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Autor Thema: Sanktionen gegen Russland  (Gelesen 220894 mal)

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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #270 am: 18. Dezember 2014, 15:49:08 »

Achim, sehr "dankbar", ich weiss. Darüber müssen wir nicht streiten. Aber, der Grund der Probleme
liegt doch nicht nur in den Sanktionen, oder nur im Westen. Das behaupten nicht einmal alle"Moskau-
Treuen". Lies mal im Link, was auch wahr ist und ich kann mir nicht vorstellen, dass das für längere Zeit
erklärbar ist, oder dem Russischen Volk nicht auch irgendwann auffällt und stinkt.
Das System Putin stimmt für mich nicht, es ist wirtschaftlich nicht variabel, hält Krisen nicht stand.
Man hätte die Wirtschaft in der Breite modern gestalten müssen, aber es wurde nur punktuell betrieben.
Glaubst du, ich gönne Russland etwas Schlechtes? Weit gefehlt, ich wünsche den Menschen überall
Wohlstand, halte Putin aber für einen Mann von gestern, der (inzwischen) einen ruinösen Weg beschreitet.
Müssig zu streiten, wie schwer es ihm dabei der Westen macht, wer mehr Schuld hat. Er ist angeschlagen,
auch wegen eigener Fehler. Da kann man in den Details streiten, keine Frage, dafür bin ich gern offen.
Noch einmal - Russland war auf einem guten Weg, wer hat diesen Schalter umgelegt, allein das Weisse Haus?
Abenteuerlich, das zu glauben.

http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/rubel-krise-in-russland-herrschaft-der-pluenderer-wie-putin-die-oligarchen-auf-kosten-der-armen-rettet_id_4353744.html
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franzi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #271 am: 18. Dezember 2014, 15:50:23 »

Zitat
und 2. hat Gorbatschow immerhin viel dazu beigetragen, den kalten Krieg zu beenden. Aber ein wirtschaftlich starkes und geordnetes Russland hat er nun wirklich nicht hinterlassen.
Kern, der Tommi meint doch nicht den Gorbatschow, von dem er
Zitat
Nun hat er die Früchte anderer geerntet
sondern Wodka Jelzin ;D
Ein kurzer Bericht ueber die Verhaeltnisse des letzten Vierteljahrhunders in Russland
https://buergerstimme.com/Design2/2014/12/warum-westmaechte-wladimir-putin-fuerchten/

fr
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franzi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #272 am: 18. Dezember 2014, 15:59:47 »

Der Lokus vergisst aber zu schreiben, dass die von der Regierung unabhaengige Zentralbank (die Gesetze haben Amerikanische "Berater" geschrieben) dafuer verantwortlich ist. Ein bis jetzt zweimaliger Verstaatlichungsversuch ist schiefgegangen, vielleicht klappts aber jetzt, wenn die Bevoelkerung das gegen sie gerichtete Handeln dieser Bank mitbekommt.

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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #273 am: 18. Dezember 2014, 16:04:33 »

franzi, ich sprach von den politischen Grundlagen - ohne ihn, hätten die anderen nicht können...
Von Gorbatschows wirtschaftlichen Leistungen habe ich nichts weiter geschrieben. Allerdings,
man nehme die DDR nach der Wende - ist so etwas vielleicht leicht, nach einem totalen
Systemzusammenbruch? Und Gorbatschow hatte wahrlich viel schlechtere Voraussetzungen.

Es ist der "besondere Oligarchen-Weg", der Russland inzwischen mehr und mehr schadet und
den hat Putin so gestaltet: Oligarchen, die mein Lied singen, werden reicher, steinreich.
Oligarchen, die mich auch nur leise kritisieren, kommen ins Straflager. Wie gut ist das für eine
Volkswirtschaft? Linientreue, Untergebenheit statt Sachverstand.

PS: Warum fällt mir beim letzten Satz Thailand ein? ;D
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Hans Muff

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #274 am: 18. Dezember 2014, 16:14:49 »

https://buergerstimme.com/Design2/2014/12/warum-westmaechte-wladimir-putin-fuerchten/

Sicherlich keine Quelle, die über jeden Verdacht erhaben ist, und die Werbung vom Kopp-Verlag erhärtet diese Vermutung.
« Letzte Änderung: 18. Dezember 2014, 16:20:49 von Hans Muff »
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Freunde hab ich im realen Leben, ergo muss ich mir hier keine erschleimen. Verschleißt mich einfach wie ich bin. Oder auch: Wer mit den großen Hunden um die Häuser ziehen will, sollte wenigstens das Bein heben können!

jock

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #275 am: 18. Dezember 2014, 16:19:50 »

Inwieweit Herr Gorbatschow aus eigenem Antrieb den politischen
Einfluss der Kommunistischen Partei in Russland aufgeweicht,aufge-
geben hat,ist diskutabel.

Fest steht allerdings,dass unter dem Praesidenten Jelzin,die Aneignung
von Staatsbetrieben in die Haende von Oligarchen stattgefunden hat.

