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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 444234 mal)

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madaboutsingha

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #975 am: 11. März 2010, 16:44:03 »


Low, wieder mal köstlich geschrieben, einfach herrlich! Die Worte so treffend und die Sätze so kurz:

Zitat
Als das Holz ausging, war das Haus fertig. Möglicherweise übertrifft das Gewicht der Nägel das Gewicht des Holzes.

und

Zitat
Bar mit...laszivem Sonnenuntergang

Herrlich!!!



Nur, was ist denn nun ein "Umschwung"? Darf ich vermuten, daß es die nicht überbaute Grundstücksfläche ist?

Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #976 am: 12. März 2010, 11:00:28 »

Thanks, Mr. Singha.
Die Vermutung ist ein Volltreffer.

Die zwei Beispiele sind aus dem Leben gegriffen.

Bei finanzieller Ebbe übertrifft bei mir das Gewicht der Münzen dasjenige der Banknoten, oder es sei gar nichts mehr vorhanden.
Leider gibt es noch kein Pfand für Flaschen.

Für laszive Sonnenuntergänge muss ich nicht einmal in die Bar. Es genügt, wenn
die Chefin im letzten Abendrot vor diesem Hintergrund die Wäsche wechselt.
Die goldne Sonne
Wird rot vor Wonne.
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Low

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15 Tage Chinesisches Neujahr
« Antwort #977 am: 12. März 2010, 11:59:55 »

15 Tage Chinesisches Neujahr

Vor langer Zeit war in Singapore das chinesische Neujahr ein zweiwöchiger Freudentaumel mit Essen, Saufen, Knallen und Feuerwerk.
Auf Kehrichteimern in den Strassen wurde Klavier gespielt. Man zerbombte die schlechten Geister richtiggehend. Alte Leute erinnern sich
noch an die wilden Tage. Knallerei und spontanes Feuerwerk wurden weitgehend verboten. Die weitaus gefährlicheren Fress- und Sauf-
Orgien werden ungestört weiter zelebriert, umrahmt von Löwen- und Drachentänzen und einigen fernsehgerechten Paraden in HDTV.

Für die Chinesen rund um den Globus ist das Frühlingsfest, das Neujahrs Fest, das wichtigste Ereignis im Jahr. Auslandschinesen feiern
üblicherweise einige Tage, besuchen Verwandte, Eltern, Freunde und empfangen und verteilen die roten hong bao, auch Ang Pau genannt,  
Umschläge mit Geld (an Unverheiratete). Meine Tochter kassierte in Singapore während dem Fest umgerechnet gelegentlich 45 000 bis
60 000 THB. Das entspricht in Chiang Mai einem Jahresverdienst.

Ein alter Freund, seinerzeit Bibliothekar der Nationalbibliothek in Singapore, lieferte mir freundlicherweise nähere Angaben. Eigentlich dauert
das Fest genau fünfzehn Tage.
 
