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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449396 mal)

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phumphat

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #765 am: 13. Dezember 2009, 12:27:02 »

Hallo mein lieber Low.

Da du ja kein Thai bist, habe ich das mit der Kugel auch so als Hockus Pockus verstanden.
Die Geschichte von Nam und Fredl entstand aus einer Fiktion mit realen Hintergrund.
Du siehst das völlig richtig, das die Wirklichkeit in diesen unterschiedlichen Kulturen
völlig anders aussieht.

In diesem Sinne ein Frohes Fest

phumphat
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Low

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Eheliche Gewalt nicht nur in Hinterindien
« Antwort #766 am: 13. Dezember 2009, 23:29:34 »

Eheliche Gewalt nicht nur in Hinterindien                                            13. Dezember 2009

BALSTHAL SO - Ein 48-Jähriger hat am Samstagnachmittag in Balsthal bei einem Streit derart auf seine Frau eingeschlagen, dass diese
wenig später im Spital starb. Sie hatte schwerste Kopfverletzungen erlitten. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Die Rettungsflugwacht hatte die 40-jährige Frau noch in eine Spezialklinik geflogen. Wie die Solothurner Kantonspolizei mitteilte, befand
sich der Täter beim Eintreffen von Polizei und Ambulanz noch im Haus. Er konnte vor Ort festgenommen werden.

http://www.blick.ch/news/sda?newsid=20091213brd025

(Fröhliche Weihnachten)

Fakt
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2009, 23:36:06 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #767 am: 14. Dezember 2009, 01:35:18 »

Nicht im "BLICK" und trotzdem Fakt:
http://www.flow-of-genesis.de/bilder/3kerzen.JPG

mfg kmr
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Low

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Hokuspokus fidibus
« Antwort #768 am: 14. Dezember 2009, 10:20:27 »

Hokuspokus fidibus

Üblicherweise spekuliere ich nicht über die Zukunft meiner Akteure in den Geschichten. Aber mich reizte die Geprügelte in „Uniformen“.
Sollte sie weiter Schläge beziehen, werde ich sie vermutlich Frau Rahm oder Frau Sahne nennen.
Sie hat es nicht einfach. Weil ihr Mann Soldat ist, kann sie nicht bei der Polizei um Schutz ersuchen. In Bangkok wäre es etwas einfacher.
Dort gibt es ein Frauenhaus, das den Misshandelten Unterkunft anbietet.

Mein hokuspokus Blick in die Zukunft dürfte nicht allzu abwegig sein.
Ich denke nicht, dass eine junge Frau, sofern sie einmal der Hölle eines hinterindischen Schlägers und Tunichtguts und dessen Familie
entkam, gleich einen neuen Thai Partner sucht. Ausnahmen wie in  # 279, „Die sexy Puppe mit der Nudelsuppe“ bestätigen die Regel.
Es gibt auch in unserem Kulturkreis Personen, die dem Masochismus huldigen.
Selbst schlagende Farang sind keine Raritäten. Herr Gucci benutzte seine Hände nicht nur zum Segnen und Liebkosen.

Trotzdem lässt die Tendenz meines Erachtens eher auf Farang schliessen. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass irgend etwas im
Seelenleben, im Gehirn zurückbleibt. Zu viele junge Frauen leiden unter Neurosen und Psychosen.
Als Neurosen werden seit William Cullen (1776) nervlich bedingte funktionelle Erkrankungen beschrieben.
Seit Freud, ungefähr 1900, wird darunter eine leichtgradig psychische Störung verstanden, wobei die Ursache ein Konflikt ist.
Neurosen werden Psychosen, das sind schwerere seelische Störungen, gegenübergestellt.
In extremen Fällen sind Depressionen nicht ausgeschlossen.
Depressiv bezeichnet umgangssprachlich einen Zustand psychischer Niedergeschlagenheit. In der Psychiatrie wird die Depression
den affektiven Störungen zugeordnet.
Etwas Aufklärung über diese Leiden brachten eigene Erfahrungen. Dick hatte anfänglich schwere depressive Störungen, sogar
mit Suizidversuchen, die ich allerdings nicht kannte. Ärzte stuften ihr Leiden als Migräne ein.
Unsere gegenwärtige Haushälterin erduldet eine Psychose, ohne dass sie davon etwas bemerkt. Beide Frauen muss ich mit
Fingerspitzengefühl behandeln. Bei ihnen lassen sich wuchtige Symptome relativ einfach auslösen. Ich befleissige mich äusserster
Zurückhaltung. Im Notfall sind für Dick Medikamente griffbereit.
Mehrere Frauen im Dorf leiden an psychischen Störungen. In diesem Jahr erwischte es die Königin der Nacht. (1) Sie suchte in ihrem
Delirium wiederholt tagelang bei uns Schutz, bis ihre Schwester sie in ärztliche Obhut brachte.
 
