Es hat den Anschein, als hätten sich die Rothemden für die Taktik der kleinen Nadelstiche entschieden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie in absehbarer Zeit erneut eine größere Attacke reiten werden, ohne sicher zu sein, dass Militär und Polizei wieder nicht eingreifen, weil diese selbst gespalten sind. Auch könnte es sein, dass die Rothemden noch viel Zeit brauchen, um Strukturen für die Zeit nach einer Machtergreifung aufzubauen, die über ein Wachsfigurenkabinett hinausgehen. Bis dahin gilt es zu provozieren, die Regierung, das Parlament, die Gerichte, die Militärs und nicht zuletzt auszuloten, wie stabil diese "große Koalition" noch ist. Zu diesen Nadelstichen gehören auch die wiederholten Putschgerüchte. Die ständigen Dementis der Generalität dazu sind meiner Meinung nach eher an die eigenen Reihen gerichtet, um die Unruhe innerhalb von Armee und Polizei nicht eskalieren zu lassen. Die sind, so vermute ich, momentan auch zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Was sollten sie denn mit einem Putsch erreichen wollen, gegen wen sollte er gerichtet sein? Gegen eine Opposition kann man doch nicht putschen! Man könnte höchstens Verhältnisse schaffen wie in Tibet oder Myanmar - das wiederum ginge auch nur mit Zustimmung bestimmter ganz, ganz wichtiger Leute... Zu denken gibt mir auch, dass sich die Gelbhemden so ruhig verhalten. Gehört das zur Imagepflege für den nächsten Wahlkampf? Oder wurden sie an die kurze Leine genommen, um neue Kräfte zu sammeln?
In jedem Thai steckt ein Hai