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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 444245 mal)

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Low

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Kack- und Blechschäden aus Hinterindien
« Antwort #1335 am: 13. Dezember 2010, 16:58:51 »

Entgegen aller Abmachungen wurde unser Wagen in drei Wochen nur teilweise frisch gespritzt. Die leicht verkratzten Verkleidungen
der Aussenspiegel gingen  vergessen. Steinschlag auf der Motorhaube wurde grosszügig übersehen.
Auf die unbequeme  Frage, wie lange die Malerei der Spiegel dauern würde, lautete die niederschmetternde Antwort:
„Eine Woche!“  
Mit bloss fünf Stunden Verspätung, warum liessen wir uns durch falsche Versprechungen aus dem Bett locken, steht das Fahrzeug wieder
vor der Türe und wartet sehnlichst auf

Neue Lack- und Blechschäden im Dezember.

Wenn nicht heute, dann schon morgen,
wird ein Moped dies besorgen.
Kratzt kein Fahrzeug uns am Lacke,
fällt von oben Vogelkacke.
Fehlt die Pampe, kratzt in Eile
böser Nachbar mit der Feile
oder Dick fährt wie im Traum
in den schönsten Weihnachtsbaum.

Dieses Gedicht, passend zu den heiligen Nächten des Jahrs 2010,
beim öffentlichen Vortrag tunlichst St. Nikolaus Mitra aufsetzen, drei Tage-Bart genügt nicht; ist allen Menschen jeglichen Willens gewidmet,
also auch Dir.

« Letzte Änderung: 13. Dezember 2010, 17:24:46 von Low »
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Low

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Wie vertrödeln wir unsere Zeit in Hinterindien
« Antwort #1336 am: 16. Dezember 2010, 13:04:55 »

Wie vertrödeln wir unsere Zeit?
 
Von allgemeinen Zweifeln gepeinigt und verfolgt, fragte ich mich ernsthaft, wieviel Zeit Dick im Durchschnitt für ihre persönliche Haarpflege
aufwendet. Im Mittel dürfte es etwa einer Stunde pro Tag sein. Das ist für tropische Verhältnisse mit viel Gartenarbeit und praktisch jedem
zweiten Tag Haarwäsche relativ bescheiden, wenn ich die Wartezeiten mit weitschweifigem Palaver bei den Haarkünstlerinnen einrechne.  
Manchmal nenne ich sie anhand ihrer auf Chaos und Zufall basierenden Frisur respektlos Frau Vogelnest, wobei ich eher die dürftigen Nester
der Sperlinge, als die präzisen Geflechte der Webervögel meine. Beinahe unglaublich ist, beide Vogelfamilien gehören zur selben Ordnung,
Passeriformes. Menschliche Behausungen weisen vom prunkvollen Palast bis zum stinkenden Schweinestall ähnlich vielfältige Bauformen auf.
Als querdenkendes Individuum schlüsselte ich unsere Tagesabläufe auf und kam zu bemerkenswerten Ergebnissen und Erkenntnissen.

Tätigkeit                     Aufwand in Stunden

Haare                                          1
Schlafen                                      7
Bett                                            9
Essen Kochen                                4
Arbeit                                          4
Garten                                         2
Körperpflege etc.                           2

Wie Sie sehen, ergibt das mehr als 24 Stunden. Deshalb benötigt sie diskussionslos eine Haushalthilfe und ich zum Ausgleich Freundinnen.

Der Fairness gehorchend, muss ich meinen Tagesablauf ebenfalls offenlegen.
Schlafen                                              7
Bett                                                    9
Kochen Essen                                       3
PC                                                      6
Garten                                                 1
Notdurft, Badezimmer                             1

Mein Tag hat ebenfalls mehr als 24 Stunden. Das bestätigt wiederum, ich benötige unbedingt Freundinnen. Alleine schaffe ich dieses Pensum
nicht.
Wie sah denn mein Stundenplan im Frühjahr 2004 ohne Dick, aber mit Hausbau aus?

Schlafen                                              6
Massage                                              2
Spielen mit Masseuse, etc                       2
Essen                                                  2
Baustelle                                              8
Flirten, Unterhaltung                               2
PC                                                       1
Notdurft, Badezimmer                            0.75

Daraus folgt: Junggesellen leben nicht unbedingt länger, aber gesünder. Mann hat mehr als genügend Zeit für alles und benötigt kaum Freundinnen.
Flirtistinnen und Masseusen reichen für anspruchslosere Muffel vollkommen. Mir fehlte damals zum reich erfüllten Leben pro Tag eine ganze
Viertelstunde. Aber es war eine enorm teure Angelegenheit. Nicht wegen den Masseusen, sondern wegen der Baustelle.