Es ist nicht auszuschliessen, dass Alkoholprobleme durch psychische Probleme verursacht werden. Ich selbst trinke nur prophylaktisch.(2)

Wie mancher Mann kennt schon die Vorgeschichten und all die Nöte einer neuen Bekanntschaft, die sich scheinbar lebhaft und
aufgetakelt in einer Bar vergnügt.
Wenn dann Sicherheitsdenken mit finanziellen Forderungen hintergründig im Vordergrund stehen, kann ich das den gebeutelten
Weibern nachempfinden.

Ich hatte in Chiang Mai verschiedentlich das zweifelhafte Vergnügen, ein Krankenhaus für Psychiatrie von innen kennenzulernen
und war richtiggehend entsetzt über die Menge und Zusammensetzung der Patienten.
Wir fanden eine gute Ärztin für Dicks Probleme. Sie nahm sich Zeit und konnte erfolgreich auf die Patientin eingehen. Ich beobachtete
andere Spezialisten, die im Durchschnitt in einer Stunde als Seelenklempner an die zwanzig Kunden durchschleusten und emsig
chemische Präparate verschrieben. Das ist meines Erachtens Hokuspokus.

(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg30930#msg30930
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg88545#msg88545

(2)
Primäre Prophylaxe, auch Primäre Prävention genannt, soll den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und die Entstehung
von Krankheiten vermeiden.
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #769 am: 14. Dezember 2009, 20:24:27 »

Lieber Low,

das kann eigentlich nur verstehen, wer es selbst mitgemacht hat. Ich weiß, wovon Du berichtest.
Ich selbst habe es zwar mit guter Hilfe gepackt, aber wenn man sich umsieht. Es ist schon heftig.
Mit Gesprächen kann ich ein wenig helfen.

In Thailand kommt zum üblichen Funktionierenmüssen vielleicht auch noch das Immerlächelnmüssen
hinzu und die Angst, das "Gesicht" zu verliegen, wenn man mal so richtig ausrastet. Frauen haben
es da sicher noch schwerer. Die Kerle geben sich die Kante und Lady darf noch nicht einmal befreiend
SCHEISSE schreien. Sex...Yaba als Ventil...Sami Noi... Alles nicht so einfach wenn Kinder da, aber
Mann und Geld weg sind. Das Umfeld gibt dann oft großzügig den Rest.

Low, ich wünsche Dir das Gelingen der Kunst, trotz eigener Probleme Kraft zu behalten und diese
weiterhin mit Fingerspitzengefühl für Deine liebe Dick zu kombinieren. Mit mitfühlenden Grüßen,

kmr

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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #770 am: 14. Dezember 2009, 23:19:15 »

Lieber Low,

Ich wundere mich schon längere Zeit darüber, dass das Thema Depression bei thailändischen Frauen hier nie zuvor zur Sprache kam.
Nach meinen eigenen Beobachtungen sind Depressionen und auch Neurosen bei thailändischen Frauen weit häufiger anzutreffen als in Deutschland. Auch diese Zustände werden hinter dem berühmten Thailöcheln gern verborgen, sie zuzugeben wäre mit einem Gesichtsverlust verbunden. Wer allerdings länger ieinmal im Land verweilt und genauer hinschaut, ist zunächst einmal überrascht, wie oft gerade Depressionen bei Thaifrauen vorkommen.
Bei einigem Nachdenken sind diese Depresionen allerdings gar nicht so überraschend, zumal es sich meist um reaktive Depressionen und weniger um endogene Depressionen handelt.
Im Gegensatz zu den endogenen Depressionen haben die reaktiven Depressionen eine erfassbare Ursache oder einen ganzen Komplex von Ursachen, die depressionsauslösend waren.
Wer sich die Rolle der Thaifrau in der Thaigesellschaft vor Augen hält, muss sich eigentlich wundern, dass Depressionen nicht weit häufiger vorkommen.
Zumindestens in der Unterschicht, die in Thailand sicher 80% der Bevölkerung ausmacht, ist die Frau meist nicht viel wert, selbst unter Frauen wird der Wert einer Frau für gering erachtet. Mütter schicken ihre Töchter zum Anschaffen, Frauen ertragen die Prügel ihrer Ehemänner ohne zu murren, Töchter, die deswegen zu ihrer Mutter flüchten, ernten oft kaum Verständnis, auch in der Erziehung ihrer Söhne spielt die Gleichberechtigung der Frau kaum jemals eine Rolle.
Wen nimmt es da Wunder, dass viele Frauen ein Leben in solchem Umfeld kaum ertragen, selbst wenn es ihnen persönlich aktuell gar nicht mehr schlecht ergeht.
Gerade auch früher durchgemachtes und nie verarbeitetes Leid wirkt oft ein Leben lang nach und ist mit Tabletten natürlich nicht aufzuarbeiten. Die Aufarbeitung aber fällt den Thaifrauen schwer, verstehen sie ihre Depressionen doch oft als persönliches Versagen, als bedrohlichen Gesichtsverlust, der keinesfalls nach außen getragen werden darf.
Und so leiden sie, suchen Ablenkung in Drogen, Glücksspiel oder sonst einem Nervenkitzel. Alles wird recht, was sie von ihrem Leid ablenkt.

