Ein aussergewoehnliches sinnvolles Cartoon als Witz veroeffentlichte heute die eher fuer sinnlose politische Informationen bekannte Webseite von "Spiegel-Online":
QuelleDa hinter einem Witz ja meistens auch immer tiefsinnige Gedanken stehen muss hier mal tiefer in diese Materie geschaut werden !
Im Fach "Gegenwartskunde" der ehemaligen "DDR" lernten wir Schueler bereits, dass durch die Mechanisierung der Produktion immer mehr Arbeitsplaetze wegfallen und dadurch nach Karl Marx in ferner bzw. naher Zukunft notwendigerweise eine Maschinen-Steuer erhoben werden muss.
Damit koennten die Lebensbeduerfnisse der Menschen staatlicherseits durch diese Steuer gedeckt werden, waehrend die menschliche Arbeit ob ihrem Angebot als "Mangelware" eher dem Vergnuegen des Einzelnen dient.
Als der "Spiegel" in politischen Dingen noch als serioes einzustufen war, konnte man in diesem Zusammenhange lesen:
23.06.1986 - SPIEGEL Gespräch - „Wir haben eine neue Sicht der Dinge“
Willy Brandt über den Entwurf eines Grundsatzprogramms der SPD *
...SPIEGEL: Zum erstenmal, Herr Brandt, taucht in einem SPD-Programm der Name Karl Marx auf. Muß es bürgerliche Wählerschichten nicht abschrecken, wenn es im Entwurf heißt, der demokratische Sozialismus in Europa habe seine geistigen Wurzeln nicht nur in der humanistischen Philosophie, dem Christentum und den Erfahrungen der Arbeiterbewegung, sondern auch "in Marxscher Geschichts- und Gesellschaftslehre"?
BRANDT: Ich habe vorhin gesagt, Godesberg hat die SPD damals ehrlich gemacht in bezug auf ihren reformerischen Ansatz und Auftrag. Hier haben wir nach wirklich sehr gründlicher Überlegung gefunden, es sei nicht richtig, das, was mit Marx verbunden ist, einfach nur bei der klassischen Philosophie unterzubringen. Wir sind eben ein Vierteljahrhundert weiter, und mittlerweise gehört Marxsches Geschichts- und Gesellschaftsdenken zum Bestandteil moderner Wissenschaft.
...SPIEGEL: Zum Thema soziale Sicherheit heißt es ziemlich allgemein, der Produktionsfaktor Arbeit könne künftig nicht mehr die gesamten Kosten der sozialen Sicherung tragen. Warum sagen Sie nicht klar, daß die SPD die Maschinensteuer will?
BRANDT: Weil es sich nicht um eine Maschinensteuer handelt. Nur, es kann doch auf Dauer nicht angehen, daß einige menschenarme Betriebe in keiner Weise dazu beitragen, einen hinreichend qualifizierten Nachwuchs für unsere Wirtschaft auszubilden. Wer mit wenig Menschen und viel Kapital produziert, muß ebenfalls seinen Beitrag für die Ausbildung junger Menschen leisten.
Dies gilt im Prinzip auch für die soziale Sicherung, die ja mal entwickelt worden ist in einer Zeit, in der die Relation zwischen menschlicher Arbeitskraft und Maschine ganz anders aussah.
Quelle"Kein Kapitalist wendet eine neue Produktionsweise, sie mag noch soviel produktiver sein oder um noch soviel die Rate des Mehrwerts vermehren, freiwillig an, sobald sie die Profitrate vermindert.“
– Karl Marx: MEW 25, Kapital III, S. 275
Wer mit Karl Marx und seinem Werk "Das Kapital" Band 3 gedanklich nicht klarkommt sollte dann eben Bill Gates zuhoeren, wobei wir im Prinzip genau wieder bei dem vorgestellten Cartoon angelangt sind:
Bill Gates: „Roboter sollten Einkommensteuer zahlen" - 19. FEBRUAR 2017
In einem interessanten Interview mit der Seite „Quartz“, sagt Mitgründer und Ex-CEO von Microsoft, Bill Gates, dass Roboter ebenfalls Einkommenssteuer zahlen müssten, wenn sie die Arbeit eines Menschen übernehmen.
Der Einsatz von Robotern ist in vielen Firmen bereits Alltag. Meist übernehmen Maschinen die monotone Fließbandarbeit, die bis vor einigen Jahren noch von Menschen durchgeführt wurden. Die Gründe für den Einsatz von Robotern sind aber vielfältig und haben nicht immer etwas mit der Profitgier von Unternehmen zu tun.
Die Kehrseite der Medaille, ist die Arbeitslosigkeit, die der Einsatz von Robotern mit sich bringt. Zwar entstehen neue Jobs für Wartung und Programmierung dieser Maschinen. Der Verlust von Arbeitsplätzen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen, ist aber sehr viel größer.
Bill Gates spricht ein weiteres Problem an: Die Einkommenssteuer. Während ein gewöhnlicher Angestellter automatisch seine Einkommenssteuer entrichtet, zahlt ein Roboter gar nichts. Damit entgehen dem Staat wichtige Einnahmen. Diese könnten beispielsweise genutzt werden, um Arbeitslose in neue Jobs zu integrieren.
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