1. Tag. Geburtstag des Huhns. der erste Morgen des Jahres, yuan dan.
            Man besucht die älteren Familienmitglieder und übergibt unter vielen Verbeugungen drei Orangen. Sie symbolisieren Gold.
            Man wünscht sich gegenseitig Reichtum und Glück.
2. Tag. Geburtstag des Hundes. Verheiratete Frauen besuchen Ihre Eltern.
            Man füttert Tiere und verwöhnt besonders die Hunde, Strassenköter eingeschlossen.
3. Tag. Geburtstag des Schweins. Am dritten und vierten Tag werden die   Vorfahren und die Verstorbenen geehrt. Von Besuchen wird
            abgesehen.
4. Tag. Geburtstag des Schafes. Einige bisher wegen der Feiern geschlossene Geschäfte eröffnen wieder und es wird um ein erfolgreiches Jahr
            gebetet.
5. Tag. Geburtstag des Ochsen, Po Wu. Gleichzeitig ist es der Geburtstag des Gottes des Reichtums. Viele Geschäftsleute erachten das als
            besonders gute Gelegenheit für die Wiedereröffnung der Tätigkeiten.
6. Tag. Geburtstag des Pferdes.
            Man besucht Tempel, Verwandte, Bekannte und Freunde. (Und isst dabei immer wieder kleine Häppchen).
7. Tag. Geburtstag des Menschen, Ren Ri. An dem Tag gibt es Yu Sheng zu essen. Das ist eine Speise aus Gemüse-Salat und rohem Fisch.
8. Tag. Tag der Vollendung. Ein weiterer Grund für eine Familienfeier.
            Um Mitternacht wird dem Jade Kaiser geopfert und gehuldigt.
9. Tag. Geburtstag des Jade Kaisers, Hu Yuang. Er wird besonders im Taoismus   verehrt als Herrscher des Himmels, der Erde, der Unterwelt
            und ebenso der Hölle. Ein Gewaltjob für einen gewaltigen Herrscher, dem man mit Zuckerrohr, Weihrauch, Tee, Früchten, vegetarischem
            Essen oder gebratenem Schwein und Papier Gold huldigt.
10. Tag. Keine Ausgaben werden gescheut um weiter zu Feiern und zu Prassen.
11. Tag. Keine Ausgaben werden gescheut um weiter zu Feiern und zu Prassen.
12. Tag. Keine Ausgaben werden gescheut um weiter zu Feiern und zu Prassen.

13. Tag. Geburtstag des Kriegsgottes, Guan Gong. Nach all den Gelagen entgiftet   man den Körper an diesem Tag mit leichtem vegetarischen Essen,
             es kann durchaus gebratenes Schwein sein.
             Viele Firmen in China verehren Guan Gong und bitten um Erfolg im Geschäft.
14. Tag. Vorbereitungstag der Laternen. Traditionell bereiten die Familien Essen für ein weiteres Gelage am folgenden Tag zu. Neben den Gaumenfreuden
             werden Dekorationen und Laternen bereitgestellt. Die Frauen stehen Schlange am Beauty Salon.
15. Tag. Laternen Fest, Yuan Xiao Jie. Der Tag des Laternenfests ist zugleich die erste Vollmondnacht im Jahr. Ein weiteres grosses Familienfest mit
             Tafelfreuden, Laternen und Orangen beschliesst den Fressmarathon.  Man isst süsse Reisklösse in Suppe, Tang Yuan.

Danach hat man annähernd 350 Tage Zeit, seine Verdauung auf das nächste Neujahrsfest vorzubereiten. Wenn ich mich nicht irre, nächstes Jahr
Anfangs Februar. Ich beginne bereits heute mit dem Konditionstraining.
« Letzte Änderung: 12. März 2010, 12:05:22 von Low »
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #978 am: 12. März 2010, 21:44:47 »

Hallo Low


Deine "Geschichten aus Hinterindien" geniesst man.
Sie machen nachdenklich, ohne Widerspruch zu wecken.

Mit teils kraeftigem Augenzwinkern klaeren sie auf, fast ohne beim Leser den Drang zu erzeugen, den eigenen Senf dazu zu geben.

Neidlos erkenne ich an, dass Du ein Meister der leichten Feder mit Tiefgang bist.


Gruss  Achim
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Low

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Einführung in die Technik
« Antwort #979 am: 13. März 2010, 14:33:43 »

@Kern
Danke.  
Es ist angenehm zu wissen, dass die Geschichten zumindest teilweise so verstanden werden.
Meist sind meine Wortklaubereien schweisstreibend, im tropischen Klima ohne Klimagerät mehr Transpiration als Inspiration.

Für die folgenden Abenteuer schrieb ich eine

Einführung in die Technik.

