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Autor Thema: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll  (Gelesen 13606 mal)

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wufgaeng

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Auf der Insel Nabucco
« Antwort #30 am: 17. April 2014, 18:27:49 »

Ausflug nach Pulau Kakaban

Einmal die Woche ist eine Tagestour zur Insel Kakapan im Programm. Diese Insel bietet eine ganz außergewöhnliches Naturspektakel, einen See voll mit kleinen und großen surreal erscheinenden Quallenfischen, die man nur wenige Zentimeter unter Wasser mit Maske und Schnorchel betrachten kann. Flossen sind hier verboten, denn man könnte mit einem Flossenschlag die Quallentiere verletzen.
Die Faszination kann ich mit meinen Fotos nur annähernd wiedergeben, das Farbenschauspiel und die fluoreszieren Quallen-Kopffüßler geben einem das Gefühl, in einer Fantasiewelt gelandet zu sein.

Aufffallend viele einheimische Ausflügler von den benachbarten Insel und vom Maratua Atoll sind zum gleichen Ausflug gekommen um dieses Naturereignis genießen zu können. Frauen und Mädchen mit Kopftuch, ganzer Kleidung und mit einer Schwimmweste, damit sie ja nicht untergehen.
Die Stimmung ist herzlich, bei jeder Begegnung werde ich aufgefordert beim Picknick mitzuessen und bei jedem Gruppenfoto muss ich unbedingt mit drauf sein.

Die Kinder springen vom Steg, die Mädchen plantschen im Wasser, alle wühlen soviel Sand vom Boden auf, dass von den Quallen zuerst nicht mehr viel zu sehen ist. Ein wenig abseits aber offenbarte sich die Pracht. Ich könnte mir vorstellen, dass Filmproduzenten von Fantasie- oder Sience-Fiction-Filmen wie bei dem Moviebuster Avatar oder der schweizer Maler und bildende Künstler Hansruedi Giger ihre Inspirationen sicherlich von solchen Naturerscheinungen geholt haben.

Die Insel Kakaban ist auch ein Platz auf der viele hunderte Schildkröten ihren Nachwuchs zeugen, aber dafür waren wir zu spät. Die Brutzeit der Schildkröten wäre ein, zwei Monate vorher gewesen.


Ankunft am Steg der Insel Kakaban.
Selamat datang - Willkommen


Willkommen bei jeder Tafelrunde. Einheimische beim typisch asiatischen Picknick.


Eine kleine Hütte auf Stelzen soll als Vorratsraum dienen.
Die Insel ist ein Naturpark, wir bezahlen einen kleinen Eintrittspreis und tragen uns ins Gästebuch ein.


Mutter und Tochter plantschen vollbekleidet.


Die Pracht unter Wasser. Unzählige leuchtende Quallen.


Keine Qualle ist wie die andere, jede hat sein eigenes Aussehen.
Die Natur zeigt bezaubernde, hinreißende Exemplare.


Leuchtendes Farbenschauspiel, die Qualle ist nur ein paar Zentimeter groß.

Zwangsweise kommt man mit diesen Quallen auch in Berührung, das löst manchmal ein wenig Nesseln aus, ähnlich wie bei Brennnesseln, aber lang nicht so stark.
Extreme giftige Quallen, die böse Verbrennungen verursachen, sind keine in diesem See. Selbst Kinder - und die ganz besonders - haben ihren Spaß, im See zu plantschen.

