Fortsetzung
C. Giftpflanzen
Manche Geschichten schreibe ich und lagere sie teilweise während Wochen, bevor sie im Forum einen Platz finden.
Einige verstauben langsam auf den Festplatten! Andere Ereignisse entwickeln eine Eigendynamik, daß ich mit tippen
und Ergänzen meine liebe Mühe habe. So auch bei diesem Report.
Ich schrieb eine vollendete Geschichte in drei Abteilungen. Zur besseren Verständlichkeit unterteilte ich den Text
zusätzlich in kurze Abschnitte. Ich wollte Klarheit, Übersicht und Verständlichkeit schaffen. Längere Texte verleiten
zu Eigeninterpretationen.
Dann überstürzten sich die Ereignisse. Die Giftpflanzen enthielten zu Beginn zwei Sätze die Masseuse betreffend.
Sie ergaben einen Sinn - einen Zusammenhang mit dem Titel.
Der 3. Juli war verbal katastrophal. Bis am 8. Juli mußte ich meine Ausführungen ständig nachbessern. Daraus
entstand dann eine neue Abteilung. Auf die abschließenden Giftpflanzen müssen sie noch warten.
C. Parasiten
Das betagte kräftige Mütterchen fürchtete ich nicht. Sie kannte das Fleisch, von welchem sie, ich nehme gerne an
- ohne bösartige Hintergedanken, naschen wollte.
(Anmerkungen vom 3. Juli)
Die Gerüchteküche des Dorfes explodierte. Die Frau wurde plötzlich sämtlicher üblen Eigenschaften bezichtigt.
Man verschrie sie als inferiore, drogensüchtige Hure und als Diebin von Geld und Nahrungsmitteln. Die Weiber
tuschelten:
„im Badezimmer ließ der lüsterne Bock das perverse Miststück samt Brüsten und Gebärapparat eine igitt, igitt,
welch ein Monster, eine ... Personenwaage besteigen!“
Die Dorf-Seifenoper “Massage“ entwickelte sich zur geilen Kopulation im Dreistellungskampf. Sperma war in
schleimigen Pfützen im ganzen Haus verteilt. Sogar Dick bezeichnete nun die Pisse in der Badewanne als
schwarze Magie einer Hexe.
Mein erster Gedanke: „Buddha sei dank, seilte die Xanthippe keine Festkörper ab!“„
"Lieber von einem Vampir ausgesaugt werden, als langsam unter Krämpfen krepieren,“ sagte ich mir, als ich mein
Telefon ergriff und die gefährlich geile Tante anrief. Plötzlich war ich völlig unvorbereitet wieder alleine, mußte
aufräumen und zitterte danach. Zitherklänge mögen als Musik angenehm sein. Für meine Hände gab es dreimal
täglich saubere Präzisionsarbeit, welche ich kaum delegieren konnte, denn Dick verreiste aufgeregt unter Tränen.
Schlechte Nachrichten von Vater. Es ging ihm eigentlich gut. Er war glücklich. Kriminelle Idioten setzten ihn auf ein
klappriges Motorrad und fuhren auf einem holprigen, vom Monsun zerstörten, Feldweg zur Farm. (1) Er kriegte
Schüttelkrämpfe. Er erholte sich nicht. Leider verstarb er noch auf dem Weg ins Spital. Es wurde finster in mir.
Finster wie im Bauch eines Wasserbüffels.
Wenn im Emmental Kühe Bauchweh haben, greift der Bauer zur Schnapsflasche – für die Tiere. Ich bin weder im
Emmental, noch Bauer, noch Kuh. Dennoch prostete ich dem verstorbenen Herrn zu, zündete Weihrauch an und
wünschte ihm eine gute Reise.
Ich bereitete mich, durch Jasmins bittere Wahrheit gewarnt, auf die Masseuse vor. Von hmh im Reiseführer
Bangkok nicht empfohlen, ein Schweizer Armeemesser, eine Zigarre, eine Flasche Wasser und Lümmeltüten waren
in Reichweite, als die Frau mit den heilenden Händen und dem hungrigen Schoß, erschien.
Warum denn eine Zigarre, werden sich besorgte Leser(innen) fragen. Ich hasse den Geruch von heißem Latex.
Das Messer war zum Anschneiden der Zigarre vorgesehen.
Während ihrer Arbeit erzählte mir die Masseuse von ihrer erblindeten Mutter, welche ihre verehrte Lehrerin war.
Am Ende der Behandlung hatte ich weder Bißwunden, noch verlorene Säfte, außer etwas Schweiß. Der ist aber
von mir aus gesehen, keine kostbare Flüssigkeit.
Die lagerte zwanzig Jahre bei mir zu Hause in Flaschen im Keller und nannten sich Burgunder oder Bordeaux.
Der Dorfklatsch entlarvte sich als reine Verleumdungskampagne aus Mißgunst und Langweile! Wer waren die
Zielpersonen? Folgen noch Mord und Totschlag?
Noch nicht, Fortsetzung folgt.
(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1001816#msg1001816