Der eigentliche Putsch beginnt jetzt erst"
Als sich diese Szenen gegen 6.30 Uhr Ortszeit vor dem VIP-Bereich des Atatürk-Flughafens abspielen, ist das, was acht Stunden zuvor mit der Sperrung der beiden Bosporusbrücken begonnen hatte, weitgehend gelaufen. Der versuchte Putsch, der offenbar von einer Gruppe von Offizieren, wohl hauptsächlich aus der Luftwaffe und der Gendarmerie begonnen hatte, ist abgewehrt. In einigen Teilen von Istanbul und vor allem in Ankara kam es zu Gefechten, darunter im Parlamentsgebäude, dem Generalstabsgebäude der türkischen Armee und dem Hauptquartier der paramilitärischen Sondereinheiten.
Erdogan ruft Bevölkerung zum Widerstand auf
Es ist nicht Erdogans erster Auftritt in dieser Nacht. Seine erste Rede war kurz vor Mitternacht zu hören. Kurz zuvor war im Staatssender TRT eine Erklärung der Putschisten verlesen worden, die den Sendebetrieb unter ihre Kontrolle gebracht hatten.
Ein "Rat für den Frieden im Land" habe die Macht übernommen, um Rechtsstaatlichkeit und die laizistische Ordnung wiederherzustellen. Erdogan lässt sich zu CNN-Türk verbinden, dem Sender von Medienchef Aydin Dogan, den er der Vergangenheit schon oft attackiert hatte und der im Laufe der Nacht nicht von Putschisten besetzt werden sollte.
Die Moderatorin hält das Telefon mit dem Videoanruf in die Kamera. Da scheint es, als könnte Erdogan tatsächlich die Macht verlieren. Der Putschversuch gehe von Anhängern des islamischen Predigers Fethullah Gülen aus, sagt Erdogan. Und er ruft die Bevölkerung dazu auf, "sich auf den Plätzen und am Flughafen zu versammeln, um den Putschisten entgegentreten". Eine halbe Stunde später ist er auf einer improvisierten Pressekonferenz zu sehen, auf der er ankündigt, nach Istanbul zu fliegen.
"Soldaten, zurück in die Kaserne"
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/der-eigentliche-putsch-beginnt-jetzt-erst/ar-BBuoAwD?li=AA520o&ocid=spartandhp