Verschiedene Artikel befassen sich eingehend mit dem Thema.
Auf einem Streifzug durch die einschlägige Literatur entdeckte ich, dass der Mensch in seinem Leben durchschnittlich das 700-fache seines
Körpergewichts  verzehrt. Dazu trinkt er, beziehungsweise sie, 45 000 Liter Flüssigkeit.
Wenn jemand dazu über siebzig Jahre Zeit hat, mag das ja gut sein. Was ist, wenn der Sensemann bereits nach siebenundzwanzig Jahren
zuschlägt? Da müsste man entweder schneller kauen, oder sogar wie Mowgli hinunterschlingen. Vom Essverhalten her extrapoliert, ist seine
Lebenserwartung womöglich nicht allzu hoch.

Wissenschaftlich nicht genau belegt, aber berechnet, essen wir 8 Schweine, 300 Hühner, 5 000 Eier, 4 000 Kilogramm Zucker und eine halbe
Tonne Salz.
Wo bleiben bloss Garnelen, Fische und Steaks? Wozu gibt es Schwarzwäldertorten mit viel Sahne oder Sauerkraut mit Geselchtem und Würsten,
wozu Linsen, Kartoffeln, Reis und Nudeln?
Dazu trinken wir angeblich 9 600 Liter Wasser, wie steht es mit dessen Chlorgehalt, 9 300 Liter Bier, 5 000 Liter Milch und fast 11 000 Liter
Kaffee. Da sitzt wieder ein wesentlicher Fehler.
Vor über fünfzig Jahren wurde mir ärztlich empfohlen, auf sämtliche Milchprodukte zu verzichten. Kaffe mag ich ohnehin nicht. Der Spirituosen-
und Weinkonsum dagegen wurde total vernachlässigt. Aber die Statistik behauptet skrupellos: Wir benötigen etwa 7 Jahre um diese Mengen
zu vertilgen.

Weiter wird gelogen, der Mensch verbringe 4,1 Jahre mit Körperpflege und er sitze 2 Jahre lang in der Badewanne. Über so viel Körper verfüge
ich noch nicht. Ich hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen, 12 Stunde in einer Wanne zu sitzen, weil mir nach einem Unfall der Kick fehlte, um
den Ort selbständig zu verlassen. Nachher ähnelte ich einem geschlechtslosen Schrumpfkopf. Aber zwei Jahre?

Danach arbeitet der Mensch 7 Jahre. Acht Monate davon werfen wir Spam-Mails in den Papierkorb. Das ist reiner Blondinen Blödsinn. Die benutzen
doch noch Tipp-Ex für Text-Korrekturen am Bildschirm. (5)  Wie entsorge ich nicht die Blondinen, sondern den Spam im Papierkorb?
Zwischendurch telefonieren wir bloss 1,45 Jahre lang. Das war bestimmt der Zustand vor der Einführung des Mobiltelefons. Und Thais sind in
dieser Statistik kaum berücksichtigt. Dick schafft mit zwei eigenen und meinem Handy die 1.45 Jahre locker in einem Jahr.

Im Bett schlafen wir angeblich 23 Jahre und erleben 105 299,5 Träume. 7 875 mal geniessen normal frustrierte Sex. Einige Auserwählte auf
der Sonnseite des Lebens schaffen diese Anzahl Nummern in wenigen Jahren. Die schweigende Mehrheit benötigt dazu ein ganzes Dasein.
Nach sorgfältigen eigenen Berechnungen sind anhand der eher geringen Begattungsvorgänge an vier Tagen der Woche Askese oder Handarbeit
wie Onanie, Masturbation und Selbstbefriedigung angesagt. (Zutreffendes bitte ankreuzen.)

Die 7 875 Kopulationen sind ein Durchschnittswert. (6) Einige ausschweifend triebhafte Sexmolche mit ebenso heissen wie aufreizenden
Gespielinnen übertreiben diese nach Papst Pillus dem Antisexten verwerflichen Praktiken hemmungs- und möglichst pausenlos.  
Endlich verstehen wir, warum es Kirchen mit Priestern in unterschiedlich farbigen Röcken und safrangelbe buddhistische Mönche mit
Keuschheitsgelübden und ausdrücklich sexueller Enthaltsamkeit geben muss. Ohne sie würde diese Statistik nie stimmen!

