Hallo Ton
Danke für deinen Beitrag und die schöne Thangkha. Irgendwo im fernen Europa
hängt bei mir ein ähnliches Bild an einer Wand.
Buddhismus und Tibetischer Buddhismus„Dharma" ist ein Sanskritwort mit vielen unterschiedlichen Bedeutungen. Doch in unserem Fall verwenden wir
das Wort hauptsächlich für den "Buddha"-Dharma oder die Lehren des Buddha.
Der Buddha selbst gab uns die wohl kürzeste Zusammenfassung seiner Belehrungen, in dem er sagte:
"Ich lehre über das Leiden und den Weg, es zu beenden."
Shakyamuni Buddha, der historische Buddha, gab in seinem Leben viele Belehrungen, und es ist nicht einfach,
diese Belehrungen kurz zusammen zu fassen. Dazu kommt noch, dass sich während der letzten 2.500 Jahre
viele verschiedene Richtungen des Buddhismus entwickelt haben, die alle aufgrund von leicht unterschiedlichen
Interpretationen der Lehren des Buddha entstanden sind und diese brachten auch etwas unterschiedliche
Praktiken hervor.
Die Lehren des Buddha wurden in vielen verschiedenen Niederschriften festgehalten. Die ältesten dieser
Niederschriften wurden in den Sprachen Pali oder Singhalesisch verfasst und bilden die Grundlage des Theravada
Buddhismus; der Pali Canon. Die Lehren des Mahayana sind in Sanskrit niedergeschrieben worden.
(für eine detaillierte Erklärung der Schulen siehe: Die drei Fahrzeuge)
Der frühe buddhistische Kanon wird gewöhnlich als "die drei Körbe" bezeichnet. (Skt: Tripitaka; Pali: Tipitaka),
bestehend aus:
1. Vinaya: Verhaltensregeln, die die monastische Ordnung regeln.,
2. Sutras: die Belehrungen, die von Buddha gesprochen wurden; und manchmal von seinen nächsten Schülern,
3. Abhidharma: enthält die Ausformung der buddhistischen Psychologie.
Der tibetische Canon besteht aus Kangyur und Tangyur. Er enthält eine Ansammlung von Mahayana Sutras, die aus
dem Sanskrit übersetzt wurden, Abhandlungen (Shastras) von bedeutenden indischen Philosophen, Tantras und
tantrische Kommentare und verschiedene andere Schriften,die wichtig genug erschienen, um dem Kanon hinzugefügt
zu werden. Die Übersetzer hatten guten Zugang zur Weitläufigen Literatur der Zeit. Zudem muß beachtet werden,
daß der tibetische Kanon viele Jahrhunderte nach dem Chinesischen zusammengestellt wurde.
Tibet und die Mongolei folgten beide dem tibetischen Kanon, der von Buton Rinpoche (1290 – 1364) zusammengestellt
und redigiert wurde.
Der tibetische Buddhismus benutzt die Karma-Lehre sehr gezielt als individuelle und soziale Zuchtrute. Mit surreal
gesteigerten Bestrafungsphantasien werden die Gläubigen vor dem Abweichen vom Pfad der Tugend gewarnt.
Das Tibetanischen Totenbuch zum Beispiel spricht von 16 Höllen in denen man ohne Pause dort den schrecklichsten
Qualen ausgesetzt ist.
So geht es Kapitel um Kapitel in der entsprechenden Literatur weiter. Der tibetische Buddhismus hat für den Gläubigen,
der gesündigt hat, ein nicht enden wollendes Arsenal von Folterungen in petto: Köpfe werden abgerissen, Zungen
werden aus dem Mund gezogen und mit Dolchen durchstoßen, die armen Seelen versinken in Seen aus Exkrementen
und werden von Insekten, die in diesen Seen leben zerfressen und zerpickt. Die schlimmste aller Verfehlungen für einen
tibetischen Buddhisten ist bezeichnenderweise das Aufbegehren gegen ein Mitglied des lamaistischen (tibetanischen)
Klerus (Kirche, Religion), und das beste, was er tun kann, ist, allen Mitgliedern dieses Klerus blind zu gehorchen.
Im „alten Tibet“ hatte er ohnehin keine Wahl, denn die gesamte religiöse und weltliche Macht, die justizielle und polizeiliche
eingeschlossen, lag bei eben den Leuten, die ihm für den Fall der Unbotmäßigkeit ewige Höllenqualen androhten.
Aus theologischer Sicht ist interessant, daß diese Höllenphantasien, zusammen mit dem notwendigen Gegenkonstrukt
des Paradieses (Sukawati) eine Eigenentwicklung des Mahayana-Buddhismus sind, zu dem auch der tibetische Buddhismus
zählt, und daß sie in den ursprünglichen Lehrreden Buddhas nicht auftauchen. Man fühlt sich an die ausgefeilten
Höllen-Szenarien des christlichen Mittelalters erinnert, mit dessen rigidem Bestrafungsterror der tibetische Buddhismus
jederzeit mithalten kann. Was derlei Karma- und Wiedergeburtsdenken in den Köpfen einfach strukturierter, ungebildeter
Menschen anrichtet, läßt sich nur ansatzweise und mit Schaudern erahnen.
Mit der ursprünglichen Lehre hat diese Sektiererei wenig gemeinsam.
Quellen:
http://www.viewonbuddhism.org/buddhismus-deutsch/g-3-drei-fahrzeuge-yanas.htmhttp://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus_in_Tibethttp://home.arcor.de/tantram/http://www.hjp.ch/Kirche/Sektierer.htm