei Meter hohen Zaun drum rum zieht und Wachpersonal mit Schießeisen davor setzt. Egal ob die Besetzer arm sind oder reich, wenn der Staat mal durchgreifen will, ist immer dasselbe große Geschrei von der Ungerechtigkeit zu hören.

Wahr ist aber:

Früher war ganz Südostasien sehr dünn besiedelt, das Problem waren hier die zu wenigen Menschen, deshalb hat man in Hinterindien jahrhundertelang immer wieder Sklaven bei den Nachbarländern Kambodscha, Birma, Pattana und sogar im alten Inselindien, dem heutigen Indonesien, zusammengeraubt. Ganze Gegenden lebten von diesen Raubzügen bei den Nachbarn, entsprechend beliebt sind Thais noch heute bei den Nachkommen der damals Betroffenen.

Und natürlich wurden auch die eigenen Brüder aus dem heutigen Isan, Laos und Lanna gleich mit versklavt, wenn sie sich nicht herauskaufen konnten, zum Beispiel durch Beutezüge bei anderen.

Heute sind es zu viele Menschen in Südostasien und um die halbwegs ordentlich und gerecht zu verwalten, wäre vor allem eine gute Verwaltung und auch mehr Bildung und Verantwortungsvolles Denken nötig, was hier ein, wenn nicht das Hauptproblem ist, insbesondere auch unter der Beamtenschaft und bei den Lehrern.

Neben den zwangsverpflichteten Sklaven, an denen man gelegentlich auch mal ein Massaker verübte, wenn die eigene Gedanken entwickelten (man beschäftige sich mal mit dem Bezirk Makkasan in Bangkok, die beseitigten Bewohner stammten aus Sulawesi) hat man früher auch Chinesen angelockt, die zusammen mit den dunkelhäutigen Khaek ("Gästen") jene Drecksarbeit tun mußten, die hohe und allerhöchste Thai-Herrschaften vollkommen verlernt hatten und haben. Auch für die Verwaltung, die schönen Künste und anderes hatte man seine Ausländer an der Hand bzw. an der Leine..

Jedenfalls brauchen sich die Thais einschließlich des schreibenden Gutmenschen Sanitsuda von der Bangkok Post nicht zu wundern, daß das Raubritter- und Landbesetzer Gen inzwischen in der Bevölkerung derart verbreitet ist, egal ob reich oder fast arm, daß ganz allgemein viele den (vielleicht schon von den Vorfahren) besetzten Flecken selbstverständlich als ihr Eigentum betrachten, egal ob im Nationalpark, auf den Bürgersteigen in den Touristengebieten oder an den Geschäftemacher-Stränden in Phatthaya, Samui, Phuket oder sonstwo.
« Letzte Änderung: 10. Februar 2011, 21:32:19 von hmh. »
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Kern

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #3 am: 10. Februar 2011, 22:08:22 »

Hans, Deine Sichtweise spiegelt die Realitaet sicher viel besser als der Kommentar von Sanitsuda Ekachai, den ich mittlerweile fuer voellig ueberzogen und maechtig relitaetsfremd halte.

Trotz Umfragen in der Familie und eifriger Gurgelei habe ich zu diesem Thema kaum etwas gefunden.
Allenfalls:   http://www.bangkokpost.com/news/local/220760/land-reform-law-kirts-hard-cases 

Da die Autorin Sanitsuda Ekachai Mitherausgeberin der Bangkok Post ist, muss man davon ausgehen, dass diese groben Missstaende der Realitaet entsprechen.
Was fuer eine Fehleinschaetzung meinerseits.

Thema: Die sind so  {+
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hmh.

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #4 am: 10. Februar 2011, 22:31:49 »

Nein, ganz so habe ich das auch wieder nicht gemeint.

Frau Sanitsuda hat zum Beispiel sicher damit recht, daß es eine schreiende Ungerechtigkeit ist, daß bestimmte Landbesetzer unterschiedlich behandelt werden bzw. gewisse Leute überhaupt einfach Vorrechte haben. Das stimmt, das ist so, wie jeder weiß, der beim Zeitunglesen auch mitdenkt.