Der Mann lebt eigentlich nur beim Bier beinahe problemlos. Das Verständnis für weibliche Mentalität und Logik ist oft spärlich ausgebildet oder
nicht vorhanden.
Knaben erhalten als Spielzeug häufig technische Geräte, obwohl Puppen meist geeigneter wären und bestimmt weniger Spannungen verursachen.
Die Phantasie fehlt mehrheitlich bei der Anwendung von Holz- oder Metallbaukästen. Akribisch genau werden gedankenlos Dinge nach bebilderten
Anleitungen mehr oder weniger erfolgreich nachgebaut. Den Eltern bleibt angesichts der vorhandenen Tatsachen nichts anderes übrig, als solche
Intelligenzbestien, ihre eigenen Früchtchen, überschwenglich zu loben.
Später folgen zur Förderung der Handfertigkeit vielleicht Chemie- oder Elektronik-Baukästen und Kameras.
Merke: Die Schäden bei Elektronikexplosionen sind unvergleichbar geringer als die Folgen chemischer Experimente!
Zum Schrauben sind Fahr- und Motorräder besser geeignet.
Im höheren Alter wird dann Hirn benötigt für das Chip Tuning von Fahrzeugen.
Heutzutage überfordern elektronische, vorwiegend im Kommunikationsbereich angesiedelte Fertigprodukte die Allgemeinheit, seien es Männlein oder
Weiblein.

Wenn einer keine Probleme hat, heiratet er oder kauft sich einen Computer.
Die Software ist für die meisten Benutzer genauso wenig durchschaubar wie die weibliche Psyche. Da existieren unvorhergesehen ein oder
zwei technische Probleme mehr. Das eigene Unvermögen kann man als Gruppentherapie leicht auf gewisse erfolgreiche Unternehmen abwälzen,
mit der aus populären Zeitschriften zitierten fachjournalistischen Behauptung: „Die verkaufen nur Mist!“ Ein Jahr später greift man tief in die
Tasche, um die neueste Version des verachteten, von der Presse gebrandmarkten, Schrottes zu erstehen und begibt sich stillschweigend in die
Knechtschaft von Giganten.
Der stille Beobachter aus dem fernen Weltenraum fragt sich besorgt: Ist Software eine Droge? Es ist auf alle Fälle ein Milliardengeschäft mit
Abhängigen.

Das waren ein paar allgemeine Gedanken über unser Verhältnis zur Technik.
Die Menschen in Hinterindien haben es noch schwerer. Ihnen fehlen im zarten Knabenalter die Metallbaukästen. Die verheerenden Auswirkungen
zeige ich in wenigen Aufsätzen über die Tücken der Technik, speziell im Bereich Elektronik und Elektrizität. Es ist nicht auszuschliessen, dass damit
einige Leserinnen und Leser überfordert werden. Ich bitte bereits heute um Nachsicht.
« Letzte Änderung: 13. März 2010, 14:49:44 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #980 am: 13. März 2010, 15:47:51 »

Lieber Low,

wie so oft:

Bestens durchschaut und brilliant formuliert!

Nur

"Es ist nicht auszuschliessen, dass damit
einige Leserinnen und Leser überfordert werden. Ich bitte bereits heute um Nachsicht."

dieser Aussage kann ich mich nicht anschließen. Selbst dem spät Belehrten bleibt doch so die Chance zur Einsicht und zum nachfolgend besseren Verständnis der Dinge. ;}

Wolfram
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #981 am: 13. März 2010, 18:29:54 »

Zitat
Wenn einer keine Probleme hat, heiratet er oder kauft sich einen Computer.  

Es soll auch Mutige geben, die das "oder" durch ein "und" ersetzen.
Zu bedenken ist dabei allerdings, dass Updates der  "Bio-Software"
nicht selten zu plötzlichen Abstürzen der senkrechten Art führt.

 ??? kmr

« Letzte Änderung: 13. März 2010, 18:39:42 von khun mai ru »
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Low

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Technische Spielerei
« Antwort #982 am: 15. März 2010, 00:03:26 »

Technische Spielerei

Wenn Leserinnen und Leser meine Texte so gedankenlos interpretieren wie ein drittklassiger Computer aus der (Ein)Steinzeit, dann gute Nacht. (1)
Ich erlaubte mir einen kurzen Test und liess `Einführung in die Technik` von Google in die englische Sprache übersetzen. Danach gab ich den
fremdsprachigen Text ein und liess ihn in der deutschen Sprache auslegen. Das Wort Übersetzen verwende ich anstandsweise nicht.
Der Schreck fuhr mir danach so ungebremst in die Knochen, dass ich meine vier Seiten technische Erlebnisse auf der Festplatte, jedoch nicht im
Gedächtnis, zerstörte. Löschen kann man Bits und Bytes schlecht. Man findet sie ohne grossen Aufwand nur nicht mehr.