Ein Mann wie Du ist erst in zweiter Linie Trost und Beistand, in erster Linie machst Du nur noch deutlicher, wie bedauernswert ihr natürliches Umfeld ist, dass sogar ein Farang, den sie als glückliche Thaifrau kaum wahrgenommen hätte, der einzige wirklich gute Mensch in ihrer Umgebung ist.
Wenn deine Frau ihr Tief durchschritten hat, ist sie aber um so glücklicher mit einem Mann wie Dir, der bereit ist, jeden Weg mit ihr zusammen zu gehen, der sie so lieb hat, wie sie ist und der bei ihr bleiben will bis an den Fuß des Regenbogens.

Dick ist eine bemerkenswerte Frau, das hast Du uns oft genug wissen lassen, und sie ist glücklich mit Dir.
Das ist weit mehr, als Dir irgendwer zu Weihnachten schenken könnte.

Ich wünsche euch Beiden ein wunderschönes frohes und glückliches Weihnachten mit exzellentem Essen und ein paar besonders guten Flaschen Wein, letzteren natürlich rein zur Prophylaxe!

Wolfram
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

Low

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Freud
« Antwort #771 am: 15. Dezember 2009, 00:02:13 »

Wolfram: Dein Freud’scher Versprecher ist cool:
... werden hinter dem berühmten Thailöcheln ...

Ängste, Prügel, Psychosen, Alkohol, Gewalt, Medikamente, Drogen.
Das Schweigen der Lämmer! (Ausnahmen: kmr und drwkempf)
Zitat:
„Es ist nicht auszuschliessen, dass Alkoholprobleme durch psychische Probleme verursacht werden. Ich selbst trinke nur prophylaktisch.
(LOL) ! ! !
Primäre Prophylaxe, auch Primäre Prävention genannt, soll den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und die Entstehung von
Krankheiten vermeiden.“

Bin ich der einzige Plophynaktikel?
Ist das Bier am Steintisch die Droge danach?

Heisst es auf gut Deutsch:
Schlagrahm
oder
Schlagsahne?
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2009, 00:09:05 von Low »
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Sonex

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Re: Freud
« Antwort #772 am: 15. Dezember 2009, 00:24:42 »

....
„Es ist nicht auszuschliessen, dass Alkoholprobleme durch psychische Probleme verursacht werden. Ich selbst trinke nur prophylaktisch.
(LOL) ! ! !
Primäre Prophylaxe, auch Primäre Prävention genannt, soll den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und die Entstehung von
Krankheiten vermeiden.“

Bin ich der einzige Plophynaktikel?
Ist das Bier am Steintisch die Droge danach?
...

Ist es so,
dass jemand, der prophylaktisch trinkt,
keine psychische Probleme hat,
sondern diese vielmehr vorsoglich und erfolgreich erträngt ?

SoneX




Ich bin nur Genusstrinker !


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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #773 am: 15. Dezember 2009, 02:51:37 »

Lieber SoneX,

Ich will mal so sagen:

Wer mit einer (prophylaktischen) Flasche eines guten Weines zu zweit genossen schon Probleme erträng(k)en kann, hat wohl doch keine ganz großen Probleme. Selbst bei zwei Flaschen Wein an einem langen Abend zu zweit erscheint mir die Problemgröße überschaubar zu sein. ;)

@Low
Dass ich mit meinem kleinen Schreibfehler so viel Erheiterung bei Dir ausgelöst habe, erspart mir, mich über meine Schusseligkeit zu ärgern. Aber der Vorweihnachtsstress hat mal wieder ein Opfer gefunden...