Das ganze ist allerdings Teil eines viel größeren und allgemeinen Problems, das ja nicht erst seit gestern besteht, siehe oben.

Diejenigen mit den meisten ungerechten Vorrechten werden dabei in Thailand allgemein überhaupt nicht öffentlich genannt...  :-X

Solange das nicht geschieht, wird sich auch in Teilbereichen des "allgemeinen Problems" bezüglich der Ungerechtigkeiten in Thailand kaum etwas grundlegendes ändern können.

Die größten Ungerechtigkeiten geschehen im übrigen gegenüber den Bergbewohnern, besonders denjenigen, die nicht ethnische Thais sind. Die leben ja wirklich schon immer in bestimmten Gebieten, nur eben nicht seßhaft, und haben natürlich auch keinerlei Landpapiere, noch nicht mal eine Duldung...

Rechtlich gelten diese Leute im günstigsten Fall als Ausländer, im ungünstigsten Fall sind sie staatenlos, und haben überhaupt keine Rechte, vor allem dann nicht, wenn man sie einfach nach Birma oder Laos abschiebt, wo sie erst recht nicht willkommen sind.

Aber diese Ungerechtigkeiten an "Nicht-Thais" hat Sanitsuda natürlich nicht gemeint. Das sind im übrigen auch keine Wähler, für die interessiert sich gar niemand in Thailand, außer ein paar sentimentalen Ausländern in Hilfsorganisationen und bei den Bangkoker Hoffenheim Supporters...
« Letzte Änderung: 10. Februar 2011, 22:41:07 von hmh. »
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norwegerklaus

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #5 am: 11. Februar 2011, 08:54:23 »

TIT,danke für die Übersetzung. ]-[

Das ganze ist allerdings Teil eines viel größeren und allgemeinen Problems, das ja nicht erst seit gestern besteht,..

Diejenigen mit den meisten ungerechten Vorrechten werden dabei in Thailand allgemein überhaupt nicht öffentlich genannt...  :-X
So sehe ich dies auch.
Dieser Artikel ist nach meiner Ansicht nicht überzogen, denn er weist auf die unausgewogenen Verhältnisse in Thailand hin.
"Arme werden immer ärmer und reiche immer Reicher"
Und..... Veränderungen kamen oft von den "Arbeitern und Bauern" >:

Hans, Deine Sichtweise spiegelt die Realitaet sicher viel besser als der Kommentar von Sanitsuda Ekachai, den ich mittlerweile fuer voellig ueberzogen und maechtig relitaetsfremd halte.

Was fuer eine Fehleinschaetzung meinerseits.

Thema: Die sind so  {+
Ich halte den Artikel nicht für realitätsfremd und überzogen, denn er behandelt ein altes und gleichzeitig aktuelles Problem auf die Zukunft Thailands gerichtet.
Die ,die ein wenig Land haben und bewirtschaften schwindet die Rentabilität!!!
Die, die kein Land haben/hatten  "nehmen sich Land" -rechtlos- und bewirtschaften es zum Überleben!!!!
Die "anderen", die schon viel Land haben "nehmen " mit System im System und haben und haben, zum Spekulieren und Gewinnvermehrung!!!

Das "Ungeregelte" und auch das sog. "Gewohnheitsrecht" etwas bewirtschaften zu dürfen, was brach liegt birgt "Ungereimtheiten" {;

Da passt, die sind so :'(

Hans "sichtweise" bezieht sich auf die Ungerechtigkeiten an den "Rechtlosen" und er weist mit auf das "allgemeine Problem" in Thailand hin.
Eine Landreform ist mit Sicherheit notwendig, löst aber nicht das "Allgemeinproblem"!

« Letzte Änderung: 11. Februar 2011, 09:25:45 von norwegerklaus »
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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #6 am: 11. Februar 2011, 09:29:16 »

Mir ist schon klar, dass auch diesbezueglich in Thailand einiges im Argen liegt. Aber es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man Missstaende serioes anprangert oder reisserische Uebertreibungen und Verdrehungen benutzt.
Zitat
   
Alleine 2007/8 wurden fast 10.000 Dorfbewohner verhaftet und ins Gefängnis gesteckt.

U.a.