Einführung in die Technik.
Von Google interpretiert.

Der Mann lebt wirklich nur für Bier fast ohne Probleme. Das Verständnis der Mentalität und weibliche Logik ist oft schlecht ausgebildet oder
fehlen. Jungsspielzeug oft als technische Geräte erhalten, obwohl die meisten Puppen waren geeignet und bestimmt sind, weniger zu
Spannungen führen. Die Phantasie ist keine Mehrheit bei der Verwendung von Holz oder Metall-Baukästen. Urlaub zerstreut werden
akribisch genau dargestellt Instruction mehr oder weniger erfolgreich wiedergegeben. Die Eltern bleibt angesichts der gegebenen Tatsachen,
nichts anderes, wie Intelligence Tiere ihren eigenen Nachwuchs, um begeisterten Lob.
Später diese Fähigkeit zu fördern, vielleicht chemische oder elektronische Bausätze und Kameras.
Hinweis: Die Schäden an Elektronik-Explosionen sind unvergleichlich geringer als die Folgen von chemischen Experimenten! Für Schrauben und
Motorräder sind besser geeignet. Im fortgeschrittenen Alter ist das Gehirn dann für das Chiptuning von Autos benötigt.
Heute, elektronische Überlast, vor allem in der Kommunikations-Feld befindet beendete die breite Öffentlichkeit werden sie Zwerg oder Weiblich.

Wenn man keine Probleme hat, heiratet er kauft oder einen Computer. Die Software ist für die meisten Benutzer nicht mehr transparent wie
die weibliche Psyche. Dann gibt es ein unvorhergesehenes oder zwei technische Probleme. Unsere eigene Unfähigkeit, leicht wie eine Gruppe
der Therapie passieren kann bei einigen Unternehmen erfolgreich, mit dem populären Magazinen zitiert aus fachjournalistischen Behauptung:
"Die verkaufen nur Mist!"
Ein Jahr später, erreicht sie tief in die Pocket auf die neueste Version der verachteten, gebrandmarkt durch die Presse, kaufen Schrott und geht
leise in den Versklavung der Riesen.
Der stille Beobachter aus dem fernen Weltall Frage betrifft: Ist Software eine Droge? Es ist in jedem Fall ein Milliarden-Geschäft mit Addicts.

Dies waren einige allgemeine Gedanken über unsere Beziehung zur Technologie.
Die Menschen in Indochina sind noch mehr gefährdet. Sie vermissen im zarten Alter Jungen, die Metall-Kits. Die verheerenden Auswirkungen ich
zeige in einigen Essays über die Gefahren der Technologie, insbesondere in der Elektronik und Elektrizität. Es ist nicht auszuschließen, dass diese
einige Leser werden begeistert sein. Ich bitte um Nachsicht heute.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein

« Letzte Änderung: 15. März 2010, 00:07:22 von Low »
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Blackmicha

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #983 am: 15. März 2010, 06:46:46 »

Zitat
von Google in die englische Sprache übersetzen. Danach gab ich den
fremdsprachigen Text ein und liess ihn in der deutschen Sprache auslegen

ist ein blödes Spiel !

in der Mathedick ist es doch gleich:

1 : 3 = o,333333..... x 3 = ?    wird nie wieder gleich 1 !  {+ C--

als Hilfe ist google schon nicht schlecht , man sollte aber es selbst noch mal überlesen !
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Essen und Beischlaf sind die großen Begierden des Mannes

Konfuzius - oder so

Low

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Blöde Spiele
« Antwort #984 am: 17. März 2010, 23:05:08 »

Blöde Spiele?