(1)
http://www.jakobsweg.ch/dokumente/Spiritualit%C3%A4t/Wie%20verbringen%20wir%20unsere%20Zeit.pdf
(2)
http://www.lifego.de/blog/2078/schlaf-arbeit-tv-womit-die-deutschen-ihre-zeit-verbringen/
(3)
http://www.loveyourlife.at/Balance/Gut_zu_wissen/%E2%80%9EWussten_Sie,%E2%80%A6%E2%80%9C_wie_viel_Zeit_Sie_womit_verbringen_/-8361-49-1099-de--/cms.html
(4)
http://www.helloarticle.com/de/wie-viel-zeit-verbringen-wir-mit-sport-r970.htm
(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/Tipp-Ex
(6)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kopulation
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2010, 13:41:54 von Low »
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Low

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Die Leiden eines alternden Kuchenverwerthers aus Hinterindien
« Antwort #1337 am: 19. Dezember 2010, 22:15:30 »

Die Leiden eines alternden Kuchenverwerthers                                                                                             19.12.2010
Bitte nicht verwechseln mit dem Bestseller eines Herrn W. von Goethe von 1774.

Auf die winterlichen Feier- und Festtage hin gibt es zahlreiches Gebäck. Das Angebot ist riesig, sei es im Grossmarkt oder in den verschiedenen
heimischen Küchen. Einer der anderen grossen deutschsprachigen Dichter wie Schiller oder Hölderlin, glühweinbedingt weiss ich nicht mehr genau
welcher, verfasste die unsterblichen Zeilen:

Ehret die Frauen, sie backen und trölen
Himmlische Kuchen für irdische Lölen.

Als goldener Knabe mit lockigem Haar frass ich den Teig für die sogenannten Mailänderli aus der Schüssel, bevor er gebacken war. Ich kaute
Anis Chräbeli und liebte das Anis Gebäck möglichst hart und liess es langsam im Mund zergehen. Diese Aussage erinnert stark an hier zensierte
Geschichten aus anderen, spezialisierten Foren.
Später mundeten mir die schweren Christstollen mit mindestens fünfzehn Prozent Butter und einem Drittel Trockenfrüchten. (1)
Mit zunehmendem Alter bevorzugte ich luftigen Panettone, eine Mailänder Spezialität, mit viel Rosinen und kandierten Früchten, begleitet von
Damen und  Schaumwein, wie Prosecco, Moscato und Spumante. (2) Panettone hat eine geschmackvolle, etwa zwanzig Zentimeter hohe
Kuppelform. Weil das Gebäck weniger kompakt ist als die kalorienreichen Stollen, darf ich mehr davon naschen.

Letztes Jahr erwarben wir vier dieser Götterspeisen in Chiang Mai. Einen besonderen Leckerbissen brachte meine Tochter aus einer kleinen
Konditorei von Oberitalien mit. Unvergesslich, nicht die Tochter, sondern das goldglitzernd verpackte Gebäck!

Dieses Jahr wurde ich vom Pech verfolgt. Wir kauften ein einziges Stück – ein ganzes Kilogramm. Das Muster mundete hervorragend, hatte
aber wie der Sekt keinen langen Bestand. Blasen verpufft, Kuchen weg!
Zur ausgiebigen Gebäcksexkursion ins unverschneite Kuchenland fehlte während drei wesentlichen Wochen das geeignete Fahrzeug, unser
Panettone Traktor mit Rosinen-Schnüffelsensor und Fünfrad-Antrieb.

Danach fanden wir in einem andern Geschäft nur noch einige hundert Gramm Notportionen für zahnlose und magenkranke Nikolausi im Regal.
Diese Minikuchen sind gefährlich und könnten mich umbringen. Meine Magensäfte beginnen zu fliessen. Der Speichel wird angeregt. Herz und
Hirn freuen sich auf eine Delikatesse. Die Augäpfel rotieren und rollen. Die Zunge schnalzt und schmatzt. Das Halszäpfchen zittert vor Erregung.
Es folgt als Riesenenttäuschung ein kleines Nichts und ich ertrinke im eigenen Saft.

Die Chefin des Ladens mit den Kleinstportionen war diskussionsbereit und sagte mir, sie würde in sämtliche Filialen telefonieren und nachfragen,
ob grössere Küchlein vorrätig seien. Nach einigen Minuten kam sie, ganz Telefon am Ohr und rezitierte wie der Weihnachtsengel persönlich:
„Vom Himmel hoch da komm ich her,
Wir haben noch der Kuchen mehr!“

Erst waren es drei, dann vier. Selbstlos sagte ich:
„Ich kaufe sie alle!“
Ich wollte unbedingt verhindern, dass ein allfälliger Panettoneallergiker während der Feiertage am Kuchen stirbt.