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norwegerklaus

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #7 am: 11. Februar 2011, 20:50:10 »


Tut mir leid ich sehe nichts verdreht und auch nicht reisserisch übertrieben.
"Die Nation" hat über dieses Thema auch einen Artikel, in dem von fast 900 Festnahmen geschrieben wird.
Die wirkliche Anzahl wird ein Geheimnis bleiben.
Aber "Festnahmen" gab es, das dürfte Feststehen!

http://www.asianewsnet.net/home/news.php?id=17289

Ich kann mich noch an einen Fall eines hohen "Heeresangehörigen" erinnern , der in einem Nationalpark viel Land erwarb und bebaute. Hatte es angeblich nach meiner Erinnerung von einem Mönch gekauft {+.
Er musste nach starken öffentlichen Druck, aber erst dann, das staatliche Land räumen.
Festgenommen wurde der nicht!!!

 Gruß Klaus
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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #8 am: 15. Februar 2011, 17:36:47 »

Heute dazu in der Bangkok Post:

Kabinett stimmt den Vorschlägen für eine Landreform zu

Laut Premierminister Abhisit Vejjajiva hat das Kabinett am Dienstag den vom Nationalen Reform-Ausschuß (NRC) gemachten Vorschlägen für eine Landreform im Prinzip zugestimmt.

Herr Abhisit erklärte, der Büroleiter des Premierministers, Sathit Wongnongtoey, werde nun Treffen mit Regierungsstellen wie den Ministerien für Justiz, Finanzen, Nationalen Ressourcen und Umwelt, Landwirtschaft und Kooperativen abhalten, um auszuloten, wie die NRC-Vorschläge in die Regierungspolitik eingebunden werden können und die dazu notwendigen Maßnahmen festzulegen.
Er meinte, die Ergebnisse dürften dem Kabinett in zwei Wochen vorliegen.
 
(Bildtitel: Der Vorsitzende des NRC und ehemalige Premierminister Anand Panyarachun)

Der Premierminister erklärte, er unterstütze die Landreform-Vorschläge des NRC, der vom ehemaligen Premierminister Anand Panyarachun geleitet wird.

Die Einrichtung einer landesweiten Ländereien-Datenbank, die die Landbesitzverhältnisse im Volke offenlegen werde, dürfte vermutlich keine Probleme mit sich bringen, da diese Informationen ohnehin schon bei der Erhebung der Land- und Gebäudesteuern eingeholt würden, sagte er.

Die Vorschläge für eine Landreform umfassen fünf Maßnahmen: Beschränkung des Landbesitzes auf 50 Rai pro Familie, Einrichtung einer landesweiten Ländereien-Datenbank, Gründung einer Landbank für den Erwerb ungenutzten Landes und dessen Neuverteilung an landlose Bauern, Einführung einer progressiven Besteuerung von Landbesitz als Abschreckung gegen übermäßige Anhäufung von Landbesitz und Einrichtung von Zonen für rein landwirtschaftliche Nutzung.

Sollte die Landbesteuerung kommen, müssten Bauern mit weniger als 10 Rai jährlich 0,03% pro Rai bezahlen. Bei einem Besitz zwischen 10 und 50 Rai wären pro Rai 0,1% fällig. Bei über 50 Rai wären 5% pro Rai zu bezahlen.

Der NRC hat vorgeschlagen, daß die Regierung für fünf Jahre Mittel in Höhe von insgesamt 500 Milliarden Baht bereitstellen solle, um Bauern mit zu wenig oder gar keinem Land zu helfen.

Die Regierung würde dann jährlich 100 Milliarden Baht bereitstellen. Von dieser Maßnahme würde dann eine Million Haushalte profitieren.

Zuvor hatte der Vorsitzende des NRC, Anand, gesagt, die Vorschläge würden dabei helfen, die schon lange bestehenden Ungerechtigkeiten im Lande bezüglich des Landbesitzes zu beseitigen.