Die Zielsetzung elektronischer Übersetzungsprogramme ist noch lange nicht erreicht.
Die Trefferquote kann auch mit Hilfe von idiotischen Spielereien gesteigert werden.
Ich arbeitete selbst an ähnlichen Problemen, als Dämpfung beispielsweise nur für das Bügeln von Anzügen
Verwendung fand. Mechanische Dämpfung zur Verminderung von Stössen, oder elektrische Dämpfung (Verluste)
in der Nachrichtentechnik bei Datenübermittlung (Telephonie), waren den Sprachexperten im mittleren Westen
kaum geläufig.
Ein Kühlkörper, wie er zur Wärmeableitung für Halbleiterelemente wie Dioden, Transistoren und Tyristoren
verwendet wird, wurde schlicht als Erkältunger beschrieben. (Der Erkältunger, des Erkältungers, die Erkältungern).
 
Fortschritte würden sichtbar, wenn ich das Spiel mit  Google in zwei, drei Jahren mit dem selben Text wiederhole.
Ich erinnere mich, dass jeder billige Taschenrechner vor vierzig Jahren Rechenoperationen genauer löste, als ein
digitaler programmierbarer Prozessor (für Hunderttausende von Franken), wie preisgünstige Computer damals
hiessen, weil die Rechenlogik (ALU) fehlte.

In Foren finde ich häufig für mich unverständliche Beiträge, als wären sie von Herrn Google persönlich verfasst worden.
Keine Übersetzungen. Die Verstümmelung fand unter Umständen auf dem Weg vom Hirn zur Tastatur statt, wenn nicht
bereits zuvor Kollisionen mit Alkoholmolekülen die Sprache babylonisierte.
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CD und andere Speicher
« Antwort #985 am: 19. März 2010, 16:31:48 »

Compact Disc (CD) und andere Speicher

Leider ist die Lagerfähigkeit von optischen Speichern wie CD und DVD äusserst beschränkt, verglichen mit
hundert Jahre alten Tonträgern in meiner Sammlung. Zugegeben, die Datenspeicherung ist erstens analog
und zweitens mengenmässig sehr beschränkt. Dafür ist die Signalstärke ausserordentlich hoch, dass ohne
jegliche elektronische Verstärkung eine rein mechanische Reproduktion erfolgt.
Die Dynamik ist eher bescheiden und der Rauschanteil hoch. Dennoch blieb das ursprünglich Signal erhalten
und  kann mit entsprechenden antiken Wiedergabegeräten für fast drei Minuten einwandfrei abgetastet werden.
(Schallplatten: Label handgraviert, fast kratzfeste Tiefenschrift, System Pathé Frères, hundert Umdrehungen
pro Minute, Abtastung mit runder Saphirkugel von innen nach aussen. Wer hat Kleingeld und Interesse?)

CD speichern Unmengen von Daten, von 600 Megabytes an aufwärts. Sofern alles wie vorgesehen funktioniert,
ist HiFi Qualität in Stereophonie mit einer Dynamik von fast 100 Dezibel (dB) während einer Stunde möglich.
Diese bewundernswürdige Technologie erlaubte es erstmals, Ravels Bolero praktisch unverfälscht wiederzugeben.
Die Plastikscheiben reagieren durch die hohe Aufzeichnungsdichte bedingt empfindlich auf Störeinflüsse, wie
Kratzer, Hitze, Feuchtigkeit und schlechte Lagerbedingungen.
Mir fällt immer wieder auf, wie sorglos die Menschen mit ihren Silberlingen umgehen.
Üblicherweise sind die empfindlichen Oberflächen verkratzt und voller Fingerabdrücke. Jüngere Frauen missbrauchen
die verspiegelten Scheiben fürs Make-up. Dann sind neben den unsichtbaren Pits Spuren von Lippenstift und
Mascara zu finden. Die Schutzhüllen sind kaum vorhanden und dienen eher zum Sammeln von Büroklammern,
Gummiringen oder Briefmarken. Darum verleihe ich grundsätzlich keine Datenträger.

