Sihanoukville
Sihanoukville, früher Kampong Song genannt, liegt am Golf von Thailand und ist heute der bedeutendste Hafen und Badeort Kambodschas.
Gleichzeitig ist Sihanoukville die jüngste Stadt des Landes, mal eben starke 50 Jahre alt.
Als Kambodscha nach der Unabhängigkeit von Frankreich einen eigenen Zugang zum Meer brauchte, da es sich aus der Abhängigkeit von Vietnam lösen wollte – früher erfolgte der Warenverkehr zum Meer über den Mekong – fand man in der Gegend des Fischerdorfes Kampong Song einen natürlichen Tiefwasserhafen, der sich zum Ausbau anbot. Zu Ehren des damaligen Königs erhielt die neue Stadt den Namen Sihanoukville.
Anfangs verlief die Entwicklung wenig stürmisch, insbesondere die Zeit der Roten Khmer brachte der Stadt einen erheblichen Rückschritt. Die Weiterentwicklung Sihanoukvilles konnte erst voranschreiten, nachdem auch die Bergregion zwischen Phnom Penh und der Küste von restlichen Khmer Rouge Truppen gesäubert war. Danach ging es dann aber recht flott voran, besonders nachdem die von Amerikanern gebaute und bezahlte Straßenverbindung fertig gestellt war. Erst diese Straße machte aus der vorherigen Tagesreise mit dem Zug (fährt heutzutage nicht mehr) einen Trip von wenigen Stunden.
Sihanoukville ist etwa 230km von der Hauptstadt entfernt, mit einem selbst gefahrenen Pkw bei den guten heutigen Straßenverhältnissen mal gerade zweieinhalb Stunden. Die Straßenbenutzung kostet pro Strecke etwa einen Dollar (in Riel zu bezahlen).
Der seit Jahren fertige kleine Regionalflughafen 20km vor den Toren Sihanoukvilles war nur drei Monate in Betrieb gewesen, nach einem Flugzeugunglück wurde er wieder aufgegeben.
Wie kommt man nach Sihanoukville?
Am einfachsten und preiswertesten mit dem Bus, wobei sich drei private Buslinien um die Gäste streiten. Am bequemsten und mit 7$ am teuersten sind dabei die Busse der Mekong Express Company, die am Sisowath Kay abfahren.
Die Busse von Capitol Guesthouse starten beim Capitol Guesthouse, die Busse der Sorya Transport Company am Central Market von der dortigen Busstation.
Bei beiden Linien bezahlt man nur 4$, sie sind aber auch in ihrem Komfort wesentlich rustikaler.
Die „Share Taxi“ sind keine echte Alternative, da sie bis zum Abwinken mit Passagieren voll gestopft werden und auch keineswegs schneller als die Busse sind. Natürlich kann man auch ein privates Taxi mieten, das dann allerdings doch schon bis zu 50$ kosten kann. Auch diese Taxis fahren aus Spritspargründen langsam, bringen also auch keinen echten Mehrwert.
Schließlich ist es möglich, sich für die Zeit in Sihanoukville einen Wagen oder ein Motorrad mieten, in Phnom Penh ist das Angebot gar nicht schlecht.
Wir entschließen uns, mit dem Bus zu fahren, der die Strecke mehrmals täglich zurücklegt. Auf halber Strecke gibt es eine Pinkel- und Fresspause, die hauptsächlich für die einheimischen Passagiere unerlässlich ist.
Nach vier Stunden kommt man in Sihanoukville am Busbahnhof an, wo man entweder von seinem Guesthouse oder Hotel abgeholt wird oder seinen Weitertransport zu einer geeigneten Unterkunft selbst in die Hand nimmt.
Es wartet immer eine große Menge von Motodop-Fahrern, die erst einmal abchecken, ob ihr Opfer sihanoukvilleerfahren ist oder nicht. Danach richtet sich nämlich der Fahrpreis. Mehr als einen Dollar sollte man nicht bezahlen, für ein Mopedrikscha sollten es aber schon zwei Dollar sein.
