@darius
In der westlichen Gesellschaft werden die Menschen darauf getrimmt, mit möglichst vielen Worten wenig bis keine Substanz auszudrücken. Im neoliberalen Neusprech kommt noch dazu, alles mit blumigen Worten schönzureden, negative Aspekte einfach zu ignorieren.
Plappershows (sog. "Talkrunden") haben sich pandemieartig zu einer TV-Seuche entwickelt. Millionen von Zuschauern kleben dann an den Lippen eines Gastes, der irgendwann mal einen klugen Satz fallen läßt.
Leider haben sich auch die alternativen Medien angewöhnt, in ellenlangen Gesprächsrunden die Geduld der Zuhörer zu strapazieren.
Die Fähigkeit, Wesentliches zu erkennen, nebensächliches Geplapper ignorierend eine Sache auf den kurzen Punkt zu bringen - das ist nicht jedem gegeben -- und wird auch in der heutigen Sprachkultur eher behindert.
Das hat nichts mit Populismus zu tun, wobei das Wort sowieso nur schwammig definierbar ist. Deshalb ist es auch eine beliebte Keule unserer Nobeldemokraten, wenn ihnen sachliche Gegenargumente fehlen.
Ich bin absolut nicht willens, im fortgeschrittenen Alter noch Virenexperte zu werden. Auch möchte ich nicht zwei Stunden lang wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert mit Zahlenkolonnen und Diagrammen ansehen/anhören. Die sind sicher im Moment einleuchtend und richtig, habe sie aber spätestens wenige Stunden später sowieso vergessen - und das nicht wegen Alzheimer, sondern einfach deshalb, weil es völlig ausreichend ist, das Ergebnis als Fakt zu kennen, was man in einem Satz ausdrücken kann.
Auch tue ich mir schon länger nicht mehr die Offenbarungen unserer Qualitätsmeinungsmacher ala Heute oder Tagesthemen an. Da reicht es mir absolut, wenn jemand wie Broder mich informiert, was unser Marzipanschweinchen Altmeier wieder mal für ein Ei gelegt hat.
Letztlich ist es aber jedem seine eigene Sache, womit er seine restlich verbleibenden Lebenszeit verplempert.
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