Vor wenigen Wochen enttäuschte uns eine öfters gespielte CD, Kansas City mit Jazzaufnahmen produziert von
R. Altman für den gleichnamigen Film mit Harry Belafonte. Die extrem synkopierten Klänge hatten als unerwünschte
Beigabe einen unüberhörbaren Klirrfaktor.
Nach nur wenigen Jahren machte sich trotz sorgfältiger Handhabung Lesefehler durch die Alterung der Original-
pressung bemerkbar. Möglicherweise war die Bedampfung nicht sauber ausgeführt. Schlechtes Vakuum ist für
solche Herstellungsfehler ausreichend. Dieses Problem fand ich mehrmals auf Discs mit Ursprung Amerika.
Gegen eine Lichtquelle gehalten, zeichnet sich auf solchen Scheiben manchmal ein richtiger Sternenhimmel in
der Verspiegelung ab. Meine sorgfältig gebrannten Kopien sind weit lebensfähiger als US Pressungen!

Im tropischen Klima wachsen in der hohen Feuchtigkeit auf verschmutzten Oberflächen pilzartige Mikroorganismen.
Mit einem feinen fusselfreien Tuch, Fensterreiniger und etwas Glück konnten befallene CD hie und da gerettet 
werden. Meine erste positive Erfahrung war vor etwa sechs Jahren Tinu Heinigers `Miss New Orleans`.

Kansas City war mit einfachen Mitteln nicht zu reparieren. Wir haben neuere und alte PC. Ältere Maschinen sind
weniger hoch getaktet. Sie arbeiten langsamer. Die CD Laufwerke drehen die Platten für die Aufnahmen weniger
schnell. Die Geschwindigkeit wird bei der Wiedergabe von Audio CD durch die CD selbst gesteuert. Seit jeher
waren für das Auslesen der CD Fehlerkorrekturprogramme eingeplant. Je nach Hersteller lesen die Geräte die
CD in unterschiedlicher Qualität aus.
Discs, die vom einen Spieler abgewiesen wurden, liefen auf anderen Geräten einwandfrei. Ich kopierte die
schadhafte Scheibe mit tiefer Geschwindigkeit auf einer langsamen Maschine. Die Kopie zeigte den Fehler
nachher auf dem neuen präzisen Spieler mit dem ultralinearen Wandler nicht mehr. Kansas City war gerettet.

Einer der einheimischen Computer-Spezialisten verzweifelte annähernd. Eine seiner  CD verhielt sich nicht
normgerecht. Aus seinen Erklärungen wurde nicht klar, ob die CD Lesefehler hatte, ob Viren vorhanden waren
oder ob er durch unverständliche Anweisungen überfordert war. Ich versuchte zu  helfen, hatte aber weder
Zeit noch Lust, mit dem etwas eigensinnigen Autodidakten zu diskutieren. Darum bat ich ihn, mir eine Kopie
zu machen. Ich würde ihn nach dem Test telefonisch vom Resultat unterrichten.
Zufrieden verschwand er mit der CD in seinem Verschlag. Arbeitsraum oder Büro wären übertriebene Bezeichnungen.
Dort lagerten vergleichbar Reisanbauterrassen am Berg künstlerisch nachempfunden, allerhand Ersatzteile,
Grafikkarten und Zubehör bunt vermischt mit defektem Material unter dem Slogan: Gekonnte Stapelverarbeitung
 (Batch processing – IT Fachausdruck) erspart die Müllabfuhr.

Nach geraumer Zeit erschien er mit einem sorgenfreien Grinsen wieder. Er erwartete offensichtlich meine Hilfe
und drückte mir eine farbige Fotokopie der CD in die Hand.
Das ersparte mir die Zeit für das Nachdenken und das Geld fürs Telefonieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schallplatte

CD
http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Disc

Fehlerkorrektur
http://de.wikipedia.org/wiki/Fehlerkorrekturverfahren

Dezibel
http://de.wikipedia.org/wiki/Bel_(Einheit)

Mascara
http://de.wikipedia.org/wiki/Mascara_(Kosmetik)

Robert Altman
http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Altman

Allfällige Fragen beantworte ich gerne, bis auf die eine:
„Leihst du mir Kansas City von Produzent Altman aus?“ „Nein!“



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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #986 am: 19. März 2010, 17:33:19 »

Herrlich!!!  Applaus, Applaus!