Herr Putin kann das zum Teil nicht mehr rueckgaengig machen,hat aber
die Oligarchen etwas in die Schranken gewiesen.

Von einem Wirtschaftsmagazin haette ich mir schon erwartet,dass es
ueber die derzeitige Lage differenzierter berichtet.

Was soll der Aufmacher "Wie Putin die Oligarchen auf Kosten der Armen rettet"  
und anfuehrt,dass das Unternehmen Rosnef,das mehrheitlich im Staatsbesitz ist,
eine Kapitalspritze bekommen hat ?

Haette man zusehen sollen,wie dieser Konzern Konkurs anmeldet und damit an
die 200.000 Beschaeftigte freisetzt ?

Hat nicht auch u.A. Deutschland seine Banken,die in Schieflage gekommen sind,
unterstuetzt ?

Jock

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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #276 am: 18. Dezember 2014, 16:27:01 »

@Jock, darauf fällt mir nur Wilhelm Busch ein:

"Wenn mir aber was nicht lieb,
weg damit ist mein Prinzip!"

Habe die Ehre...:-) ;)

« Letzte Änderung: 18. Dezember 2014, 16:50:41 von Tommi »
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franzi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #277 am: 18. Dezember 2014, 16:44:27 »

Ein 16 Minuten Video, (leider nur) Teil eines Vortrags von Nikolai Starikov, 2 Jahre alt, aber immer noch aktuell (bis auf die genannten Zahlen)



@Hans Muff
Zitat
Sicherlich keine Quelle, die über jeden Verdacht erhaben is
Das kann ich nicht beurteilen, aber was dort geschrieben steht, ist eigentlich Allgemeinwissen.

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Hans Muff

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #278 am: 18. Dezember 2014, 17:09:42 »

Das kann ich nicht beurteilen, aber was dort geschrieben steht, ist eigentlich Allgemeinwissen.

fr
Auch dabei kommt es auf die Quellen an  ;D
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arthurschmidt2000

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #279 am: 18. Dezember 2014, 17:17:14 »

Zitat
verkaufen sich blendend und das schon die letzten 20 Jahre im Weltmarkt

seit kurzem auch wieder Krimsekt!

Wie war das noch mit der einen Schwalbe?

Vergleiche einfach mal die Angebotspalette der russischen Exportgüter  mit denen der Japaner oder denen der USA.

Russland hat 2013 so für gute 520 Mrd. US Dollar exportiert. Der Anteil der Energieprodukte betrug dabei 293 Mrd. US Dollar. Für Metalle (und Erzeugnisse aus Metall (ohne Maschinen)) wurden im Export rd. 45 Mrd. US Dollar erlöst. 

Die Abhängigkeit von den Energieträgerexporten ist gravierend. In Relation dazu ist der Anteil verarbeiteter Industrieerzeugnisse an den Ausfuhren gering. Auf der Einfuhrseite zeigt sich ein spiegelverkehrtes Bild, es dominieren Industriewaren.

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Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.

arthurschmidt2000

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #280 am: 18. Dezember 2014, 17:24:44 »

Zitat
und wir können alle aufatmen von einer neuen Weltleitwährung beglückt zu werden !

Den Begriff  “Leitwährung”  schätze ich nicht sonderlich und unterscheide lieber in Transaktions- und Reservewährung. Das entspricht eher den in der Geldtheorie genannten Funktionen von Geld, der Wertmess-, der Zahlungsmittel-  und der Wertaufbewahrungsfunktion.

Eine Transaktionswährung ist die Währung, in der der internationale Handel abgerechnet wird. Da ist eigentlich die eine Währung so gut wie die andere. Nun, nicht so ganz, keiner wird vorschlagen wollen, dafür den Zimbabwe Dollar zu benutzen. Und das nicht nur deshalb, weil es den inzwischen nicht mehr gibt.

Wichtig ist bei der der Transaktionswaehrung vor allem, dass sie jederzeit in andere Währungen umgetauscht werden kann. Ein deutscher Exporteur bilanziert in Euro, erhält der Dollar wird er sie alsbald in Euro tauschen wollen. Bei einem russischen Exporteur mag das derzeit anders aussehen, das ändert aber nichts am Prinzip.

Das ist vor allem eine Frage der einfachen Handhabbarkeit. Haben z.B. Japan und China vereinbart, auch in RMB und JPY zu fakturieren, ändert das nichts. Die Firma in Japan muss wissen, wie viel Yen sie für ihre RMB bekommt und bei der Firma in China ist es umgekehrt genauso. Beide werden also auf den Kurs der Währung des anderen in Dollar schauen, entsprechend rechnen und Kurssicherungsgeschäfte abschließen.

Diese Wertmess- und Zahlungsfunktion des Dollars ist so etwas wie der Meter. Es vereinfacht die Angelegenheit ungemein, wenn alle die gleiche Maßeinheit benutzen.

Wozu hat ein Land Währungsreserven?

Einfache Gemüter glauben, damit sei die eigene Währung „ gedeckt“. Hierzu einige Zahlen für China, dem Land mit den absolut größten Währungsreserven. Sie betragen derzeit knappe  4 Billionen Dollar.  Oder  28 Billionen CNY.

