Mich hat noch nie einer in Thailand "Farang" genannt ... wenn ich dabei war.
In der Familie nannte mich jeder von Anfang an beim Vornamen. Da der erste schwierig für Thais ist, war es natürlich "mai ken" für Thai-Englisch "Michael".
Später erfand die holde Gattin nach eingehender Rücksprache mit einem sanskritkundigen Lehrerkollegen (und Ex-Mönch) einen "ofiziellen" Thai-Namen mit angeblich gutem Karma für mich (Athit), der mir zuerst nicht so recht paßte, aber an den ich mich aber spätestens dann zu gewöhnen hatte, als mich in einem Provinznest mal an einem Flugplatz einer mit der Frage abholte "Are you Mister Sunny...?" (Sunny = in etwa "Athit",was Sonne heißt). Wenn einem der Name schon derart vorauseilt, daß er sogar höflicherweise übersetzt wird, ist wohl nichts mehr zu machen.
Da ich der einzige Blonde in unserer Soi bin, kennen mich inzwischen alle nur noch unter dem offenbar für alle Thais recht gut passenden "Spielnamen" (tschü lén). Bei Thais unterschreib ich auch schon so.
Meine These ist: Wenn man als Individuum auftritt und sich halbwegs "korrekt" verhält (was das nach meiner Meinung so ungefähr sein könnte, steht im Bangkok-Führer), wird man auch nicht als Teil der Farang-Plage angesehen und entsprechend behandelt.
Das sehe ich auch umgekehrt so: Meine Frau hat in Deutschland einen Namen und ist nicht die namenlose "Thai Frau vom Hensel" oder irgendsowas in der Richtung.
Dem würde ich auch sofort entgegentreten und meine holde Gattin tut das gleiche in Bangkok, worauf ich mich seit 24 Jahren absolut verlassen kann.