Gruss  Achim
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AA Akkumulatoren
« Antwort #987 am: 21. März 2010, 14:48:36 »

AA Akkumulatoren

Als wir vor geraumer Zeit eine neue Kamera kauften, gab es als Zugabe ein Ladegerät und vier Akkumulatoren
des gängigen Typs AA. Laut IEC-Norm handelt es sich dabei um zylindrische Rundzellen mit einem Durchmesser
von 13,5 bis 14,5 mm und einer Höhe von 49,2 bis 50,5 mm. AA oder Mignonzellen haben Kapazitäten im Bereich
von etwa  400 bis 3200 milli-Ampere-Stunden (mAh).
Die Kapazitäts-Angabe 400 mAh bedeutet, dass während 10 Stunden 40 milli Ampere entnommen werden
können (sollten), oder während 5 Stunden 80 mA. Höhere Kapazitäten liefern länger Strom, können aber
ungeeignete, schwach dimensionierte Ladegeräte überhitzen.

Aus Gründen des Umweltschutzes kaufte ich bisher nur Erzeugnisse namhafter Konzerne, weil ich nicht
unnötigerweise Sondermüll produzieren will. Die gratis Akkumulatoren von Toriyama waren den Konkurrenz-
produkten grosser Hersteller ebenbürtig.
Die thailändische Firma mit einem japanischen Namen war mir nicht bekannt. Das Ladegerät beeindruckte durch
Leuchtdiodenanzeigen für jede einzelne Zelle. Da wurde zumindest bei den Dioden nicht gespart.
Einige Geräte liefern den Strom für je zwei in Serie geschaltete Akkumulatoren. Dadurch erübrigen sich mehrere
Bauteile. Die Geräte werden noch preisgünstiger. Einzelne Zellen können deswegen leider nicht geladen werden.

Als ich kürzlich preisgünstige Akkumulatoren der Firma sah, erstand ich eine Packung zu fünf Stück. Eigentlich
hätte meine körpereigene Alarmglocke schrillen müssen.  Wie lade ich fünf Zellen in einem Ladegerät?
Ich kaufte diese Speicherzellen, ohne sie genauer zu prüfen. Zu Hause wollte ich die neuen Zellen laden.
Wir haben drei verschiene Geräte von unterschiedlichen Herstellern. Ich versuchte sie alle. Nicht einmal im
firmeneigenen  Ladegerät machten die Akkumulatoren Kontakt. Darauf schaute ich mir die Zellen genauer an.
Am Pluspol fehlte die sogenannte Polnase, der kleine Nippel in der Mitte. Beide Pole schauten genau gleich aus.
Der Minuspol war durch Farbe markiert. Die Länge der Akkumulatoren war mit 48.8 Millimetern ausserhalb der
IEC Spezifikationen. Zu kurz geratener, geschlechtsloser Sondermüll. In Euroland müssten die Händler den
angebotenen Schrott zurücknehmen.

In Hinterindien wird die Firma den Innovationspreis für polnasenlose Mignonzellen erhalten. Die Regierung
wird sich darum bemühen, die IEC Normen etwas toleranter zu gestalten.
Erfahrungen bestehen bereits bei den Grenzwerten der Luftverschmutzung. Da existieren auch mehr Toleranzen
als Richtwerte.


http://de.wikipedia.org/wiki/Mignon_(Batterie)
« Letzte Änderung: 21. März 2010, 15:06:03 von Low »
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Low

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Parkgebühren
« Antwort #988 am: 23. März 2010, 10:26:07 »

Parkgebühren

Sie sind etwas von Technik behaftet, eine teuflische Erfindung der Neuzeit, eine Art Abgabe am Lagerplatz für wartende Transportelefanten.
Ein Schlaumeier kreierte die Idee, wie man mit korrodierendem Metall unter starkem Einbezug des Faktors Zeit Geschäfte machen kann.
Diese Gebühreneintreiberei dehnte sich sogar auf die verbleichenden Gebeine oder die Asche Verstorbener aus.