Der Bargeldumlauf im Lande beträgt rd. 5.840 Billionen CNY und die Geldmenge M2 (Bargeld plus Sichteinlagen) 120.860 Billionen CNY.

Wer nun fordert, den Dollar international durch den chinesischen Yuan zu ersetzen, weil der Dollar ungedeckt sei, der möge mir doch bitte erklären, wie der Yuan gedeckt ist. Ich vergaß, China verfügt noch über eine Goldreserve von guten 1000 Tonnen. Die Frage, wenn der Yuan durch wertlose Dollars „gedeckt“ ist, wie viel ist der Yuan dann eigentlich wert, verkneife ich mir mal.

http://de.tradingeconomics.com/china/indicators

Ähnliche Verhältnisse zwischen Geldmenge M2 und den Devisenreserven findet man bei nahezu allen Ländern. Daraus kann man durchaus schließen, dass Währungen eben nicht durch Devisen gedeckt sind.

International kennt man etwas wie die berüchtigten Targetsalden der EZB nicht. Hier stellen die Devisenreserven eines Landes sicher, dass es nur so viel importieren (und in gewisser Weise auch so viel  an Krediten aufnehmen) kann, wie es auch selbst exportiert. Dieser Mechanismus schließt aus, dass sich ein Land auf Kosten eines anderen bereichert.

Nicht verhindern kann dieser Mechanismus dass die USA ihre Leistungsbilanzdefizite problemlos mit der eigenen Währung refinanzieren können. Wie natürlich jeder weiß, wäre der Yuan Reservewährung, China würde so etwas auf keinen Fall machen.

Jedes Land kann sich selbst aussuchen, in welcher Währung es seine Reserven hält. Den Yuan natürlich nicht, der ist nicht frei konvertierbar. Und der Rubel war dabei auch noch nie so ein richtiger Renner. Ja, ein Land kann sogar seine Dollars hergeben und dafür Gold kaufen.

Die Schulden der einen sind immer die Guthaben der anderen. Mordecai Goldmanns bekannte Einführung in das kaufmännische Rechnen weist deshalb mehrfach sehr deutlich darauf hin, dass der Gläubiger ein vitales Interesse am Wohlergehen seines Schuldners hat. So wird dann auch keiner, der über ein Vermögen in Dollar verfügt wie z.B. China, daran interessiert sein, dass es dem Dollar an den Kragen geht. Wenn dagegen jemand, der keine Dollars hat, lamentiert, ist das so unerheblich wie nur was.  




« Letzte Änderung: 18. Dezember 2014, 18:05:36 von arthurschmidt2000 »
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arthurschmidt2000

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #281 am: 18. Dezember 2014, 18:55:59 »

@Franzi,

ich habe mir mal Dein Video angeschaut. Das stimmt so nicht! Der Verfall des Rubels gegenüber dem Dollar beweist, dass die Menge der umlaufenden Rubel eben nicht vom Dollarbestand abhängig ist.

Wer sich ein wenig mit Geldschopefung auskennt, der weiss, dass Russland jederzeit ueber sein Bankensystem Rubel in beliebiger Menge schaffen kann.

Die gute Frage dort, warum Norwegen sein Öl nicht gegen Kronen verkauft sondern gegen Dollar ist ganz einfach zu beantworten. Norwegen kann seine Öleinnahme nicht im eigenen Lande ausgeben und muss sie deshalb in anderen Ländern anlegen.

Und selbst wenn die Gold haben wollten, das bekommt man auch immer fuer Dollars!



« Letzte Änderung: 18. Dezember 2014, 19:12:09 von arthurschmidt2000 »
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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #282 am: 18. Dezember 2014, 19:32:44 »

Jetzt wird Russland total in die Knie gehen.

Die 28 EU- Staaten haben beschlossen,dass Kreuzfahrtsschiffe nicht mehr
Haefen auf der Krim anlaufen duerfen,meldet der Standard.

Gibt man damit auch zu,dass die Krim Territorium von Russland ist ?

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Tommi

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Re: Sanktionen gegen Russland
« Antwort #283 am: 18. Dezember 2014, 21:34:10 »

Putin hat heute in Moskau geplaudert, dass 25 bis 30% der Wirtschaftskrise
in den Sanktionen begründet wären. ----> das las man hier schon sehr anders!

Die russischen Finanzinstitutionen hätten "rechtzeitig und hochwertig" auf
die Rubelschwäche reagiert. ----> der Glaube scheint intakt!

Die Krise könne, im schlechten Fall, noch 2 Jahre andauern. ----> Ein Klacks!

Für russische Soldaten die in der Ostukraine kämpfen, habe er Verständnis. Es
seien aber keine Söldner, da sie dafür kein Geld bekämen. ----> Und ich dachte,
die russischen Soldaten in der Ukraine sind eine Erfindung des Westens?
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Tommi

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« Letzte Änderung: 19. Dezember 2014, 00:09:48 von Tommi »
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