In Deutschland sprechen wir üblicherweise von Schlagsahne. Der Begriff "Schlagrahm" ist uns aber kaum weniger vertraut.

Wolfram

Kleine Nachrede:
Bedenkt man die Zahl Deiner Leser - die Anzahl der clicks hier ist ja schon beinahe legendär - , so muss ich einfach vermuten, dass sie vor der Brillianz deiner Erzählungen ganz sprachlos werden. Das hat aber weit mehr mit Achtung vor dem Autor zu tun als mit Missachtung!
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #774 am: 15. Dezember 2009, 05:11:39 »

...Das Schweigen der Lämmer...

Lieber Low, wenn Du ein wenig zurück"blätterst" mußt Du zugeben, dass Du etlichen Lämmern
Unrecht tust. Es sind doch viel mehr Leute als nur zwei, die sich zu Deinen Geschichten äußern.
Take it easy, Low. Deine Kost ist oft schwer genug.

Viel schlimmer finde ich, dass oft sogar auch die zahmsten Lämmer zu rücksichtslosen Schlägern
mutieren, wenn es um die ZEIT geht. Da sind Sahne und Rahm vergleichsweise noch gut dran.;-)

mfg kmr

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Re: Freud
« Antwort #775 am: 15. Dezember 2009, 07:13:39 »

Heisst es auf gut Deutsch:
Schlagrahm
oder
Schlagsahne?

auf englisch finde ich es am köstlichsten. WHIPPING CREAM   :o .  ausgepeitschte/verprügelte Sahne  :D 

Könnte glatt aus einem SM-Studio stammen ;D

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Farangs besitzen teure Uhren, Thais haben mehr Zeit

Low

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WHIPPING CREAM
« Antwort #776 am: 15. Dezember 2009, 14:01:15 »

Ja ja, die Engländer.
Nachdem sie das Gemüse in den Kochtöpfen bis zur Farb- und Geschmacklosigkeit vergewaltigen, peitschen sie die Sahne aus!
Darum ging ich noch nie freiwillig in einen britischen Gastronomiebetrieb.

kmr
Ich weiss, dass es einige Zuschriften gab.
Mit den Lämmern sprach ich spezifisch den Problemkreis um Psyche und Alkohol an.

Wem die Psyche zu delikat ist, könnte sich ja über Alkohol äussern.
In welchem Falle Red Label, zu welchen Zwecken Black Label, wann genügt Mae Khong? Mr. Walker steht nicht in unserer Bar und sitzt
auch nicht daran.
Wir benützen Mae Khong zum Flambieren von Bananen und Garnelen.
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unsichtbar

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #777 am: 15. Dezember 2009, 14:08:40 »

Also resultiert das Frauenbild in den berüchtigten Soap-Operas1 aus den psychischen Problemen der weiblichen Bevölkerung dieses Landes?
Sind darin doch die Protagonistinnen ständig am kreischen, heulen, geifern, lügen, jammern, kratzen, beissen, .... das einem "gesunden" Menschen Angst und Bange wird. Oder ist es genau umgekehrt, was @drwkempf's Analyse widersprechen würde?
Ich empfehle den Fernseher prophylaktisch ausgeschaltet zu lassen und die Mia auf jeden Fall von diesen Sendungen fern zu halten. Alkohol in ausreichenden Mengen wäre dafür ein anwendbares Mittel, auf Dauer gesünder sind aber andere Tätigkeiten ("löcheln"...???).

@Low ich lese regelmäßig deinen Thread, ich mag deinen Schreibstil und fühle mich auch vom z.T. schweren Stoff nicht abgeschreckt. Aber ich unterlasse es bewußt Kommentare zu schreiben um das Nivea Niveau nicht zu (ver)senken. Mach bitte unbeirrt weiter, was du hier schreibst wird auch ohne Kommentar nie ungelesen bleiben.