Am 15. März um 07 45 parkierte Dick den Wagen auf dem Parkplatz des Flughafens Chiang Mai.
Wir verbrachten eine Woche an der frischen Seeluft in Port Dickson und genossen den etwas dickeren, abgasgewürzten Dampf in Kuala Lumpur.
Wir hatten Glück mit unserem Reisetermin, denn während unserer Abwesenheit war der Feinstoffgehalt der Luft in Nordthailand extrem hoch.

Ich bin kein grosser Raucher. Etwa alle drei Jahre vernichte ich eine Zigarre. Aber wir lieben den Duft der Gewürzinseln, - der Surya Kretek
Gudang Garam Zigaretten paffenden Geniesser. Diese Glimmstengel sind zum Riechen wie Nasi Biryani zum Essen. Ein wahres Bouquet an
Geschmacksnoten von Zimt, Kardamom, Fenchelsamen, Lorbeer, Gewürznelken, Ingwer, Chilies, weissem und schwarzem Pfeffer, Koriander,
sowie einer Prise Zucker als Geschmacksverstärker. Das einzige was im Nasi Biryani fehlt ist der Tabak, sonst könnte man daraus Zigarren rollen.
Vorübergehend benutze ich die teuren Kretek Zigaretten an Stelle von Weihrauch.

Bereits um vier Uhr früh mussten wir am 22. März aus den Federn, um den Rückflug anzutreten. Wie schlaftrunkene Hühner hin und wieder ein
Körnchen aufpicken, fanden wir im fremden Flughafen nach mehreren missratenen Anläufen den Check-in und etwas später nach einem
Orientierungslauf mit Fehlstart rechtzeitig sogar das richtige Gate.
 
Auf die Minute genau, um 08 20 dockte der Airbus in Chiang Mai an.
Es dürfte etwa neun Uhr gewesen sein, als wir unsere fünfundzwanzig Kilogramm Gepäck, eingeschlossen BOH Tee (best of highland), einige
Kilobyte an Daten und etwas Literatur, im Auto verstaut hatten.
Wir waren bereit, die Parkgebühren zu bezahlen. In Kuala Lumpur wollte ich den in gelb gehaltenen, schlecht lesbaren Zettel in den Papierkorb
schmeissen. Dick übergab den geretteten Parkschein der geschulten Gebühreneinzugsspezialistin. Die Schalterbeamtin verlangte ganze
zwanzig Baht. Sie schaute anscheinend nur auf die Zeit und vergass in den milden Morgenstunden, das Datum zu kontrollieren oder sie wurde
durch meine sonnenverbrannten sexy Elefantenohren abgelenkt.


http://de.wikipedia.org/wiki/Biryani
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Lupus

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Re: Technische Spielerei
« Antwort #989 am: 23. März 2010, 11:11:17 »

.... Das Wort Übersetzen verwende ich anstandsweise nicht.

Eine akzeptablere Lösung (wenngleich nicht perfekt):

Original:
Einführung in die Technik.

Der Mann lebt eigentlich nur beim Bier beinahe problemlos. Das Verständnis für weibliche Mentalität und Logik ist oft spärlich ausgebildet oder
nicht vorhanden.
Knaben erhalten als Spielzeug häufig technische Geräte, obwohl Puppen meist geeigneter wären und bestimmt weniger Spannungen verursachen.

Übersetzung D-EN-D von http://www.linguatec.net/onlineservices/pt/site

Einführung in Technik.

Der Mann lebt fast ohne Probleme tatsächlich nur mit dem Bier. Das Verständnis für weibliche Mentalität und Logik wird oft spärlich oder nicht verfügbar trainiert.
Jungen bekommen häufig technische Ausrüstung, wie Spielzeuge, obwohl Puppen, normalerweise geeigneter sein und sicher weniger Spannungen verursachen würden.


Danke für Deine ergötzlichen Geschichten!

Lupus
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