Es ist nicht verboten, sich von den Fahrern zu einem „günstigen Guesthouse“ bringen zu lassen, kann aber den Unterkunftspreis erhöhen, da die Provision an den Fahrer natürlich letztendlich vom Gast bezahlt werden muss. Andererseits kennt niemand die neuesten Guesthouses besser als die Motodop-Fahrer, sodass man nicht unbedingt teuer fahren muss, wenn das Guesthouse noch Promotionpreise hat. In den nagelneuen Guesthouses ist halt noch nichts abgenutzt, gerade die neuen Guesthouses sind absolut auf dem aktuellen Stand, was Ausstattung und Komfort angeht.
Die Preise für ein gutes Zimmer mit Klimaanlage, Ventilator, Kühlschrank, Fernseher und eigenem Bad mit Warmwasserdusche beginnen bei 10$/Nacht, für 20$, also etwa 660Baht kann man schon etwas richtig gutes verlangen.
Mein Lieblingsguesthouse ist das Orchidee GH, das in dieser höheren Preisklasse rangiert, aber neben dem Frühstück auch einen Swimmingpool bietet. Das Haus wird von einem Holländer und seiner einheimischen Ehefrau gemanagt, der Besitzer spricht deutsch, wie gesagt, sehr empfehlenswerte Anlage an der Ochheuteal Beach.
Aber auch die billigeren Häuser nebenan sind absolut ihr Geld wert.
Damit ist die Frage eröffnet, wo man in Sihanoukville wohnt.
Die Stadt erstreckt sich über ein großes Gebiet, ist regelrecht zersiedelt.
Da gibt es zunächst einmal das „Zentrum“ in der Gegend des Marktes, hier finden sich eine Menge ganz preiswerter Guesthouses, in denen man kaum einmal mehr als 15$ bezahlen sollte. Hier gibt es auch zwei akzeptable Supermärkte, zwei Tankstellen und eine Menge Restaurants und Kneipen, Gäste aus DACH treffen sich meist im „Freedom“, das einem deutschen Kneipier gehört und in dem neben preiswertem und gutem westlichen Essen auch mehrere Poolbilliardtische und regelmäßig auch eine Anzahl freundlicher Ladies dafür sorgen, dass man länger bleibt. Das gezapfte Bier kostet pro Krug(0,4l) 0,75$, das sagenhafte Schnitzel mit Bratkartoffeln und einem Salatteller stattliche 3$. Wer also z.B. 10$ für Essen und Getränke niedergemacht hat, ist danach schon etwas angebrütet!
Die Straße am Freedom hinunter zum Markt führt bei einem Bayern vorbei, der ebenfalls ein Restaurant mit Bar betreibt, seine Gulaschsuppe ist legendär!
Auch in seinem Restaurant wird deutsch gesprochen, Tips welcher Art auch immer gibt’s kostenlos.
Jugendliche Traveller wohnen gern auf dem „Hill“, richtig "Wheather Hill Station“, wo sich neben einer Reihe guter Guesthouses auch eine kleine Barszene findet, in der bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden kann. Nachteil der Location ist der weite Weg zum Strand (Victory Beach), der von einigen Expats aber offensichtlich gar nicht vermisst wird.
Im gesamten Stadtgebiet findet man ein ganze Menge weiterer Unterkünfte, die mittlerweile bedeutendste Destination ist die Ochheuteal Beach und die daneben gelegene Serendipity Beach, die wunderschöne Sokha Beach wird von einem einzigen Hotelkomplex (Sokha Beach Resort) fast vollständig mit Beschlag belegt.
An der Ochheuteal Beach oder der Serendipity Beach müsste eigentlich jeder fündig werden, so groß ist das Angebot an guten Guesthouses und kleinen Hotels inzwischen. Auch die Anzahl der Restaurants lässt keine Wünsche mehr offen.
Auf die verschiedenen Beaches werde ich nachher eingehen.
Bis denne
Wolfram