Machen wir morgen noch mal einen Tauchgang und erleben die Farbenpracht der Korallen und Anemonen. Eine Begenung mit Clownfisch Nemo.
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Hoffentlich wird alles nicht so schlimm wie es jetzt schon ist!

wufgaeng

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Re: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll
« Antwort #31 am: 18. April 2014, 18:50:45 »

Unser Aufenthalt auf Nabucco war für eine Woche vorgesehen. Gleich haben wir verlängert, denn 7 Tage vergehen verdammt schnell, besonders wenn die Tage mit so schönen Erlebnissen verbunden sind.
Bevor wir am 28. März die Rückfahrt nach Berau und den Weiterflug nach Balikpapan antreten, setze ich noch meine Bilder von zwei weiteren Tauchgängen in zwei weiteren Beiträgen, auch wenn man an den Bildern der Unterwasserwelt nicht gerade deutlich erkennen kann, dass wir in Indonesien, in Borneo, beim Maratua Atoll sind. Unter Wasser kann es woanders durchaus genauso aussehen. Beim Maratua Atoll aber präsentiert sich die Korallen-Landschaft besonders bunt. Eine Farbenvielfalt, wie sie leider in vielen anderen Gegenden, wie Malediven, Roten Meer, aber auch vielerorts in thailändischen Gewässern verloren gegangen ist (Verbleichung durch das Steigen der Wassertemperatur).
Wenn Korallen absterben, wird auch die Artenvielfalt geringer und ganze Ökosysteme brechen zusammen. Einige Korallenarten können ganz verschwinden und mit ihnen die Fische, die von ihnen als Nahrungsquelle abhängig sind oder sie als Platz zur Aufzucht ihrer Jungen benötigen.
Die Folge: die Fischer verlieren ihre Nahrungsgrundlage, der Tauchtourismus als Einkommensquelle verschwindet ebenso geht ein Schutz verloren, den die Korallenvielzahl vor einbrechenden Ozeanwellen bietet.

In diesem Bereich der Celebes See ist alles noch vorhanden, eine gesunde Unterwasserwelt mit gesunden Korallen, mit einer üppigen Fischvielfalt, ohne vorheriger gedankenloser Überfischung und - ganz wichtig - ein begrenzter und geregelter Tourismusverkehr. Wir Sporttauchtouristen kommen, um die Schönheit zu erhalten und zu genießen und nicht zu zerstören (Hochseefischer, Trophäensammler, Hobbyjäger, Jetski-Narren, ich könnte noch viele weitere bedenkliche "Sorten" aufzählen).

Weiter gehts mit meinen Bildern aus der Welt von Nemo:


Steinkorallen-Vielfalt. An den Spitzen erkennt man deutlich den Neuzuwachs.


Ein Büffelkopf-Papageifisch Einzelgänger. diese Fische können durchaus 1,20 Meter groß werden und 200 Kilos wiegen.
Diese Fische haben ein extrem kräftiges, schnabelartiges Gebiss, mit dem sie lebende oder abgestorbene Korallenstücke abbeissen und zermahlen. Dadurch schleifen die Zähne zwar schnell ab, wachsen aber genauso schnell wieder nach.


Über eine Landschaft von mehr als 100 verschiedenartigsten Steinkorallen.


Nemo guckt aus den Anemonen ...


… kommt kurz heraus und ist ebenso schnell wieder in den Anemonen verschwunden.
Die Tiere sind leuchtend orange gefärbt, mit drei weißen Querstreifen, der mittlere mit einer nach vorne gerichteten Ausbuchtung.

Übrigens, es gibt echte und falsche Clownfische:
Die echten Clownfische bleiben in der Regel etwas kleiner und haben einen höheren Schwarzanteil als die falschen Clownfische. Vom Verhalten her sind beide Arten gleich.
(Soll sich da noch einer auskennen! Für mich sind sie beide echt!)
 ???

« Letzte Änderung: 18. April 2014, 19:01:00 von wufgaeng »
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samuispezi

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Re: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll
« Antwort #32 am: 18. April 2014, 18:57:26 »


Wunderbare Fotos, Danke dafür. {*

Viele Grüße
Samuispezi }}
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wufgaeng

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Auf der Insel Nabucco
« Antwort #33 am: 19. April 2014, 17:04:27 »

Das Nabucco Island Resort hat ein Hausriff, eine Flesenkante unter dem Wasser, die nur drei Minuten Fahrt vom Landungssteg des Resorts entfernt liegt. Ein wunderbarer Tauchplatz vor der Haustüre von unserem Bungalow. Wir machen einen Tauchgang entlang des Riffs und schauen, was da alles aus den Ritzen und Spalten herausschaut. Würde ich alle Fotos setzen, dann ginge dieser Thread endlos weiter, aber einige will ich nicht vorenthalten. Vielleicht kann mir jetzt so mancher nachfühlen, warum Tauchen süchtig macht.