Zwei Tage später holten wir die riesigen roten Verpackungen ab.
Mein Speichelpegel war wie ein Tsunami im Anrollen, als ich bemerkte, die liebe Fee, die personifizierteste der nordthailändischen
Glücksverkündigerinnen, die hilfsbereiteste aller Verkäuferinnen, sprach kein italienisch.
Anstelle von Panettone aus Milano, kaufte ich Pandoro aus Verona.

Wie nennt man solche Ereignisse in Berlusconistan in akzentfreiem panettonesich?
La forza del destino (3)
Frei übersetzt, nicht unbedingt weihnachtlich: Low’s Frust.

Frohes Fest.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Christstollen
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Panettone
(3)


http://de.wikipedia.org/wiki/La_forza_del_destino
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2010, 22:29:50 von Low »
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Bruno99

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1338 am: 19. Dezember 2010, 22:32:41 »

hoffe du kannst sie dennoch geniessen
merry x-mas Low
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versteht von beidem nichts.
Jean-Jacques Rousseau

Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1339 am: 19. Dezember 2010, 22:48:03 »

Nun branden sie wieder an unser Hirn, die skurrilen und genialen Prosa-Wellen. Danke   ;}


Fuer die vorweihnachtliche Speichelproduktion:

Panettone aus Milano



Pandora aus Verono Pandoro aus Verona

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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1340 am: 20. Dezember 2010, 02:51:07 »

Hach, das sieht beides so lecker aus, (seufz), bin seit zwei Wochen auf Diät.
Ich hoffe, dass um die Neujahrszeit das gewünschte Gewicht erreicht ist. :(

Zur Zeit gibt es maßgeblich Sauerkraut, rote Beete, Mohrrüben, weil die praktisch keine Kalorien haben, aber wenigstens übergangsweise ein Völlegefühl erzeugen. Dazu ungezuckerten Tee - ba, pfui Teufel!
Aber wat mut, dat mut.

Wolfram
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Low

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Winterlicher Nachtschaden aus Hinterindien
« Antwort #1341 am: 22. Dezember 2010, 11:46:00 »

Winterlicher Nachtschaden                                                 22. Dez. 2010

Diese Musik riss mich wirklich vom Hocker.
Tönet, ihr Pauken! Erschallet Trompeten!
Das war eindeutig der Eingangschor der Glückwunschkantate von Johann Sebastian Bach, aber jetzt, der Jahreszeit entsprechend das
Weihnachtsoratorium: Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage.

Es war ein Riesenumzug vom Tempel her. Vorne schaufelten an die fünfzig kraftstrotzende Gestalten als Nikoläuse in rot-weissen Roben mit
Kapuzen reichlich Schnee vom Strässchen beidseitig in die Reisfelder. Gleich dahinter drehte eine blühende Eiskönigin auf Schlittschuhen ihre
Pirouetten. Danach folgten zahlreiche Musikanten und Sänger. Sie bogen rechts ab, zum ehemaligen Kinderspielplatz, dann links. Vor unserem
Haus blieb die Formation mit Pauken und Trompeten stehen.
 
Das Mädchen mit den gleissenden Schlittschuhen, ein silbernes Krönchen im blonden Haar, am zierlichen Körper ein hellblaues Tutu aus feinstem
Tüll, löste sich aus der Menge, stöckelte gekonnt die vier Stufen zu mir auf die Veranda, verneigte sich mit einem geübten Knicks, überreichte mir
geschwind einen goldenen Teller und verschwand wie ein Wirbelwind. Die Leute machten rechtsumkehrt und setzten sich wieder in Bewegung.

Verdattert starrte ich auf den goldenen Teller. Unter einer durchsichtigen Folie, ich zerriss sie achtlos, lag mit einer rot-goldenen Schlaufe
geschmückt eine Stiellupe. Ich nahm die Lupe in die Hand und betrachtete den Teller, denn da war noch ein winziges rotes Päcklein, offenbar ein
Weihnachtsgeschenk. Trotz meiner neuen Brille war ich froh über die Lupe. Freudig überrascht las ich:
Frohes Fest, hausgemacht, zehn Gramm,  
Panettone!

http://de.wikipedia.org/wiki/Tutu_(Ballett)





Die Geschichte entfaltet sich, wenn ihr beim Lesen einem
der Links zuhört. Realisten kauen dazu Kuchenkrümel!

« Letzte Änderung: 22. Dezember 2010, 12:31:15 von Low »
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namtok

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1342 am: 22. Dezember 2010, 19:22:18 »

Vorhin im Central im Seebad sowohl Panettone wie auch Pandoro gesichtet. Mehrere Exemplare im üppigen schleifchenverpackten Geschenkpaket, das Kilo für schlappe knapp sechshundert Bärte.