Quelle: http://www.bangkokpost.com/business/news/221727/cabinet-approves-land-reform-proposals
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franzi

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #9 am: 15. Februar 2011, 18:26:41 »

Sollte die Landbesteuerung kommen, müssten Bauern mit weniger als 10 Rai jährlich 0,03% pro Rai bezahlen. Bei einem Besitz zwischen 10 und 50 Rai wären pro Rai 0,1% fällig. Bei über 50 Rai wären 5% pro Rai zu bezahlen.

Ist jemandem bekannt wie viel Prozent von was?

fr
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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #10 am: 15. Februar 2011, 19:31:27 »

Genau das habe ich mich auch gefragt. Leider steht dazu sowohl in der Bangkok Post als auch der Nation genau das Gleiche - Prozente ohne Bezugsangabe...  {[
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Kern

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #11 am: 15. Februar 2011, 20:01:38 »

Etwas stutzig macht mich folgendes:
Zitat
     Die Vorschläge für eine Landreform umfassen fünf Maßnahmen:
 Beschränkung des Landbesitzes auf 50 Rai pro Familie,    ... ,     Einführung einer progressiven Besteuerung von Landbesitz als Abschreckung gegen übermäßige Anhäufung von Landbesitz ...

 Bei über 50 Rai wären 5% pro Rai zu bezahlen.  

Das schimmert die thailaendische konsequente Art durch.   :-)

Die Beschraenkung auf 50 Rai pro Haushalt halte ich in Thailand fuer voellig unrealistisch und undurchfuehrbar.
Eine progressive Besteuerung von Landbesitz finde ich positiv.

............

Zur Info:
Hier im laendlichen Isaan zahlen wir pro Rai Ackerland 3 pro Jahr.
Auf Informationen zur Besteuerung von Grundstuecken an Hauptstrassen warte ich noch.

Nachtrag: Die Meinungen zur Besteuerung von zentral gelegenen Grundstuecken gehen voellig auseinander und der jaehrliche Grundsteuerbescheid (eine Seite Din A 5 mit Durchschlag) unseres Bezirks (ca. 40.000 Einwohner) gibt ohne Aufschluesselung und ohne Grundbesitz-Groessenangabe nur einen Endbetrag an.  :-)

Zitat
Hier im laendlichen Isaan zahlen wir pro Rai Ackerland 3 Baht pro Jahr.  
Gerade hoere ich, dass das in unserem Bezirk von Jahr zu Jahr etwas schwanken kann. Ferner werden als leichte Bestrafung brachliegende Grundflaechen etwas hoeher besteuert, was mir gut gefaellt.
« Letzte Änderung: 15. Februar 2011, 20:24:33 von Kern »
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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #12 am: 15. Februar 2011, 20:11:16 »


Zur Info:
Hier im laendlichen Isaan zahlen wir pro Rai Ackerland 3 Baht pro Jahr.
Auf Informationen zur Besteuerung von Grundstuecken an Hauptstrassen warte ich noch.


Das könnte eventuell eine Interpretation der "bezugslosen" Prozentangabe erlauben:

0,03% wären dann die 3 Baht/Rai

Damit wären 0,1% dann gleich 10 Baht/Rai, 5% gleich 500 Baht/Rai (da kämen dann bei 50 Rai immerhin 25.000 Baht im Jahr zusammen - für echte Großgrundbesitzer aber wohl eher ein zu vernachlässigender Betrag).
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rampo

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #13 am: 15. Februar 2011, 20:25:11 »

Hallo Kern.
Meine Frau hat 80 Rai sie bezahlt 4,9 Baht pro Rai ,
20 Rai sind auf der Hauptstrasse auch 4,9 Baht wen es Farmland ist ,kein Farmland dan ist ein anderer Preis.
fg
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Das Leben ist wie ein Kinderhemd kurz und Beschissen.

Bei manchen merkt  man gleich das  sie nicht in einen  liebesakt  entstanden sind .

rampo

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Re: Landreform - mehr als überfällig
« Antwort #14 am: 15. Februar 2011, 20:55:48 »

Meine Frau sagt nach der Landreform Bezahlt sie fuer 50 Rai 4,9 Baht  und fuer die 30 Rai 22,5  pro Rai.
Sie hat schon ei schreiben bekommen.
fg
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Bei manchen merkt  man gleich das  sie nicht in einen  liebesakt  entstanden sind .

 

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