Steinkorallen mit einem Schwarm von Falterfischen, die sich immer gerne in und an den Steinkorallen aufhalten.


Farbige Nacktschnecken und andere Kleintiere in den Korallen.


Ein kleiner Lippfisch (?) in den Steinkorallen.


Ein Anglerfisch schaut aus seinem Guckloch ...


… wie eine Riesenmuräne, die an uns Tauchern interessiert ist. Manchmal kommen sie sogar heraus aus ihrer Höhle.
Ich bin immer wieder fasziniert, so eine Muräne zu sehen, aber man sollte sie immer mit Respekt behandeln, sie werden nur aggressiv, wenn man sie bedrängt.


Und immer wieder Schildkröten en mass. In diesen Gewässern haben die Wasserschildkröten noch einen natürlichen Bestand.

Wir verlassen die paradiesische Insel, denn auch nach der Verlängerung war die Zeit einmal vorbei. Die Rückfahrt nach Berau ist dieselbe wie die Hinfahrt, doch die Eindrücke sind verschieden. Andere Blickwinkel, andere Tageszeit, anderes Licht und eine andere Stimmung. Eine eindringliche und impulsive Erinnerung wird uns lange noch nachwirken und bleiben.
« Letzte Änderung: 19. April 2014, 17:53:55 von wufgaeng »
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jock

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Re: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll
« Antwort #34 am: 19. April 2014, 17:06:19 »

@wulfgaeng

Wenn es dich zu Tauchparadiese zieht,wo kaum jemand zuvor ge-
taucht hat,google nach " Wolfgang Hausner und seiner Taboo ".

Im geheimen ist er mein grosses Vorbild,wie Lebensgestaltung ausschauen
kann.Leider ist es nie dazu gekommen.Immer waren andere Hindernisse im Weg
und jetzt ist es zu spaet.

Aber vielleicht gibt es ein Leben nach dem Leben !

Gruss Jock

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wufgaeng

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Re: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll
« Antwort #35 am: 19. April 2014, 18:14:52 »

ja, @jock, auch für mich ist er ein Vorbild, genauso wie der Weltumsegler, Autor und Tierschützer Rollo Gebhard (†), der im Dezember letzten Jahres seinen Abschied nahm.
Weitere Vorbilder für mich sind und waren Reinhard Karl, der bedeutende deutsche Bergsteiger und, wenn ich weit zurückgreife, Alexander von Humboldt, der wirkliche Entdecker des Neuen Kontinents und ewiges deutsche Vorbild für mich und viele seiner Anhänger.
Die Gründe, wie jemand seine Freizeit nützt, sind immer sehr verschiedenartig, der eine steht auf Remidemi, die andere auf Shopping, die vielen anderen auf Ballermann. Ich begebe mich gerne in andere Länder, um bei den Menschen, über ihre Kulturen, Gebräuche, Lebensgewohnheiten zu lernen, aber in zweiter Linie, Landschaften zu genießen wie in diesen Fällen eine grandiose Unterwasser-Landschaft. Diese Eindrücke kann keiner mehr nehmen.
Gruß Wolfgang
« Letzte Änderung: 19. April 2014, 18:33:14 von wufgaeng »
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Rückfahrt von der Insel Nabucco nach Berau
« Antwort #36 am: 20. April 2014, 21:46:12 »

Frohe Ostern wünsche ich allen Foristen beim TIP und allen meinen Fotofreunden

Zehn Tage sind zu Ende gegangen, 13 Tauchgänge und ein sehr beeindruckender Tagesausflug zur Insel der Quallentiere Kakaban. Ein Reiseziel, das all meinen Erwartungen entsprach oder sogar noch übertroffen hat. Ein bisschen mühsehlig, dort hinzukommen, doch gerade deshalb etwas besonderes und von einer natürlichen, unverbauten, unverdorbenen Schönheit.

