Ich flaniere die Uferpromenade entlang.


Gerne würde ich mich irgendwo hinsetzen und noch eine Coke trinken, kann aber keinen entsprechenden Laden finden. Ich warte die einbrechende Dunkelheit ab.


Ich mache mich wieder auf den Rückweg, komme an meinem Kamelmodell vorbei und sehe, dass es gerade gefüttert wird!

Mich zieht es weiter.


Im George und Dragon angekommen, ist die Bedienung überrascht, mich nochmals zu sehen. Der Pub ist heute gut gefüllt. Ein DJ hat fette Boxen aufgestellt und präsentiert recht professionell Rock und Pop aus den 60ern und 70ern. Weiße und Schwarze sind auf der schnell geschaffenen Tanzfläche am Tanzen, ein paar asiatische Mädels links neben mir bewegen sich im Rhythmus. Zwei Weißkittel spielen Pool, drei sitzen am Rande der Tanzfläche und beobachten mit sichtlichem Spaß das Treiben. Das ist Multi-Kulti pur!!! Ich sehe die Weißkittel inzwischen in einem anderen Licht. Vor einer Woche, als ich hier ankam, habe ich mich noch innerlich über sie lustig gemacht. Jetzt sind sie für mich einfach nur Leute wie du und ich, die ihren Spaß haben wollen. Wie jeder andere auch. Und ihre Kleidung ist ganz einfach das, was bei uns ein Anzug ist.
Weit nach Mitternacht beendet der DJ seine Arbeit. Seine letzten Worte kommen aus den Lautsprechern, frei übersetzt: "Egal welche Hautfarbe ihr habt, egal an was ihr glaubt: Wir sehen nur auf das Gute in euch!" Feine Worte zum Abschluss...
Gegen 1:00 Uhr verlasse ich die Kneipe und mach mich auf dem Weg zurück in mein Hotel.

Im Zimmer öffne ich eine Coke, springe anschließend unter die Dusche, und packe meine letzten Sachen ein. Ich bin jetzt doch ziemlich müde und kaputt. Ich traue mich nicht, mich richtig hin zu legen. Die Gefahr, dass ich einschlafe, ist viel zu groß!
Kurz nach drei Uhr gehe ich nochmals raus. Etwas Beine vertreten, ne Zigarette rauchen, einmal um den Block laufen. Ich verlasse mein Hotel und bin geschockt: Geschätzte 100 Mädels stehen an der Straße! Vielleicht 30 auf meiner Straßenseite, etwa 70 auf der gegenüber liegenden Seite. Und alle auf der Suche nach Kundschaft. Ich habe Mühe, halbwegs heile durch die überwiegend schwarze Menge zu kommen. - Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass an der Straße vor meinem Hotel immer zig Mädel stehen sollen. Dass man Probleme haben soll, ohne angegrabscht zu werden, den Eingang zu erreichen. Alles Lug und Trug. Die ganze Woche habe ich nicht ein Mädel gesehen, zu welcher Tageszeit und Nachtzeit auch immer. Bis jetzt!!! Die Clubs und Bars habe wohl gerade geschlossen, und die Unversorgten versuchen, noch nen schnellen Dirham zu machen.
Ich steige eine Brücke eine Straße weiter hinauf und rauche eine Zigarette. Auch rechts am Rande dieser Straße sehe ich eine Menschenmenge, vermutlich alles Mädels. Das ist jetzt wohl die Zeit für den echten Schnäppchenjäger!

Es treibt mich wieder zurück in mein Zimmer. Ein Mädel nennt mich "Sugarbabe", sie scheint mich gut zu kennen. Ich sage ihr, dass es für mich in einer Stunde nach Hause geht. Für sie kein Problem, "One hour is ok!". Ich winke lächelnd ab und erreiche heile meine Unterkunft.
Um 4:30 Uhr checke ich aus. Ein Taxi bringt mich in überraschenden 15 Minuten zum Flughafen. Ich hatte eigentlich mit 30 - 60 Minuten gerechnet! Auch der Preis ist nur gut halb so hoch wie der bei meiner Hinfahrt. Beide Male mit Taximeter. Merkwürdig.

Im Flughafen angekommen, habe ich noch recht viel Zeit. Der neue Terminal 3 scheint mal wieder komplett umgebaut worden zu sein. Ich kenne mich gar nicht mehr aus. Und es ist bereits ziemlich voll. Mit Mühe finde ich aber das alte Terminal. Hier ist es nahezu menschenleer. Und die Raucherräume hat man fast alleine.
Um 9:35 Uhr, mit 35 Minuten Verspätung, hebt mein Flieger ab. Ich werfe einen letzten Blick auf Dubai.

Die Woche hat sich gelohnt. Ich hätte es auch noch 1-2 Tage länger ausgehalten. Aber zwei Wochen, neee, das müsste nicht sein!

- Ende -