Aus der Schweiz:
Bis zu 60'000 Personen könnten neu Sozialhilfe benötigenAuf Gemeinden und Kantone könnten wegen der Pandemie Mehrkosten von 850 Millionen bis 1.3 Milliarden Franken zukommen.
Autor: Liz Horowitz / 18. Mai. 2020«Wir befürchten eine starke Zunahme der Anzahl Menschen, die Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen.» Das sagt Christoph Eymann, Präsident der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) und Nationalrat der LDP/BS im Interview mit «ECO».
Die Skos rechne mit verschiedenen Szenarien: «Wir gehen im besten Fall davon aus, dass es etwa 36'000 Menschen mehr sind, im schlimmsten Fall etwa 55'000 mehr, die Sozialhilfe beziehen müssen.»
Mehrausgaben bis 1.3 Milliarden FrankenIn einem internen Papier, das «ECO» vorliegt, hat die Skos diese Zahl allerdings mittlerweile nach oben korrigiert: auf bis zu 60'000 Personen.
Fest steht: Die Kosten sind immens. «Das gibt pro Jahr Mehrausgaben für Kantone und Gemeinden zwischen 850 Millionen Franken und etwa 1.3 Milliarden Franken – je nach Szenarium, das dann eintritt», sagt Skos-Präsident Eymann. Das könnte Gemeinden und Kantone an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit bringen, befürchtet die Skos.
Heute leben 270'000 Menschen von Sozialhilfe. Diese kommt dann zum Zug, wenn Arbeitslosenunterstützung nach zwei Jahren ausläuft und allfälliges Vermögen weitgehend aufgebraucht ist.
Laut der Skos bezogen Ende April 1.91 Millionen Personen Kurzarbeitsentschädigung, 153'000 Personen Arbeitslosentaggelder und rund 200'000 Menschen Erwerbsersatzentschädigung. Das heisst, 45 Prozent der 5.1 Millionen Erwerbstätigen mussten unterstützt werden.
Selbständig-Erwerbende stark betroffen
«Speziell betroffen sind die Selbständig-Erwerbenden, die in Nischen-Bereichen tätig waren, die also nicht ein etabliertes Geschäft haben mit soundso vielen Angestellten, sondern sich einfach durchgeschlagen haben und selbständig waren», sagt Eymann.
Je nachdem, wie sich der Markt entwickle, werde sich zeigen, ob ihre Dienstleistungen und Produkte noch gefragt seien: «Wir rechnen damit, dass es einige nicht schaffen werden, in der Selbstständigkeit zu bleiben und sie zur Sozialhilfe kommen.»
Den ganzen Artikel findet man hier:
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/folgen-von-covid-19-bis-zu-60-000-personen-koennten-neu-sozialhilfe-benoetigenWenn dies schon bei uns so abläuft, dann kann Deutschland und Österreich sich auf etwas gefasst machen.

Auch interessant die Kommentare:
Markus Bossert (EEE)
Gestern, 19:16 Uhr
Gesundheit um jeden Preis, auch wenn nun viele in die Sozialhilfe abstürzen. Alle noch so alten und angeschlagenen Menschenleben versucht man zu schützen vor Covid19 (und nur vor Covid19), der Preis und gesellschaftliche Schaden hierfür ist hoch. Klar war dies von Anfang an. Lockdown-Freunde bitte nicht beginnen zu jammern an den Nebenwirkungen des Lockdowns.
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Markus Bossert (EEE)
Gestern, 20:15 Uhr
@Herr Padrutt: Ja, dass kann man wohl so sagen. Mich wundert zwar die noch immer große Ablehnung, aber sie ist doch schon deutlich kleiner als vor ein paar Wochen. Der Sinneswandel ist im Gang. In ein paar Wochen oder spätestens in ein paar Monaten wird die Zustimmung schon ganz anders aussehen, es sei denn, dass Geld beginnt plötzlich ohne reale Wertschöpfung auf den Bäumen zu wachsen. Botanisch kann ich mir das jedoch nicht vorstellen - auch wenn es viele freuen würde

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Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
Gestern, 21:19 Uhr
Wäre das Ganze System Gesund würde es nicht so schnell zusammenbrechen. Das Covid 19 und der Lockdown ist nicht Schuld daran, sondern nur der Auslöser eines kranken System. Das wir das nicht Begreifen und es uns Einfach machen in dem wir nun dem Schuld geben, sehen wir das waren das wir zurück ins Kranke System gehen. Das funktioniert bis zur 2. welle oder einem anderen Ereignis. Dummheit zeigt sich daraus wenn man nichts lernt . Und unser verhalten ist aus meiner Sicht gerade sehr dumm!
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Henriette Rub (Sylou)
Gestern, 19:10 Uhr
Zuerst Hurra rufen, wenn die Schweiz an den Abgrund getrieben wird und jetzt das große Jammern über die Folgen. Jeder vernünftige Mensch konnte sich dieses Resultat doch ausrechnen. Spuckt nun in die Hände und sucht einen Ausweg aus dem angerichteten Schlamassel. Allerdings sollte es nicht das gemeine Volk sein, das doppelt bezahlen muss. Wir haben ja noch die Superreichen, welche 98% des Volksvermögens besitzen. Fangt an mit der Umverteilung.
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Darius