Eigentlich ist die Rückfahrt die selbe Route die wir gekommen waren und trotzdem ist sind die Eindrücke diesmal ganz andere. Am frühen Morgen um 8 Uhr wartet das Expressboot, uns und ein paar weitere Gäste nach Berau zurückzubringen. Eine Fahrt in den Morgenstunden und bei Helligkeit. Bei der ersten Etappe sehen wir zu den Nachbarinseln, die bei der Hinfahrt im Dunklen lagen. Die Inseln, an denen wir vorbeifahren, heißen Sangalaki, Nunukan und Samana, um einige zu nennen.
Zweieinhalb Stunden auf dem offenen Meer der Celebes See, die Rückfahrt ist wesentlich ruhiger als die Hinfahrt vor 10 Tagen.

Wir haben nicht viel Zeit zu verlieren, denn das Flugzeug nach Balikpapan geht am frühen Nachmittag. Letzte Gelegenheit bei dieser Reise, die Ausblicke zum Ufer des Berau Flusses genießen zu können.


Noch einmal den schönen Ausblick genießen, es ist der letzte Tag.


Die kleinen Pinnacles for unserer Hütte geben ein besonderen Vordergrund ab.


Abfahrt vom Landungssteg des Nabucco Island Resorts.


Letzter Blick zurück auf Nabucco Island.


Anderes Schnellboot auf dem selben Weg nach Berau.

Ein paar Bilder folgen noch, doch erst mal genießt Euren Osterbraten.
Morgen, morgen, nicht mehr heute …
… sagen alle f….. Fotoleute, die ihre fotos noch nicht ganz fertig bearbeitet haben.
 {--
« Letzte Änderung: 20. April 2014, 21:58:26 von wufgaeng »
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Rückfahrt von der Insel Nabucco nach Berau
« Antwort #37 am: 21. April 2014, 21:14:54 »

Die Fahrt geht bald zuende, wir erreichen sehr früh den Pier am Berau-Fluss, der 10 Tage vorher unser Startpunkt zu einem schönen Tauchurlaub nach Nabucco gewesen war. Zuerst sieht es so aus, als wenn ein klein bisschen größeres Containerschiff unseren Platz belegt, doch - ach so - unserer war ein paar hundert Meter weiter hinten. Mit dem Frachter wollten wir uns dann doch nicht anlegen.


Wir passieren die Insel Sangalaki, noch eine Stunde Fahrt bis zur Einfahrt in den Berau Fluss.


Das Dorf Kasai am Flussufer vom Berau Fluss.


Batu Batu Village.


Die Zufahrt zum Landungssteg in Berau.


Im Hafen von Berau ein Container-Schiff beim Entladen.

Mit den fünf letzen Bilder unserer Rückfahrt beende ich die Etappe und hoffe, es war doch das eine oder andere interessant für Euch.

Eine Zugabe hätte ich noch aus Balikpapan zu bieten: meine Aufnahmen aus The Borneo Orangutan Survival Foundation, mit Fotos von Orangutans, von einer Tour auf dem Mahakam Fluss und den selten gewordenen Malaienbär, der ja mittlerweile in Thailand ganz ausgestorben ist.
Wenn Ihr wollt gehts morgen weiter.
« Letzte Änderung: 21. April 2014, 21:29:14 von wufgaeng »
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Haus

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Re: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll
« Antwort #38 am: 21. April 2014, 21:27:08 »

Aber Gerne immer wieder
Danke
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Friida

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Re: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll
« Antwort #39 am: 22. April 2014, 03:52:21 »