1 http://de.wikipedia.org/wiki/Soap-Opera
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Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.   (Loriot)

Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #778 am: 15. Dezember 2009, 14:24:51 »

Hi unsichtbar

Danke für den Tip mit dem TV. Da wir zu Hause selten TV schauen, war mir die Soap Version nahezu unbekannt und ich dachte nicht daran.
Ich erlebte, dass Menschen oft leicht missratene Kopien von TV Stars verkörpern. Vor kurzem besuchte uns so ein Kerl.
Da ist mir Karaoke sympathischer.
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Low

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Papierflieger
« Antwort #779 am: 16. Dezember 2009, 00:31:44 »

Papierflieger                                                        12. Dezember 2009

Wir reparierten die Beleuchtung im Garten des Gästehauses. Rund um zwei runde Steintische stehen sechs unterschiedliche, leicht konkav,
konvex oder gerade Säulen aus gebranntem Lehm. Darauf ruhen hübsch verzierte, zwiebelförmige Hüte mit grossen Durchbrüchen. Einigen
besonders militanten Eidgenossen könnten diese minarettähnlichen Gebilde des Nachts den Schlaf vermiesen.
Im Dorf gibt es keinen Muezzin. Der Einzige, der erhaben auf seinem Monoblock Meditationssitz laut ruft und seine Stimme anhebt, bin ich:
„Allohhha, Dick, alloooha ohee, Dick, I want paper, please!“
„Welchen Pfeffer willst du haben, Darling? Roten, weissen oder schwarzen?“
„Mai chai sii daeng, mai chai sii khao, mai chai sii dam. Die dämliche Farbe ist Nebensache. Ich möchte Toilet paper!“

In unseren pseudo-mini Minaretten sind bloss Lampen versteckt.
Sie verbreiten in der Dunkelheit eine angenehme, romantische Beleuchtung, der schon einige anmutige Frauen schlecht wiederstehen konnten.
Was denkt ihr schon wieder ... ?
Sie tranken im schummrigen Licht zu viel des süssen Weins.

Während wir fleissig werkelten, landete ein einfacher Papierflieger sanft neben den harten Sitzgelegenheiten im kargen Gras. Zwei Knaben
im Vorschulalter spielten auf der schmalen, kaum befahrenen Strasse. Dick warf den Flieger über die Mauer zurück zu den Kindern.
Wir prüften die Beleuchtung. Alles funktionierte. Bald werden Gäste die für sie lauen Abende im Garten geniessen, während uns die winterlichen
Temperaturen ins Haus verbannen.
Ich war mit dem schweren Werkzeugkoffer bereits auf der Strasse, als im Garten ein unglaubliches Gekreische anging. Ich sandte Dick zurück,
um nachzusehen. Einige grosse Vögel setzten sich auf die Stromleitungen und halfen ungezwungen locker im Chor mit. Für mich war die
Angelegenheit gelaufen.

Danach schaute ich einem Knaben mit seinem Flieger zu. Der landete fast überall. Im Dornengebüsch. Knapp neben neckischen Hundekegeln
oder bereits pulverisiertem instant Dung auf der Strasse. Auf Abfallhaufen aus Pflanzenteilen und gestutzten Bäumen, stachelig garniert mit
Ästen unserer riesigen Bougainvilleas. (2) Der Knabe wurde nicht müde, den Flieger von all diesen Orten zu holen und wieder zu starten.
 
Vor einer Wohnung stand ein perfekt mit einem grossen Stück Tuch abgedeckter Mittelklassewagen. Um seinen Flieger weiter schmeissen zu
können, bestieg der Knabe wiederholt über die Stossstange den Kofferraumdeckel und tanzte gutgelaunt darauf herum.
Dann machte er einen kurzen Ausflug und kroch unter das Tuch auf dem Kofferraum. Kratzer und Autolack waren gewiss Fremdwörter für ihn.
Ich sass, schaute, staunte und sagte nichts. Eine ältere Frau, zu der er irgendwie gehörte, wohnte knapp neben dem parkierten Fahrzeug.
Als das Büblein sah, dass die Frau die Wohnung verliess, rannte es mit dem Flieger in der Hand schnell vom Auto weg. Die Sonne stand schon
tief am leicht geröteten Himmel.
Die ältere, leicht korpulente Frau holte ein Fahrrad mit Kindersitz aus einem Verschlag. Der Knabe flitzte unaufgefordert heran und kletterte
behende in den Sitz. Die Frau, Tante, Grossmutter, wer auch immer, hiess das Bübchen mich zu grüssen:
„Sawas dee krap!“
Freundlich grüsste ich zurück. Sie wünschte mir darauf frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr und pedalte mit Knabe samt Flugzeug davon.

(1)
http://www.expli.de/suche/papierflieger%20anleitung/
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bougainvillea


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