Zu Neujahr ist auch mal wieder ein Inspektionstrip auf der Teakplantage nahe bei den  "Lowlands" fällig und ich könnte bei der Gelegenheit was mitbringen...


Danke auch für den klassischen Link zum Weihnachsoratorium. Letztes Jahr ein Erlebnis bei den Münchner Philharmonikern.  8)
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██████  Ich sch... auf eure Klimaziele !

Low

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Antworten an und aus Hinterindien
« Antwort #1343 am: 24. Dezember 2010, 13:33:07 »

Antworten an und aus Hinterindien

Antwort von Kern auf  „Die Leiden eines alternden Kuchenverwerthers“:
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg153902#msg153902
Nun branden sie wieder an unser Hirn, die skurrilen und genialen Prosa-Wellen. Danke.
Traurig für mich, dass ehrenwerte Absichten zuvor nicht in das Hirn brandeten.

Bruno99 meinte:
hoffe du kannst sie dennoch geniessen.
Die Unterschiede der beiden Gebäcke ist vergleichbar mit Tele- und Weitwinkelobjektiven.

Vergeblich auf (ein) Kreuzchen wartete ich bis heute (Zutreffendes bitte ankreuzen) aus:
Wie vertrödeln wir unsere Zeit in Hinterindien
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg153465#msg153465
Später folgt: Wie vertrödeln sie, die Nachbarn, ihre Zeit?

Bereits auf „Kack- und Blechschäden aus Hinterindien“
(Beachten sie bitte den sauberen, gekonnten Tippfehler K/L)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg153084#msg153084
kriegte ich positive Zuschriften:

Das ist ein sehr schönes Gedicht, hast du das selber komponiert?

und konstruktiv:
Etwas vom Primitivsten und grüne Kotze in Reinkultur.
Verballhornung einer der genialsten Erfindungen der Menschheit,
des Automobils. Nur weiter so. Nun zerstören die Geschlechtskrankheiten deine Gehirnzellen.*

(Entweder ist der Herr ein Wahrsager oder ein zukünftiger Forumsdoktor.)

möglicherweise aus Yankeeland:
Thanks Mr. Low für schoene Poesie.
Sie fighten fur Gerechtigkeit und gegen schlechte Terrorismus.
Bomben fallen in Afghanistan wie Vogelkacke auf Jungs.
Wunderhuebsche Frau fahrt selbstlos in von boese Menschen
mit Explosivstoffen gedoptes Weihnachtsbaum. ....
Fur diese Werk sollten Sie das Pulitzerpreis angedroht werden. (1)
Merry X-mas.....


allgemeiner Art:
Also Leute reisst euch am Riemen und unterlasst das ständige Gewinsel, es wird langsam peinlich.  
Das ist mir wirklich peinlich, aber welchen Riemen meinst Du genau?

Hallo namtok:
Vor dem Schreiben hörte ich die Musik im Kopf und ich paukte, frohlochzgete und trompetete munter mit. Dick machte sich bereits sorgen um
meinen labilen Geisteszustand. (siehe oben*)
Während ihrer Abwesenheit am Morgen genoss ich zwei Stunden lang diverse Interpretationen.
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg154148#msg154148

Danke für die angewandte Nächstenliebe.
Wir sind, zusätzlich zu anderem Gebäck, neuerdings im Besitz von zwei Kilogramm Panettone aus Italien.
Allgemeine Warnung: Wer Pech hat und nicht nachprüft, bekommt Ware (Kuchen) aus Südamerika.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Pulitzer-Preis

« Letzte Änderung: 24. Dezember 2010, 13:40:24 von Low »
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nongprue

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Re: Winterlicher Nachtschaden aus Hinterindien
« Antwort #1344 am: 25. Dezember 2010, 22:43:57 »






Die Geschichte entfaltet sich, wenn ihr beim Lesen einem
der Links zuhört. Realisten kauen dazu Kuchenkrümel!



Sollte man eigentlich nur einmal im Jahr hoeren, an Weihnachten, damit es wirklich schoen bleibt. Ich gestehe, dass ich Traenen in den Augen hatte als ich in Leipzig an seinem, (offizilien) Grab stand....
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Zweifel ist dann angebracht, wenn er auf Kompetenz und Wissen fußt und konstruktiv vorgebracht wird. Wer allerdings "immer an allem zweifelt", im Gegensatz zu "sich eine Meinung bilden und erarbeiten", der sollte am besten manchmal den Mund halten

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Der Bach im Meer von Hinterindien
« Antwort #1345 am: 26. Dezember 2010, 15:39:59 »