 {*

vielen Dank für diese Show
ich habe soooo viel gelernt
soooo viele schöne Aussichten mit dir geteilt
und täglich gespannt am Abenteuer mitgemacht

die Welt ist ja so schön

ja gerne würde ich mir die Bilder von den Orangutans anschauen
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wufgaeng

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Balikpapan und im Orangutan Reservat
« Antwort #40 am: 22. April 2014, 18:04:14 »

Danke Euch allen für Euer Interesse, ich berichte weiter von einem nicht allbekannten Reiseziel, das sich aber lohnt, zu besuchen.
Balikpapan und die 35 km entfernte BOS, Borneo Orangutan Survival Foundation, die weltweit größte und gemeinnützige Organisation zum Schutz der unmittelbar vom Aussterben bedrohten Orangutans in Indonesien.
Nicht nur die geliebten Menschenaffen, sondern auch die vom Aussterben bedrohten Malaienbären werden in diesen Reservat wieder aufgezogen und soweit gebracht, dass die Tiere in der Natur wieder ein selbstständiges Leben weiterführen können.
Ich berichte aber auch kritisch über die Misshadlung der Orangutans im Safariworld-Park Bangkok. Im diesem Park lebende Orangutans werden entgegen artgerechter Haltung dazu abgerichtet, auf Fahrrädern, mit umgehängten Trommeln oder durch eine (widerlich anzusehende) Orangutan Boxing Show ein meist gedankenloses Publikum zu unterhalten. Bei letztgenannter Attraktion müssen die Tiere mit Sporthosen und Boxhandschuhen bekleidet im Ring als Thaiboxer gegeneinander antreten.
Den Malaienbären gab es auch in Thailand, doch ist er dort schon seit vielen Jahrzehnten ausgestorben. Wie bei vielen anderen Tieren auf der ganzen Welt, fiel auch der Malaienbär der Unsitte zum Opfer, dass man aus der Galle der gejagdten und geschlachteten Bären eine Medizin gegen Kopfschmerzen oder Magengeschwüre sowie bei Fieber entwickelte (Traditionelle Chinesische Medizin - TCM). Da die Malaienbären mittlerweile fast ausgestorben sind, wird jetzt in der TCM ersatzweise auch Rindergalle verwendet. Fast zu spät für diese simple Erkenntnis.

So lasst mir bitte zwei Tage Zeit, dann komme ich mit einer Zugabe und meinen Fotos aus dem Reservat unserer geschätzten und geliebten Affenart und den Malaienbären. Zum Abschluss eine Bootsfahrt auf dem naturbelassenen Dschungelfluss, dem Sungai Hitam auf deutsch dem Schwarzen Fluss.
« Letzte Änderung: 22. April 2014, 18:09:34 von wufgaeng »
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Balikpapan und im Orangutan Reservat
« Antwort #41 am: 25. April 2014, 21:06:23 »

Wir sind auf dem Rückweg nachhause und nutzen einen Zwischenstopp in Balikpapan, der Hauptstadt von Kalimantan, dem indonesischen Teil von Borneo, für einen Besuch im BOS, Borneo Orangutan Survival Foundation.

Die Stadt Balikpapan ist eigentlich kein besonderes Urlaubsziel, aber ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge. Wir übernachten im Swiss Belhotel und starten von dort aus unseren Ausflug zum weltgrößten Reservat zur Auftzucht von Orangutan Affen. Es verbleibt noch Zeit bis zu unserer Tagestour im Reservat. So verbringen wir eine Stunde auf einem belebten Markt und treffen viele einheimische Kunden und Verkäufer, für die wir willkommene, nicht alltägliche Besucher und Gäste sind und mit ihnen sofort in einem herzlichen Kontakt stehen. Andere Touristen aus westlichen Ländern sehen wir selten, so war ich meist die Attraktion. (Eigentlich fiel nur ich als Fremder auf, denn meine Frau hat ja das Aussehen wie eine von ihnen.)
Von irgendwo auf dem Markt aber klingt es wie bei uns in der Soi in Bangkok: WALLS Icecreme (auf deutsch Langnase, ähh Langnese) nervt mit seiner eindringlich dröhnenden Werbemelodie dort auch schon!
 {-- {+


Im Vorort von Balikpapan Muara Sungai Manggar.


Fischerboote am Pier von Muara Sungai Manggar, einem Vorort kurz vor Balikpapan.


Der Vorort von Balikpapan am Meer Muara Sungai Manggar.


Auf einem Markt bei Balikpapan.


Moslemische Familien mit ihren Kindern auf dem Markt bei Balikpapan.

Wir erreichen zum Mittag die Samboja Lodge im Reservat und starten den Nachmittags-Ausflug zu den Orangutans. Wir können es kaum erwarten.

Ich kopiere ein bisschen aus dem Internet:

Der holländische Bauernsohn Willie Smits kam erstmals 1980 nach Borneo. Die Zucht von Edelhölzern interessierte ihn sehr. Willie Smits sah es als eine große Herausforderung an, dort zu forschen, wo noch niemand vor ihm war. Er wurde nach Ostkalimantan geschickt und verbrachte viele Monate bei den Dayak, den Ureinwohnern Borneos, von denen er jede Menge über das Leben im Dschungel lernte. Später gaben sie ihm den Namen Sinam – der Mutige.

Aufgrund seiner erfolgreichen Forschung wurde er von der indonesischen Regierung gebeten, seine Arbeit weiterzuführen. Er siedelte nach Indonesien über und heiratete kurze Zeit später seine Frau Syennie, die heute eine Königin des Tomohon-Volkes ist. 1989 arbeitete Smits als Leiter seines Forschungsprojektes 'Tropenbos' (Bos - holländisch für Wald) in Wanariset bei Balikpapan. Dort wurde er auf einem öffentlichen Markt Zeuge, wie Tierhändler das Orang-Utan-Baby Uce halbtot auf eine Müllkippe warfen, da es sich nicht verkauft hatte. Willie Smits nahm sich des Orang-Utan-Babys an und pflegte es gesund.

Willie Smits' Engagement sprach sich schnell herum. Forstbeamte vertrauten ihm gleich ein zweites krankes Affenbaby an, welches er auch mit gewisser Zuneigung pflegte. Seine Söhne waren damals kaum älter als die beiden Orang-Utans. In einer Zeitschrift gab er einmal an, dass es kein Unterschied gewesen sei, seine Kinder oder die Affen großzuziehen. Sie hatten die gleichen Bedürfnisse und eine ähnliche Körpersprache.


Noch arbeite ich an ein paar Fotos, die ich morgen setzen werde.
 :]
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Balikpapan und im Orangutan Reservat
« Antwort #42 am: 26. April 2014, 21:33:23 »

Die Fahrt in das Orangutan Reservat BOS (Borneo Orangutan Survival Foundation) ist ein anderer, besonderer Höhepunkt unserer Reise in Borneo. Jeder Tierliebhaber findet eine Freude, solch ein Unternehmen einmal miterlebt zu haben. Zugegeben, der Ausflug war nicht billig, aber es wird zugesichert, dass dieses Unternehmen rein gemeinnützig ohne geschäftlichen Hintergrund arbeitet und dass alle Einnahmen aus den Eintrittsgebühren rein für die Aufzucht der Tiere verwendet werden. Der Verein publiziert jedes Jahr einen Tätigkeits- und Rechenschaftsbericht, in dem Herkunft und Verwendung der Mittel im Einzelnen erläutert werden.

Wir erreichen die Samboja Lodge im Zentrum des großen Reservats. Eine Lodge mit Gästeunterbringung vom Feinsten, damit meine ich keinen Luxus, sondern eine Idylle und romantiche Stimmung mitten im Dschungel in einem wunderschön angelegten Resort einer Bauweise, die voll und ganz der umliegenden Natur angepasst ist.
Preis-Beispiel für Vollpension pro Person im Queen Suite Doppelzimmer 1.530.000 IDR = etwa 95,00 €.
Der Gewinn geht, wie schon beschrieben, an die gemeinnützige Organisation zur Aufzucht derr Tiere, da gibt man gerne mal etwas mehr aus.