Der Bach im Meer

nongprues Sätze freuten und inspirierten mich.
Viel schreiben über Meister Bach will und kann ich nicht. Es gibt reichlich Literatur und die Wikipedia. (1)

Ich empfinde es als kleine Ungerechtigkeit, dass der grosse (möglicherweise einer der grössten) Komponist nicht, wie sein Dichterkollege J.W.,
geadelt wurde.
Tadelt Adel?
Er öffnete mit seinen unsterblichen Werken die Türen für die Weiterentwicklung der Musik und erschloss neue Klangwelten. Johann Sebastian
Bach ist nämlich kein Bach. Er ist vielmehr ein Fluss, ein Strom, welcher ähnlich dem Golfstrom ganze Ozeane bewegt und Kontinente wärmt.

Wenn nongprue das Weihnachtsoratorium für sich streng um die Geburtstage Jesu Christi reserviert, spielt das keine Rolle. Um Bachs Werke
komplett zu hören, müsste man sich drei Jahre lang jeden Tag ein anderes Stück aussuchen. (2)

Dazu gibt es ungezählte Komponisten mit barocker Prachtentfaltung. Leider musste ich den grössten Teil der Sammlungen und Konserven in der
Schweiz zurücklassen. Jetzt entdeckte ich als Weihnachtsüberraschung, dass das Zeug teilweise ohne es zu senden, irgendwie doch mit kam.

Erste Töne Bachscher Musik lernte ich in der Schule. Wir übten wochenlang an “Dir Jehova will ich singen“. (3) Später machte ich Bekanntschaft
mit dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach. (4) Ausser Klavierstücken finden sich dort Lieder, darunter die bekannte Arie
“Willst Du Dein Herz mir schenken“. Sie blieb in besonderer Erinnerung, weil ich damit erfolgreich eine der ersten Frauen meiner Wahl belästigte.

Mir gefallen die Orchesterwerke, darunter die Brandenburgischen Konzerte, eher ungewöhnlich interpretiert von Il Giardino Armonico.
Die Suiten BWV 1066 bis 1069 sind modernste Kompositionen mit barockem Hintergrund.
Hier handelt es sich um eine Folge von Tanzsätzen mit vorangestellter Ouvertüre. Da Bach diesen Suiten keine Überschriften gab, werden sie
noch heute nach der Überschrift des ersten Satzes “Ouvertüren“ genannt. (5)

Auf meinem Streifzug durch die Bachwelt, entdeckte ich bei YouTube von Heitor Villa-Lobos, Bachiana Brasileira Nº 2. (6)

Bald widme ich mich besonderen Klängen, der Klapperrhapsodie für zwei Pfannen und mehrere Töpfe in der Küche - mit dem berüchtigten
langsamen Satz für Leberwurststreicher. Den Schlussakkord bildet ein Korkenknall, gefolgt von fast unhörbar platzenden Schaumbläschen in
hohen Gläsern.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bach-Werke-Verzeichnis
(3)

(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Magdalena_Bach
http://de.wikipedia.org/wiki/Notenb%C3%BCchlein_f%C3%BCr_Anna_Magdalena_Bach
(5)

Anne-Sophie Mutter:

Air fuer Gitarrenfreunde

(6)

http://en.wikipedia.org/wiki/Bachianas_Brasileiras
« Letzte Änderung: 26. Dezember 2010, 16:41:09 von Low »
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nongprue

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Re: Der Bach im Meer von Hinterindien
« Antwort #1346 am: 26. Dezember 2010, 18:21:18 »

Der Bach im Meer

nongprues Sätze freuten und inspirierten mich.
Viel schreiben über Meister Bach will und kann ich nicht. Es gibt reichlich Literatur und die Wikipedia. (1)


Es freut mich wenns Dich freut.

Ich denke bei dem Fluss (und nicht nur ein Bach....) von Werken kann man es sich schon leisten, sich das Weihnachtsoratorium fuer die Zeit aufzuheben, fuer die es geschrieben wurde.

müsste man sich drei Jahre lang jeden Tag ein anderes Stück aussuchen

Aber darf ich dann an Weihnachten jeweils "jauchzet, frohlocket" hoeren ???

Wenn ich durch meine Sammlung von Bach'scher Musik gehe dann stelle ich auch fest, dass seine konzertale Musik am meisten auf meiner Harddisk (und bei den CD's) vorhanden ist.

Meine sueddeutsche (fast schweizerische) Landsfrau:

Hier mit ihrem Mentor:



Nochmal alleine:



Ich finde gerade keinen vernuenftigen Link zum Doppelkonzert - ein anderes Mal

Aber dann gibt es natuerlich solche Interpreten wie den:



Bach in Leizpig 2000



Aber genug davon, hier ist Dein Tagebuch....