Orangutan, wir schreiben meist Orang-Utan, ist wörtlich übersetzt ein Mensch im (Ur-)Wald. Tatsächlich gleichen diese Primaten dem Menschen ganz besonders und werden gerade deshalb mit Vorliebe für Shows im Zirkus, auf der Bühne oder in einem Vergnügungspark (z.B. Safari World Park) abgerichtet und ihrer natürlichen Lebensgewohnheit entfremdet. Total abartige Tatsachenberichte kommen aus Thailand, aus dem Land, das durch seine buddhistische Gesinnung eigentlich als eine Gesellschaft von Tierliebhabern und Tierschützern bekannt ist. Aber wenn es um Geld geht, dann ist auch ein Thai kein Buddhist mehr, sondern nur noch auf einen Profit aus. Im Safari World in Bangkok werden Affen als Gogo-Girls verkleidet oder als Kickboxer abgerichtet und in ihrer nätürlichen Lebenweise missbraucht. Mehrere Proteste und TV-Reporte haben bisher kaum Erfolg. Hauptsache die Kasse klingelt. Ein meist naives, gedankenloses Publikum findet daran noch sein Vergnügen. Wahrer Glaube am Buddhismus wird dann schnell verdrängt.

Szenenwechsel - Jakarta. Dort wurden auf einem Tiermarkt junge Orangutans gehandelt. Die Mütter dieser Tiere werden meist getötet, um das Jungtier einfangen zu können. Nach einer Polizeirazzia recherchierten Mitarbeiter von der Borneo Orangutan Survival Foundation über die Ursache und die Hintermänner des illegalen Tierhandels. Die drei BOS-Ranger fand man wenig später ermordet auf. Bis heute keine Spur der Übeltäter.

Wir bleiben im Reservat und genießen es, bei den Menschenaffen ein wenig dabei zu sein. Wohl deutlich gesagt "ein wenig", denn die Orangutans sollen eines Tages ein eigenständiges, unabhängiges Leben führen und sich vom Menschen und seiner Fürsorge entwohnt in freier Natur zurecht finden können.


Die Samboja Lodge im Dschungel des Reservats.


Start der Tour durch das Urangutan Reservat.


Begrüßung im Reservat der Orangutans.


Manche zeigen bewusst ihre "Kunststücke" wenn wir an ihrem Bereich vorbeikommen.


Ich glaube er heißt "Dodo", man kann ihn adoptieren.

Mit einer Adoption übernimmt man die gesamten Rehabilitationskosten für einen Orangutan. Nicht gerade billig, denn die Kosten für die Betreuung und Versorgung eines Affen betragen gute 2.000 € pro Jahr. Teil einer Adoption ist möglich. Die Rehabilitation eines Tieres dauert gut sieben Jahre. Mit dem Spendenbeitrag werden medizinische Versorgung, Nahrung, Unterbringung und Training der Orang-Utans in der Station finanziert.

Für mich tut hier sich eine Frage auf, wie sinnvoll es wohl ist, ein Tier, anstatt einen Menschen - meist ein Kind - zu adoptieren.
 ???
Es gibt da einen Unterschied, der wäre: Die Gattung Mensch ist (noch) nicht am Aussterben.

« Letzte Änderung: 26. April 2014, 22:27:14 von wufgaeng »
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Ma Prao

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Re: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll
« Antwort #43 am: 26. April 2014, 22:12:23 »

Vielen Dank für deine lehrreichen und eindrücklich bebilderten Berichte  ;}
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Re: Reise nach Kalimantan und zum Maratua Atoll
« Antwort #44 am: 27. April 2014, 16:57:02 »

Wie immer ein interessanter Spitzenbericht  {* {* {*
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