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Weihnachtliche Nachlese aus Hinterindien
« Antwort #1347 am: 27. Dezember 2010, 13:00:44 »

Weihnachtliche Nachlese

(Kick von nongprue)

Weihnachten erlebe ich öfters.
Wenn die Sonne frühmorgens durch den Bambus blinzelt und mich mehr oder weniger lebendig weckt; wenn zusätzlich ein warmes,
wohlgeformtes Stück Fleisch an meiner Seite liegt, es muss beileibe kein durchzogenes US Beefsteak sein, dann höre ich himmlische
Musik, ohne dass ich irgend welche Tonträger nutze.
Allerdings möchte ich nicht darauf beharren, dass es echte weihnachtliche Gefühle sind, weil mir deren Begriffsbestimmung fremd ist.

Ich versuchte, um meinen barocken Ohrwürmern zu entrinnen, etwas Wissen darüber zu ergoogeln und fand beängstigend wenig:
Traditionell gehört zum Fest ein besonders gutes Essen, zum Beispiel die "Weihnachtsgans".

Spontan fiel mir ein Gedicht von Kurt Tucholsky ein:

Wie mans macht ...

b) Trost für den Junggesellen
...
Ach, alle Tage Huhn im Topf
und Gans im Bett – man kriegt es satt,
man kennt den kleinen Fleck am linken Schulterblatt ...

...

Da wir fast jeden Tag besonders gut essen, lobe ich mir meine echte nicht Definition.

http://www.textlog.de/tucholsky-trost-moral.html
« Letzte Änderung: 27. Dezember 2010, 13:30:57 von Low »
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Wie vertrödeln die Nachbarn ihre Zeit?
« Antwort #1348 am: 29. Dezember 2010, 00:07:13 »

Wie vertrödeln die Nachbarn ihre Zeit?                                                                                                      Dezember 2010

Einführung:
Sofern Sie demnächst ein neues Glotzophon zu erwerben gedenken, empfehle ich den Abschnitt “Technik-Geschichte“ zu beachten. Für weniger
wissbegierige Leser(innen), welche über neuere Geräte mit zeitgemässen Verbindungskabeln verfügen, wird er zum einfachen Überspringen
kursiv dargestellt.  

Vor vielen Jahren widmete ich mein Leben fast ausschliesslich der Elektronik; Geräten, Schaltungen, Bauteilen und deren Spezifikationen.
Halbleiter waren mindestens so anziehend wie Kaltleiter oder warme weibliche Wesen. Diese waren meine bevorzugten raren Heissleiter.
Ich kannte nicht nur den kleinen Unterschied zwischen Transistoren und Dioden. Ich war der unfähige, nie preisgekrönte Erfinder der Monode.
Die Monode ist im Prinzip eine Diode, bei welcher ein hochsensibler Anschlussdraht infolge brutaler Behandlung mit einer (Geburts)Zange fehlt.
Monoden haben den Vorteil, dass sie nie kaputt gehen, weil sie in sämtlichen Schaltungen funktionslos sind. Monoden sind als Begriff in
uniformierten Domänen, als auch Behörden und Verwaltungen in Hinterindien weit verbreitet. Für solche Helden werden dauernd attraktive
inaktive Posten kreiert.

Seit einigen Jahren beschäftigte ich mich mit der elektronischen (Unterhaltungs)industrie nur noch beschränkt. Ausnahmeereignisse waren,
wenn es sich um eigene Bedürfnisse handelte und ich nicht unbedingt Ladenhüter erwerben wollte. Technische Neuerungen interessierten
mich meist nur noch am Rande. Meine Wissbegierde und Tätigkeiten begrenzte sich auf angewandte exotische Biologie im weitesten Sinne.

Ein Verwandter sah sich in seinem Business bedrängt, denn die Ordnungshüter des Ortes übernahmen im obrigkeitlich gesteuerten
Verdrängungsmarkt gezielt und gewinnorientiert sämtlich IT Aktivitäten. Der junge Mann brauchte dringend eine neue Beschäftigung, eine
unerschlossene Erwerbsquelle. Er kam zu mir und bat um einige Nachhilfestunden in Elektronik, weil er in der Universität zu wenig für die
Alltagspraxis lernte und den bescheidenen Rest schnell vergass.

Nach einigen Wochen Nachhilfestunden überraschte er uns mit einem angeblich HDTV konformen Bildschirm, welcher nach einer kurzen
Begutachtung kaum dem gängigen Stand der Technik entsprach. Die Detailhändler stossen gekonnt immer noch Unmengen an altem Schrott
an unkundige Kunden ab.
Das war ein Grund, mit ihm über Bildschirme und Fernsehnormen zu diskutieren. Dank diesem Wissen fand er danach rasch und problemlos
eine sehr gut bezahlte Anstellung. Alle seine Mitbewerber haben keine Ahnung, was sie eigentlich verkaufen.

Abriss: Kurze Geschichte der Bildübertragungs-Technik

Etwa 1930 flimmerten die ersten Bilder mit kümmerlichen 100 Zeilen über Kleinstbildschirme.
1936 zeigte man das Grossereignis, die Olympischen Spiele in Berlin, mit unglaublichen 180 Zeilen.
Bereits 1945 drängten die Russen auf einen Standard mit 625 Zeilen, der in Deutschland seit 1951 langsam eingeführt wurde.
Ab 1952 wurde die 625 Zeilen CCIR Norm mit Ausnahme von Frankreich (SECAM) europäischer Standard.
Seit 1960 teilt sich die Welt in zwei Lager drahtloser Bildübertragung. Nordamerika und grosse Teile Südamerikas, die Philippinen und Japan
benutzen ein System mit 525 Zeilen. Das zugehörige Farbsystem NTSC wurde von europäischen Fachleuten als Never Twice the Same Color
interpretiert.
Ein besseres Verfahren, PAL wurde unter der Leitung von Walter Bruch 1962 bei Telefunken in Hannover entwickelt. PAL konnte störende
Farbton-Fehler, die im NTSC-Verfahren nur manuell und unbefriedigend ausgeglichen werden, automatisch kompensieren.(4)

Mit der Einführung der Computer, digitaler Bildquellen und menschlicher Intelligenz, welche erstmals in der sich explosionsartig entwickelnden
Technologie über kurzfristigen monetären Interessen stand, wurden Monitore mit abweichenden, meist höher auflösenden Bildschirmen
entwickelt. Hinterhofgaragen-Betriebe mauserten sich zu Weltfirmen.
Man sprach nicht mehr von Linien, sondern von Rastern mit Bildpunkten.
CGA, der 1981 von IBM entwickelte Color Graphics Adapter arbeitete mit bescheidenen vier Farben und 320 x 200 Punkten. (3)
Das Timing der CGA-Karte entsprach dem des Fernsehbildes. Dadurch konnte das Signal einfach und ohne großen Detailverlust an einen
Fernseher oder Composite-Monitor angeschlossen werden.
Mitte der neunziger Jahre zeigte SVGA bereits eine Auflösung von 800 x 600 Pixeln.
Mit dem Wechsel ins neue Jahrtausend änderte man das Bildformat von 4 zu 3 auf 16 zu 9. Das wurde dank der Umstellung von der
Vakuumröhrentechnik auf LED- und Plasmabildschirme möglich, welche beliebige Formate erlauben.
HD1080, der gängige Standard kann 1920 x 1080 Pixel darstellen. (5)
Die wenigsten Geräte, die zur Zeit in Chiang Mai angeboten werden, verfügen über diese hohe Auflösung. Viele der Geräte verwenden
WXGA mit bloss etwa 1300 x 760 Punkten.
Spezielle Monitore in der medizinischen Diagnostik benutzen schon heute 3280×2048 Pixel des Standards WQSXGA.

Digitales PAL, beispielsweise auf DVD, bedeutet bescheidene 576 sichtbare Zeilen. Erst die Blu-ray Technik erlaubt Auflösungen
bis 1080.  (6)

Hinweis:
Versuchten Sie bereits an ihrem älteren, bis etwa sechs jährigen Bildschirm, ohne HDMI Anschluß, mit ihrem dreifach RCA
(Cinch-) Kabel (gelb, weiss, rot) anstelle der Ausgänge Video, R und L die Component Video Anschlüsse Y, (grün) Pb (blau)
und Pr (rot) zu benutzen? Der Unterschied der Bildqualität müsste bemerkenswert ausfallen. Verwenden Sie dazu RCA Kabel
besserer Qualität mit vergoldeten Steckern. (Thailand: Amorn ca. 300 THB.)

Ende der Technik-Exkursion


http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_Normenentwicklung.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehnorm
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Color_Graphics_Adapter
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Phase_Alternating_Line
(5)
http://en.wikipedia.org/wiki/Display_resolution
(6)
http://de.wikipedia.org/wiki/Blu-ray_Disc


Fortsetzung folgt
« Letzte Änderung: 29. Dezember 2010, 00:50:02 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1349 am: 29. Dezember 2010, 07:43:08 »

Mit wenigen Worten sehr informativ!  ;}
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